Und die kleine Türe knarrt.
Die gute Frau tritt ein.
Es ist Abend. Die Arbeit ruht.
Das Feierliche in ihr will seinen Sabbat haben.
Und so tritt sie in ihren Garten. Ihr Eigentum. Ihre Freude, ihre tiefe
Lust, ihr Dank, ihr Glück, ihr Gebet.
Sie weiß das alles nicht so mit Namen zu nennen.
Aber wenn sie nun hinsinkt auf das enge Bänklein unter dem abenddunklen
Apfelbaum, müde von des Tages Last und Lebens Schwere, da löst sich etwas
auf in ihr, und es wird frei und leicht und schwebend in ihrer Seele, und
es ist wie ein Lied in ihr, ein Lied, das zum Himmel reicht und die Erde
küßt und wie ein Licht mit ihr geht, wenn sie zu ihrem ärmlichen Heim
zurückkehrt. --
Nein die gute Frau ist nicht arm.
Und der kleine Garten auch nicht.
Wem ein Garten gegeben ist, ist immer reich.
Denn der kleinste Garten kann voll des schwersten Segens sein -- je nach
dem Herzen, der sein hütet.