An eine vierzigjährige Frau

In Deinen großen Augen träumen tief und heiß

Geheime Schmerzen, die das Leben Dir verraten;

Längst schürfte meine Lust mit nimmer sattem Spaten

Nach letzter Wissenschaft, von der sie noch nichts weiß.

Der reifen Früchte Duft berauscht. Ein Zauberkreis

Umschließt mit hartem Zwang mein Fleisch. Mir sind die Saaten

Nicht ausgereift. Im Staub vergangener Tage waten

Gedanken ..., und sie sehn ein unberührtes Reis.

Wie oft schon blickte ich mit neidischem Begehren

Den Schiffen nach, die müd zum Hafen wiederkehren,

Des Abends glitten feierlich sie durch den Schaum.

Auf ihren Masten schien ein hoher Stolz zu wohnen,

Und ihrem Kiele folgte wie ein schwerer Traum

Der heiße Atem ferner, unbekannter Zonen.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 186 / 211 题