Bleich, mit gesenktem Haupt, zerbrochen und zerspaltet
Von Siechtum, das des Arztes spottet, matt und schwach,
Saß Karl der Neunte träumend in dem Prunkgemach,
Die welken Hände über einem Buch gefaltet.
Die Mutter trat herein, die greise Medici,
Mit kaltem Habichtsblick, sie küßt ihn auf die Wangen:
»Wacht auf, mein Sohn, wacht auf, der Mörder ist gefangen,
Gelobt sei Gott, ich habe den Montgomery,
Der Euren Vater, König Heinrich, hat erschlagen!«
Der müde Valois aber, ohne nur zu fragen,
Bat: »Gönne mir den Schlaf, laß mich, o Mutter, laß!«
Die Tränen zwang sie stolz, es zuckten nur die Lippen,
Sie wandte schweigend sich zu den erlauchten Sippen,
Sie dachte: »Weh, er stirbt, er kennt nicht mehr den Haß!«