Renée antwortete: „Was soll ich erzählen, Yvonne Capeller?“

„Wie sonderbar Sie meinen Namen aussprechen.“

Warum sollte Renée schweigen? Warum konnte sie nicht sagen: weil es

zärtlich macht, an diesen Namen zu denken.

Von den weißen Bäumen kamen Blüten. „Nun ist es schon bald vorbei,“

sagte Yvonne Capeller.

Sie gingen zum Haus. Eine Treppe von wenig Stufen führte in das Haus,

dann kam ein kleiner Gartensaal. Ein starker Geruch war im Haus, so wie

Tannenduft, nur schärfer. Ein wenig so, wie der Wald riecht in der

Sonne.

Einen Augenblick blieb Renée allein. Sie stand am Fenster und sah in den

Garten. Der war dunkel gegen die Helle des Zimmers und still. Renée

unterschied nichts mehr. Die weißen Bäume starrten kalt und unheimlich

heraus aus der weichen Dunkelheit.

Yvonne Capeller kam wieder. Renée hörte sie, wandte sich nicht um.

Wie leise kamen ihre Schritte. Renée rührte sich nicht, sie hörte, daß

Yvonne einen Augenblick stehen blieb.

Dann sagte Yvonne: „Kommen Sie. Wollen wir hier sitzen?“ Renée zögerte

noch.

Yvonne saß am Tisch. Yvonne hatte ein weißes Kleid. Um ihren Hals war

eine Kette von Perlen, eine lange Kette, die auf ihren Knieen lag.

Es waren halbdunkle Bilder an den Wänden, und da standen Möbel von

Kirschholz mit blaßlila Bezügen. Eine Geige lag auf dem Tisch unter

Renées Rosen.

Renée sah diese Dinge an. Sie dachte: Manchmal des Abends spielt sie auf

der Geige, auch wenn Wind ist draußen. Das klingt dann heimatlich und

süß.

Yvonne saß sehr still. Man wußte nicht, dachte sie nach oder sah sie

vielleicht auf Renée. Vielleicht, ihre Augen sahen auf Renée, und ihr

Gesicht war gradaus gewandt. Sie sagte: „Geldern meint, Sie haben ein

Gedicht gelesen – sagte er nicht – welches denn?“

Renée stand noch immer am Fenster.

Das Leben der Renée von Catte · 第 49 / 74 题