Gaston ließ die Hand sinken und starrte in das flackernde und zuckende
Licht, bis ihn die Augen schmerzten.
Fürchterlich war das alles. Aber er mußte zu einem Entschlusse kommen.
Das hier war jetzt die Stelle, wo der Weg sich gabelte.
Er erhob sich von dem Bettrande, auf dem er sich zum Lesen
niedergelassen hatte, nahm das Licht und ging zu dem Tische hinüber.
Einen Augenblick der Schwäche hatte er noch, dann biß er die Zähne
zusammen und schrieb ohne Besinnen:
»Liebe gnädige Frau!
Es ist ganz ausgeschlossen, daß ich jetzt Urlaub nehmen kann, um zu
Ihnen zu kommen. Ich könnte es auch nicht, selbst wenn ich ganz frei
wäre. Ich muß Ihnen ein Geständnis machen, das Sie betrüben wird und
mir die Schamröte ins Gesicht treibt. Ich habe Sie zweimal belogen,
und zum Teil mich dazu. Jetzt, wo ich nicht mehr in Ihrer Nähe bin,
erscheint mir mein Gefühl nicht stark genug, um darauf unsere
Zukunft zu gründen. Ich müßte um Sie meine militärische Karriere
aufgeben, und das kann ich nicht.
Es tut mir in der Seele weh, daß ich eine liebenswerte Frau so
kränken muß, aber es geht nicht anders, wenn ich wahrhaftig bleiben
will. Gegen Sie und mich. Also bitte ich Sie, mir mein Wort
zurückzugeben und mich zu vergessen.