In den Hotels der fashionablen Kurorte – doch glaube ich, im ganzen
übrigen Europa nicht minder – richten sich die Hotelverwalter und
Oberkellner bei der Anweisung der Räume für einen neueingetroffenen Gast
nicht so sehr nach dessen Wünschen als nach ihrer eigenen, persönlichen
Einschätzung des Betreffenden, und wie man zugeben muß, täuschen sie
sich selten. Was nun aber die Babuschka betraf, da hatten sie doch ein
wenig zu hoch gegriffen: vier prächtig ausgestattete Räume, ein
Badezimmer, ein Zimmer für den Diener und eines für die Zofe. Dieses
Appartement hatte vor einer Woche tatsächlich eine ^grande-duchesse^
bewohnt, was natürlich als erstes der neuen Einwohnerin mitgeteilt und
weshalb der Preis entsprechend heraufgeschraubt wurde.
Die Großtante wurde mit ihrem Stuhl durch alle Zimmer gefahren und sie
musterte sie streng und aufmerksam. Der Hotelverwalter, ein schon
bejahrter Mann mit einer Glatze, begleitete sie ehrerbietig bei dieser
ersten Besichtigung.
Ich weiß nicht, für wen man sie hielt, jedenfalls aber benahm man sich,
als sei sie der vornehmste und reichste Hotelgast. Ins Fremdenbuch
ward sogleich eingetragen: ^Madame la générale princesse de
Tarassevitscheva^, obschon sie keine Fürstin war. Offenbar hatte der
ganze Aufwand ihrer Reise, die eigene Dienerschaft, das besondere Coupé
im Waggon, die Unmenge ihrer Gepäckstücke, Koffer und sogar Kisten, die
mit ihr eingetroffen waren, die Grundlage zu diesem Prestige gelegt; und
der Fahrstuhl mit den Trägern zur Überwindung der Treppen, der schroffe
Ton und die Stimme der alten Dame, ihre exzentrischen Fragen, die sie
wie mit der größten Selbstverständlichkeit stellte, und noch dazu mit
einer Miene, die widerspruchsloseste Beantwortung heischte, kurz, die
ganze Erscheinung und Haltung der Babuschka, so wie sie nun einmal war –
aufrecht, stramm, schroff und gebieterisch – gab natürlich noch den Rest
und steigerte die allgemeine Ehrerbietung zu wahrer Andacht vor ihr.
Bei der Besichtigung der Zimmer befahl sie zuweilen plötzlich,
anzuhalten, wies auf irgend einen Gegenstand der Einrichtung und wandte
sich mit nicht vorherzusehenden Fragen an den ehrerbietig lächelnden
Hotelverwalter, dem es aber in ihrer Nähe nachgerade etwas unheimlich zu
werden schien. Sie fragte ihn auf französisch, und da sie diese Sprache
ziemlich mangelhaft beherrschte, mußte ich ihre Fragen gewöhnlich noch
übersetzen. Doch die Antworten des Hotelverwalters mißfielen ihr
größtenteils oder erschienen ihr wenigstens nicht befriedigend. Aber sie
frug auch immer so wenig gegenständlich, oder so – ich weiß nicht, wie
ich mich ausdrücken soll –, so daß es wohl, weiß Gott, jedem nicht ganz
leicht gewesen wäre, befriedigend zu antworten. Plötzlich z. B. läßt sie
vor einem Gemälde halten – einer ziemlich schwachen Kopie irgend eines
bekannten Originals, das eines der vielen mythologischen Wesen
darstellen soll.
„Wessen Porträt ist das?“
Der Hotelverwalter erlaubt sich, ehrerbietigst zu meinen, daß es
wahrscheinlich eine Gräfin sei.
„Wie, weißt du denn das nicht? Lebst hier und weißt es nicht. Wozu ist
er überhaupt hier? Warum schielt er?“
Auf all diese Fragen wußte der gute Mann nichts Positives zu antworten,
ja sie schienen ihn sogar sichtlich zu verwirren.
„Ist das ein Tölpel!“ äußerte sie sich dann auf russisch.
Der Stuhl wurde weitergeschoben. Dieselbe Geschichte wiederholte sich
vor einer kleinen sächsischen Porzellanstatuette, die sie lange
betrachtete und dann aus unbekannten Gründen fortzubringen befahl.
Darauf wandte sie sich plötzlich an den Repräsentanten des Hotels mit
der Frage, wieviel die Teppiche im Schlafzimmer gekostet hätten und wo
sie gewebt würden. Der Arme versprach, sich sogleich danach zu
erkundigen.
„Das sind mir mal Esel!“ brummte sie und wandte ihre ganze
Aufmerksamkeit dem Bett zu.
„Was für ein pompöser Baldachin! Schlagt ihn zurück.“
Man tat es.
„Noch, noch weiter, ganz fort! Nehmt die Kissen fort, die Decken, alles,
das Federbett, hebt die Matratzen auf.“
Alles wurde umgedreht und aufmerksam von ihr betrachtet.
„Gut, daß sie keine Wanzen haben. Nehmt die ganze Bettwäsche fort! Deckt
meine Wäsche auf und meine Kissen. Das ist aber doch alles viel zu
luxuriös für mich Alte, eine solche Wohnung! Allein ist es langweilig.
Alexei Iwanowitsch, du kommst öfter zu mir, wenn du mit dem Unterricht
der Kinder fertig bist.“
„Ich bin seit gestern nicht mehr Hauslehrer der Kinder des Generals,“
versetzte ich, „ich lebe hier im Hotel ganz für mich.“
„Warum denn das?“
„Vor einigen Tagen traf hier ein angesehener deutscher Baron mit seiner
Gemahlin aus Berlin ein. Gestern auf der Promenade redete ich ihn
deutsch an, wobei ich mich befleißigte, von der Berliner Redeweise nicht
gar zu abweichend zu sprechen.“
„Nun und?“
„Der Baron hielt das für eine Frechheit und beklagte sich beim General,
und der General hat mich daraufhin noch gestern verabschiedet.“
„Ja, was hast du denn, hast du ihn denn beleidigt oder gar gescholten?
Na, und wenn auch, was wäre denn dabei gewesen! Große Herrlichkeit!“
„O, nein. Im Gegenteil, der Baron machte Miene, mich mit seinem Stock zu
schlagen.“
„Und du Lappen hast es erlaubt, daß man sich so etwas deinem Hauslehrer
gegenüber herausnimmt?“ wandte sie sich brüsk an den General, „und hast
ihn obendrein noch entlassen! Schlafmützen seid ihr alle, alle ohne
Ausnahme!“
„Beunruhigen Sie sich nicht, verehrte Tante,“ erwiderte der General mit
einem gewissen hochmütig-familiären Klang, „ich kann auch ohne Beistand
meine Angelegenheiten ordnen. Überdies hat Ihnen Alexei Iwanowitsch den
Sachverhalt nicht ganz richtig wiedergegeben.“
„Und du hast es Dir auch ruhig gefallen lassen?“ wandte sie sich wieder
an mich.
„Ich wollte den Baron fordern,“ antwortete ich möglichst ruhig und
gleichmütig, „doch der General widersetzte sich dem.“
„So, weshalb hast du dich denn widersetzt?“ wandte sie sich an den
General. „Du aber, Väterchen, geh mal jetzt; komm, wenn man dich rufen
wird,“ wandte sie sich sogleich an den Hotelverwalter. „Wozu stehst du
hier mit offenem Munde, das ist ganz überflüssig. Nicht ausstehen kann
ich diese Nürnberger Fratze!“ Jener verbeugte sich ehrerbietigst und
verließ uns, ohne das Kompliment der Babuschka verstanden zu haben.
„Aber ich bitte Sie, Tantchen, sind denn Duelle heutzutage überhaupt
noch möglich?“ fragte mit einem halb spöttischen Lächeln der General.
„Ja warum denn nicht? Männer sind nun mal Hähne: also soll man sie
lassen. Schlafmützen seid ihr hier alle, wie ich sehe, keiner versteht
von euch, für sein Vaterland einzustehn! Nun, vorwärts! Potapytsch,
sorge dafür, daß stets zwei Träger zur Stelle sind, sprich mit ihnen und
mach mit ihnen fest ab. Mehr als zwei sind nicht nötig. Zu tragen
brauchen sie mich nur auf den Treppen, auf ebener Erde aber, auf der
Straße nur zu schieben, und so sag du es ihnen auch. Ja, und zahle Ihnen
noch voraus, dann werden sie höflicher sein. Du aber wirst immer bei mir
sein, Potapytsch, und du, Alexei Iwanowitsch, zeig mir mal diesen Baron
auf der Straße: ich möchte ihn mir doch wenigstens ansehen, was für ein
Von-Baron er denn eigentlich ist. Nun, wo ist denn hier dieses
Roulette?“
Ich erklärte ihr, daß das Roulette sich in den Sälen des Kurhauses
befinde. Dann folgten noch weitere Fragen: Wieviel sind es? Spielen dort
viele Menschen? Wird den ganzen Tag gespielt? Wie spielt man denn dieses
Spiel? – Mir blieb zum Schluß nichts anderes übrig, als zu sagen, daß es
wohl am besten wäre, sich das Spiel einmal mit eigenen Augen anzusehen,
da es schwierig sei zu erklären.
„Nun, dann vorwärts, bringt mich hin! Und du, Alexei Iwanowitsch, geh
voran und zeige uns den Weg.“
„Wie, Tantchen, wollen Sie sich denn nicht einmal von der Reise
erholen?“ fragte der General ganz besorgt. Er schien unruhig zu werden
und auch die anderen tauschten untereinander besorgte Blicke aus.
Offenbar waren sie durch diese Überraschung etwas unangenehm berührt;
vielleicht aber genierten sie sich auch, die Großtante so ohne weiteres
in den Kursaal zu begleiten, wo sie durch ihr originelles Wesen ganz
gewiß Aufsehen erregen würde, was in der Öffentlichkeit sehr unangenehm
wäre. Indessen erboten sich doch alle, sie zu begleiten.
„Wovon soll ich mich erholen? Ich bin nicht müde; habe ohnehin ganze
fünf Tage gesessen. Später aber wollen wir sehen, was für Heilquellen es
hier gibt und wo sie sind. Und dann ... wie hieß das nun gleich wieder,
Praskowja, – der Schlangenberg, nicht?“
„Ja, Babuschka, der Schlangenberg.“
„Nun, dann meinetwegen der Schlangenberg. Was aber gibt es hier sonst
noch zu sehen?“
„Es gibt hier Verschiedenes, Babuschka,“ sagte Polina etwas ratlos.
„Nun, scheinst ja selbst nichts zu wissen. Marfa, du kommst auch mit,“
sagte sie zu ihrem Kammermädchen.
„Aber warum denn auch die noch, Tantchen?“ warf der General ein, wohl um
das Gefolge möglichst zu verringern. „Und übrigens wird man sie kaum das
Kurhaus betreten lassen, ja selbst bei Potapytsch bin ich dessen nicht
ganz sicher.“
„Na, solch ein Unsinn! Bloß weil sie meine Dienerin ist, soll ich sie
hier allein sitzen lassen? Sie ist doch auch ein lebendiger Mensch. Fast
eine ganze Woche waren wir unterwegs – sie will doch auch etwas sehen.
Mit wem soll sie denn gehen, wenn nicht mit mir? Allein würde sie ja
nicht mal wagen, ihre Nase aus der Tür zu stecken.“
„Aber ...“
„Oder schämst du dich etwa, mit mir und ihr zu gehen? So bleib doch zu
Haus, niemand bittet dich. Seht doch mal an, was das für ein General
ist! Ich bin selbst eine Generalin. Und überhaupt, wozu soll mir denn
solch ein ganzer Schweif folgen? Ich werde mir auch ohne euch mit Alexei
Iwanowitsch alles ansehen können ...“
Doch de Grillet bestand mit größtem Eifer darauf, daß alle sie
begleiteten, und erging sich in den liebenswürdigsten Phrasen bezüglich
des Vergnügens, sie begleiten zu dürfen, usw., usw. So brachen wir auf.
„^Elle est tombée en enfance^,“ flüsterte de Grillet dem General zu,
„^seule – elle fera des bêtises^ ...“ weiter konnte ich das Geflüster
nicht verstehen, doch genügte mir das, um zu erraten, daß er gewisse
Absichten haben mußte und daß er vielleicht sogar neue Hoffnung
schöpfte.
Bis zum Kurhaus hatten wir von unserem Hotel aus kaum tausend Schritte
zu gehen. Unser Weg führte uns durch die Kastanienallee bis zum Square
vor dem Kurhaus. Der General beruhigte sich unterwegs ein wenig, denn
wenn unsere Völkerwanderung auch etwas auffallend war, so machten wir
doch zweifellos einen guten Eindruck. Und übrigens war es ja gar nicht
erstaunlich, daß eine kranke Person, die im Stuhl gefahren werden mußte,
hier zur Kur erschienen war, in gutem Vertrauen auf die Wirkung der
Heilquellen. Der General hegte denn auch einzig wegen der Spielsäle
seine Befürchtungen, denn: daß ein kranker Mensch zu einer Heilquelle
reiste, war sehr natürlich, viel weniger natürlich war es aber, wenn
dieser Kranke – in diesem Fall noch dazu eine alte Dame – die Spielsäle
besuchte. Polina und Mademoiselle Blanche gingen jede zu einer Seite des
Fahrstuhls. Mademoiselle Blanche lachte, war fröhlich, doch in
bescheidenen Grenzen, und widmete sich sogar sehr liebenswürdig der
alten Dame, so daß diese sich schließlich lobend über sie äußerte.
Polina auf der anderen Seite war wiederum verpflichtet, alle Augenblicke
die unzähligen plötzlichen Fragen der Babuschka zu beantworten, Fragen
von der Art wie: „Wer war das, der soeben vorüberging? Ist die Stadt
groß? Wie groß ist der Park? Was sind das für Bäume? Was sind das dort
für Berge? Fliegen hier auch Adler? Was ist das da für ein
eigentümliches Dach?“
Mister Astley ging neben mir und flüsterte mir unbemerkt zu, daß er für
diesen Tag noch vieles erwarte.
Potapytsch und Marfa gingen hinter dem Fahrstuhl: Potapytsch in seinem
Frack mit weißer Krawatte, doch auf dem Kopf eine Mütze mit einem
Schirm, und Marfa – ein vierzigjähriges, rotwangiges Mädchen, deren Haar
jedoch schon zu ergrauen begann – in einem Kattunkleide und in
knarrenden, bockledernen Schuhen. Auf dem Kopf trug sie eine weiße
Haube. Die Babuschka wandte sich sehr oft nach den beiden um und machte
sie auf dieses und jenes aufmerksam, oder fragte sie, wie ihnen dieses
und jenes gefalle.
De Grillet unterhielt sich mit dem General. Vielleicht sprach er ihm Mut
zu. Jedenfalls aber schien er ihm Ratschläge zu erteilen. Leider hatte
die Erbtante das entscheidende Wort bereits ausgesprochen: „Geld werde
ich dir übrigens nicht geben.“ Möglich jedoch, daß de Grillet die
Androhung nicht ganz so ernst nahm. Dafür aber kannte der General den
Charakter der alten Dame zu gut, um sich über die Bedeutung der Worte
tröstende Illusionen zu machen. Es fiel mir auf, daß de Grillet und
Mademoiselle Blanche fortfuhren, heimlich Blicke auszutauschen.
Den Fürsten und den deutschen Wissenschaftler erblickte ich weit hinter
uns am Ende der Allee. Sie waren wohl absichtlich zurückgeblieben, und
schlugen eine andere Richtung ein.
Wie ein Triumphzug erschienen wir im Kurhaus. Der Portier und die Diener
legten hier gegen uns dieselbe an Ehrfurcht grenzende Höflichkeit an den
Tag, wie das Dienstpersonal des Hotels, sahen uns aber doch mit größtem
Interesse nach.
Die Babuschka wollte zuerst alle Säle sehen; einiges lobte sie, anderes
ließ sie ganz gleichgültig; nach allem aber fragte sie. Endlich langten
wir bei den Spielsälen an. Der Diener, der dort als Schildwache an der
geschlossenen Tür steht, war bei unserem Anblick zuerst ganz verblüfft,
faßte sich aber im Augenblick und riß beide Türflügel sperrangelweit
auf.
Wie sollten wir da nicht Aufsehen erregen! Dazu war noch unser
Mittelpunkt eine alte Dame, die sich trotz Krankheit und Lähmung in die
Spielsäle fahren ließ – wie sollte da ihr Erscheinen nicht Eindruck auf
das Spielerpublikum machen?
An den Tischen, an denen Roulette gespielt wurde, und ebenso am anderen
Ende des Saales, wo man ^trente et quarante^ spielte, drängten sich etwa
hundertundfünfzig bis zweihundert Menschen, die die Tische in drei- und
vierfachen Reihen umlagerten. Jene, die sich glücklich bis an einen
Tisch hatten durchdrängen können, wußten ihren schwereroberten Platz mit
größter Zähigkeit zu behaupten und gaben ihn gewöhnlich nicht früher
auf, als bis sie alles verspielt hatten; denn, nur so als Zuschauer am
Tisch zu stehen, ohne zu spielen, das ließ man natürlich nicht zu.
Obschon rings um jeden Tisch Stühle stehen, setzen sich doch nur sehr
wenige Spieler, namentlich wenn sich viele an den Tisch drängen, da
stehend eine größere Anzahl Platz hat, denn wer unmittelbar am Tische
steht, kann am bequemsten sein Geld anbringen. Die zweite und dritte
Reihe drängen sich auf die erste, und man beobachtet und wartet, bis
sich Gelegenheit bietet, sich weiterzudrängen und dann gleichfalls zu
setzen. Doch nicht alle sind so geduldig und gewöhnlich machen sie ihre
Einsätze über die Schultern der vor ihnen Stehenden – oder sie zwängen
ihre Hand zwischen den anderen durch – und sogar aus der dritten Reihe
bringen manche das Kunststück fertig, über zwei Reihen hinweg ihr Geld
zu setzen. Infolgedessen vergehen keine zehn Minuten, ohne daß an einem
Tische Streit entsteht. Die Polizei der Spielsäle ist übrigens nicht
schlecht. Das Gedränge läßt sich selbstverständlich nicht vermeiden,
ganz abgesehen davon, daß es für die Bank vorteilhafter ist: je mehr
Menschen an einem Tisch spielen, um so mehr verdient die Bank. Die acht
Croupiers, die an einem Tisch sitzen, verfolgen natürlich aufmerksam die
Einsätze der Spieler, und da sie jedem das gewonnene Geld auszahlen,
sind sie in der Regel diejenigen, die die bei der Gelegenheit
entstandenen Streitigkeiten schlichten. Im äußersten Fall wird aber die
Polizei herbeigerufen und die Sache damit schnell erledigt.
Die Polizeibeamten tragen hier unauffällige Zivilkleidung und halten
sich wie Privatleute, gleich allen den unzähligen Promenierenden und
Zuschauenden, in den Sälen auf, so daß niemand sie als Angestellte der
Bank erkennen kann. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die kleinen Diebe
im Auge zu behalten. Solcher gibt es an den Roulettetischen sehr viele,
da ihnen die Ausübung ihres Gewerbes so leicht gemacht wird. In der Tat,
an jedem anderen Ort muß man, wenn man stehlen will, in fremde Taschen
greifen oder Schlösser sprengen, – das aber zieht im Fall eines
Mißlingens unangenehme Folgen nach sich. Beim Roulette jedoch braucht
man nur an den Tisch zu treten, ein paar Francs zu setzen und plötzlich
ganz offen und nur mit größter Unverfrorenheit einen fremden Gewinn vom
Tisch zu nehmen, und in die Tasche zu stecken, und, wenn dann ein Streit
entsteht, ganz entrüstet zu behaupten, daß es der eigene Einsatz gewesen
sei. Wenn der Spitzbube es geschickt und unauffällig zu machen versteht
und die übrigen Spieler in ihren Zeugenaussagen nicht ganz sicher sind,
so bleibt der Dieb sehr oft im Besitz des fremden Geldes – d. h. wenn
die Summe nicht gar so groß war. – Die großen Einsätze werden in der
Regel von den Croupiers oder den übrigen Spielern und Zuschauern mehr
beachtet. Ist aber die Summe nicht so groß, so verzichtet ihr wirklicher
Besitzer sehr oft auf eine Fortsetzung des Streites, da ihm ein Skandal
zu unangenehm ist, und er verläßt den Tisch. Gelingt es aber, den Dieb
zu überführen, so wird er unter großem Trubel von den Polizeibeamten
hinausgeschafft.
Alles das sah sich die Babuschka aus der Ferne mit gespanntem Interesse
an. Es gefiel ihr sehr, daß die Diebe abgeführt wurden. ^Trente et
quarante^ fand bei ihr kein besonderes Interesse; besser gefiel ihr das
Roulette und am besten die weiße kleine Kugel, und daß sie sich drehte.
Endlich wünschte sie jedoch, das Spiel sich aus der Nähe genauer
anzusehen.
Ich weiß selbst nicht, wie es zuging, aber den angestellten und den
freipraktizierenden Dienern – letztere sind vornehmlich Polen, die ihr
Geld verspielt haben und nun glücklichen Spielern oder Ausländern ihre
Dienste aufdrängen – gelang es jedenfalls im Augenblick, trotz des
Gedränges, neben dem Hauptcroupier, der an der Mitte des Tisches sitzt,
Platz zu schaffen, und ehe ich mich dessen versah, wurde auch schon ihr
Stuhl dorthin geschoben. Sogleich drängten sich viele Zuschauer, die
sich der Kuriosität halber in den Spielsälen aufhielten, ohne selbst zu
spielen – meist Engländer mit ihren Familien – von allen Seiten an den
Tisch heran, um die alte Dame zu betrachten. Unzählige Lorgnons
richteten sich auf sie. Die Croupiers schöpften Hoffnung: eine so
absonderliche Spielerin verhieß ja wirklich etwas Außergewöhnliches.
Freilich, eine fünfundsiebzigjährige Dame, die trotz halber Lähmung noch
zu spielen wünschte – das war allerdings nichts Alltägliches. Ich
drängte mich gleichfalls an den Tisch und blieb neben ihrem Stuhl
stehen. Potapytsch und Marfa waren ganz von uns fortgedrängt worden und
standen irgendwo wie verlassen unter den vielen Menschen. Der General,
Polina, de Grillet und Mademoiselle Blanche hielten sich gleichfalls
unter den Zuschauern auf, doch absichtlich weiter von uns entfernt.
Die Babuschka begann zuerst, die Spieler zu betrachten. Und natürlich
folgten dann wieder ihre plötzlichen Fragen, die sie mir schnell und
halblaut zuflüsterte. „Wer ist dieser dort? Und wer ist jene?“ Am
meisten gefiel ihr ein ganz junger Mensch, der am Ende des Tisches saß
und sehr hoch spielte: er setzte zu Tausenden und hatte, wie man ringsum
flüsterte, schon gegen vierzigtausend Francs gewonnen, die in einem
ganzen Haufen von Gold und Banknoten vor ihm lagen. Er war bleich; seine
Augen glänzten fieberhaft und seine Hände zitterten. Er setzte bereits
ohne jede Berechnung, setzte, soviel die Hand griff, und immer noch
gewann er und gewann er und scharrte das Geld zusammen. Die Diener
behandelten ihn wie ihren Augapfel, waren unermüdlich in ihren
Dienstleistungen, schleppten ihm sogar einen Sessel herbei und hielten
ihm die anderen vom Leibe, damit er es bequemer habe – alles das,
versteht sich, in Erwartung gemünzter Dankbarkeit. Es geben ihnen
nämlich die meisten Spieler, wenn sie größere Summen gewonnen haben,
beim Fortgehen in der Freude über den Gewinn reichen Lohn für diese
kleinen Dienstleistungen, gewöhnlich so viel, wieviel die Hand aus der
Tasche zieht. Deshalb hatte sich auch neben diesem ununterbrochen, doch
untertänigst etwas zuflüsterte jungen Menschen schon einer von den
bewußten Polen eingefunden, der sich nun nach Kräften mühte und ihm –
wahrscheinlich riet er ihm, wie er spielen solle – selbstverständlich
gleichfalls in Erwartung eines Almosens! Doch der Spieler sah ihn kaum,
und setzte planlos, achtlos, wirr – und gewann immer noch. Ich glaube,
er war sich seiner Handlungen kaum noch bewußt.
Die Babuschka betrachtete ihn eine Weile regungslos. Plötzlich stieß sie
mich ganz erregt an und flüsterte mir schnell zu:
„Sag ihm, sag ihm, daß er fortgehen soll, daß er sein Geld nehmen und
fortgehen soll, schnell, schnell, sag’s ihm doch! Er wird es verlieren,
er wird sofort alles verlieren, so geh doch! – Wo ist Potapytsch? Schick
Potapytsch zu ihm! Schnell! Aber so sag’s ihm, so sag’s ihm doch!“ Und
sie stieß mich immer heftiger, damit ich ging. „Wo ist Potapytsch?
^Sortez! Sortez!^“ begann sie selbst dem jungen Menschen zuzurufen. Ich
beugte mich schnell zu ihr und flüsterte ihr scharf zu, daß man hier
nicht so schreien dürfe, daß es nicht einmal erlaubt sei, etwas lauter
als im Flüsterton zu sprechen, da fremdes Gespräch die Spieler in ihren
Berechnungen störe, und daß man uns andernfalls sogleich hinausweisen
würde.
„Ach, wie ärgerlich! Der Mensch ist verloren! Aber er will es ja selbst
... ich mag ihn nicht mehr ansehen, er bringt mich aus der Haut. Solch
ein Tölpel!“ Und sie wandte sich geärgert von ihm fort und begann die
Spieler an der anderen Hälfte des Tisches zu betrachten.
Dort an der linken Seite des Tisches fiel unter den Spielern namentlich
eine junge Dame auf, neben der ein Zwerg stand. Wer dieser Zwerg war,
das weiß ich nicht – vielleicht war es ein Verwandter von ihr,
vielleicht nahm sie ihn nur so mit, um Aufsehen zu erregen. Diese Dame
war mir auch früher schon aufgefallen. Sie erschien täglich um die
Mittagszeit in den Spielsälen, gewöhnlich um ein Uhr, und um zwei Uhr
ging sie wieder fort – nur eine Stunde spielte sie. Man kannte sie schon
und verschaffte ihr sogleich einen Stuhl. Sie nahm dann aus ihrer Tasche
etwas Geld, einige Tausendfrancs-Scheine und begann ruhig, kaltblütig,
berechnend zu setzen, notierte sich mit ihrem Bleistift die Zahlen, die
herauskamen, und bemühte sich, das System zu erraten, nach dem im
gegebenen Augenblick die Chancen wechselten. Sie setzte ziemlich
bedeutende Summen und gewann täglich ein-, zwei-, höchstens dreitausend
Francs – nicht mehr, und sobald sie gewonnen hatte, ging sie fort. Der
Babuschka fiel sie sogleich auf und sie betrachtete sie lange.
„Nun, diese dort wird sicherlich nicht verlieren! Nein, diese ganz gewiß
nicht! Die ist die Richtige! – Weißt du nicht, wer sie ist?“
„Eine Französin wahrscheinlich, eine von jenen,“ flüsterte ich.
„Ah! Das sieht man! Man erkennt den Vogel schon am Flug; ja, die hat
scharfe Krallen. So, und jetzt erkläre mir, was jede Drehung zu bedeuten
hat und wie man setzen muß.“
Ich versuchte, so gut es ging, mich möglichst kurz zu fassen und ihr
ungefähr die verschiedenen Kombinationen des Spiels, ^rouge et noir^,
^pair et impair^, ^manque et passe^ und die verschiedenen Bedeutungen
der Zahlen zu erklären. Sie folgte sehr aufmerksam meiner Erläuterung,
prägte sich die Hauptsachen ein, fragte zuweilen nochmals und schien
alles gut zu behalten. Übrigens hatten wir die Beispiele vor Augen, was
das Begreifen und Behalten wesentlich erleichterte. Die Babuschka war
jedenfalls sehr zufrieden mit meiner Erklärung.
„Aber was bedeutet ^zéro^? Dieser Croupier hier, der Krauskopf, rief
soeben ^zéro^! Und weshalb zieht er alles ein, sieh doch, alles was auf
dem Tisch ist? Und den ganzen Haufen behält er für sich! Was hat denn
das zu bedeuten?“
„Ja, ^zéro^, Babuschka, ist der Gewinn der Bank. Wenn die Kugel auf
^zéro^ fällt, so gehören alle Einsätze der Bank, die dann niemandem
etwas auszahlt.“
„So, das ist mir mal nett! Und ich erhalte gar nichts?“
„O, doch, Babuschka, aber nur, wenn Sie vorher auch auf ^zéro^ gesetzt
haben, dann aber das fünfunddreißigfache Ihres Einsatzes.“
„Was, fünfunddreißigmal mehr? Und kommt das oft heraus? Warum setzen sie
dann nicht auf ^zéro^, die Dummköpfe?“
„Weil sechsunddreißig Chancen dagegen sind.“
„Unsinn! Potapytsch, Potapytsch! Wart, auch ich habe Geld bei mir, –
hier!“ Sie zog aus ihrer Tasche einen zum Platzen vollen Geldbeutel
hervor und entnahm ihm einen Friedrichsdor. „Da, setz ihn gleich auf
^zéro^!“
„Aber ^zéro^ hat doch eben erst gewonnen,“ bemerkte ich, „jetzt wird es
so bald nicht wieder gewinnen. Sie würden viel verlieren, wenn Sie jetzt
schon anfangen wollten, auf ^zéro^ zu setzen. Warten Sie noch ein
wenig.“
„Unsinn, tu, was ich dir sage!“
„Wie Sie wünschen, nur wird ^zéro^ vielleicht nicht vor dem Abend
gewinnen und Sie können Tausende verlieren. Das ist schon vorgekommen.“
„Ach, Unsinn, sprich nicht! Wer den Wolf fürchtet, der gehe nicht in den
Wald. Was? Verloren? Setz noch einmal!“
Auch der zweite Friedrichsdor wurde verspielt. Wir setzten den dritten.
Die Babuschka konnte kaum ruhig bleiben und ihre Augen folgten wie
gebannt der springenden Kugel. Und wir verloren auch den dritten. Die
Babuschka war außer sich, sie saß wie auf Kohlen und klopfte sogar mit
der Faust auf den Tisch, als der Croupier „^trente six^“ rief, anstatt
des erwarteten ^zéro^.
„Ach, das ist doch! ...“ ärgerte sie sich, „wird denn nicht endlich
einmal diese elende Null herauskommen! Ich will nicht leben, wenn ich
das nicht zurückgewinne! Ich bleibe hier bis zum ^zéro^! Das macht ja
doch alles dieser verwünschte Croupierbengel, der Krauskopf, dieser
Elende! Der macht es absichtlich! Alexei Iwanowitsch, setze zwei
Goldstücke auf ^zéro^! Du setzt ja immer so wenig, daß man doch nichts
bekäme, wenn es mal trifft!“
„Babuschka!“
„Setz, sag ich dir, setz! Ist nicht dein Geld.“
Ich setzte zwei Friedrichsdor. Die Kugel kreiste lange im Rad, endlich
begann sie an den Zacken zu springen. Die Babuschka hielt den Atem an
und preßte meine Hand wie mit einem Schraubstock, und plötzlich –
„^Zéro!^“ rief der Croupier.
„Siehst du! siehst du!“ wandte sie sich hastig zu mir, strahlend vor
Zufriedenheit. „Ich sagte dir doch! Muß mir doch Gott selbst eingegeben
haben, zwei Goldstücke statt eines zu setzen! Nun, wieviel bekomme ich
denn jetzt? Warum zahlen sie mir denn noch nicht aus? Potapytsch, Marfa,
wo seid ihr denn alle? Wo sind die Unsrigen geblieben? Potapytsch!
Potapytsch!“
„Babuschka, später!“ flüsterte ich ihr zu. „Potapytsch steht an der Tür,
man läßt ihn gar nicht zum Tisch. Sehen Sie, da zahlt man Ihnen das Geld
aus, nehmen Sie es!“
Man schob uns eine in blaues Papier eingeschlagene und versiegelte
schwere Rolle zu, die fünfzig Friedrichsdor enthielt, und außerdem noch
zwanzig Friedrichsdor, die der Croupier einzeln aufzählte. Alles das zog
ich mit der Krücke näher zur Babuschka.
„^Faites le jeu, messieurs! Faites le jeu, messieurs! Rien ne va plus?^“
rief der Croupier, um die Spieler zum Einsatz aufzufordern und bereits
im Begriff, das Rad zu drehen.
„Mein Gott! Jetzt kommen wir zu spät! Gleich wird er drehen! So setz
doch, setz doch!“ trieb mich die Babuschka an, „aber so trödel doch
nicht! schneller!“ Sie geriet ganz aus dem Häuschen und stieß mich immer
wieder an.
„Aber auf was denn, Babuschka?“
„Auf ^zéro^, auf ^zéro^! Wieder auf ^zéro^! Setz so viel als möglich!
Wieviel haben wir? Siebzig Friedrichsdor? Nichts da! Setze sie alle,
aber immer zu zwanzig Friedrichsdor auf einmal.“
„Babuschka, besinnen Sie sich! ^Zéro^ kommt oft zweihundertmal nicht
wieder! Ich versichere Sie, so können Sie Ihr ganzes Kapital
verspielen!“
„Unsinn, schwatz nicht! Setz! Ich weiß, was ich tue!“ Sie zitterte am
ganzen Körper.
„Nach der Vorschrift ist es nicht erlaubt, mehr als zwölf Friedrichsdor
auf einmal auf ^zéro^ zu setzen,“ sagte ich, „so – und die habe ich
jetzt gesetzt.“
„Wieso nicht erlaubt? Lügst du nicht etwa? Mßjö! Mßjö!“ wandte sie sich
an den Croupier, der links neben ihr saß, und im Begriff war das Rad zu
drehen, und sie stieß ihn mit dem Finger an, „^combien zéro? Douze?
Douze?^“
Ich beeilte mich, die Frage im Französischen verständlich zu erläutern.
„^Oui, madame^,“ bestätigte der Croupier höflich, „ganz wie auch jeder
andere Einsatz nicht die Höhe von viertausend Florins überschreiten darf
– der Vorschrift gemäß,“ fügte er zur Erklärung hinzu.
„Nun, nichts zu machen, dann setz nur zwölf.“
„^Le jeu est fait!^“ rief der Croupier.
Das Rad drehte sich und es kam Dreizehn heraus. Wir hatten verloren.
„Noch! noch! noch! Setz noch einmal auf ^zéro^!“
Ich widersprach nicht mehr, zuckte nur mit der Achsel und setzte
nochmals zwölf Friedrichsdor auf ^zéro^.
Das Rad drehte sich sehr lange. Die Babuschka bebte am ganzen Leibe und
ihr Blick folgte wie gebannt der Kugel. „Sollte sie wirklich glauben,
daß jetzt ^zéro^ gewinnen wird?“ fragte ich mich, indem ich sie ganz
verwundert betrachtete. In ihrem Gesicht las ich die unerschütterliche
Überzeugung, daß sie gewinnen, daß der Croupier jetzt gleich, im
nächsten Augenblick, ^zéro^ rufen werde.
Die Kugel sprang in ein Fach.
„^Zéro!^“ rief der Croupier.
„Was!“ wandte sich mit triumphierender Genugtuung die Babuschka
strahlend nach mir um.
Ich bin selbst ein Spieler. Das fühlte ich in diesem Augenblick. Meine
Hände und Füße zitterten, in meinem Gehirn hämmerte es. Natürlich war es
nur ein seltener Zufall, daß von etwa zehn Spielen dreimal ^zéro^
gewann; doch war es schließlich nichts gar so Verwunderliches. Ich hatte
es noch vor drei Tagen erlebt, daß ^zéro^ dreimal nach der Reihe
herauskam, und bei der Gelegenheit bemerkte einer der Spieler, der sich
eifrig alles notierte, daß während des ganzen vorigen Tages ^zéro^ nur
ein einziges Mal herausgekommen sei.
Der Babuschka wurde der Gewinn, da er der größte war, ganz besonders
aufmerksam und höflich ausgezahlt. Sie erhielt vierhundert und zwanzig
Friedrichsdor, also viertausend Florins und zwanzig Friedrichsdor. Die
zwanzig Friedrichsdor zahlte man ihr in Gold aus, die viertausend
Florins in Banknoten.
Diesmal rief sie nicht mehr nach Potapytsch; sie war jetzt mit anderem
beschäftigt. Und auch äußerlich zitterte sie weder noch stieß sie mich
wie zuvor. Ihre Gedanken schienen vollkommen konzentriert zu sein,
nichts hätte sie mehr ablenken können.
„Alexei Iwanowitsch! Er sagte, daß man nicht mehr als viertausend
Florins auf einmal setzen darf? Hier, nimm, setz diese ganzen vier auf
Rot.“
Ich sparte mir die vergebliche Mühe, ihr zu widersprechen. Das Rad
begann sich zu drehen.
„Rouge!“ rief der Croupier.
Wieder ein Gewinn von viertausend Florins, im ganzen waren es jetzt
acht.
„Vier gib mir her, die anderen vier aber setz wieder auf Rot!“
kommandierte die Babuschka.
Ich setzte wieder viertausend Florins.
„Rouge!“ rief wieder der Croupier.
„Das macht im ganzen zwölf! Gib sie mir alle her. Das Gold schütte
hierher, so, in den Beutel, das Papiergeld bewahre du auf. So! Basta!
Nach Haus jetzt! Schiebt den Stuhl fort!“