| Temperatur. | Dunst- | Relative | Niederschlag | Windrichtung
| Mittel. | Maximum. | Minimum. | spannung. | Feuchtig- | |
| | Tag | t | Tag | t | | keit. | |
| | | | | | | | |
1863 | | | | | | | | |
October | 20.13 | 10 | 25.2 | 9 | 18.6 | 9.01 | 80.4 | 149.19 | N 13° 3' W
November 2-16 | 20.64 | 2 | 24.2 | 1 | 18.7 | 9.25 | 84.8 | 44.53 | N 24 15 O
December 12-31 | 20.09 | 12 | 24.2 | 13 | 15.8 | 9.11 | 81.5 | 103.25 | N 37 27 O
| | | | | | | | |
1864 | | | | | | | | |
Januar | 20.07 | 2 | 24.5 | 12 | 16.9 | 8.47 | 80.4 | 26.291 | N 20 37 O
Februar | 19.61 | 9 | 24.1 | 1 | 14.4 | 8.07 | 80.2 | 79.548 | N 1 59 W
März | 20.10 | 5 | 22.3 | 3 | 16.1 | 8.24 | 78.0 | 19.648 | N 9 26 O
April | 21.03 | 8 | 25.0 | 4 | 16.2 | 8.69 | 77.6 | 22.238 | N 36 41 O
Mai | 21.36 | 16 | 25.4 | 7 | 17.3 | 8.86 | 77.6 | 8.614 | N 62 54 O
Juni | 21.58 | 6 | 25.9 | 19 | 17.4 | 9.32 | 80.4 | 26.178 | N 53 8 O
Juli | 21.05 | 31 | 26.5 | 15 | 17.6 | 9.08 | 81.0 | 41.716 | S 41 11 W
August | 20.85 | 1 | 26.2 | 1 | 17.7 | 9.21 | 83.8 | 131.793 | S 38 34 W
September | 21.44 | 8 | 27.2 | 21 | 18.1 | 9.39 | 79.4 | 28.486 | S 43 12 W
October | 20.94 | 16 | 25.4 | 30 | 17.4 | 9.24 | 84.6 | 62.828 | S 4 22 W
November | 20.90 | 3 | 25.8 | 22 | 17.2 | 9.14 | 80.9 | 32.202 | N 1 0 W
December (1-14) | 20.70 | 3 | 23.2 | 28 | 15.8 | 9.08 | 84.3 | 44.362 | N 24 0 O
| | | | | | | | |
Mittel | 20.80 | | 25.1 | | 16.8 | 8.90 | 80.7 | 523.90 |
| | | | | | | | |
1865 | | | | | | | | |
Januar | | 27 | 24.8 | 27 | 16.8 | | | 135.96 |
Februar | | 1 | 23.5 | 27 | 15.7 | | | 16.05 |
Von den sonst vorliegenden Beobachtungen, namentlich den zahlreichen
Notizen auf Reisen nach verschiedenen Punkten Luzon's eignen sich
keine, mit Ausnahme der zu Benguet angestellten, zur Bestimmung fester
Werthe, wenn dieselben auch ihr Interesse im Zusammenhange mit andern
naturhistorischen Beobachtungen haben. Dagegen ist die spanische
Beobachtungsreihe zu Benguet, welche durch Notizen des Reisejournals
des Hrn. Dr. _Semper_ fast auf ein volles Jahr ergänzt wird, um so
mehr von Interesse, als hierdurch die Temperatur eines nördlich und
hoch gelegenen Punktes (nach dem Journal 3868' über Meeresspiegel)
mit ziemlicher Sicherheit festgestellt werden kann.
Die Benguetbeobachtungen umfassen mit Einschluss des Journals die
Zeit vom Juli 1861 bis Mai 1862, sind also mit den gleichzeitigen
von Sta. Ana zu vergleichen und nach den für diesen Ort mit grösserer
Sicherheit bestimmten Mittelwerthen zu verbessern.
Die Beobachtungszeiten waren 7, 2, 9, gaben also im Verhältniss der
6, 2, 10 Beobachtungen zu hohe Werthe der Wärme. Die Grösse der bei
den Temperaturen anzubringenden Correktion wird vermuthlich für die
verschiedenen Monate etwas variiren. In Ermanglung eines bestimmten
Anhaltes hierfür nehme ich indessen die Correktion an (-0,52), welche
Dr. Semper aus einer einen Monat lang durchgeführten Reihe stündlicher
Beobachtungen zu Sta. Ana (Juni 1859) evaluirt hat.
Es sind von Benguet nur die in der nachstehenden Tabelle aufgeführten
Resultate der Temperaturbeobachtungen zu brauchen und die Mittelwerthe
sind bereits mit der erwähnten Correktion zur Vergleichung mit
Sta. Ana versehen.
| a | b | b - a | Durchschnitts | Corregirter
| Mittel- | Gleichzeitige | | Werth zu | Werth von
| temperaturen | Mittelwerthe | | Sta. Ana. | Benguet.
| zu Benguet. | zu Sta. Ana. | | |
| | | | |
1862 | | | | |
Januar | 13.09 | 19.19 | 6.10 | 19.30 | 13.20
Februar | 13.87 | 19.60 | 5.73 | 19.95 | 14.22
März | 14.12 | 20.46 | 6.34 | 20.67 | 14.33
April | 15.17 | 22.00 | 6.83 | 21.65 | 14.87
Mai | 14.98 | 22.75 | 7.77 | 22.43 | 14.66
Juni | -- | -- | (6.28) | 21.98 | (15.70)
| | | | |
1861 | | | | |
Juli | 14.80 | 21.59 | 6.79 | 21.47 | 14.68
August | 14.90 | 21.18 | 6.28 | 21.50 | 15.22
Septbr. | 14.94 | 20.05 | 6.11 | 21.18 | 15.07
October | 15.50 | 20.67 | 5.17 | 20.79 | 15.62
Novbr. | 14.70 | 20.10 | 6.40 | 20.22 | 13.82
Decbr. | 13.76 | 19.35 | 5.59 | 19.48 | 13.89
| | | | |
| | | | 20.885 | 14.607
Das Jahresmittel würde sich hiernach zu Benguet auf 14°,6 stellen
und dies einer Abnahme der Wärme um 1° auf je circa 600 Fuss Erhebung
über dem Meere entsprechen.
G. Karsten.
_Anmerkung 2._ Ich theile hier die Beobachtung der Regenmenge der
einzelnen Monate mit, behufs der Vergleichung mit den übrigen Orten:
Januar 46,08; Februar 6,59; März 5,02; April 13,31; Mai 6,80;
Juni 4,27; Juli 4,66; August 13,10; September 6,42; October 7,23;
November 12,41; December 10,20 Zoll. Die Beobachtungen wurden mit
einem meiner Regenmesser angestellt, welchen ich dem liebenswürdigen
Priester gab. Hoffentlich wird ein günstiges Geschick ihn aus
jener Waldeinsamkeit herausgerissen und in ein civilisirteres Leben
zurückversetzt haben, wo ihn vielleicht der Ausdruck meines Dankes
für die freundliche Unterstützung erreichen mag. Linao liegt nach
meinen Sternbeobachtungen auf 8° 5' N. Br. und nach Peilungen 5° 5'
östlich von Manila.
_Anmerkung 3._ Der Kanehl von Mindanao hat in den ersten Zeiten
der Eroberung durch die Spanier eine ziemlich bedeutende Rolle
gespielt. Wie ja überhaupt die ersten Expeditionen von Magellan an
darauf ausgingen, die Gewürzinseln für die Krone Spanien zu erobern,
und damit auch derselben den wichtigen Handel mit den Gewürzen als
eine Quelle grosser Bereicherung zuzuführen, so zeigt sich auch
noch in der Geschichte der Eroberung durch Legaspi, dass hier die
Hoffnung auf gewinnbringenden Handel mit Gewürzen nicht aufgegeben
war. Allerdings war die Expedition zunächst für den Zweck der Eroberung
und Einführung des Christentums ausgerüstet. Aber wohin er auch im
Laufe der Expedition kommt, so sucht er doch immer zugleich auch noch
Kanehl für Rechnung des Königs. Nach Butuan wurden von ihm mehrfach
Expeditionen ausgeschickt von Cebú aus, mit der ausgesprochenen
Absicht, dort Kanehl zu laden. Matheo del Sanz wird von ihm (Gaspar
de S. Agustin, Couquistas etc.p. 187-188) an die Westküste Mindanao's
geschickt, ebenfalls um dort Kanehl zu holen; aber es kommt dabei fast
zum Ausbruch einer Meuterei, da die Soldaten, gierig auf den leichten
und sicheren Gewinn, den Handel für sich haben wollen. Die Rebellion
wird aber noch glücklich unterdrückt; und Juan de Morones bringt,
nach Matheo del Sanz Tode, "cien quintales de canela", reichlich
9200 Pf. Kanehl nach Cebú. Am 1. Juni 1568 wurde die Nao Capitana
nach Acapulco gesandt mit 400 Quintales Kanehl (beinahe 37,000 Pf.),
von denen 150 dem Könige, die übrigen den Passagieren gehörten.
_Anmerkung 4._ Es sind Cagayan und Isabela fast die einzigen Provinzen,
in welchen der Taback in so allgemeiner Weise und enormer Menge
gebaut wird, dass dadurch den Bewohnern die Möglichkeit vollständig
genommen wird, auch noch Reis, Baumwolle, Café, Zuckerrohr oder Abaca
zu bauen. Wie der Handel mit dem Taback Monopol der Regierung ist, so
hängt auch das Bauen des Taback's nicht von dem Willen des Einzelnen
ab; vielmehr werden die Bewohner der sogenannten Tabacksdörfer--nicht
alle Ortschaften werden in diese Kategorie gestellt--gezwungen,
alljährlich eine bestimmte Anzahl Pflanzen per Kopf oder Tributo
d. h. per Familie zu cultiviren. Je höher der Alcalde der Provinz das
Minimum der zu bauenden Tabackspflanzen zu treiben versteht, um so mehr
insinuirt er sich natürlich bei der Regierung, für welche der Verkauf
des Tabacks fast die wichtigste Einnahmequelle ist. In allerneuester
Zeit nun scheint, ich weiss nicht, ob in Folge einer solchen vom
Alcalden geübten Beeinflussung, die Tabackserndte eine nie geahnte Höhe
erreicht zu haben; denn es schrieb mir 1868 ein Freund aus Manila, dass
"die diesjährige Erndte bei weitem die grösste aller Erndten überhaupt
zu werden verspräche, so dass die Regierung im Stande sein würde,
die Schuld für die Nichtbezahlung der Erndten von 1863 an--in Folge
des Erdbebens--nun gänzlich abzutragen". Aus dem im Texte Gesagten
wird ersichtlich sein, dass die Tabackspflanze sehr viel Sorgfalt
und Pflege erfordert; und da sie dies gerade am Meisten in den ersten
Monaten verlangt, wenn sie noch keine bedeutende Höhe erreicht hat,
so ist klar, dass der Arbeiter dabei immer und ganze Tage lang in sehr
tief gebeugter Stellung stehen muss. Der auch in den statistischen
Zahlen sich aussprechende schlechte Gesundheitszustand wird in der
Provinz allgemein auf diese gebückte Stellung bei der Arbeit, als auf
die vornehmste Ursache, zurückgeführt, ganz besonders aber auch die
zahlreichen Fehlgeburten oder Todtgeburten, wozu sonst die Bewohner
der übrigen Provinzen gar keine Neigung zeigen. Selbst in ungesunden
Provinzen ist die Zahl der Geburten doch eine ziemlich hohe, und es
wird in diesen die rasche Vermehrung der Einwohnerzahl vielmehr durch
leichtes Sterben der Kinder in den ersten Lebensjahren verhindert. Im
Durchschnitt ist etwa die Bevölkerungszahl der tabackbauenden Dörfer
16,000 Familien (Tributos) mit 64,000 Einwohnern, so dass bei einer
Durchschnittssumme von etwa 750,000 Gulden, welche den Bewohnern
für den Taback von der Regierung in baarem Gelde ausbezahlt wurde
(1854-59), etwa 11 1/2 Gulden auf den Kopf oder 46 Gulden auf die
Familie kommen.
_Anmerkung 5._ Es liegt hierin und in dem etwas weiter oben angewandten
Worte der Periodicität der Lebenserscheinungen nur scheinbar ein
Widerspruch. Wohl hält jedes _Individuum_ bestimmte Perioden seiner
Lebenserscheinungen inne; aber doch bindet sich die Gesammtsumme
aller Individuen nicht durchaus an dieselben Jahreszeiten, wenn nicht
in den scharfen Gegensätzen des Klima's oder in direkt bestimmenden
Einflüssen der Menschen--oder andrer Thier- und Pflanzen-Arten--die
Schranke auch hierfür gegeben ist. So würden Reis und Taback und andere
Culturpflanzen in allen Monaten wachsen und reifen können; aber der
Mensch zwingt beide in eine Periode hinein, welche ihm bei möglichst
geringer Arbeit die möglichst grosse Erndte verspricht. Ebenso ist
es bei den Insecten. Auch bei ihnen hat die Natur die Entwickelung
an bestimmte Wärme- und Feuchtigkeits-Grade geknüpft, welche in
den Tropen zu jeder Zeit gegeben zu sein scheinen; und daher sieht
man denn auch auf den Philippinen die Mehrzahl derselben in allen
Monaten so ziemlich in der gleichen Specieszahl, aber in verschiedener
Individuenzahl auftreten. Der Eintritt der Regenmonate bringt hier
eine auffallende Steigerung der Insectenmenge hervor. Es scheint
dieses in der sehr verkürzten Lebensperiode zu liegen, welche hier
den Insekten eigen ist und in einem Jahre zahlreiche Generationen
hervorzubringen vermag. Selbst die grössten Schwärmer (Sphinx)
und andere Nachtschmetterlinge welche bei uns oft eine mehrjährige
Puppenruhe aufweisen, leben als _Puppe_ nie länger, als 18-25 Tage. Der
ganze Lebenscyclus des Papilio Pammon L. vollendet sich in 30-40,
der von Danais chrysippus L. in 20-25, der von Taragama Ganesa Lef. in
30-40 Tagen (Georg Semper, Beiträge zur Entwicklungsgeschichte einiger
ostasiatischer Schmetterlinge in Verhandl. d. zool. Gesellschaft in
Wien 1867. Sitzung 7. August.)
In Bezug auf Chaerocampa Oldenlandiae, eine Sphinx, habe ich in
dieser Beziehung eine Anzahl Beobachtungen aus meinen Tagebüchern
mitzutheilen. Ich fing den _Schmetterling_, obgleich nie häufig, in den
Monaten Juni bis October incl. und dann wieder im Januar und Februar;
gezüchtet aus der Raupe wurde derselbe, so dass das Erscheinen der
ausgekrochenen Thiere in dieselben Monate fiel. Die _Puppenruhe_
nun dauerte (Georg Semper l. c. pag. 4) in _Manila_ 24-25 Tage,
in _Bohol_ nur 18-21 Tage, in Sydney dagegen vom März bis November,
also _volle 8 Monate_. Die Puppe von Taragama Ganesa ruht ebenfalls
in Manila länger als in Bohol, nemlich dort 20 Tage, hier nur 10-15;
ferner die von Chaerocampa alecto in Luzon 24 Tage, in Bohol 16,
die Puppe von Chaerocampa celerio in Manila 17-18 Tage.
Hier scheint nun die ungemein beschleunigte Ausbildung der Imago
gegen die Tropen hin anzudeuten, dass eine Vermehrung der Wärme
die Entwicklung begünstigt, ein Satz, der längst festgestellt
ist. Aber doch zeigt der Gegensatz zwischen Bohol und Manila, deren
mittlere Monatstemperatur so ziemlich die gleiche ist, dass wohl
auch noch andere Momente mit einwirken mögen, obgleich ich hierauf
nicht allzuviel Gewicht legen will, weil ich eine Beobachtung der
Zimmertemperatur, in welcher die Raupen erzogen worden, unterlassen
hatte. Dass diese kurzen Beobachtungen überhaupt hier mitgetheilt
worden, hat seinen Grund in der Hoffnung, dadurch vielleicht den
einen oder andern in tropischen Ländern lebenden Naturforscher zu
ähnlichen Versuchen anzuregen. Dem Satze, »dass eine bestimmte
Periodicität in der Entwicklung der Gliederthiere um so mehr
hervortritt, je schärfer der Wechsel der Jahreszeiten ausgeprägt ist«
(Gerstäcker in Bronn's Thierreich Bd. 5 pag. 238), möchte ich als
nothwendige Erläuterung den anderen hinzufügen, "dass um so mehr
sich diese Periodicität verwischt, je mehr bei steigender Wärme und
Feuchtigkeit _Gleichmässigkeit_ des Klima's eintritt". Dies ist auf
allen Inselgebieten in der Nähe des Aequators der Fall, und hiernach
möchte ich die Vermuthung aussprechen, dass auf den Inseln des stillen
Ocean's so gut wie gar keine eigentliche Insectenzeit stattfinden
kann und dass hier die Lebensperiode der Individuen sich in der
allerkürzesten mittleren Zeit vollenden muss. Auf den Philippinen
ist dies nur annähernd der Fall. Gänzlich emancipirt haben sich alle
Thiere der philippinischen Meere von dem Wechsel der Wärme; denn
zu allen Zeiten findet man dort dieselben Arten von Echinodermen,
Mollusken, Würmern u. s. w. in allen Stadien der Ausbildung und in
voller geschlechtlicher Function. Auch die Landmollusken haben mir
dasselbe Resultat geliefert; und wenn ich auch während der Regenzeit
leichter die Schnecken in grösseren Mengen erhielt, so lag dies
nicht darin dass sie nun aus einem durch Trockenheit oder Kälte
bedingten Winter- (oder Sommer-) Schlaf erwachten, sondern vielmehr
in ihrem Bestreben, sich durch rasches Umherkriechen der allzugrossen
Feuchtigkeit zu entziehen. Wenn ich auch in der trockensten Zeit nur
hinreichend ihren Schlupfwinkeln nachspürte, so gelang es mir immer,
Schnecken in Begattung, und zugleich Eier, Junge und halberwachsene
aufzufinden. Von der Helix (Cochlostyla) metaformis Sow. bewahre ich
ein Pärchen, das ich dicht bei Manila während des Monates Februar,
also im trockensten Monat, in einem gar nicht sehr schattigen Garten
"in copula" gefangen habe. Die dortigen Helix-Arten der Gruppe Obba
findet man am Tage immer an den Baumstämmen in Spalten und Ritzen oder
an der Schattenseite derselben sitzen; bei Nacht aber und am frühen
Morgen kann man sie in aller Lebendigkeit beobachten. Winterdeckel, wie
unsere europäischen Heliceen--oder Sommerdeckel, je nachdem die Zeit
der Trockne dort in den Winter oder in den Sommer fällt--finden sich
bei keiner einzigen der dort lebenden Gruppen, mit einziger Ausnahme
der Gruppe Dorcasia. Die philippinischen Arten dieser Untergattung
sind aber einer europäischen Art so nahe verwandt, nemlich der Helix
fruticum, dass sie wohl mit dieser von dem gemeinsamen Stammvater die
gleiche Gewohnheit überkommen haben mögen. Da sie immer, wie schon
Cuming bemerkte, in der Erde halb eingegraben leben, zwar niemals
sehr tief, aber auch nie an Bäumen oder am Gemäuer und Felsen in
die Höhe kriechen, so ist einleuchtend, dass sie gerade hier eines
solchen Schutzes gegen die Trockenheit bedürfen, mehr als die an
Bäumen lebenden Arten, welche bei ihrer Lebensweise im Thau des
Morgens hinreichende Feuchtigkeit einzusaugen vermögen.
_Anmerkung 6_. Ich erinnere mich, kürzlich in irgend einer englischen
Zeitschrift einen Aufsatz gelesen zu haben, in welchem nachzuweisen
versucht wurde von einem Beobachter der lebenden Thiere in Indien,
dass in der That diese bisher immer als Wasserreservoire angesehenen
Höhlungen am Kopfe wirklich zur Luftathmung derselben während
ihres Lebens auf dem Lande dienen sollen. Ich bin leider mit meinen
zoologischen Notizen--wegen Mangels an Platz--etwas in Unordnung
gerathen, so dass ich kein Citat für diese Bemerkung zu geben vermag.
_Anmerkung 7_. In früheren Zeiten scheint dies allerdings anders
gewesen zu sein. Wenigstens machen gewisse Stellen in diesen Sümpfen
durchaus den Eindruck, als müssten hier früher ständige Bewohner
gelebt haben, welche auch dies Gebiet in regelmässiger Weise bebauten;
es sprechen dafür die mitunter fast dammartig aussehenden Ufer des
Agusan und seiner Nebenflüsse, dann eine Anzahl Pflanzen, welche
sonst nur in der Nähe von Feldern oder Dörfern vorzukommen pflegen,
so namentlich eine sehr stachelige Bambusart. Es ist dieselbe Species,
welche noch heutigen Tages in vielen Landbaudistricten zur Einzäunung
der Zuckerrohrplantagen und der Felder überhaupt benutzt wird, da
sie so dichte stachelige Hecken bildet, dass dadurch der wirksamste
Schutz gegen die Wildschweine erreicht wird.