Trost

Die Welt ist schlecht! Die Leute sagen,

Du trügest an demselben Platz,

Wo andere die Herzen tragen,

Nur eine Uhr, mein lieber Schatz.

O nein! Dein junger Busen dehnt sich,

Schwillt wie das Meer zur Zeit der Flut,

Dein junges Herz, es bangt und sehnt sich,

Und feurig kreist dein junges Blut!

Die Welt ist schlecht! Die Leute sagen,

Der Blick, mit dem du mich entzückst,

Du wüßtest ihn nur aufzuschlagen,

Wenn du auf eine Feder drückst.

O nein! in mancher bangen Stunde

Hab ich die Träne, süße Frau,

Dir fortgeküßt mit heißem Munde,

In dunkeln Wimpern hing der Tau.

Die Welt ist schlecht! Die Leute sagen,

Mein Kind, dein Köpfchen wäre hohl,

Die Verse, die ich vorgetragen,

Die hieltest du für Sanskrit wohl.

O nein! mit siegessicherer Miene

Blickst du mich an, dein Grübchen lacht ...

Du liebe, süße, kluge Biene,

Wer hat nur solches Zeug erdacht?

Weil du mich liebst, laß dir es sagen,

Verfolgt dich böser Mäuler Neid,

Brauchst mich zum Teufel nur zu jagen,

Dann hast du Herz und bist gescheit!

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 48 / 211 题