I.

Eine Bucht und grüne Hügel,

Die sich spiegeln in der Flut,

Reiter steigen in den Bügel,

Frohe Lieder, froher Mut!

Hier die Zelte, dort die Rosse;

Schlanke Männer bei dem Trosse

Schärfen Schwerter und Geschosse

In des Feuers roter Glut.

Überall freut den Nomaden

Seiner Sonne helles Licht,

Und die Maid, zum Tanz geladen,

Weigert sich dem Krieger nicht.

Winde spielen mit dem Sande;

Solch ein Reigen auf dem Strande

Zeigt das Weib im Festgewande

Schöner als ein Traumgesicht.

Spiegeln sich, dem Ebenholze

Gleich, im Wasser diese Fraun,

Lacht das Angesicht, das stolze,

Jauchzen sie, wenn sie sich schaun.

Melkt jetzt das Kamel, das schnelle!

Weiße Milch spritzt aus dem Quelle,

Seltsam rinnt der Strahl, der helle,

Durch der Hände tiefes Braun.

Munter plätschern sie im klaren

Wasser, das von Salze schwer;

Sagt, wo kamen diese Scharen,

Diese fremden, gestern her?

Plötzlich kreischen schrille Becken,

Rosse wiehern, Kinder schrecken,

Wellen, die das Ufer lecken,

Stürzen sich zurück ins Meer.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 30 / 211 题