Die Berge zogen ihre hohen, sanften Linien in der bleichen Dämmerung.
Ahnungsvoll schien jede Senkung, jede Matte, jeder Schatten, und stumm
hielten die Tannen hart am Ufer Wacht. Und Luna zog langsam mit ihrem
Gefolge weissgeballter Wolken hinter den Spitzen der Berge einher.
Kein Sternengefunkel störte noch des Himmels Ruh'! Und wie tief kündete
sich da die Nacht, wie fern schien da Aurora, als käme nimmer der frühe
Tau, noch die strahlende Sonne zurück.
»Ach!« seufzte da eines Menschen Stimme, »käme nimmer der Morgen!«
Doch plötzliches Entsetzen fasste ihn alsbald, und starre Angst trieb ihn
dem Gestade entlang, war es ihm doch, als hätte er hier Schatten ins
Bewusstsein gerufen und aufgescheucht, als sei ihm das verhängnisvolle Wort
entfahren, das diesem See und dieser Natur geheimnisvoll zu Grunde lag, und
als seufzte nun alles rings um ihn, von jeder Felswand rauschend und vom
Strande wiederhallend, ein traumversunkenes und im Traum gefundenes Echo:
Ach, käme nimmer der Morgen!
Käme nimmer der Morgen!