Das Ideal

O nein, sie sind es nicht, die leicht umrissnen Fratzen,

Die tauben Früchte dieser Zeit, vermorscht, verrucht,

Die hohlen Puppen, die geschmeidig falschen Katzen,

Sie sind es nicht, o nein, die meine Seele sucht.

Ich gönne Gavarni,[3] dem Dichter der Chlorosen,

Dies Volk und sein Gekreisch, ihm und dem Hospital,

Nie blüht in wilder Pracht bei diesen bleichen Rosen,

Nie blüht auf diesem Beet mein rotes Ideal.

Es lebt ein andres Bild auf meines Herzens Grunde,

Der Lady Macbeth gleicht's in ihrer Schicksalsstunde,

Dem Traum, der Aeschylus groß vor der Seele stand.

Dir gleicht es, ewige Nacht, wie einst in stolzen Tagen

Dich Michelangelo hat aus dem Stein geschlagen,

Dir, deren düsterer Reiz Giganten zwingt und bannt.

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[Fußnote 3: Zeichner von Karrikaturen und modernen Typen, 1804-1866.]

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 52 / 211 题