leicht auffindbar sind, durch die Richtungen nach ihnen feststellen.
Liegt der Standpunkt nicht an einer Wegeecke usw., sondern mitten im
freien Gelände, dann kann man ihn genauer festlegen und in die Karte
eintragen, indem man die Entfernungen nach festen Punkten abschreitet
und diese Maße auf der Karte absetzt. Soll von einem Punkte _A_ aus
die Richtung nach einem anderen Punkte _B_, der in der Karte nicht
vorhanden ist, in diese eingezeichnet werden, dann orientiert man die
Karte über dem Punkt _A_, legt z. B. eine Linealkante in die Richtung
nach _B_ und zieht eine Linie am Lineal entlang nach _B_ in der Natur.
Auf diese Weise würde man z. B. den Standpunkt eines Geschützes leicht
in der Karte festlegen können. Man ziehe bei orientierter Karte z.
B. von zwei Wegeecken die Strahlen nach dem Geschütz; dann legt ihr
Schnitt dasselbe in der Karte fest (Vorwärtsabschnitt). Umgekehrt
könnte man eine Richtung auf der Karte, also z. B. die Marschrichtung
nach _B_ von _A_ aus ins Gelände übertragen, ohne daß man _B_ sieht.
Man verbinde auf der Karte _A_ und _B_ durch eine Bleilinie und
bestimme die Himmelsrichtung von _A_--_B_ genauer als durch Schätzung
durch eine auf die Karte um _A_ in Blei oder auf Pauspapier gezeichnete
Windrose. Im Gelände stellt man sich in _A_ auf, dreht den Kompaß so
weit, bis die Nadel auf den Deklinationsstrich zeigt, und marschiert
in der vorher auf der Karte ermittelten Himmelsrichtung nach _B_, die
_jetzt_ der Kompaß anzeigt. Die Richtung nach _B_ wird man zweckmäßig
durch Stäbe oder Büsche bezeichnen oder sich Bäume usw. merken, die
in der Richtung liegen. Auf diese Weise kann man sich in schwierigem
Gelände auch vor dem Verlaufen schützen. Die Himmelsrichtungen von
Wegen in der Natur müssen nämlich mit den Himmelsrichtungen der
gleichen Wege auf der Karte übereinstimmen. Sehr vorteilhaft ist dabei
die Benutzung einer einfachen Diopterbussole, die nichts anderes ist
als ein Kompaß mit Gradeinteilung am Rande und mit Zielvorrichtung
(Diopter) (Fig. 36).
[Illustration: Fig. 36.]
[Illustration: Fig. 37.]
Die Linie N--S fällt mit der Linie 0°--180° der Gradteilung zusammen,
die zweckmäßig links herum beziffert ist. Um die Abweichung (Neigung)
einer Linie _A_--_B_ gegen magnetisch Nord in Graden zu erhalten,
dreht man in _A_ die Bussole so, daß 0° nach _B_ zeigt (Fig. 37).
An dem Nordende der Nadel liest man dann sofort die Neigung 89° ab.
Angenommen, man hätte auf der nicht orientiert gehaltenen Karte den
Winkel, den _A_--_B_ mit der astronomischen Nordlinie bildet, zu 79°
mit einem Transporteur (Fig. 38) gefunden, dann hätte man in _A_ im
Gelände die Bussole so weit zu drehen, bis man an der Nadel 89° (79° +
10° Deklination) abliest. Die Dioptervisur gibt die Marschrichtung nach
_B_ an.
[Illustration: Fig. 38.]
Zweckmäßig ist es, den Kompaß oder die Bussole auf einen Stab (ein
Stativ) zu setzen oder aufzulegen. Die Nähe von Eisenteilen ist zu
vermeiden.
§ 18. =Messen von Entfernungen.= Beim Krokieren werden die
Entfernungen vorzugsweise _abgeschritten_ (Doppelschritte) und dann
in Meter umgerechnet. Es ist deshalb zweckmäßig, daß der Aufnehmende
seine Schrittlänge mit einer bestimmten Länge in Metern vergleicht
(Kilometersteine an Chausseen usw.). Nach Jordan kann man die
Schrittlänge eines 20jährigen Menschen von 1,75 m Größe zu 81 cm im
Mittel für ebenes Gelände annehmen. Sie hängt ab von dem Alter des
Menschen, dem Gefälle des Weges, der Marschdauer usw. Nach Jordan
beträgt der Schrittwert
bei einer Steigung (aufwärts) bei einem Gefälle (abwärts)
von 0° = 77 cm, von 0° = 77 cm,
" 10° = 62 " " 10° = 72 "
" 20° = 50 " " 20° = 67 "
" 30° = 38 " " 30° = 50 "
Auch _Schrittzähler_ (Firma Reiß, Liebenwerda) können beim Krokieren
verwendet werden. Will man für die Messung von Entfernungen ein Bandmaß
aus Stahl oder Leinen nicht benutzen, dann fertige man sich eine
_Meßschnur_ von bestimmter Länge an.
Oft wird es nötig sein, eine Länge, z. B. die _Breite_ eines _Flusses_,
indirekt zu bestimmen. Dies kann in folgender Weise geschehen: durch
_Vorwärtsabschnitt_. Am Ufer werden zwei Standpunkte _A_ und _B_
gewählt, deren Entfernung abgeschritten wird. Im beliebigen Maßstab
wird diese Standlinie auf dem Krokierbogen als _a_--_b_ aufgetragen.
In _A_ wird der Krokiertisch oder die Krokiermappe so orientiert, daß
_a_ senkrecht über _A_ und _a_--_b_ in der Ebene _A_--_B_ liegen. An
einer Linealkante wird nun eine Bleilinie durch _a_ nach einem Punkt
_C_ am anderen Ufer gezogen und ebenso beim Stand über _B_ eine Linie
durch _b_ nach _C_. Der Schnitt der beiden Bleilinien ergibt _c_, und
_a_--_c_ ist dann die Breite des Flusses im Maßstab der Zeichnung.
_A_--_C_ soll möglichst rechtwinklig zur Stromrichtung liegen. Ein
_anderes_ Verfahren ist folgendes (Fig. 39): Eine Linie _A_--_B_ wird
an dem einen Ufer rechtwinklig zur Flußrichtung abgesteckt, ebenso
_a_--_b_ rechtwinklig zu _A_--_B_, und zwar so, daß die Verlängerung
von _a_--_b_ auf einen Punkt _C_ am anderen Ufer trifft. _m_, _n_ und
_r_ sind gemessen. Dann verhält sich:
_x_ : _x_ + _r_ = _n_ : _m_,
oder
_x_ : _r_ = _n_ : _m_ – _n_,
_x_ = (_r_ ∙ _n_)/(_m_ – _n_).
Daraus ist _x_ zu berechnen.
[Illustration: Fig. 39.]
Eine _andere_ Anordnung der ähnlichen Dreiecke ist folgende (Fig. 40):
_A_ und _B_ sind zwei Punkte an dem einen Ufer, _C_ ist ein Punkt
am anderen Ufer. _b_ und _c_ sind so gewählt, daß _B_--_b_ parallel
_C_--_c_ wird. Dann ist
_x_ = _r_ ∙ _n_/_m_.
_A_--_c_ ist rechtwinklig zu _A_--_C_. _B_--_b_ und _C_--_c_ sind
parallel, wenn ihre rechtwinkligen Abstände gleich sind.
[Illustration: Fig. 40.]
Ein anderes _einfaches_ Verfahren ergibt sich aus der Benutzung eines
_Winkelkreuzes_. Ein Stab _a_ wird am Flußufer in die Erde gesteckt und
ein anderer _b_ kippbar an ihm angebracht. _b_ wird so weit gekippt,
bis seine Verlängerung auf einen Punkt am anderen Ufer zeigt. Jetzt
dreht man _a_ lotrecht um seine Achse so weit, bis _b_ in der _vorigen_
Lage auf einen Punkt _P_ am diesseitigen Ufer zeigt, der mit dem am
jenseitigen nahezu gleich hoch liegt. Die Entfernung von _P_ nach dem
Stab _a_ ist dann nahezu gleich der Flußbreite.
Hier sei hinzugefügt, daß die _Geschwindigkeit_ des fließenden Wassers
festgestellt wird, indem man ein Stück Holz in den Fluß wirft und dann
beobachtet, wie lange es braucht, um eine bestimmte Strecke (am Ufer
gemessen) stromab zu treiben.
Die _Wassertiefe_ wird mit eingeteilten Stangen (Peilstangen) gemessen.
§ 19. =Messen von Horizontalwinkeln.= Beim Krokieren kann es sich nicht
um die Messung von Horizontalwinkeln mit dem Theodolit handeln. Hier
müssen einfache Methoden angegeben werden:
1. _Zeichnen_ auf dem Kroki durch _Visieren_. Die Schenkel des Winkels
werden durch Stäbe bezeichnet. Aufstellen im Scheitelpunkt, Orientieren
des Krokis und Zielen nach dem einen Schenkel entlang der Kante eines
Lineals oder Bleistifts. An der Linealkante wird eine Bleilinie gezogen
und eine zweite beim Zielen nach dem anderen Schenkel. Bedingung
ist, daß die Orientierung bleibt. Vorteilhaft ist es, das Kroki fest
aufzulegen.
2. _Nachzeichnen_ des Winkels. Man kratzt auf dem Boden den Winkel
mit einem Stab ein und bildet ihn mit zwei in ihren Löchern
zusammengesteckten Linealen oder mit einem Zirkel nach. Die Zirkel-
oder Linealöffnung wird auf dem Kroki nachgezeichnet. Noch besser ist
es, den Winkel im Gelände mit einem Transporteur nachzumessen und dann
auf dem Kroki abzutragen.
3. _Konstruktion_ eines Dreiecks. Vom Scheitelpunkte aus wird im
Gelände ein Dreieck mit zwei Seiten auf den Schenkeln des Winkels oder
seines Nebenwinkels abgeschritten oder mit Bandmaß abgemessen und dann
auf dem Kroki durch Bogenschlag konstruiert. Zweckmäßig dürfte es sein,
ein rechtwinkliges Dreieck abzumessen, d. h. den rechtwinkligen Abstand
des einen Schenkels vom anderen zu bestimmen. Für Schüler wird es eine
gute Übung sein, den Winkel aus den Seiten zu berechnen und dann mit
einem Transporteur (Winkelmesser) auf der Zeichnung zu vergleichen.
4. _Messen_ des Winkels mit der _Bussole_.[7] Aufstellen im Scheitel.
Visieren nach dem einen Schenkel und Ablesen an der Nadel. Dann
Visieren nach dem anderen Schenkel und Ablesen. Die Differenz der
Ablesungen ergibt den Winkel in Graden. Auftragen auf dem Kroki mit
einem Transporteur.
§ 20. =Messen von Böschungswinkeln. Berechnung von Höhenunterschieden.=
Die Bestimmung der Größe des Böschungswinkels ist für die militärische
Ersteigbarkeit des Geländes sehr wichtig. So kann Infanterie nur bis
18° Steigung geschlossen ohne Tritt, bis 30° in Schützenlinie, über
30° nur durch Klettern einen Abhang hinaufkommen. Artillerie kann
bis 7° bergauf Trab und Galopp, bergab nur mit Hemmschuh fahren.
Kavallerie kann bis 12° im Schritt geschlossen hinauf reiten. Auch
für die Beurteilung der Marschgeschwindigkeit einer Truppe ist die
Angabe der Steigung eines Weges oder Geländes nötig (vgl. § 18).
Mit dem Böschungswinkel α kann man ferner auf einfache Weise den
Höhenunterschied _h_ zweier Punkte und damit auch die Höhe des einen
Punktes berechnen, wenn die gegenseitige Entfernung _d_ bekannt ist. Es
ist, wie schon früher im § 11 gezeigt wurde,
_h_ = _d_ ∙ tg α.
Eine einfachere Beziehung erhält man so: Sieht man _h_ als Bogen zum
Zentriwinkel α in einem Kreis mit dem Radius _d_ an, dann ist:
_h_ : 2_ d _π = α° : 360°
oder
_h_ = α° ∙ _d_ π/180° = α° ∙ _d_/(180°/π).
π = 3,1416, also 180°/π = 57,3° ≈ 60° für α in Graden.
Demnach
=_h_ = α° ∙ _d_/60°=.
Ist z. B. α = 5°, _d_ = 300 m, dann ist
_h_ = 5 ∙ 300 m/60 = 25 m.
Diese Formel gilt nur näherungsweise und nur für kleinere Winkel α.
_Umkehrung._ Kennt man _h_ und _d_, dann läßt sich α berechnen.
Die Größe des Böschungswinkels α wird wie folgt ermittelt:
1. Durch _Nachbilden_ des Winkels mit Zirkel. Am besten benutzt man
dazu einen Wandtafelzirkel, dessen Bügel eine Gradteilung besitzt.
Man lege den einen Schenkel horizontal und den anderen parallel der
Böschungslinie. Den Winkel lese man an der Gradteilung ab oder an einem
auf die Zirkelöffnung gelegten Transporteur.
[Illustration: Fig. 41.]
2. Durch einen _Höhenhalbkreis_ (Fig. 41). Ein Halbkreistransporteur
aus Pappe wird so beziffert, daß 0° in der Mitte des Halbkreises und
90° rechts und links liegen. Jetzt befestigt man ihn mit einem Nagel
an einem Stabe so, daß bei horizontaler Lage der Durchmesserkante und
lotrechtem Stab gegenüber einem aufgehängten Lot 0° abgelesen wird.
Stellt man jetzt in einiger Entfernung an der Böschung einen Stab von
gleicher Länge auf und visiert entlang der Kante des Transporteurs
nach der Spitze dieses Stabes, dann ergibt die Ablesung an der Teilung
gegenüber dem Lot oder der Lotschnur den Böschungswinkel.
3. Mit einem _Böschungsmesser_ (Fig. 42). Ein metallenes Rad ist auf
seinem Reifen in Grade eingeteilt und schwingt um eine dünne Welle.
Durch ein seitlich angebrachtes Diopter wird das Ziel und durch
eine Lupe die Teilung betrachtet. Das Rad ist so beschwert, daß bei
horizontaler Sicht 0° abgelesen werden soll. Bei geneigter Sicht wird
also der Böschungswinkel angegeben. Auf der Deckplatte des Instruments
befindet sich eine Tabelle für die Berechnung der Höhenunterschiede für
die geneigte Länge _s_ = 20 m. Der Preis beträgt in Lederkapsel 20 M.
Das Instrument heißt auch Gefällmesser nach Brandis und ist von der
Firma Wolz in Bonn oder Reiß in Liebenwerda zu beziehen.
[Illustration: Fig. 42.]
Den Böschungsmesser legt man zweckmäßig auf einen Stab und beobachtet,
um den Böschungswinkel zu ermitteln, nach der Spitze eines anderen
gleich hohen Stabes.
Für die Berechnung der Höhenunterschiede wird vorher eine Tabelle
aufgestellt, aus der man diese für bestimmte Entfernungen und Winkel
entnehmen kann. Auf S. 47 sei eine »Steigetabelle« nach Koßmann
angeführt. Die unteren Zahlen im Feld geben die horizontalen,
die oberen die schrägen Entfernungen an; so ist z. B. bei 10°
Böschungswinkel und 5 m Steigung die horizontale Entfernung 28 m, die
schräge 29 m.
Steigetabelle (1--10 Meter)
---------------------------------------------+-----------
Böschungswinkel Steigung in Metern |
in +--------------------------------------+-----------
Graden| 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10|
======+======================================+===========
1 |57 115 172 229 286 344 401 458 516 573|
| |
2,5 |23 46 69 92 115 138 160 183 206 229|
| |
5 |12 23 34 46 57 69 80 92 103 115|
| |
7,5 {| 8 15 23 31 38 46 54 61 69 77|
{| 53 60 68 76|
| |
10 {| 6 12 17 23 29 35 40 46 52 58| Entfernung
{| 28 34 39 45 51 57| in
| | Metern
12,5 {| 5 9 14 18 23 28 32 37 42 46|
{| 27 31 36 41 45|
| |
15 {| 4 8 12 16 19 23 27 31 35 39|
{| 7 11 15 18 22 26 30 34 37|
| |
17,5 {| 3 6 10 13 16 19 23 26 29 33|
{| 22 25 28 32|
| |
20 {| 3 6 9 12 15 18 20 23 26 29|
{| 5 8 11 14 17 19 22 25 27|
| |
22,5 {| 3 5 8 10 13 15 18 20 23 26|
{| 7 9 12 14 17 19 21 24|
| |
25 {| 2 5 7 10 12 14 16 18 21 23|
{| 4 6 8 11 13 14 16 18 21|
| |
27,5 {| 2 4 6 9 11 13 15 17 19 22|
{| 8 10 11 13 15 17 19|
| |
30 {| 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20|
{| 3 5 7 9 10 12 14 16 17|
| |
32,5 {| 2 4 6 7 9 11 13 15 17 19|
{| 3 5 6 8 9 11 13 14 16|
| |
35 {| 2 3 5 7 9 10 12 14 16 17|
{| 1 4 6 7 9 10 11 13 14|
------+--------------------------------------+-----------
Steigetabelle (11--20 Meter)
-------------------------------------------------+-----------
Böschungswinkel Steigung in Metern |
in +------------------------------------------|
Graden| 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 |
======+==========================================+===========
1 |630 688 745 802 860 917 974 1031 1089 1146|
| |
2,5 |252 275 298 321 344 367 390 412 435 458|
| |
5 |126 138 149 161 172 184 195 206 218 229|
| |
7,5 {| 84 92 99 107 115 123 130 138 146 153|
{| 83 90 98 106 114 122 129 137 144 152|
| |
10 {| 63 69 75 81 86 92 98 104 109 115| Entfernung
{| 62 68 74 79 85 91 96 102 107 113| in
| | Metern
12,5 {| 51 55 60 65 69 74 79 83 88 92|
{| 50 54 59 63 68 72 77 81 86 91|
| |
15 {| 43 46 50 54 58 62 66 70 73 77|
{| 41 45 49 52 56 60 63 67 71 75|
| |
17,5 {| 36 39 43 46 50 53 56 60 63 66|
{| 35 37 41 44 48 50 53 57 60 63|
| |
20 {| 32 35 38 41 44 47 50 53 56 59|
{| 30 33 36 38 41 44 47 50 53 56|
| |
22,5 {| 28 31 34 36 39 42 44 47 50 52|
{| 26 29 31 33 36 39 41 44 46 48|
| |
25 {| 26 28 31 33 35 38 40 43 45 47|
{| 23 26 28 30 32 34 36 39 41 43|
| |
27,5 {| 24 26 28 30 32 35 37 39 41 43|
{| 21 23 25 27 29 30 32 34 36 38|
| |
30 {| 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40|
{| 19 21 23 24 26 28 29 31 33 35|
| |
32,5 {| 20 22 24 26 28 30 32 34 35 37|
{| 17 19 20 22 24 26 27 29 30 32|
| |
35 {| 19 21 23 24 26 28 30 31 33 35|
{| 16 17 19 20 21 23 24 26 27 29|
------+------------------------------------------+----------
§ 21. =Krokieren im Zusammenhange.= Für die Ausrüstung dürften nötig
sein:
a) ein Krokierdeckel oder Krokierbrett als Unterlage für das
Krokierpapier oder ein Krokiertisch oder eine Krokiermappe zum
Anhängen. Auch Krokierhefte genügen. Das Papier wird mit Zwecken
oder Gummibändern befestigt.
b) Krokierpapier und Pauspapier;
c) Bleistifte Nr. 2, 3 und Farbstifte in Krokieretuis von Reiß in
Liebenwerda;
d) ein Lineal mit Teilung, vielleicht auch Schrittmaßstab;
Papiermaßstab, Zirkel, Meßschnur;
e) Blei- und Tintengummi;
f) Stiftspitzer und Federmesser;
g) Leim zum Aufkleben der Bogen;
h) Transporteur;
i) Kompaß oder Bussole;
k) Zeichenfedern, schwarze Tusche, Ziehfedern;
l) ein oder mehrere Dreiecke zum Ausziehen;
m) Rundschriftfedern.
Zweckmäßig ist es, eine _Krokiertasche_ zur Aufnahme der kleineren
Gegenstände mitzunehmen, wie solche von Bormann, Berlin, billig bezogen
werden kann. Auch größere _Feldbuchmappen_ von Reiß sind zu empfehlen.
Jedenfalls bleibt die Wahl der Ausrüstung und was man davon ins Feld
mitnimmt am besten dem Einzelnen überlassen; sie richtet sich eben
nach dem, was vorhanden ist, nach den Mitteln, die zur Verfügung
stehen und nach den Anforderungen, die an die Arbeit gestellt werden.
Deshalb wurden auch Instrumente wie Gefällmesser, Diopterlineal,
Orientierbussole, Meßband, Winkelspiegel nicht erwähnt. Vorhandene
Karten und Tabellen zum Umrechnen werden natürlich mitgenommen. Die
Gegenstände unter k, l, m gelten für die Ausarbeitung des Krokis im
Zimmer. Diese erfolgt unter Beachtung der vorgeschriebenen Signaturen.
Für die _Aufnahme_ im Zusammenhange ist folgendes zu beachten: Zunächst
wird die _Nordrichtung_ auf dem Kroki parallel dem Rande angenommen.
Dann wird im Gelände ein erhöhter _Standpunkt_ gewählt und an einer
Stelle im Kroki eingezeichnet, so daß der ganze aufzuzeichnende
Geländeabschnitt auf dem Papier Platz hat. Danach richtet sich auch der
_Maßstab_ des Krokis. Noch besser ist es, statt eines Stand_punktes_
eine _Standlinie_ (Weg, Bahn) als _Basis_ für die Aufnahme zu wählen
oder den _Standpunkt_ in den _Schnitt_ zweier Wege zu legen. Auf dem
ersten Standpunkt wird das Kroki _orientiert_, d. h. so gedreht, bis
die angenommene Nordrichtung mit der wirklichen zusammenfällt. Von
dem Standpunkte aus werden andere für die Lage und Höhe wichtige
Punkte nach der _Polarmethode_ festgelegt. Dieses Verfahren besteht
darin, daß unter _strenger_ Einhaltung der Orientierung die Ziellinien
nach den einzelnen Punkten entlang einer Linealkante gezogen und
die zugehörigen Entfernungen abgeschritten und auf den Bleilinien
oder an der Linealkante abgesetzt werden. Zur Bestimmung der
_Höhe_ der Punkte werden die Böschungswinkel wie früher angegeben
gemessen und die Höhenunterschiede berechnet. Für den Standpunkt
wählt man eine beliebige Zahl als _Anfangshöhe_ und erhält dann
durch den Höhenunterschied die Höhen der anderen Punkte. Setzt man
den Böschungsmesser usw. auf einen Stab, dann ist dessen Länge bei
der Berechnung zu berücksichtigen. Ist ein Höhenfestpunkt von der
Landesaufnahme in der Nähe, so ist ein Anschluß an diesen geboten.
Zweckmäßig dürfte es sein, bei der Messung der Entfernungen nach den
Punkten in der Richtung nach diesen bei einem Böschungs_wechsel_
immer gleich den Neigungswinkel und die zugehörige Entfernung zu
bestimmen, um so Höhenpunkte als Anhalt für die Zeichnung der
Horizontalkurven zu bekommen. Ist die Aufnahme auf dem ersten
Standpunkt vollendet, dann wird an der Linealkante die Linie nach
dem nächsten Standpunkt gezogen, die Entfernung abgeschritten und
der Punkt eingetragen. Die Orientierung des Tisches oder der Mappe
darf sich während der Arbeit nicht geändert haben. Man tut gut, eine
Ziellinie als _Anfangs-_ oder _Orientierungslinie_ vielleicht durch
Stäbe auszustecken, um ein Visieren nach ihr zu erleichtern. Die
einzelnen Standpunkte werden zweckmäßig schon _vor_ Beginn der Aufnahme
durch Stäbe usw. bezeichnet, wie überhaupt eine kleine _Erkundung_
durch Abgehen des Geländes vorteilhaft sein dürfte. Wie bei der
Meßtischaufnahme wird man auch beim Krokieren sich den _Gang_ der
Aufnahme zurechtlegen und die einzelnen aufzunehmenden Punkte durch
Stäbe, Pfähle oder Büsche bezeichnen.
Auf dem _zweiten_ Standpunkt, dessen Höhe von dem ersten Standpunkt
aus schon bestimmt war und sich auch durch Rückwärtsvisur nach
diesem nochmals bestimmen läßt, wird ganz so verfahren wie auf dem
ersten Standpunkt. Zur Probe ist es vorteilhaft, schon von diesem
aufgenommene Punkte nochmals anzuzielen und die Linien nach ihnen zu
ziehen; dann werden sie durch _Vorwärtsabschneiden_, d. h. durch die
_Einschneidemethode_ von neuem festgelegt. Wird dies für alle Punkte
festgehalten, dann ist die Entfernungs_messung_ durch Abschreiten usw.
überflüssig, denn die Punkte liegen ja durch den Schnitt der beiden
Strahlen fest, und ihre Entfernung ergibt sich aus der Aufzeichnung,
d. h. graphisch. Um aber beim Anzielen von beiden Standpunkten einer
Verwechslung der Punkte vorzubeugen, dazu müssen die Punkte schon
vorher bezeichnet und vielleicht sogar numeriert werden. Aber man
bedenke, daß diese scheinbare Mehrarbeit dadurch aufgewogen wird,
daß die Entfernungsmessung erspart wird. Das Einschneiden ist auch
zweckmäßig für die Bestimmung des dritten Standpunktes, der also
nicht nur vom zweiten, sondern auch vom ersten Standpunkt anzuzielen
(anzupeilen) sein würde.
[Illustration: Fig. 43.]
[Illustration: Fig. 44.]
Für das Krokieren der einzelnen Knickpunkte von Wegen oder Flußläufen
ist die _Koordinatenmethode_ anzuwenden. Denn von dem Standpunkte aus
jeden dieser Punkte anzupeilen, dürfte Zeitvergeudung sein. Man kommt
schneller zum Ziel, wenn man zwei Haupteckpunkte vom Standpunkte aus
festlegt, diese verbindet und von der Verbindungslinie als _Basis_
(_Abszisse_) die einzelnen Punkte außerhalb durch die seitlichen
rechtwinkligen _Abstände_ (_Ordinaten_) festlegt (Fig. 43). Dabei ist
die Schreibweise der Zahlen zu beachten. Die rechten Winkel kann man
nach Augenmaß oder genauer mit einem Winkelspiegel (Fig. 44) bestimmen,
dessen Spiegelebenen sich unter einem Winkel von 45° schneiden. Die
Abszisse wird beim Gebrauch des Spiegels durch Stäbe bezeichnet. Der
Punkt der Abszisse, in dem diese Stäbe im _Spiegel_ betrachtet sich
mit dem Punkt _P_ außerhalb decken, ist der Fußpunkt des rechten
Winkels nach _P_. Als Abszisse oder Basis kann natürlich auch die
Verbindungslinie zweier Standpunkte gelten, was namentlich dann in
Betracht kommen wird, wenn sie auf einem Wege liegen und es darauf
ankommt, die einzelnen Eckpunkte desselben oder eine Brücke, einen
Durchlaß, seitlich abgehende Kulturgrenzen usw. aufzunehmen.
[Illustration: Fig. 45.]
Handelt es sich darum, einen Wald, See oder überhaupt im Innern schwer
zugängliches Gelände zu krokieren, dann wendet man die _Umfangs-_ oder
_Polygonmethode_ an (Fig. 45). Dieselbe besteht darin, daß um das
aufzunehmende Gebiet ein _Vieleck_ gelegt wird, das in sich geschlossen
ist. Die _Eckpunkte_ (Polygonpunkte) sind die Standpunkte. Sie werden
schon vorher bestimmt und so gelegt, daß ihre Verbindung in gangbares
Gelände fällt. Die Winkel werden auf dem Kroki nachgezeichnet (§ 19),
die Entfernungen abgeschritten. Diese bilden die Seiten des Polygons,
und von ihnen aus können die einzelnen Grenzpunkte eines Waldes oder
die Uferpunkte eines Sees nach der Koordinatenmethode aufgemessen
werden. Sind im Inneren des Waldes Schlaggrenzen usw. zu krokieren,
dann kann dies von Verbindungslinien zweier Standpunkte oder von
_Einbindelinien_, z. B. _a_--_b_, geschehen, welche zwei Punkte auf den
Polygonseiten verbinden (Fig. 45).
Ist in einem See eine Insel aufzunehmen, dann werden Punkte auf
derselben am besten durch Vorwärtsabschneiden bestimmt, weil die
Entfernungen ja nicht meßbar sind. Die Einschneidemethode gilt auch,
wenn z. B. eine feindliche Batterie nach dem Mündungsfeuer auf der
Karte festgelegt werden soll.
Die einzelnen Arbeiten beim Krokieren sind also, um noch einmal
zusammenzufassen:
1. Erkundung des Geländes, Orientieren des Krokis.
2. Annahme des ersten Standpunktes oder der ersten Standlinie nach
der Größe des Geländeabschnitts und nach dem Maßstab.
3. Aufnahme der einzelnen Punkte nach Lage und, wenn nötig, nach Höhe
vom ersten Standpunkt aus nach der Polar- oder Einschneidemethode
unter steter Prüfung der Orientierung.
4. Bestimmen des zweiten Standpunktes durch Antragen des Winkels
nach demselben in bezug auf eine Anfangslinie oder nach der
Himmelsrichtung. Abmessen der Entfernung.
5. Auf dem zweiten Standpunkt sind die Arbeiten dieselben wie auf dem
ersten Standpunkt. Weitere Standpunkte können jetzt durch Vorwärts-
oder Seitwärtsabschneiden u. auch durch Rückwärtseinschneiden
festgelegt werden.
6. Aufnahme von Wegen, Flußläufen usw. nach der _Koordinaten-_, von
Wäldern, Seen usw. nach der _Umfangs_methode.
7. Nochmaliger Vergleich des Krokis mit der Natur, Vervollständigung
der Situation und der Geländedarstellung. Wenn möglich Einzeichnen
von Horizontalkurven und von Bergstrichen nach Augenmaß (Fig. 46).
[Illustration: Fig. 46.
Nach +Hoderlein+, »Anleitung zum Krokieren«.]
§ 22. =Anfertigung von Krokis bei vorhandenen Karten.= Hier kann es
sich darum handeln, vorhandene Karten abzuzeichnen oder zu vergrößern,
um dann in diese Nachzeichnung Veränderungen auf Grund örtlicher
Aufnahme einzutragen. Soll der Maßstab des Krokis derselbe sein wie der
der Karte, dann fertigt man eine Pause auf Pauspapier an und drückt
alle Linien usw. von dieser auf das Krokierpapier durch. Man kann auch
die Rückseite der Pause mit weichem Blei schwärzen und dann diese
Zeichnung durchdrücken. Ist die Karte zunächst zu vergrößern oder zu
verkleinern, dann verfahre man nach § 9.
In dieses abgezeichnete Kroki werden nun die Veränderungen im Felde
eingetragen. Die Zeichnung wird zunächst mit der Natur verglichen, auch
werden einige Probemessungen zwischen festen Punkten (Wegkreuzungen)
ausgeführt, um die Genauigkeit der Originalkarte zu prüfen. Für die
Einmessung von Veränderungen kommen die in § 21 angegebenen Methoden in
Betracht.
Als Standpunkte werden bereits in dem Kroki und in der Natur vorhandene
Punkte benutzt. Oft wird es genügen, zwei derselben zu verbinden
und von der Verbindungslinie als Basis die Veränderungen nach der
Koordinatenmethode aufzunehmen. Oft auch werden einzelne Punkte, z.
B. Geschützstellungen, eingemessen werden können, indem man sie von
zwei Wegkreuzungen oder Eckpunkten durch Vorwärtsabschneiden festlegt.
Strenge Orientierung des Krokis ist auch hier immer geboten.
Meistens wird man es vorziehen, alle diese Ergänzungsmessungen
auf einem _besonderen_ Feldbuch aufzuzeichnen, also gewissermaßen
_Teilkrokis_ anzufertigen, um erst später im Zimmer diese
Aufzeichnungen in das _Hauptkroki_ zu übertragen. Dann aber ist
es wichtig, bei diesen besonderen Skizzen mit Anschlußzeichnungen
nicht zu sparen, die es jedem ermöglichen, sich in das Gesamtbild
hineinzudenken. Bei den Einmessungen kann nur an Punkte oder Linien
angeschlossen werden, die schon auf dem alten Plan vorhanden sind.
[Illustration: Fig. 47.]