Die Würden und Titel, welche Bacon auf der Höhe seiner Laufbahn
empfing, haben seinen Namen in gewisser Weise verändert. Als er im
Jahre 1618 "Bacon von Verulam" geworden war, schrieb er sich "Francis
Verulam". Nachdem ihn der König in den ersten Tagen des Jahres 1621,
kurz vor seinem schmählichen Sturz, vor feierlich versammeltem Hofe
zum "Viscount von St. Alban" erhoben hatte, hieß er und schrieb sich
"Francis St. Alban". Der Name Bacon verschwindet hinter dem Titel und
der Würde des Pairs: derselbe verhält sich zu Verulam oder St. Alban,
wie Cecil zu Salisbury, Pitt zu Chatham, Disraeli zu Beaconsfield.
Niemand sagt "Pitt von Chatham", niemand sollte sagen "Bacon von
Verulam", aber alle Welt braucht diese incorrecte Bezeichnung, selbst
die Geschichte der Philosophie. Unter dem Namen "Bacon" oder "Bacon
von Verulam" ist er weltberühmt, unter dem Namen "St. Alban" kennt ihn
so gut wie niemand.
Nun schreibt Toby Matthew, einer seiner vieljährigen und vertrautesten
Freunde, der zur römischen Kirche bekehrte Sohn eines englischen
Bischofs, im Jahre 1623 an ihn als "Viscount von St. Alban" und sagt
(wahrscheinlich im Hinblick auf das eben damals in lateinischer
Sprache in neun Büchern erschienene Hauptwerk) in der Nachschrift
seines Briefes: "Der wunderbarste Geist, den ich in meiner Nation und
diesseits der See kennen gelernt habe, ist von Eurer Lordschaft Namen,
aber bekannt ist er unter einem andern".
Hier sehen unsre Baconianer den Schleier des großen Geheimnisses nicht
bloß gelüftet, sondern gefallen, und es erscheint--Shakespeare in
Lebensgröße! "Ein höchst mysteriöses Postscript (_most
mysterious_)", sagt Mrs. Henry Pott. Wen anderen könnte "der andere
Namen" bedeuten als Shakespeare?
Das Räthsel löst sich, wie mir scheint, weit einfacher. Der Mann,
dessen Werke die Welt kennt und bewundert, heißt nicht Viscount von
St. Alban, sondern Bacon.