Als Bronzegießer, im Großen wie im Kleinen, haben neben Cellini ein Paar

oberitalienische Bildhauer, der Paduaner _Leone Leoni_ (1509-1590) und

sein Sohn _Pompeo Leoni_ ({~DAGGER~} 1610), eine ausgedehnte Thätigkeit

entwickelt, freilich vorwiegend außerhalb Italiens, für Karl V. und

Philipp II. Ihre Bronzestatuen und Büsten dieser Fürsten und ihrer

Anverwandten (jetzt im Museo del Prado in Madrid, in Toledo und in

Windsor Castle), sind ernst und lebenswahr in Haltung und Auffassung und

zeigen eine ähnliche Freude der Künstler an reichem Beiwerk und an der

Durchführung, wie Cellini's Bronzen; doch haben sie weniger dessen

goldschmiedeartige Schärfe und Härte. In Italien lernt man am

Marmormonument des Gio. Giac. de Medici im Dom zu Mailand und an der

imposanten sitzenden Bronzefigur des Vincenzo Gonzaga über seinem

Grabmal im Palast zu Sabionetta Leoni's Thätigkeit im Großen kennen.

Wie Cellini, so sind auch beide Leoni, namentlich der ältere, als

_Medailleure_ thätig gewesen. Überhaupt erfuhr diese eigenartige

Kunstthätigkeit insbesondere in Oberitalien eine ununterbrochene reiche

Pflege; durch den Anschluss an die Vorbilder des Quattrocento und die

Beobachtung der plastischen Gesetze für die Komposition im engen Raum

sind diese kleinen Bildwerke den gleichzeitigen großen Schöpfungen der

Plastik in der Regel in stilvoller Komposition, wie in malerischer

Behandlung und individueller Charakteristik entschieden überlegen. Aus

der großen Zahl tüchtiger Medailleure sind außer den letztgenannten

Bildhauern durch Zahl und Meisterschaft ihrer Arbeiten besonders

hervorzuheben: der Goldschmied _Franc. Francia_ aus Bologna, der

Veronese _G. M. Pomedello_, der Paduaner _Gio. Cavino_ ({~DAGGER~} 1570), die dem

L. Leoni sehr verwandten Mailänder _Jac. da Trezzo_ ({~DAGGER~} 1589), _Gianant.

Rossi_ und _Ant. Abondio_ (1538-1591), die namentlich am päpstlichen

Hofe beschäftigten _Gian Fed. Bonzagna_ und _Lor. Fragni_, beide aus

Padua, _Dom. Poggini_ aus Florenz, der Römer _P. P. Galeotti_ ({~DAGGER~} 1584),

der Sienese _Pastorino_ ({~DAGGER~} 1592); letzterer von ganz besonderem

malerischen Geschick und außerordentlich fruchtbar (es sind mehr als 150

Medaillen von ihm bekannt).

Die Pflege des Bronzegusses, der seit der Mitte des XVI. Jahrh. sehr in

Aufnahme kam namentlich in Florenz und Venedig, eine Zeitlang auch in

Mailand, Bologna u. s. f. zu glänzender Entfaltung gelangte, hat darin im

Großen wie im Kleinen, in der großen Plastik wie im Kunsthandwerk, zu

einer außerordentlichen technischen Vollendung geführt und auf die

Entwickelung der gesamten Plastik in Italien noch im Laufe des XVI.

Jahrh. einen bestimmenden Einfluß ausgeübt. Die Schwierigkeit der Arbeit

und die Sorgfalt, die auf die Ausführung verwendet werden mußte, führte

die Künstler auch auf ein gründlicheres Studium der Natur zurück. In

ähnlicher Weise mußten auch die Bedingungen für eine günstige Wirkung

der Bronzebildwerke: geschlossene Komposition, Mäßigung in der Bewegung

und in den Ausladungen u. a. m., auf eine maßvollere, weniger manierierte

Behandlung der Marmor- und Thonbildwerke zurückwirken, während

andererseits die malerische Wirkung der Bronze auch auf die Behandlung

des Marmors allmählich Einfluß ausübte.

Ein anderes wesentliches Element für den Umschwung, der sich Ende des

XVI. Jahrh. in der italienischen Plastik vorbereitet und allmählich den

Barockstil heraufführt, ist das Eindringen fremder Kunst, insbesondere

durch niederländische und später durch französische Bildhauer, die sich

vorübergehend oder dauernd in Italien niederließen und hier teilweise

eine sehr umfangreiche Thätigkeit ausübten. Der erste und

einflußreichste unter ihnen ist der Vlame _Giovanni da Bologna_

(eigentlich Jean Boulogne aus Douay, 1524-1608), welcher in den letzten

Jahrzehnten des XVI. Jahrh. als Dekorator der öffentlichen Plätze, der

Gärten und Paläste der Mediceer eine ganz außerordentliche Thätigkeit

entwickelte. Der Einfluß derselben wurde noch verstärkt durch die

zahlreichen kleineren Wiederholungen, die er nach seinen Kompositionen

in Bronze selbst anfertigte oder in seiner Werkstatt von Susini u. A.

fertigen ließ; Arbeiten, welche von der Zeit des Künstlers an bis auf

unsere Zeit zu den gesuchtesten Kunstgegenständen gehörten.

In Antwerpen zum Bildhauer ausgebildet, kam Giovanni mit etwa 25 Jahren

nach Italien und ließ sich 1553 dauernd in Florenz nieder. Seine

Reiterstatue Cosimo's I. neben dem Palazzo Vecchio (aufgestellt 1594)

ist edel und einfach in der Haltung; spätere Standbilder von ihm in

Florenz und Pisa sind aber nicht besser als ähnliche Werke seiner

Zeitgenossen. Dasselbe gilt von seinen Reliefs, namentlich denen im Chor

der Annunziata zu Florenz und an den drei Bronzethüren des Doms zu Pisa,

die meist manieriert in den Formen und wenig glücklich im Reliefstil

erscheinen. In seiner bekannten Gruppe: der »Fiorenza« im Bargello

(seit 1565 ausgeführt), im Raub der Sabinerinnen (1581-1583) und im

Herkules und Nessus in der Loggia de' Lanzi ist zwar die Durchführung

der Formen meist gleichgültig oder willkürlich, aber der Aufbau ist

regelmäßig kühn und schön bewegt. Ähnliches gilt von den Einzelfiguren

(die Bronzestatuen des Lucas an Or San Michele vom Jahre 1602, die

Figuren in der Cap. Salviati in S. Marco, im Chor des Domes zu Lucca u.

s. f.), vor Allen von dem berühmten Merkur im Bargello. Am glücklichsten

ist er in seinen Brunnen: in dem Neptunsbrunnen in Bologna (1563-1567),

in den beiden Fontänen des Giardino Boboli (der mit dem Okeanos und drei

Stromgöttern, vollendet 1576, und der kleinere mit der Badenden, die von

Faunen belauscht wird, 1585), in der Bronzefigur der badenden Venus in

der Villa Petraja u. s. f. Jeder dieser Brunnen ist ein Meisterwerk für

sich: völlig plastisch und doch zugleich von großer dekorativer Wirkung,

glücklich und groß im Aufbau, elegant in den Einzelfiguren, die sich in

schönen, fein bewegten Linien von der Luft abheben, meisterhaft in der

Dekoration, namentlich in den Fratzen, Masken und Ungetümen, die der

Künstler in phantastischer Weise bildet und als Wasserspeier in

geschicktester Weise verwendet. Die Berliner Sammlung besitzt

verschiedene seiner kleinen Bronzen, darunter eine schöne größere Gruppe

eines Frauenraubes.

Eine kleine Bronzefigur des Merkur in derselben Sammlung, ist

wahrscheinlich auf die Hand eines anderen Niederländers zurückzuführen,

der gleichzeitig in Florenz thätig war, _Elia Candido_; wie Bologna

hauptsächlich Bronzebildner. Durch Inschriften als seine Arbeiten

bezeugt sind verschiedene etwa halblebensgroße Götterstatuetten im

Bargello, die bisher gleichfalls seinem berühmteren Landsmann

zugeschrieben wurden. In diesen Arbeiten ist Elia noch bewegter als

Giovanni, die Formen sind voller und stärker ausladend, zuweilen bis zur

Manier. Sein Sohn _Peter Candid_, der Holländer _A. de Vries_ u. A.

sind vorübergehend in Italien thätig gewesen. Ein anderer Niederländer,

_Pietro Francavilla_ (aus Cambray 1548-1618), ist Schüler Giovanni's,

dessen Entwürfe er in der späteren Zeit mehrfach ausführte, jedoch mit

wenig Glück (zuerst in Florenz, später in Genua beschäftigt). Unter den

Italienern, die mit diesen Niederländern gleichzeitig in Florenz thätig

sind, ist nur ein anderer Schüler des Gio. di Bologna, _Pietro Tacca_

({~DAGGER~} um 1650) in seinen dekorativen Bronzen (Brunnen auf der Piazza dell'

Anunziata, Bronzedekorationen im Giardino Boboli u. s. f.), von wirklicher

Originalität, glücklicher Phantasie und Lebenswahrheit.

Die reiche Sammlung kleiner Bronzefiguren im Berliner Museum enthält

eine beträchtliche Anzahl Arbeiten von Künstlern dieser Richtung.

[Abbildung: 639B. Schlafende Nymphe, Bronzefigürchen von Benv.

Cellini (?).]

Der Barock

(um 1630 bis 1780).

Die Bildwerke des Gio. da Bologna sowie verschiedener seiner

Zeitgenossen und Nachfolger entsprechen in höherem Grade den Gesetzen

der Plastik, als die der meisten übrigen Bildhauer der vorgeschrittenen

Hochrenaissance. Die Schönheit der einzelnen Figur oder Gruppe an sich,

durch den Reiz ihrer Konturen, glückliche Bewegung, schöne Körperbildung

und vollendete Durchbildung war das vornehmste Streben dieser Künstler;

freilich eine Schönheit, die weniger auf treue Wiedergabe der Natur als

auf das Wohlgefällige, sinnlich Reizende der Erscheinung ausging. Alle

diese Bildwerke, selbst die Reliefs (die schwächste Seite dieser

Künstler), wirken daher für sich allein, auch ohne Rücksicht auf die

Architektur, mit der sie zum Teil verbunden waren. In dieser Richtung

entwickelte sich aber die italienische Plastik nicht weiter. Vielmehr

wurde derselbe Geist, der die Architektur Italiens schon seit dem

Anfange des XVII. Jahrh. beherrschte, nun auch in der Plastik lebendig

und kam durch einen auf diesem Gebiete hochbegabten Künstler, durch

Bernini, rasch zu unumschränkter Herrschaft. Das malerische Prinzip ist

das bestimmende Gesetz des Barocks, auch für die Plastik. Nicht mehr die

abgeschlossene Wirkung des Bildwerks an sich, sondern die malerische

Zusammenwirkung desselben mit der Architektur und gelegentlich auch mit

der Landschaft wird von den Künstlern in so rücksichtsloser Weise

angestrebt, daß das einzelne Bildwerk, aus seinem Zusammenhange

herausgelöst, meist als Karikatur erscheint. Diese unplastische

Auffassung der Skulptur ist aber nicht etwa die Folge und bewirkt auch

keineswegs ein Zurücktreten der plastischen Thätigkeit in Italien:

vielmehr ist die Zahl der Bildhauer, unter denen hochbegabte, eine sehr

große, und der Umfang ihrer Werke wie die Pracht des Materials sind so

außerordentlich, daß keine andere Zeit darin mit dem Barock wetteifern

kann.

In bewußtem Gegensatze zur Hochrenaissance und seiner manieristischen

Ausartung erstrebt die Barockplastik wieder eine treue Wiedergabe der

Natur; aber dieser Naturalismus ist ganz eigener Art, völlig

verschieden von dem, was das Quattrocento darunter verstand. Der Barock

will die Wirklichkeit in der Form wie in der Empfindung, und diese hat

für ihn eine künstlerische Berechtigung nur in der Bewegung, im Affekt.

Das Wirkliche hat für die Künstler des Seicento seine volle Bedeutung,

ohne Rücksicht auf Schönheit, ohne die Regeln des klassischen Altertums.

In der Plastik, der die Mittel der Farbe, des Helldunkels, der

Darstellung in der Fläche abgehen, erscheint dieses Wirkliche aber gar

zu leicht als platte Gemeinheit, sowohl in den Formen wie in der

Auffassung.

Das dramatische Prinzip der Zeit, das unplastische Bestreben, selbst die

Einzelfigur im Moment der Handlung in ihrer Bethätigung der inneren

Erregung darzustellen, mußte von vornherein zu einer starken

Übertreibung der Formen führen, welche bei der Gewöhnlichkeit derselben

doppelt unangenehm auffällt. Die Männlichkeit wird zu karikierter

Schaustellung der Muskeln, die weibliche Schönheit wird in üppiger

Fleischesfülle gesucht und die Kenntnis der Formen in anatomischen

Bravourstücken zur Schau getragen. Die Gewandung wird nach rein

malerischen Prinzipien belebt und in ihren tiefen, oft wie vom Winde

aufgebauschten Falten wird auf den Körper darunter keine Rücksicht mehr

genommen. Dafür thut sich der Realismus etwas darauf zu Gute, die

Stofflichkeit der Gewänder mit größter Bravour wiederzugeben, sowohl in

Stärke und Fältelung wie in Glanz und Musterung, gelegentlich auch in

der Färbung, für die dann verschiedene Materiale gewählt werden.

Der geistige Inhalt der Bildwerke, dem zu Liebe alle Rücksichten auf

plastische Wiedergabe der Form geopfert werden, ist genau so nichtig und

äußerlich, wie die Erscheinung der Bildwerke. Die innere Erregung dieser

Gestalten ist in der Regel nur eine gemachte, und bei Einzelfiguren ist

das Motiv dafür oft so bei den Haaren herbeigezogen, daß sie geradezu

lächerlich wirken. Die Heiligen müssen mit ihren Gewändern, ihren

Attributen und Marterinstrumenten spielen und kokettieren, nur um bewegt

zu erscheinen; statt fest aufzustehen, verrenken sie sich in halb

tänzelnder, halb schwebender Bewegung.

Geeigneter für eine solche Auffassung mußte die Gruppe sein. In der That

füllt der Barock die Altäre und Wände der Kirchen, gelegentlich auch

ihre Fassaden, die Plätze und Gärten mit großen pomphaften Gruppen von

Martyrien, von schwülstigen Allegorien und üppigen mythologischen

Scenen. Aber auch hier wird der Affekt meist zur Affektation oder zu

widerwärtigem Pathos. Die Grabmonumente werden zu prunkvollen

Aufführungen, bei denen unverständliche allegorische Gestalten den

Jammer über den Tod, den Triumpf über die irdische Vergänglichkeit oder

die Verherrlichung des Verstorbenen zum Ausdruck bringen sollen. Diese

großen Grabmäler, die Wandaltäre u. s. f. erscheinen in der Gesamtwirkung

ihrer Gruppen und Einzelfiguren wie riesige, malerische Hochreliefs, das

Relief selbst aber ist in dieser Epoche eigentlich nicht viel mehr als

eine auf einem Hintergründe aufgeklebte Gruppe. Nur als malerische

Wirkung hat dasselbe hier und da noch einige Bedeutung.

Neben so großen Schwächen und Fehlern, die sich in der Masse der Werke

und in ihrem außerordentlichen Umfange um so stärker aufdrängen,

übersieht man leicht die eigentümlichen Vorzüge, die auch dieser Stil

für gewisse Zwecke und in gewissen Zweigen der plastischen Kunst

aufzuweisen hat. Am augenfälligsten ist der dekorative Wert der

Barockskulptur; sie bildet gewissermaßen einen integrierenden Teil der

Architektur dieser Zeit, die ohne sie gar nicht zu denken ist und ihre

Wirkung hauptsächlich mit durch den plastischen Schmuck erhält. Den

großen Altargruppen, den riesigen Wanddekorationen, den Einzelfiguren in

den Nischen und auf den Gesimsen können wir erst dann einigermaßen

gerecht werden, wenn wir sie in ihrer Gesamtwirkung mit der Architektur

betrachten, mit der und für die sie erdacht und ausgeführt wurden. Ganz

besonders glücklich sind die Barockbildhauer, wenn ihre Figuren und

Gruppen mit den reichen Formen der Natur zusammenwirken können oder von

der freien Luft sich abheben: in den Figuren zwischen den Hecken der

Gärten, in den Gruppen auf den Fontänen und Brunnen mit ihren barocken

Felsen und den stürzenden Wassermassen. Mit großem Erfolge pflegen die

Künstler dieser Zeit auch die Porträtdarstellung: die Porträtbüsten,

gelegentlich auch die Statuen verbinden treffende Lebenswahrheit mit

malerischer Breite der Anordnung und vornehmer Grandezza der Auffassung.

Endlich kommt der Gefühlsausdruck in dieser Zeit wenigstens in Einer

Gestalt vorteilhaft zur Geltung, in der Darstellung des Kindes. Freilich

ist die Auffassung nicht mehr die naive, schlichte wie im Putto des

Quattrocento; vielmehr sucht die Zeit auch in ihren Kindergestalten den

Eindruck des Gefühlvollen, des reich bewegten Lebens hervorzurufen. Aber

die Einfältigkeit der Kindernatur verhindert hier doch in der Regel

Übertreibungen, und die naturalistische Behandlung der Zeit war zudem

einer glücklichen Behandlung der Motive aus dem Kinderleben entschieden

günstig.

Der große, seine Zeit völlig beherrschende Künstler der Barockskulptur

ist der Neapolitaner _Lorenzo Bernini_ (1598 bis 1680). Der Hauptort

seiner Thätigkeit und seitdem der eigentliche Mittelpunkt des Barocks

ist Rom. Aber die Barockkunst ist keineswegs der einen oder anderen

Stadt oder Provinz Italiens mehr oder weniger eigentümlich; sie ist über

ganz Italien verbreitet und erzeugt überall zahlreiche Monumente, deren

Charakter im Wesentlichen derselbe ist. Ja dieser ist auch nicht einmal

mehr ein spezifisch italienischer; denn er wird wesentlich mit bestimmt

durch die zahlreichen niederländischen und französischen Bildhauer, die

namentlich in Rom vorübergehend oder dauernd thätig waren: die

_Duquesnoy_ (in Italien unter den Namen Fiammingo bekannt), _Puget,

Houdon, Legros_ u. s. f. Die meisten dieser Künstler erscheinen neben den

gleichzeitigen Italienern maßvoller, in ihrem Naturalismus naiver und

gesunder, und sind daher in ihren Einzelstatuen, ihren Büsten und

Kinderdarstellungen den Italienern mehr oder weniger überlegen.

[Abbildung: 273. Marmorbüste des Malers Carlo Maratti von Franc.

Maratti (?).]

Die Berliner Sammlung hat nur eine verhältnismäßig kleine Zahl von

Bildwerken dieser Epochen aufzuweisen. Die besten darunter sind ein Paar

Marmorbüsten: die große malerisch angeordnete Büste des Malers Carlo

Maratti (No. 273), angeblich von _Francesco Maratti_ gefertigt, und die

kleine sehr individuell gehaltene einfache Büste des Papstes Benedict

XIV. (No, 272. um 1750). Die Marmorfigur eines bogenschnitzenden Amors

von _Franz Duquesnoy_ (No. 420) ist eine charakteristische Arbeit dieses

für seine Kinderdarstellungen vor Allem berühmten vlämischen Meisters,

der etwas von dem Geiste seines älteren Freundes Rubens in sich hatte.

Auf _Lorenzo Bernini_ selbst geht das geistreiche Thonmodell einer

Fontäne zurück (No. 271A), ein Paar Seemenschen, die einen gewaltigen

Fisch in die Höhe halten; als Modell wie durch das Motiv ganz besonders

geeignet, den Künstler von der vorteilhaftesten Seite kennen zu lernen.

* * * * *

Nach der Mitte des XVIII. Jahrh. nimmt sich die italienische Kunst noch

einmal zu einer letzten großen Leistung zusammen, freilich nur an einem

Ort und in sehr beschränktem Kreise. Aber die letzte kurze Blüte der

venezianischen Malerei, die in einem Tiepolo, Canale, Bellotto, Guardi

Künstler aufzuweisen hat, deren malerischer Sinn und technische

Meisterschaft die höchste Bewunderung verdienen, hat die Entwickelung

der Plastik völlig unberührt gelassen. Gerade in Venedig wurde, noch

unter den Augen jener trefflichen Maler, der Künstler groß, dessen Namen

vor Allen mit der Wiedergeburt der Kunst verbunden zu werden pflegt, der

insbesondere den Grundstein zur modernen Plastik gelegt hat: _Antonio

Canova_ (geb. 1757). In der schroffen Reaktion gegen die völlig

unplastische Empfindung des Barocks fällt Canova zwar in eine nüchterne

und phrasenhafte Nachahmung der Antike, die noch inhaltloser und

unwahrer ist als die phrasenhaftesten Skulpturen des Barocks; aber er

hat doch das Verdienst gehabt, die plastische Kunst wieder in ihre

eigentliche Bahn einzulenken.

Verzeichnis der Künstlernamen.

(Die Zahlen hinter den Namen bedeuten die Seiten.)

Abondio, Antonio, 176.

Agnolo s. Guglielmo d'Agnolo.

Agnolo di Ventura, 27.

Agostino di Duccio, 73.

Agostino di Giovanni, 27.

Alari-Bonacolsi s. Antico.

Alberto di Arnoldo, 26.

Amadeo, Gianantonio, 137.

Ammanati, Bartolommeo, 173.

Andrea, 146.

Andriolo, 31.

Anselmus, 9.

Antelami, Benedetto, 10.

Antico, 126.

Antonio, 31.

Antonio di Banco, 49.

Aquila s. Silvestro d'Aquila.

Arca s. Niccolo dell' Arca.

Arezzo s. Niccolo d'Arezzo.

Arnoldo s. Alberto di Arnoldo.

Arnolfo di Cambio, 20.

Aspetti, Tiziano, 172.

Baccio da Montelupo, 165.

Balduccio s. Giovanni di Balduccio.

Bambaja s. Busti, Agostino, gen. Bambaja.

Banco s. Antonio und Nanni d'Antonio di Banco.

Bandinelli, Baccio, 173.

Bariloto, Pietro, 166.

Baroncelli, Niccolo und Giovanni, 131.

Bartolommeo s. Martino und Neroccio di Bartolommeo.

Begarelli, Antonio, 167.

Bellano, Bartolommeo, 122--124, 129.

Belli, Valerio, 129.

Benedetto da Majano, 94--99, 148.

Benedetto da Rovezzano, 164.

Bernini, Lorenzo, 181, 183.

Bertoldo di Giovanni, 129.

Bicci di Lorenzo, 54.

Biduinus, 11.

Bigarelli, Guido, 14.

Bologna s. Giovanni da Bologna.

Bonannus, 13.

Bonino da Campiglione, 30.

Bonusamicus, 11.

Bonzagna, Gian Federigo, 176.

Bregno, Andrea, 146.

Briosco Andrea s. Riccio.

Brunellesco, Filippo, 54.

Buggiano, 73.

Buon, Bartolommeo, 139.

Buonarroti, Michelangelo, 153--162.

Busti, Agostino, gen. Bambaja, 138, 166--167.

Camaino s. Tino di Camaino.

Cambio s. Arnolfo di Cambio.

Camelio, 143.

Campagna, Girolamo, 171.

Campiglione s. Bonino da Campiglione.

Candid, Peter, 177.

Candido, Elia, 177.

Canova, Antonio, 183.

Capponi, Luigi, 146.

Caradosso, Vincenzo Foppa, 127, 138.

Caravaggio s. Pasquale da Caravaggio.

Cattaneo, Danese, 171.

Cavalli, Gian Marco, 129--130.

Cavino, Giovanni, 176.

Cecco s. Piero di Cecco.

Cellini, Benvenuto, 129, 174--175.

Cellino di Nese, 27.

Cione, Andrea di, s. Orcagna.

Ciuffagni Bernardo 54.

Civitale, Matteo, 104--106.

Colonna, Jacopo, 171.

Corneole, Giovanni delle, 129.

Cosmas, 8.

Cosmatus, Johannes, 28.

Cozzanigo, Tommaso, 138.

Cozzarelli, Giacomo, 120.

Credi s. Lorenzo di Credi.

Dalmata, Giovanni, 146.

Danti, Vincenzo, 173--174.

Dello Delli, 53.

Dentone, Antonio, 143.

Desiderio da Firenze, 171.

Desiderio da Settignano, 83--87, 148.

Domenico di Paris, 131.

Donatello, 55--69.

Donato, 18.

Duccio s. Agostino di Duccio.

Duquesnoy, Frans, 182, 183.

Enrigus, 11.

Federighi, Antonio, 115--117.

Ferrucci, Andrea, 164.

Fiesole s. Mino da Fiesole.

Filarete, Antonio, 144--145.

Fragni, Lorenzo, 176.

Francavilla, Pietro, 178.

Francesco di Giorgio, 120.

Francesco di Sangallo, 164.

Francesco di Simone, 112.

Francia, Francesco, 134, 176.

Fusina, Andrea, 138.

Gagini, Antonio, 137, 149.

Gagini, Domenico, 137, 149.

Gagini, Pace, 137.

Galeotti, Pietro Paolo, 176.

Gano, 27.

Ghiberti, Lorenzo, 49--51.

Ghiberti, Vittorio, 50.

Ghini, Simone, 144--145.

Gian Francesco da Grado, 166.

Giorgio s. Francesco di Giorgio.

Giotto, 24.

Giovanni s. Agostino und Bertoldo di Giovanni.

Giovanni da Bissone, 137.

Giovanni da Bologna, 129, 176--177.

Giovanni dall' Opera, 173.

Giovanni da Pisa, 122.

Giovanni di Balduccio, 29--30.

Giovanni di Banco, 49.

Giovanni di Bartolo gen. Rosso, 53, 71, 135.

Giovanni di Martino, 139.

Giovanni di Stefano, 118.

Giovanni di Turino, 118.

Giovanni Giacomo della Porta, 172--173.

Giuliano da Majano, 148.

Giulio dal Moro, 172.

Goro di Gregorio, 27.

Grado s. Gian Francesco da Grado.

Gregorio s. Goro di Gregorio.

Gruamons, 11.

Guglielmo d'Agnolo, Fra, 20.

Guglielmo della Porta, 172--173.

Guidetto, 14.

Guido s. Bigarelli.

Houdon, 182.

Isaïa di Pisa, 144--145, 148.

Jacopo da Trezzo, 176.

Johannes s. Cosmatus, Johannes.

Lanfrani, Jacopo, 31.

Lapo, 18.

Laurana, Francesco, 149.

Legros, 182.

Leonardo da Vinci, 113.

Leoni, Leone, 175.

Leoni, Pompeo, 175.

Leopardi, Alessandro, 142.

Lombardi, Alfonso, 167--168.

Lombardo, Antonio, 141--142.

Lombardo, Pietro, 140--141.

Lombardo, Tullio, 141.

Lorenzetto, 163--164.

Lorenzo di Credi, 112.

Lugano s. Tommaso da Lugano.

Maini, Michele, 147.

Maitani, Lorenzo, 27--28.

Majano, s. Benedetto und Giuliano da Majano.

Mantegazza, Antonio, 137.

Mantegazza, Cristoforo, 137.

Mantegna, Andrea, 121.

Maratti, Francesco, 183.

Marchionne, 12.

Martino di Bartolommeo, 118.

Martino s. Giovanni di Martino.

Martinus, Presbyter, 13.

Massegne, Jacobello delle, 31--32.

Massegne, Pier Paolo delle, 31--32.

Mazzoni, Guido, 134--135, 148.

Meister Andrea, Meister Anselmus etc. s. Andrea, Anselmus etc.

Meister der Marmormadonnen, 104.

Meister der Pellegrinikapelle, 52--53, 139.

Michelangelo s. Buonarroti, Michelangelo.

Michelozzo Michelozzi, 71--72, 135--136.

Minello, Giovanni, 124.

Minio, Tiziano, 171.

Mino da Fiesole, 99--104.

Moderno, 126.

Monaco, Guglielmo, 148.

Monogrammist »Jo. F. F.«, 127.

Montelupo s. Baccio und Raffaello da Montelupo.

Montepulciano s. Pasquino da Montepulciano.

Montorsoli, Giovanni Angiolo, 172.

Moro s. Giulio dal Moro.

Nanni d'Antonio di Banco, 54--55.

Neroccio di Bartolommeo, 120.

Nese s. Cellino di Nese.

Niccolo s. Piero di Niccolo.

Niccolo d'Arezzo, 49.

Niccolo dell' Arca, 132, 134.

Nicolaus, 10.

Onofri, Vincenzo, 133.

Opera s. Giovanni dall' Opera.

Orcagna, Andrea, 25--26.

Pagno di Lapo Portigiani, 73.

Paris s. Domenico di Paris.

Pasquale da Caravaggio, 147.

Pasquino da Montepulciano, 146.

Pastorino, 176.

Paulus (XIII. Jahrh.), 20.

Paulus (XV. Jahrh.), 144.

Pericoli, Niccolo s. Tribolo.

Pierino da Vinci, 173.

Piero di Giovanni Tedesco, 48.

Piero di Niccolo, 139.

Pietro de' Sali, 171.

Pisa s. Giovanni und Isaïa di Pisa.

Pisano, Andrea, 24--25.

Pisano, Giovanni, 21--24.

Pisano, Niccolo, 15--19.

Pisano, Nino, 25.

Pisano, Tommaso, 25.

Pisano, Vittore, 129.

Poggini, Domenico, 176.

Pollajuolo, Antonio, 106--107.

Die Italienische Plastik · 第 15 / 16 段