Die im Tegeler Forst Erschossenen

Am 17. Januar 1919 meldete der »Abend«, daß vier Spartakisten, namens v.

_Lojewski_, Hermann _Merks_, Richard _Jordan_ und _Milkert_, die während

der Spandauer Spartakusumtriebe verhaftet worden waren, auf dem

Transport nach Tegel im Tegeler Forst einen Fluchtversuch machten. Das

Begleitkommando schoß auf die Flüchtigen und tötete sie sämtlich. Der

gleichzeitig verhaftete Georg Merks, der beim selben Transport war,

teilte jedoch der »Freiheit« (20. Januar 1919) mit: »Die 8 Verhafteten

wurden in zwei offene Lastautos verladen. In jedem waren ca. 10 schwer

bewaffnete Soldaten. Das Auto, in dem ich war, fuhr zuerst ab, in einem

Abstand von 15 bis 20 Metern folgte das andere. Während beide Autos

fuhren, wurde vom hinteren Auto plötzlich geschossen. Die

Wachmannschaften erzählten dann, die Gefangenen seien geflohen. Bei

einem wirklichen Fluchtversuch hätte das Auto natürlich gehalten.« Im

Bericht der »Morgenpost« (18. Januar 1919) heißt es auch, daß »die

Gefangenen versuchten, über das Geländer zu klettern, so daß die

Erschießung im Wagen stattgefunden hat. Auf dem Auto standen Leutnant

Pieper, Vizefeldwebel Plate, Grenadier Dahlke, 2 Grenadiere vom Regiment

5, 2 Trainsoldaten, ein Herr _Sasse_ und ein ehemaliger Pionier Neese.

Sasse gab den Befehl zum Schießen, der von den beiden Trainsoldaten

ausgeführt wurde.« Trotz dieser präzisen Angaben, die die »Freiheit« am

1. März 1920 brachte und der Staatsanwaltschaft übergab, wurde kein

Verfahren eingeleitet.

Vier Jahre Politischer Mord · 第 16 / 146 题