Sohn Abels, du darfst essen, trinken,
Gott schaut dir wohlgefällig zu,
Brut Kains, du sollst im Schlamm versinken,
Ersticken wirst im Kote du.
Sohn Abels, Liebling deines Herrn,
Dein Opfer duftet süß vor Gott,
Brut Kains, verjährte Sünden zerren
Dich täglich wieder aufs Schaffot.
Sohn Abels, sieh die Saat gedeihen,
Rund ist das Vieh, die Traube schwer,
Brut Kains, hörst du den Hunger schreien?
Sind deine Eingeweide leer?
Sohn Abels, wärme dich am Herde,
Füll deinen Wanst mit warmer Kost,
Brut Kains, du schläfst auf kalter Erde,
Der Schakal, horch, er heult vor Frost!
Sohn Abels, du darfst dich vermehren,
Dieweil dein Geld sich auch vermehrt,
Brut Kains, bezähme dein Begehren,
Solch Appetit ist dir verwehrt.
Sohn Abels, saug dich voll an andern,
Du Wanze, stets willkommner Gast,
Brut Kains, du sollst im Staube wandern,
Du findest nirgends Ruh noch Rast.
* * * * *
Sohn Abels, Mist nur auf den Saaten,
Zerstieb zu Dung, du und dein Wahn!
Brut Kains, von allen deinen Taten
Sind erst die wenigsten getan.
Sohn Abels, sieh die Schmach sich türmen,
Vergeh in Schanden und in Spott,
Brut Kains, du wirst den Himmel stürmen,
Hinab zur Erde schleudere Gott!