Von Chemnitz fahren wir mit dem Dampfwagen durch Niederwiesa nach

+Flöha+, dann in vielen Windungen, wobei Einschnitte, Dämme und

Brücken nicht fehlen, das Flöhathal hinauf nach +Falkenau+ (1019 E.)

und von da hinüber nach +Oederan+. Hier verlassen wir den Zug, um

der Stadt und der hinter ihr gelegenen +Schönerstädter Höhe+ einen

Besuch abzustatten. Später fahren wir mit der Eisenbahn weiter und

gelangen über +Frankenstein+ (541 E.) und +Kleinschirma+ (505 E.) nach

+Freiberg+, der alten Berghauptstadt, welche den Schlusspunkt unserer

Routen bilden soll. -- Wer Freiberg und Umgegend genau kennen lernen

will, muss zwei Tage darauf verwenden; soll dabei die interessante

»Grabentour« (s. o. T. XI. S. 45) gemacht werden, so ist noch ein Tag

mehr nothwendig.

+Oederan+, Stadt am Hölzelbache, 1144´ ü. M., mit 5997 E. Hat

ansehnliche Weberei, besonders Flanell- und Tuchfabrikation. In der

Nähe die aussichtsvolle Schönerstädter Höhe und etwas weiter, in einer

Abzweigung des Flöhathales, der schauerliche, düstere Höllengrund.

+Freiberg+, Stadt am Münzbach, 1284´ ü. M., mit 20,566 E. Ist

Mittelpunkt des erzgebirgischen Silberbergbaues und lässt sofort

erkennen, dass der Bergbau die Grundlage seines socialen Lebens ist.

Zu ungewohnter Stunde vernimmt man das Geläute der Heuerglocken,

welches den Knappen zur Schicht ruft. Man trifft Kaufläden mit

Bergmanns-Kleidern, Bergmanns-Geräthen und Markscheide-Instrumenten;

von den Buchhandlungen sind fast ausschliesslich bergmännische

Schriften und Bilder ausgestellt; auf der Strasse ist von den

Begegnenden fast jeder Dritte ein Bergmann, Bergstudent oder

Bergbeamter; man hört die Titel: Oberkunstmeister, Bergwardein,

Hüttenraiter und Viceeinfahrer und wird vorwiegend mit: »Glück auf!«

begrüsst. An Alterthümlichem hat sich die Stadt manches bewahrt.

Ausser dem Schloss, dem Rathhaus und den Kirchen sind dazu die

Reste der Ringmauer und mehrere steilgiebelige, vielfensterige, hie

und da mit bergmännischen Symbolen versehene Häuser zu rechnen.

Am Interessantesten ist der Dom. Er enthält die +goldene Pforte+,

welche allgemein als Meisterwerk des romanischen Styls gilt. Sie ist

ein Ueberbleibsel der alten, im Jahre 1484 durch Feuer zerstörten

Marienkirche, an deren Stelle der Dom in seiner jetzigen Gestalt

erbaut wurde. Ausserdem befindet sich darin eine +Begräbnisskapelle+,

in welcher die protestantischen Fürsten der albertinischen Linie, von

Heinrich d. Frommen († 1541) bis Johann Georg dem Vierten († 1694)

bestattet worden sind. (Die früheren sächsischen Fürsten ruhen in

Altenzelle und Meissen, die späteren in Dresden.) Unter den vorhandenen

Grabmälern ragt das des Kurfürsten Moritz hervor: es ist ihm von seinem

Bruder August gesetzt worden und soll 80,000 Dukaten gekostet haben. In

dem Kreuzgange der Kirche schlummert der grosse Mineralog Werner, einst

die Zierde der Bergakademie. Die Orgel des Domes ist von Silbermann

und hat 45 klingende Stimmen. Das Haus, in welchem Silbermann

das Meisterwerk gebaut hat, ist seit 1864 durch eine Marmortafel

bezeichnet. Aus dem Schlosse +Freiheitstein+, in welchem einst Herzog

Heinrich d. Fromme Hof hielt und 1521 Kurfürst Moritz geboren wurde,

hat man ein Magazin gemacht. Von herrlichen Baum-Anlagen umgeben, die

sich überhaupt um die ganze Stadt herumziehen, steht vor dem Kreuzthore

die Bronce-Büste des Mineralogen Werner und vor dem Petersthore das

sogenannte Schwedendenkmal. Auf dem Markt bezeichnet ein Stein die

Stelle, wo Kunz von Kaufungen am 14. Juli 1455 hingerichtet wurde, und

im nahen Rathhause verwahrt man ein Stück der Strickleiter, mit welcher

er das Altenburger Schloss erstieg. Das Gebäude der Bergakademie

(Letztere 1765 durch Prinz Xaver gegründet) enthält ausser den Hörsälen

und Laboratorien mehrere auf das Bergwesen bezügliche Sammlungen.

-- Die Umgebung Freibergs, mit ihren Hallen und Zechenhäusern,

stimmt ganz zu dem Bilde der Bergstadt. Im Ganzen aber erscheint die

Landschaft etwas kahl, wie denn die erzgebirgischen Schächte und

Stollen fast alle in reizloser Gegend gelegen sind. Schon oberirdisch

enthalten die Berggebäude manches Interessante. Man trifft da die

Anstalten zur Hebung der Wasser und zur Förderung der Erze und bemerkt

neben einfachen Haspeln allerlei Göpel und künstliche Maschinen. Am

meisten aber bieten die Gruben unterirdisch. Man staunt über die

»Teufen«, in welche der Mensch zu dringen vermag, sieht, wie der

Bergmann minirt und mit Erfolg den Erzadern, welche sich oft neckisch

verstecken, nachspürt. Darum ist jedem Reisenden die Befahrung einer

Freiberger Erzgrube anzurathen -- am geeignetsten dazu erscheint die

»Himmelfahrt« --: er wird dadurch die grossartige Betriebsorganisation

des Silberbergbaues kennen lernen und überhaupt Anschauungen und

Eindrücke gewinnen, welche sich nicht wieder verwischen. Doch

dürfen desshalb die andern montanistischen Werke über Tage, die

Scheidebänke, Pochwerke, Erzwäschen und besonders die +Obermuldener

Schmelzhütten+, nicht vernachlässigt werden; in ihrer Gesammtheit

gewähren sie dem Laien unendlich viel Neues und dem Fachmann reiche

Gelegenheit zu fruchtbarem Studium. -- Auch die +Altväterwasserleitung+

verdient, obschon sie nicht mehr benutzt wird, einen Besuch, denn

ihre noch stehenden Pfeiler beweisen, dass durch sie, wie zu Zeiten

der Römer, das Wasser von einem Berg zum andern übergeführt wurde.

Das +Amalgamirwerk+ zu Halsbrücke, in welchem das Silber mit Hülfe

des Quecksilbers gewonnen wurde, ist eingegangen, weil die neuere

Hüttenchemie bequemere und billigere Mittel besitzt, den Erzen das edle

Metall zu entlocken. Erwähnenswerth aber bleibt, dass für dieses Werk

im Jahre 1827 die erste Gasbeleuchtung in Sachsen eingerichtet worden

ist.

Für Freiberg ist schon seit Langem der Bergbau Hauptnahrungszweig,

doch hat es auch andere gewerbliche Etablissements, die zum Theil

mit den montanistischen Wesen zusammenhängen: so ein Arsenikwerk,

eine Pulverfabrik, eine Schrotfabrik, eine Fabrik leonischer Gold-

und Silberwaaren, eine Eisengiesserei, eine Flachsspinnerei und eine

Portefeuillefabrik.

+Geschichtliches.+ -- Die Stadt Freiberg verdankt ihre Entstehung dem

Bergbaue. Die Sage meldet darüber Folgendes: »Im Jahre 1169 führten

Fuhrleute aus Goslar Salz von Halle durch die Markgrafschaft Meissen

nach Böhmen. In der nachherigen Freiberger Gegend legten die Räder

ihrer Wagen ein Stück glänzenden Gesteines blos, das sie mit gen Goslar

nahmen. Als es sich hier als bauwürdiges Silbererz auswies, wanderten

Bergleute vom Harz nach dem Fundort.« Wahrscheinlicher dagegen ist,

dass die Sorben schon früher Bergbau im oberen Erzgebirge getrieben

hatten und man um das genannte Jahr nur wieder reichere Anbrüche

machte, wodurch zahlreiche Ansiedler von allen Seiten herbeigelockt

wurden. So entstand der Ort Christiansdorf, welches der Markgraf +Otto

der Reiche+ im Jahre 1181 zu einer Bergstadt und Feste erhob, der er

den schönen Namen +Freiberg+ gab. Da die erschürften Silbergänge sich

sehr ergiebig zeigten, so wurde die neue Stadt bald der werthvollste

Besitz der Wettinischen Fürsten. Aber es fanden sich auch Neider.

Zweimal versuchten deutsche Kaiser (Heinrich VI. und Adolph v. Nassau)

das sich rasch vergrössernde Freiberg zum Eigenthum des Reiches zu

machen; allein die Bürger hielten zu ihrem angestammten Landesfürsten

und machten die Anschläge jener zu Nichte. Für solche Treue verdienten

und fanden die Einwohner vielfache Gunst. Reich mit Freiheiten begabt

und durch immer grösseren Bergsegen beglückt, erhob sich die Stadt

zur ersten im Meissnerlande, so dass sie bei Beginn des 16. Jahrh.

70,000 Einwohner zählte. Allein der 30jährige Krieg knickte die Blüthe

der Stadt. Wiederholt von den Kaiserlichen und Schweden[21] belagert,

widerstand sie zwar der Eroberung, musste aber geschehen lassen,

dass ihre sämmtlichen Vorstädte und mehrere Strassen der Innenstadt

durch Feuer zerstört wurden. Am Ende des Krieges besass sie kaum noch

den zehnten Theil ihrer früheren Einwohner und dazu waren die meisten

ihrer Gruben in Verfall gerathen oder ganz zum Erliegen gekommen.

Langsam erholte sich die Stadt von solchem Schlage, doch die vormalige

Grösse hat sie nie wieder erlangt. Auch ist sie später nicht ohne

Kriegsdrangsal geblieben. Im Jahre 1762 wurde des 7jährigen Krieges

letzte Schlacht bei Freiberg (durch Prinz Heinrich) geschlagen, und

in den deutschen Freiheitskriegen ist die Stadt, welche wegen der

Silbergruben als sehr reich galt, durch Einquartierung und Kontribution

arg betroffen worden.

Wenn auch Freiberg heute an Wohlstand und Bevölkerung hinter seiner

Blüthezeit zurücksteht, eines hat es sich bewahrt: den Vorrang im

+Berg-+ und +Hüttenwesen+. Zu dieser Ueberlegenheit haben mehrere

Umstände beigetragen. Zunächst die Tüchtigkeit der erzgebirgischen

Knappen. Sie sind fleissig und anstellig, ehrlich und genügsam und

besitzen, da sie einem besondern Stand mit eigener Verfassung, eigener

Tracht u. eigener Sprache angehören, Standesgefühl, Selbstachtung und

kameradschaftlichen Sinn. Die Stufenleiter unter den Bergleuten[22]

ist seit Alters geregelt. Zuerst wird Einer Scheidejunge, darnach

Grubenjunge, weiter avancirt er zum Ausläufer und mit dem Lehrhäuer

oder Bergknecht ist die erste wichtige Staffel erreicht. Nachdem er

als solcher sieben Jahre gearbeitet und sein »Probegeding« bestanden

hat, wird er Doppelhäuer und damit wirklicher Knappe. Ausser den

eigentlichen Bergleuten giebt es auch noch Mauer- und Zimmerlinge.

Die Ganghäuer müssen die Bergschule besucht haben und können sich

zu Steigern emporschwingen. Auch unter den Bergbeamten ist die

Rangordnung genau festgestellt. Dazu bilden die Genossen jedweden

Reviers eine +Knappschaft+, welche durch Stärkung des religiösen

Sinnes, Ueberwachung der Sitten und Aufrechthaltung einer straffen

Mannszucht, den Einzelnen bei beruflicher und sittlicher Tüchtigkeit

zu erhalten sucht, so dass der sächsische Knappe jedem anderen Knappen

ebenbürtig, wenn nicht überlegen ist. -- Ferner hat zur Hebung des

Freiberger Bergbaues beigetragen, dass die fast zu Tage liegenden

Silberadern bald erschöpft waren. Man musste nun in die Tiefe dringen

und, um dies mit Vortheil thun zu können, den Bau der Gänge und der

Erdrinde überhaupt erforschen. Als neue Aufgabe wuchs hierbei die

Bezwingung der Grubenwässer heran; denn je tiefer man in den Schoos

der Erde hinabsteigt, desto mehr schiessen sie von allen Seiten herzu.

Und gerade in Bewältigung des Wassers durch das Wasser haben sich die

Freiberger vielleicht ihre grössten Triumphe errungen. Was anderwärts

der Dampf oder die kostbare Menschenhand besorgt, das muss hier meist

das oberirdische Wasser verrichten. »Das Bächlein, das eben in einem

Pochwerke thätig war, muss alsbald wieder das Wasserrad einer Pumpe

treiben; von diesem fällt es in den Schacht hinab auf ein zweites und

drittes Rad, und kaum durch einen Stollen entlassen, arbeitet es aufs

Neue in einer andern Grube. Kein Gewässer darf müssig schlendern. Sind

die einzelnen Gefliesse zu schwach und unbeständig, so werden sie in

Sammelteichen aufgestaut und aus diesen wird den einzelnen Gruben ihr

Bedarf nach wöchentlichen Rädern zugemessen. Ueber die Vertheilung

dieser Wasserschätze wird jährlich genaue Rechenschaft abgelegt.« --

Weiter wirkte auf das Freiberger Bergwesen günstig ein, dass die in

der Tiefe gebrochenen Erze nicht reich an Silber waren. Man musste

deshalb darauf bedacht sein, auch ärmere Erze zu verhütten, und

darum mechanische Mittel ersinnen, das edle von dem tauben Gestein

zu sondern. In dieser Beziehung hat man es soweit gebracht, dass man

jetzt Gangmasse benutzt, bei der aus 100 ~Ctr.~ Gestein nur 5 ~Lth.~

Metall gewonnen werden. Dem sächsischen Bergmanne ward eben sein Leben

schwer gemacht; doch gerade die Schwierigkeiten spornten ihn an, mit

Erfolg seine geistige Kraft zu zeigen. Heute liefern die Freiberger

Gruben einen jährlichen Ertrag von 1½ Million Thalern, also aus den

geringeren Erzen mehr, denn früher aus den reichsten Anbrüchen. --

Endlich wurde die Bedeutung Freibergs durch Gründung der Bergakademie

wesentlich erhöht. Nunmehr waren hier Theorie und Praxis mit einander

verbunden und auf kleinem Raum in Wechselwirkung gestellt. Darum wird

Freiberg von Studirenden[23] fast aller Kulturvölker besucht; erhalten

dieselben hier doch nicht nur Unterricht in der Bergwissenschaft,

sondern durch den umfassenden, trefflich organisirten Silberbergbau

und den grossartigen Hüttenbetrieb zugleich auch eine nirgends so

wiederzufindende Gelegenheit zur praktischen Ausbildung.

Freiberg besitzt unter allen sächsischen Städten den grössten Weltruf.

Ueberall wo Bergbau getrieben wird: auf dem Ural wie in den Gebirgen

Spaniens, auf den Cordilleren wie in den Minen Mexiko's ist der Name

der erzgebirgischen Berghauptstadt bekannt.

[Illustration]

Register.

Fett gedruckte Zahlen deuten auf die Hauptbeschreibung hin.

Adorf =129=.

Altenberg =72=.

Altväterwasserleitung 159.

Altzelle 157.

Angermann 23. =133=.

Annaberg =99=.

Antonshütte 127.

Arkwright 23. 148.

Aue =134=.

Auerbach =137=.

Auerhammer 134.

Auersberg, d. 12. 127.

Augustusburg =154=.

Bärenburg 72.

Bärenstein, Stadt. =68=.

Bärenstein, Flecken 110.

Bärenstein, d. 13. =110=.

Beierfeld 124.

Bergbau 25. 158.

Berggiesshübel =65=.

Bernsbach 123.

Biela, Fl. 13.

Bilin 83.

Blechwaarenfbrktn. 123. 137.

Bobbinet 24.

Bockau, Stadt 134

Bockau, Fl. =14=.

Bockwa 140.

Brunnersdorf 109.

Brüx =83=.

Buchholz =103=.

Butterstrasse, d. 75.

Chemnitz =145=.

Christiansdorf 160.

Cottaer Spitzberg 63.

Cranzahl 114.

Crottendorfer Marmorbrüche 126.

Dippoldiswalde =71=.

Dorfchemnitz 153.

Dohna =67=.

Doppelburg 78.

Dörnthal 87.

Dresden 63.

Dudelskirche 124.

Dux =83=.

Ebersdorf 64. 155.

Eckersbach 140.

Eger 118.

Ehrenfriedersdorf =94=.

Eibenstock =132=.

Einenkel, G. 21.

Eisenberg 84. 90.

Eisenberg, d. 12.

Eisenindustrie 25. 72. 127.

Elbogen =117=.

Elster, Bad =120=.

Elterlein =124=.

Erla 127.

Ernstthal =145=.

Erzgebirge 10.

Erzgeb. Kohlenbassin 25. 139.

Esche, Dav. 22. 148.

Eselsberg 12.

Falkenau 118.

Falkenstein 131. =132=.

Fastenberg, d. 127.

Fichtelberg, d. 12. =115=.

Flachsbau 15. 75.

Flöha 156.

Frankenberg =155=.

Franzensbad =120=.

Frauenstein =74=.

Freiberg =156=.

Frohnau 124.

Fürstenberg, d. 124.

Fürstenbrunnen, d. 124.

Geising 73.

Geising, d. 72.

Gellert, Ch. F. 66. 155.

Georgenthal 80.

Geringswalde 97.

Geyer 94.

Glashütte =67=.

Glauchau =144=.

Glöselsberg, d. 79.

Glössberg, d. 136.

Gottesgabe 116.

Gottleuba =66=.

Gottleuba, Fl. 14.

Göltzsch 138.

Göltzschthal 138.

Görkau 85.

Graslitz 128. 129.

Graupen 76.

Greifenstein 12. 93.

Grünhain =125=.

Grünhainichen 26.

Grünthal 82.

Hainichen =155=.

Hainsberg 70.

Halsbrücke 159.

Harras, Ritter 155.

Hartenstein =144=.

Hassberg, d. 12.

Hassenstein 109.

Hauenstein 86.

Heidelberg 81.

Heinzebank, d. 99.

Herlasgrün 138.

Hirschkopf, d. 12.

Hoheneck 153.

Hohenstein =145=.

Holzwaarenfbrktn. 26. =82=.

Industrie 22.

Jacquardstuhl 150.

Joachimsthal =117=.

Johanngeorgenstadt =127=.

Jöhstadt =109=.

Jungferndorf 64.

Kaaden =85=.

Kahle Berg, d. 12. 72.

Kainsdorf 142. 144.

Kallich 89.

Kammerbühl, d. 119.

Kapellenberg, d. 12.

Karlsbad =113=.

Karlsfeld 130. =131=.

Katharinenberg 90.

Katzenstein, d. 95.

v. Kaufungen, Kz. 158.

Keilberg, d. 12.

Kleinbobritzsch 75.

Kleinpöhla 125.

Klima 14.

Klingenthal 131.

Klostergrab 78.

Klösterle =85=.

Kommotau =85=.

Kosten 78.

Kottenhaide 131.

Krinolinenfabrikation 27.

Krumhennersdorf =88=.

Kupferhügel 12.

Langewiese =81=.

Lauenstein =68=.

Lauter 133.

Lengefeld 88.

Lengenfeld 137.

Lichtenwalde =154=.

Liebstadt 69.

Limbach bei Chemnitz 22.

Lössnitz 150.

Lugstein, d. 12.

Mariakulm 118.

Mariaschein 76.

Marienberg 96.

Marienei 129.

Marienhütte =142=.

Markersbach 126.

Markneukirchen =129=.

Maschinenbau =150=.

Maxen =67=.

Miriquidi 18.

Mittweida, Dorf 122.

Morgenleite 12.

Mückenthürmchen 64.

Mulde, Fl. 14.

Muldener Hütten 25. 159.

Mügeln, Dorf 67.

Müglitz, Fl. 14.

Münzer, Th. 140.

Mylau =139=.

Natschung, d. 81.

Netzschkau 138. =139=.

Neuberin, K. 139.

Neustädtel 135.

Niederlauterstein 95. =96=.

Niederschlema 135.

Niklasberg, Stadt 79.

Nollain 23.

Obergraupen 76.

Oberleitensdorf 79.

Obersachsenberg 79.

Oberwiesenthal =116=.

Olbernhau =82=.

Osseg, Stift 78.

Ottenstein 122.

Oederan 156.

Oelsnitz i. V. =138=.

Pechsiederei 136.

Perlenfischerei 138.

Peterswalde =66=.

Pfannenstiel 133.

Pirna 65.

Pirschstein 86.

Plauescher Grund, d. 70.

Pobershau 96.

Pockau, Schwarze d. 14. 95.

Posamentenfabrikation 21.

Potschapp. Kohlenbassin 25.

Pöhla 125.

Pöhlberg 13. 103.

Pressnitz =109=.

Prinzenhöhle 143.

Purschenstein 82.

Rabenau =71=.

Rammelsberg 12.

Raschau 122.

Rauenstein 88.

Rautenkranz 130.

Rehefeld 14.

Reichenbach =139=.

Reischdorf 108.

Riese, Ad. 103.

Rittersgrün 125.

Rodewisch 137.

Rosenburg 76.

Sachsenburg 155.

Sachsenfeld 133.

Sayda =75=.

Sauersack 128.

Sächsisches Sibirien 130.

Scharfenstein 92.

Scheibenberg =122=.

Schellenberg =155=.

Schlackenwerth =113=.

Schlettau =122=.

Schmiedeberg =72=.

Schnarrtanner Höhe 136.

Schneckenstein, d. 12. 130.

Schneeberg =135=.

Schnorr, Grubenherr 131.

Schönburgische Lehnsherrschaften 143.

Schöneck =131=.

Schönhaide =137=.

Schönwalde 64.

Schreckenberg, d. 100.

Schwartenberg, d. 12.

Schwarzenberg =122=.

Schwarzwasser 14.

Sebastiansberg =108=.

Seestädtl 84.

Sehma 114.

--, Fl. 14.

Seifen 81.

Serpentindrechselei 96.

Siebenhöfen 95.

Silbermann, G. 75.

Sonnenberg 108.

Sorben 18.

Sosa 132.

Spitzberg 12.

Spitzenklöppelei 21. =104=.

Stein, Schloss 143.

Steinkohlen 142.

Stollberg 153.

Streckenwalde 64.

Strohflechterei =69=.

Strumpfwirkerei 22. 150.

Tambouriren 23.

Tannebergsthal 12.

Tellkuppe =77=.

Teltschthal =89=.

Tharandt =71=.

Thum =94=.

Treuen =139=.

Uhrenfabrikation 68. 130.

Uttmann, B. 20.

Venusberg 92.

Voigtsberg 138.

Waldkirchen 88.

Weberei 22. 149.

Wechselburg 28.

Weesenstein =69=.

Weipert 111.

Weisse, Ch. F. 103.

Weisseritz, Fl. 14.

Weissstickerei 133. 136.

Weitersglashütte =128=.

Wieselstein 80.

Wiesenbad =99=.

Wiesenburg 144.

Wildenthal 127.

Wilisch, d. 71.

Wirbelsteine 112.

Wolkenstein =98=.

Würschnitz i. V. 129.

Zaunhaus 73.

Zinnwald 72.

Zöblitz =96=.

Zschopau =88=.

Zschorlau 135.

Zwickau =139=.

Zwitterstock 73.

Zwota 13.

Zwönitz 143. 144.

[Illustration]

Druck von J. H. Hollstein in Buchholz.

Fußnoten:

[1] Der Cours der österreichischen Banknoten steht in der Leipziger

Zeitung und ist schon seit langer Zeit unter pari; wird er z. B. mit

85½ notirt, so nimmt man 85½ × 2 = 166; d. h. die 1 Guldennote gilt 166

sächsische Pfennige = 16 Ngr. 6 Pf.

[2] Die am häufigsten vorkommenden Metalle sind: Silber, Blei, Zinn und

Eisen; sodann Kobalt, Antimon, Arsenik, Mangan, Wolfram und Uran.

[3] Von den seit 1863 durch die sächsische Regierung errichteten

meteorologischen Stationen befinden sich im Erzgebirge: Tharandt,

Grüllenberg, Freiberg, Chemnitz, Zwickau, Flauen, Elster, Annaberg,

Rehefeld, Georgengrün, Reitzenhain und Oberwiesenthal.

[4] Scherzhaft sagt man: »auf sechszehn Tassen funfzehn Bohnen«.

[5] Vergleiche: »Die slavischen Ortsnamen des Erzgebirges« von

Oberlehrer +Immisch+. Programm der Annaberger Realschule vom Jahre 1866.

[6] Der Kaufmann August Eisenstuck (ehemaliger Chef der bekannten

Eisenstuck'schen Handlung in Annaberg) hat dieser Wohlthäterin des

Gebirges im Jahre 1834 ein Denkmal auf dem Gottesacker zu Annaberg

errichten lassen; sein Nachfolger Carl Hohl sen. entdeckte von ihr im

grünen Gewölbe zu Dresden einen kleinen, in Elfenbein geschnittenen

Kopf und liess darnach ein wohlgelungenes Bild herstellen, von welchem

Photographien in den Annaberger Buchhandlungen zu haben sind.

[7] Er ist meist das Ziel, »wenn«, wie es scherzhaft heisst, »der

Dresdener in die Bombluth geht«, und wird von der Residenz aus

überhaupt viel besucht.

[8] Teplitz kommt von teply = warm und heisst etwa Warmbad.

[9] Aus Scharfenstein stammte der vielgenannte Wildschütz +Stülpner+.

[10] Von einer Bauernfrau, Gewerkin bei »Himmlisch Heer«, wird erzählt,

dass sie sich täglich in theurem Weine gebadet habe.

[11] Ueber Adam Riese und dessen »Coss« vergl. die Programme der

Annaberger Realschule von 1855 u. 1860.

[12] Ein Grenzstein aus jener Zeit ist noch an dem alten Wege von

Königswalde nach Buchholz, zwischen der Weiperter Chaussee und dem

Himmlischheerer Schacht zu sehen.

[13] Der Flossgraben ist 1564--66 von dem Annaberger Rathsherrn +Georg

Oehder+, einem Schwager Melanchthons, abgemessen und angelegt worden.

Fast in der Mitte des Einschnitts, welchen der Flossgraben zwischen

Morgensonne und Pöhlberg durchzieht, befindet sich rechts, nach der

Chaussee zu, ein Stein mit der Inschrift: =G. Ö.= und erinnert so an

den Erbauer.

[14] Die aufgefundene Masse wog 276 Pfd.; der grösste Theil davon ist

nach Prag und Wien gebracht worden; das elbogner Stück hält 36½ Pfd.

[15] Zur Zeit des Prinzenraubes war Schwarzenberg noch böhmisch;

erst 1459, bei Vermählung Albrechts mit Sidonie von Böhmen, fiel es

an die Mark Meissen; Kunz v. Kaufungen war daher am Fürstenberge der

böhmischen Grenze schon sehr nahe gewesen.

[16] +Bernsbach+ bereitet auch Feuerschwamm, wozu das Rohmaterial aus

den Karpathen bezogen wird.

[17] Jährlich werden wohl 100,000 Schock Darmsaiten geliefert, wozu das

Material allerorts her, besonders aus Ungarn und Dänemark, bezogen wird.

[18] Neueren Nachrichten zufolge wird in nächster Zeit von einer

Privatgesellschaft oder dem Staate die Eisenbahn von Aue nach

Jägersgrün gebaut und dadurch der Wunsch Eibenstocks befriedigt werden.

[19] +Bockwa+ wurde durch den Kohlenbergbau zum reichsten Dorf

Sachsens, ja vielleicht Deutschlands. Es hat eine prächtige Schule

und eine noch prächtigere Kirche; seine Häuser gleichen eher

grossstädtischen Palästen als ländlichen Wohnungen.

[20] In der Kirche zu Ebersdorf, wohin Lichtenwalde eingepfarrt ist,

befindet sich des Harras Bildniss und ein Hufeisen seines Pferdes.

Allda sind auch aufbewahrt: die Kleider der geraubten Prinzen Ernst und

Albert und die Kutte des Köhlers, welcher Albert befreite.

[21] An die letzte Belagerung der Schweden (1642--43) erinnert das

schöne »Schwedendenkmal« vor dem Petersthore.

[22] Die Bergleute zerfallen auch in Bergleute vom +Leder+

und Bergleute von der +Feder+; jene besorgen die eigentlichen

Grubenarbeiten, diese die nöthigen Schreibereien.

[23] Freiberg's berühmteste Zöglinge sind: Leopold v. Buch und Alex. v.

Humboldt.

[Illustration: KARTE des ERZGEBIRGES.]

[Illustration: Höhen Karte nach H. Lange.]

[Illustration: Höhen Karte nach H. Lange.]

Verlag von =Hermann Graser= in Annaberg.

=Album der Chemnitz-Annaberger Staatseisenbahn.=

Malerische Ansichten, 16 Lithographien, gr. 4.°

2 Thlr. 20 Ngr.

---- Color. Ausgabe 4 Thlr. 10 Ngr.

=Einzelne Blätter aus dem Album:= Annaberg, Buchholz,

Wiesenbad, Wolkenstein, Zschopau, Augustusburg,

Scharfenstein, Erdmannsdorf und andere,

schwarz à 7½ Ngr.

colorirt à 12½ Ngr.

=Album von Annaberg und Buchholz.=

6 Photolithogr. -- Thlr. 15 Ngr.

-- -- Grosse Ausgabe, 6 Photogr. 2 Thlr.

=Totalansicht von Annaberg.= Lithographie 1 Thlr.

-- -- -- en gouache gem. 3 Thlr.

=Totalansicht von Buchholz.= Lithographie 1 Thlr.

-- -- -- en gouache gem. 3 Thlr.

=Panorama von Annaberg-Buchholz.= Lith. 1½ Thlr.

=Ansichten von Annaberg, Buchholz u. Umgegend.=

Photographien in Visitenkartenformat à 3 Ngr.

Buchholz, J. H. Hollstein.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Die Höhenkarte (Teil 1) wurde ans Ende verschoben.

Offensichtlich fehlerhafte Zeichensetzung wurde stillschweigend

korrigiert.

Korrekturen (hier durch {} gekennzeichnet):

S. IV: Nenes → Neues

und das Neue bald wieder ein {Neues} gebiert

S. VIII: Netschkau → Netzschkau

Herlasgrün, {Netzschkau} und Reichenbach nach Zwickau

S. 12: zn → zu

aus Urgebirge bestehenden Gipfel sind {zu} nennen

S. 15: Umgegsnd → Umgegend

Die Vegetationsverhältnisse von Annaberg und {Umgegend}

S. 24: Strik → Strick

durch die {Strick}- und Nähmaschine

S. 27: 12 → 14

{14}. Baudenkmäler

S. 29: Hinterzinnnwald → Hinterzinnwald

Vorder- u. {Hinterzinnwald} nach Altenberg.

S. 39: Jrfersgrün → Irfersgrün

zu Fuss über {Irfersgrün}

S. 66: preussiche → preussische

Unterdessen hatte sich der {preussische} General Kleist genähert

Wegweiser durch das sächsisch-böhmische Erzgebirge · 第 9 / 10 段