eine weit größere Anzahl von solchen, die mit +hartem+ Stuhlgang
geplagt sind, daher zu Mitteln ihre Zuflucht nehmen müssen, welche
freilich auf den Stuhlgang wirken, deren Ende aber meist Verderben
ist. Kühn kann man sagen: Je länger jemand solche Mittel gebraucht,
umsomehr leidet die ganze Natur. +Wer möchte die Unzahl von Mitteln
nennen, die zum Laxieren+ und +zur Beförderung des Stuhlganges
verwendet werden+? Ich kannte einen Bader, der weit und breit den
Ruf hatte, die Leute gut auszureinigen. Was tat er? Er nahm sehr häufig
Gansdr..., sott ihn ab, und mit diesem Absud bediente er die geehrten
Kunden. Noch anderes könnte ich auf Verlangen berichten. ~Mundus
vult decipi!~ Die Welt will einmal betrogen werden! Doch das galt
hauptsächlich den „dummen Bauern“. Die vornehme Welt wird schon anders
behandelt. Unzählige Fläschchen mit verschiedenem Mineralwasser werden
da täglich durch den Körper gejagt, und in der Tat, sie bewirken die
reichlichsten Stuhlgänge. Mir brachte einst ein Kranker ein gewaltiges
Quantum Quecksilber, das er eben aus dem Leibstuhle genommen. Es wurde
ihm eingegeben, um Stuhlgang zu bewirken. Wie viele Morrisonspillen
wurden seinerzeit verschluckt, und wie viele Menschen haben viel
zu früh ihr Grab gefunden! Kaum wird an irgend einer Krankheit so
mannigfaltig und so unglücklich operiert und probiert, als wenn es sich
um harten Stuhlgang handelt. Und meistens ist die Folge, daß, je mehr
und je länger man anwendet (und zuletzt erfolgt kein Stuhlgang mehr
ohne Abführmittel), die Not stets um so größer wird. So klagte mir auch
einmal ein von der Medizin gänzlich verlassener Mann, daß nicht ein
Tag vorübergehen dürfe, wo er nicht ein Klistier oder sonst drastische
Mittel nehmen müsse, um den notdürftigsten Stuhlgang zu haben. So weit
haben ihn diese leidigen Hilfsmittel (?) gebracht, und der Mann zählte
noch lange nicht 40 Jahre.
Es ist ein großer Fortschritt der Medizin unserer Zeit, daß sie all die
gewaltsamen Mittel verpöne, und viele Ärzte -- man muß es zu ihrem
Ruhme sagen -- haben Hunderte von sogenannten Geheimmitteln chemisch
zerlegt und allen Vernünftigen den Betrug aufgedeckt. Dennoch schleicht
das Gespenst der Geheimmittelei noch in tausend Familien ein und
richtet Schaden an.[47]
Wem es an Stuhlgang fehlt, +dem fehlt es meistens im ganzen
Organismus+, nicht bloß im Magen oder in einem anderen besonderen
Körperteil, und ich lebe der festen Überzeugung, die eine große
+Anzahl von Fällen+ mir stets bestätigte, daß wieder das Wasser
das allersicherste und das unschädlichste Heilmittel ist, das auf
Gottes Erde gefunden werden kann. Es hilft, indem man es nach innen
anwendet und von außen wirken läßt.
Eine der ersten Fragen, die der Arzt an den Kranken stellt, lautet: Wie
ist’s mit dem Stuhlgang bestellt? +Ist der Stuhlgang geregelt+,
so hat man das erste Zeichen der Gesundheit; +ist der Stuhlgang
ungeregelt+, so ist’s ein Zeichen einer beginnenden Krankheit, und
wird einem +ungeregelten Stuhlgang nicht abgeholfen+, so geht man
früher oder später einer schweren Krankheit entgegen, vielleicht dem
frühen Tode.
Wenn es im Sommer lange nicht mehr regnet, wird die Erde trocken und
spröde. Wenn im Körper die notwendige Feuchtigkeit, Flüssigkeit nicht
ordnungsgemäß verarbeitet ist und sich irgendwo Hitzen bilden, so tritt
auch im Körper gleichsam Trockenheit ein und deren unausbleibliche
Folgen.
+Vor vielen Jahren+ schon nahm man zur Heilung dieses Übels seine
+Zuflucht zur Wasserkur+, zum Wassertrinken. Ich selbst habe
Leute gekannt, die täglich 3, ja 4-6 Maß Wasser tranken. War das gut?
Es war des Guten zu viel, und der größere Teil der sich brüstenden
„Wasserhelden“ hat sich mehr geschadet als genützt. Der Körper hielt
diese unvernünftige Wasserkur nicht lange aus. +Mein Grundsatz+
ist: Wer am gelindesten mit Wasser einwirkt, kuriert am sichersten und
besten.
Wer an hartem Stuhlgang leidet, +nehme morgens+ vom Frühstück an bis
Mittag jede halbe Stunde einen Löffel Wasser. Er wird bessere Wirkungen
erzielen mit diesem kleinen Quantum, als wenn er einen halben Schoppen
oder noch mehr auf einmal trinkt. Am Nachmittag kann der Patient
ebenfalls jede halbe Stunde oder jede Stunde einen Löffel voll Wasser
nehmen. Das stetige, wenn auch sparsame Aufgießen wirkt kühlend und
mehrt die Säfte. Nebenher kann der Leidende Wasser trinken, wenn’s ihn
dürstet.
+Statt des Wassers+ dienen auch eine +größere Anzahl von Teen+, die
aus leicht zu findenden Pflanzen gewonnen werden. Wer kennt nicht die
+Dornschlehblüte+? Ihr Tee wirkt trefflich. Tee von +Hollunderblüten+
wirkt kühlend, lösend und benimmt die innere Hitze; wenn 3-4 Körnchen
Aloë daran gemischt, ist er ein reinigendes, kühlendes, auflösendes und
ableitendes Arzneimittel; 6-8 +Hollunderblätter+, grün zur Frühlings-
und Sommerszeit gepflückt und als Tee gesotten, sind ebenfalls kühlend.
Man trinke morgens eine halbe Tasse und abends eine Tasse. Keine
Hausapotheke sollte diese schuldlosen Arzneipflänzchen verwerfen, zumal
sie der liebe Herrgott, der oberste Doktor und Apotheker, uns allen
umsonst wachsen läßt.
Zur Anwendung des Wassers nach innen kommen nun die +äußeren
Anwendungen+. Der Patient +wasche+ beim Aufstehen oder Schlafengehen
+kräftig den Unterleib+ mit einer Hand voll Wasser. Das Mittel ist
höchst einfach und wirkt doch recht gut, bei manchen (schwächeren
Naturen) genügend.
Wenn diese Anwendung zu leicht ist, dem gieße man von Zeit zu Zeit
+frisches, kaltes Wasser auf die Kniee+, ein bis drei Minuten lang
(Knieguß), eine vorzügliche Anwendung, um Stuhlgang zu erzeugen.
Ist dieses nicht ausreichend und große Hitze im Innern vorhanden,
so lege sich der Patient +in der Woche ein paarmal+ auf einen
+Unteraufschläger+, auch der +Oberaufschläger+ tut gute Wirkung.
Desgleichen wirkt kräftig ein +kaltes Sitzbad+, in der Woche zwei- bis
dreimal zu nehmen. +Ein kaltes Vollbad+, wenn es ganz kurz genommen
wird, ist auch nicht zu verschmähen.
All die genannten Anwendungen werden den trägen, schlaffen Organismus
wecken, beleben, in neue Tätigkeit bringen, stärken. Die Rädchen sind
neu geölt, die ganze Maschine läuft wieder gut, und der ergiebige
Stuhlgang wird sicherlich nicht ausbleiben.
+Nichts geht über die+ unschädlichen und sicheren
+Wassermittel+, und was ist leichter, als Wasser zu trinken, sich
mit Wasser zu waschen?
An dieser Stelle sei noch ein Wort über die+ Brechmittel+ gesagt.
Widernatürlich schon kommt mir das drastische Abführen mit Mineralien
und Giften vor, seien es nun Pulver oder Pillen oder anderes. Noch
weit widernatürlicher aber ist alles, was zum Erbrechen reizen soll,
oftmals leider wiederum Gifte. Erbärmlich ist’s, einen so mißhandelten
und gemarterten Menschen leiden zu sehen. Mir will dabei jedesmal das
Blut, vielmehr die Galle in den Kopf schießen. Man wird bemerkt haben,
daß ich die so bekannten und allgemein benutzten Abführmittel, wie
Rhabarber, Sennesblätter, Bittersalz, Glaubersalz usw., oben nicht
aufgeführt habe. Und der Grund? Diese an sich unschädlichen Mittel sind
mir dennoch viel zu stark; es kann ja noch auf gelindere Art geholfen
werden.
Auf eine Mücke oder einen Floh macht niemand Jagd mit der Flinte. Um
so mehr +verwerfe+ ich ganz entschieden die +unausstehlichen
Brechmittel+, heißen sie nun Brechwasser oder Brechweinstein, führen
sie was immer für Titel. Will einmal alles oben hinaus -- es gibt
ja solche Fälle -- so mache es am Ende wie jener Bauer, der, als er
großen Brechreiz spürte, in kurzem Verfahren den Finger in den Hals
steckte und so dem Reize gründlich abhalf. +Stets wirke man auch beim
heftigsten Brechreiz nur auf geregelten Stuhlgang.+ Mein stärkstes
Mittel zu diesem Zwecke ist der +Wühlhuber+. Dieser Tee hat das
Merkwürdige, daß er, wie er einerseits reichlichen Stuhlgang bewirkt,
andererseits selbst Diarrhöen stillt (man probiere es mit einer halben
Tasse). Er sucht die kranken, verlegenen Stoffe im Körper auf und
leitet sie aus. Sind keine mehr vorhanden, sind alle ausgeschieden,
so hört seine Wirksamkeit von selber auf. Daher die Doppelwirkung.
Charlatanerie -- mag mancher naserümpfend sagen! Ob er’s sage oder
nicht, das ist mir einerlei. Die Tatsache bleibt fest bestehen. Gerade
deshalb sind alle scharfen Laxiermittel so schwächend, so arg und so
schädlich in ihren Folgen, weil nicht kranke Stoffe allein hinausgejagt
werden, sondern alles ohne Unterschied. Die Treibjagd beginnt und endet
mit der Niederlage auch der edelsten, zur Fortpflanzung der Kräfte
notwendigen Säfte. Wer hat dieses nicht selbst schon empfunden? Daher
die große Schwäche, die schnelle und riesige Abnahme der Kräfte nach
solchen Kuren. Wie töricht, wie folgenschwer! ~Sapienti sat!~
Schaden macht klug oder sollte wenigstens klug machen.
Wassersucht.
Wenn der Regen längere Zeit anhält und die Sonne wenig scheint, wird
auf manchem Grunde das Wasser nicht in die Tiefe sickern, auch von
der Sonne nicht aufgesogen werden. Es entstehen so kleine Pfützen von
stehendem Wasser, das später absteht, sauer und faul wird und nicht
am besten einwirkt auf die Pflanzen, die in seiner Umgebung gedeihen
sollen.
So ungefähr geht es in einem menschlichen Körper zu zur Zeit, da sich
die Wassersucht ansetzt, die hauptsächlich in solchen Organismen sich
entwickeln kann, in denen Blut und Säfte zu wässerig sind, die kein
normales, lebenskräftiges Blut mehr besitzen. Vom Blute zehren alle
Organe und Bestandteile des Körpers; es ist der Kraft- und Lebensquell,
aus dem jedes das für seinen Zweck Brauchbare schöpft. Aus dem Moraste,
aus ungesunden Pfützen, aus krankem Blute aber kann nichts Kraft und
Leben Gebendes geholt werden; daher das schlaffe Fleisch, die welken
Gefäße, daher die Anstauungen -- lauter Vorboten der Wassersucht!
Schon im Äußern sieht man es solchen Menschen an: junge Leute
erscheinen plötzlich alt (der oder die, hört man sagen, hat rasch
gealtert), die Gesichtsfarbe steht ab, die Muskeln und Nerven hängen
wie gesprungene Saiten welk an den Knochen, verschiedenerorts,
besonders um die Augen, bilden sich bereits Wassersäcke. Man braucht
sie nur anzutasten, und die Wasserkügelchen springen einem unter
den Fingern weg. Der ganze Körper trägt bald eine Menge solcher
Zwerchsäcke, als ob er gleichsam um gutes Blut bettelte; er bekommt
aber nur Wasser.
Die Wassersucht zählt +verschiedene Arten+. Entstehen die Anstauungen
zwischen Haut und Fleisch, so haben wir die +Hautwassersucht+. Wird der
Unterleib an einem oder mehreren Orten gleichsam ein See, so nennt man
es +Bauchwassersucht+. Wird die Körper-Blutpumpe, das Herz, bezw. der
Herzbeutel wassersüchtig, so heißt es die +Herzwassersucht+ usw. Auch
+nach vielen Krankheiten+ entsteht gerne die Wassersucht, und es geht
dann in der Regel nicht mehr lange. Gar vielen ist sie die Bötin zu Tod
und Grab geworden, oder sie war gleichsam die letzte Sturzwelle, die
das Lebensschifflein, nur mehr ein Wrack, in den Grund bohrte. +Nach+
Scharlach erscheint sie besonders häufig, wenn er nicht gut ausgeheilt
wird, wenn noch Giftstoff drinnen bleibt und der geschwächte Körper
nicht die Kraft hat, ihn hinauszuwerfen. Der ganze Körper fängt dann an
zu schwellen.
+Hat die Wassersucht schon+ weit um sich gegriffen, +einen hohen Grad+
erreicht, +so ist meistens nicht mehr zu helfen wegen des Blutmangels+.
Im Beginne (bei noch nicht fortgeschrittener Zersetzung) kann oft recht
schnell geholfen werden, wenn man von innen und von außen zugleich das
faule Wasser auszupumpen sucht. Beispiele sollen dies klar machen.
Einer +Bäuerin+, ca. 48 Jahre alt, beginnt der ganze Körper
anzuschwellen, sie kann kaum mehr gehen. Die Entkräftung ist schon
groß, das Atmen eine große Last. Ich riet ihr, sie solle sogleich
+Rosmarin in Wein+ ansetzen und täglich zwei Weingläser Rosmarinwein
trinken, im ganzen ungefähr ein Viertelliter. Der Wein stärkte die
Kranke ungemein, wie sie sagte, und trieb sehr viel Wasser ab.
+Äußerlich+ gebrauchte sie +täglich+ während mehrerer Tage den +kurzen
Wickel+, je eineinhalb Stunden, längere Zeit hindurch (ungefähr 4
Wochen) täglich +zwei Halbbäder+ von je einer Minute Dauer mit Waschung
des Oberkörpers. Die Bäuerin gesundete und konnte ihrem Berufe wieder
ganz und ungehindert vorstehen.
+Ein Knabe+ von 12 Jahren hatte Scharlach und wurde nach aller Meinung
gesund. Nach 6 Wochen bekam er die Wassersucht. Der ganze Körper
schwoll an. +Ein Hemd, in Salzwasser+ getaucht, drei Tage nacheinander
je eineinhalb Stunden vorschriftsmäßig getragen, hat den Knaben
vollständig geheilt.
Bei einem +Weibe+ von 54 Jahren setzte sich die +Bauchwassersucht+
an. Die Füße und der Leib seien, wie mir berichtet wurde, entsetzlich
geschwollen. Die Kranke soll durch ihre Tochter +täglich zwei
Messerspitzen Attichwurzelpulver+ in einem Schoppen Wasser drei
Minuten lang sieden lassen und den Tee in zwei bis drei Intervallen
(Zwischenräumen) trinken. Dazu bekomme sie +acht Tage lang täglich
einen Unterwickel+ von je einer Stunde. Die folgenden 10 Tage werde der
Wickel jeden zweiten, die weiteren 14 Tage jeden dritten Tag gegeben.
-- Die Kranke genas vollkommen, und zwar schon nach drei Wochen.
Das Wasser sei, erfuhr ich später, in großen Quantitäten als Urin
abgegangen.
+Attichwurzel+ hat sich mir bei der +Bauchwassersucht+[48] wie
+Rosmarin+ bei der +Herz-+ und +Brustwassersucht+ als das beste innere
Mittel erwiesen.
Bei der +Herzwassersucht+ kann als vortreffliche äußere Anwendung
täglich ein +Ober-+ und +Unteraufschläger+ angewendet werden. Nach
innen gebe man täglich zwei Gläser Rosmarinwein zu trinken.
+Georg+, ein junger Mann von 36 Jahren, ist innerhalb acht Tagen am
ganzen Körper in auffallender Weise angeschwollen, Kopf, Hals, Hände,
Füße zeigen Geschwülste und unter der Haut eine Menge Wasser. +Acht
Tage lang+ zog er +zweimal im Tage den spanischen Mantel+ an, weitere
9 Tage einmal, die letzten 10 Tage nach je drei Tagen. „Ich bin ein
ganzer Spanier geworden,“ scherzte der Mann. „Das Klima, wenn auch
nicht gar besonders spanisch, hat mir gut getan. Ich bin wieder ganz
hergestellt.“
+Eine Notiz+ darf ich hier nicht vergessen, da gerade bei dieser
Krankheit jeder Anfänger mit Wasser leicht sich und andere täuschen
könnte. +Bei der Wassersucht darf das Wasser nie warm+ angewendet
werden, +weder in Form von Dämpfen, noch in Form von warmen Bädern+.
Das Übel gewänne dadurch außerordentlichen Vorsprung, da das warme
Wasser schlaff und welk macht und die Schlaffheit der Organe, die
Untätigkeit derselben bei dieser Krankheit nachgerade das Hauptübel
ist. Die +kältesten Anwendungen sind hier die besten+; nur sollen sie
nie zu lange und nicht anders als vorgeschrieben gebraucht werden; bei
schwachem Blute ist auch die Naturwärme eine schwache.
Ein Gastwirt, 50 Jahre alt, erzählt: „Mein ganzer Leib ist schon
ziemlich stark geschwollen. Der Arzt behauptet, ich bekomme die
Wassersucht. Ich habe schon viel eingenommen, es wird aber von Tag zu
Tag schlimmer. Mein linker Fuß, besonders der Oberschenkel, ist sehr
stark angeschwollen. Der rechte Fuß fängt auch schon an, dicker zu
werden. Durst habe ich viel; beim Bier wird der Durst noch ärger; auch
das Wasser hilft nichts. Muß ich sterben, oder gibt’s für mich noch
eine Hilfe?“
Ich erwiderte: „Gebrauchen Sie folgendes: 1) Jeden Tag einen Oberguß
und Knieguß; 2) in der Woche dreimal einen kurzen Wickel, das Tuch
vier- bis sechsfach, eineinhalb Stunden lang; 3) in jeder Nacht einmal
ganz waschen vom Bett, nicht abtrocknen, gleich wieder ins Bett; so
drei Wochen lang, dann Bericht.“
Dieser lautete sehr günstig. Darauf verordnete ich folgende
Anwendungen: 1) In jeder Woche drei Halbbäder, eine Minute lang; 2)
in der Woche drei Rückengüsse; 3) zweimal den spanischen Mantel,
eineinhalb Stunden lang; 4) täglich eine Tasse Tee trinken in drei
Portionen von zerstoßenen Wacholderbeeren und etwas Zinnkraut, 10
Minuten lang gesotten, während des Tages zu trinken.
Nach sechs Wochen war der Kranke vollständig gesund. Es stellte sich
außer Schlaf der beste Appetit und die volle Kraft wieder ein. Diese
Erklärung sendete mir der Geheilte drei Monate nach der Kur.
Wirbelleiden.
Ein 16jähriger Knabe war mit Verkrümmung der Wirbelsäule behaftet.
Er wurde von mehreren berühmten Ärzten als Rückenmarkleidender ohne
Erfolg behandelt. Sie schickten den Kranken in eine Heilanstalt, wo
ihm verschiedene Streckverbände angelegt wurden. Der Erfolg war, daß
er, während er noch mit großer Mühe eine kurze Strecke in die Anstalt
gehen konnte, dieselbe nach 17 Wochen mit zwei Krücken verlassen mußte
mit dem Urteil der Ärzte, es lasse sich nichts Weiteres mehr machen.
Ein edler Menschenfreund gab dem Vater des kranken Sohnes „Meine
Wasserkur“, und aus dieser nahmen sie die Waschungen mit Wasser und
Essig vor und brachten den Kranken so weit, daß derselbe mit Hilfe
eines Stockes ziemlich gut gehen konnte. Hierauf brachte man ihn zu mir
in der Erwartung, daß er hier vollends geheilt werde. In 17 Tagen war
die Hauptkur vorüber. Der Kranke ging wie jeder andere in diesem Alter,
wenn auch nicht mit derselben Kraft, so doch mit großer Sicherheit ohne
Stock und ohne allen Schmerz. Die Behandlung bestand in folgendem: Aus
recht grobem leinenen Stoff wurde ein Leibchen (Weste) gemacht, dieses,
in Wasser getaucht, in welchem Haberstroh gesotten wurde, angezogen;
über das nasse Leibchen kam ein trockenes und endlich darüber eine
wollene Decke. Über Nacht wurde es liegen gelassen. So jeden zweiten,
später jeden dritten Abend. Jeden Tag bekam der Kranke zwei Obergüsse
und einen Knieguß oder Wassergehen und ein Halbbad. Die weiteren
Anwendungen (nach den 17 Tagen) waren: In der Woche zwei Halbbäder,
zwei Obergüsse und einmal das Leibchen noch anziehen.
Würmer.
Wie sich im menschlichen Körper viel Ungeziefer aufhalten und die
menschliche Natur schwächen oder krank machen kann, so sind vor allem
die Spulwürmer und noch andere Gattungen von Würmern dazu angetan, den
Organismus in Unordnung zu bringen und zu schädigen. Schon bei den
Kindern zeigen sie sich auffallend, und wenn eine Mutter nicht klug
ist und beobachtet, so können sie den Kindern sehr nachteilig sein.
Sie entwickeln sich im Darm; sicher, wenn etwas zu schwere Mehlkost
und besonders Schwarzbrot die Hauptnahrung bildet. Die Würmer gehen
gewöhnlich nach unten, aber auch nach oben ab. Die Kennzeichen sind:
großer Appetit, Unbehaglichkeit und Schmerzen um die Nabelgegend. Ein
Hauptzeichen ist auch, daß die Kinder meistens in der Nase bohren. Die
Kinder sehen auch krankhaft aus, weil die Würmer der Natur die Nahrung
entziehen.
Mittel dagegen sind: 1) Man zerschneidet eine Zwiebel, setzt sie
in einem Quart Wasser an und läßt sie über Nacht stehen. Am Morgen
werden die Zwiebelteilchen gut ausgepreßt und dieses Wasser nüchtern
getrunken. Wendet man dieses Mittel drei bis vier Tage an, dann sind
die Würmer sicher getötet und abgetrieben. 2) Man nimmt einen Löffel
voll Honig und siedet ihn in einem Quart Wasser und trinkt es. Mit
diesem Wasser saufen sich die Würmer voll an, und wenn man später eine
Tasse Wermuttee trinkt, was ihnen Gift ist, dann werden sie getötet und
gehen ab. 3) Am allerstärksten wirkt der Wurmsamen, der Samen einer
Pflanze, die Wurmkraut (Wurmfarn, ~Aspidium Filix mas Sw.~) heißt,
wegen ihrer außerordentlichen Wirkung.
Einer Person kamen eines Tages drei dicke, lange Würmer aus dem Mund
heraus. Sie war schon längere Zeit krank und nahm Medizin ein. Zwei
Löffel voll Wurmsamen zwei Tage nacheinander eingenommen, jedesmal
darnach zwei Stunden gefastet, bewirkten, daß innerhalb drei Tagen
nicht weniger als 78 lange Würmer abgingen.
Der Wurmsamen ist nicht teuer, kann in jeder Apotheke gekauft werden.
Unter allen Würmern ist der nachteiligste der Bandwurm. Diesen
abzutreiben hat man in neuerer Zeit ein ganz sicheres Mittel, das jede
Apotheke mit Anweisung besorgen kann.
[Illustration]
[Illustration]
Alphabetisches Register.
Seite
A.
Abführen, 198
Abführmittel, 125, 356, 359
Abhärtung, 9
-- der Arme, 88
-- -- kleinen Kinder, 24, 28
Abhärtungsmittel, 21, 87
Abmagerung, 199
Abnahme des Denkvermögens und Gedächtnisses, 328
-- der Körperkräfte, 329
Abort, 114
Absud von Fichtenreisern, 100, 105, 170, 201, 324
-- -- Haberstroh, 100, 105, 179, 240, 249, 259
-- -- Heublumen, 35, 100, 105, 240, 244, 245, 249, 324
-- -- saurem Heu, 100
Abtrocknen, 18
Abweichen, 131, 133, 134, 166, 199, 200, 261, 277
Abzehrung, 174
~Achillea millefolium~, 136, 147
Aderlaß, 35, 36, 153, 186
Agave (~Agave americana~), 117
~Aix-les-Bains~, 348
Alaun, 118, 171, 173
Alaunwasser, 117, 169, 171, 173, 245, 285
Aloë (~Aloë vulgaris~ und ~Agave~), 170, 173, 274
Aloëpulver, 118, 136, 155, 173, 287
Aloëwasser, 170, 173, 199, 285
Alpenkräuter, 133
Alte Leute, 101, 103, 161
~Althaea officinalis~, 125
~Althaea rosea~, 142
Angelika (~Angelica silvestris~), 119
Ängstlichkeit, Angst, 189, 328
Anis (~Pimpinella anisum~), 120, 129
Anschoppungen im Unterleibe, 351
Anserine (~Potentilla anserina~), 120
Anstauung des Blutes, 34, 177, 350
-- im Unterleib, 46
Apotheke, 109
Appetit, 147
Appetitlosigkeit, 147
Armbad, 30, 65, 208
Arm-Dampf und Arm-Wickel, 80
Arme-Eintauchung, 43
Arme- und Beine-Abhärtung, 29
Armgicht, 89
Armguß, 88
Arm-Krankheiten, 80
Arnika (~Arnica montana~), 121
Arnikatinktur, 121, 329
Arsenik, 216
~Artemisia absinthium~, 152
Asche, 39
~Asperula odorata~, 127, 151
Asthma, 166, 297
Atem, übel- und faulriechender, 143
Atemnot, 149, 153, 167, 206, 302
Atem, schwerer, 184, 187, 199
Atmen, 11, 168
Atmungsbeschwerden, 144, 167, 297
Attich (~Sambucus ebulus~), 121, 155
Attich-Tee, 121, 262
Attichwurzel-Pulver, 361
Auflage auf den Unterleib, 34
Auflösen d. Krankheitsstoffe, 15, 85, 112
Aufschläge (Kompressen), 121
Aufschläge, warme, auf den Unterleib, 132
Aufschläger, 32
Aufstoßen der Luft, 289
-- -- Speisen, 293
Augenbad, 67
Augendämpfe, 80, 129
Augenentzündung, 75
Augenkatarrh, 168
Augenleiden, 80, 89, 117, 118, 123, 153, 171
Augenstar, 172
Augen, triefende, 75, 118, 123
Augentrost (~Euphrasia officinalis~), 80, 122
Augenwasser, 118, 128, 135, 153, 170, 173
Ausleiten der kranken Stoffe, 112
Ausräuchern, 150
Ausscheiden d. Krankheitsstoffe, 15, 94
Ausscheidungsöl, 111, 112, 122
Ausschläge, 87, 102, 128, 133, 173, 215, 265
-- am Kopf, 66, 74
-- trockene, 94
Ausschlagkrankheiten, 184
Austreibung versessener Gase, 33, 44
Auszehrende, 140
Auszehrung, 175
~Avena sativa~, 129
B.
Bäder, 39
Badestädte, moderne, 63
Baldrian (~Valeriana officin.~), 124
Bandwurm, 364
Barfußgehen, 21
-- auf nassen Steinen, 26
-- im nassen Grase, 25
-- im neugefallenen Schnee, 27
-- im Reif, 27
-- vor dem Schlafengehen, 23
Bauchfell-Entzündung, 210
Bauch-Wassersucht, 360, 361
Bauchweh, 199
Baumöl, 137, 205, 353
Baumwolle, 113
Baunscheidt, 348
Beengung, 184
Beine-Abhärtung, 29
Beinfraß, 178
Bekleidung, 10
Bergwohlverleih (~Arnica montana~), 121
Besessenheit, 232
Betäubungsmittel, 347
Bettflasche, 277
Betthüten, langjähriges, 55
Bettnässen, 136, 179
Bewegung nach der Anwendung, 19
Bittergeist, 124
Bitterklee (~Menyanthes trifoliata~), 124
Bittersalz, 359
Blähungen, 44, 100, 104, 147, 182, 292, 297
Blase, 46, 156, 252
Blasenbeschwerden, 60, 79, 156
Blasenbrennen, 302
Blasengeschwüre, 79
Blasenkatarrh, 130
Blasenkrebs, 261
Blasenleiden, 29, 181, 263
Blasenstein, 130, 151, 182
Blattern, 92, 104, 129, 150, 182
Bleichsucht, 45, 89, 141, 186
Blindarmbeschwerden, 46
Blödsinn, 214
Blutableitung, 34, 95, 97
Blutandrang, 26, 34, 78, 97, 144, 172, 189, 344
Blutanstauung, 34, 68, 87, 177
Blutarme Personen, 18, 40, 59, 71, 74, 78, 81, 86, 89, 100, 101,
103, 343
Blutarmut, 31, 37, 161, 186, 189, 295
Blutbildung, 37, 139
Blutbrechen u. Blutsturz, 143, 157, 188
Blutegel, 36, 37
Blutentziehung, 37
Blutkrankheit, 190
Blutfluß, 45, 144, 157, 190
Blutgeschwür, 212
Blut im Urin, 302, 338
Blutlauf, 40, 144
Blutmangel, 149
Blutreinigung, 128, 133
Blutreinigungskräuter und -Pillen, 200
Blutreinigungstee, 133
Blutschwär, 212
Blutstörungen, 149
Blutsturz, 188
Blutumlauf-Regelung, 45, 85, 86
Blut, unreines, 125, 148