nach Dr. A. B. Meyer und einigen andern kürzlich aus den Philippinen
zurückgekehrten Freunden.
Zu S. 4. Es existirt jetzt direkte Dampfschiffahrt zwischen Spanien
und Manila, die Gesellschaft ist eine englische, die Schiffe gehn von
Liverpool nach Spanien und durch den Suezkanal nach Manila; es sind
grosse Dampfer von 2-3000 Tons. Diese Linie wird jetzt meist zu Aus-
und Heimreisen von den spanischen Beamten benutzt.
Zu S. 4 Anm. 5. Auch zwischen Singapore und Manila ist jetzt eine
direkte Dampfschiffverbindung vorhanden. Alle 14 Tage trägt ein
Schiff die Post von Manila nach Singapore und bringt die europäische
zurück. Dieses ist jetzt auch die meist benutzte Passagierlinie:
Die Ueberfahrt soll in 6 Tagen gemacht werden. Die Regierung
zahlt der Gesellschaft 5000 Doll. für jede Reise, übt aber kein
Aufsichtsrecht. Die Schiffe sind oft nicht seetüchtig. Dr. A. B. M. war
13 Tage statt 6 unterwegs. Sein Schiff musste zwei Tage in den
Cuyo-Inseln Schutz suchen und wurde auf der nächsten Fahrt im Hafen
von Labuan, den es mit Mühe erreichte, kondemnirt. Ausserdem gehn noch
von Zeit zu Zeit Handelsdampfschiffe zwischen verschiedenen Häfen
Chinas (Amoy, Hongkong etc.) und Manila. Die Passagierbeförderung
mit spanischen Kriegsschiffen hat daher ganz aufgehört.
S. 5 unten. Noch 1872 sieht man sehr viele Trümmerhaufen an den
verschiedensten Orten in Manila und Vorstädten, herrührend von dem
Erdbeben von 1863. Der Hauptplatz ist noch in demselben Zustande,
wie auch die Brücke »an deren Herstellung (s. Anm. S. 19) ich zweifle«.
Zu Seite 6. Erdbeben in den Philippinen von Oktober 1871 bis März 1872.
1871: 8-9. Oktober Mindanao, Pollok; es entstanden neue
Schwefelquellen.
1871: 8-14. Dezember Mindanao, Cotabatu zerstört.
1871: Dezember Provinz Albay, Ausbrüche des Mayon.
1872: Januar ,, Albay, desgleichen.
1872: 29. Januar ,, Manila 7 Uhr Nm. O. W. schwach.
1872: 29. ,, ,, Zambales O. W. stark.
1872: 7. Februar ,, Camarines sur 2 Mal.
1872: 5. März ,, Manila 9 Uhr Vm.
1872: 6. ,, ,, Laguna 9 Uhr Vm. (vielleicht auch am 5.)
1872: 22. ,, ,, Manila, stark.
1872: 22. ,, ,, Batangas.
In der Epoca vom 20. und 21. März 1872 werden die Erdbeben von
Pollok und Cotabatu als furchtbar in ihren Wirkungen geschildert. Am
8. Dezember 1871 um 6 Uhr 10 Minuten Nachm. war Cotabatu ein fröhliches
Dorf, um 6 Uhr 20 Minuten ein Schutthaufen. Ein viel heftigeres
Erdbeben fand am 9. um 7 1/2 Uhr Vorm. statt, die Erde schien zu
kochen; dies wiederholte sich noch 5 Mal.
Zu S. 23. Botanischer Garten. »Er ist in demselben Zustand wie Sie
ihn sahen. Der Direktor bekommt zwar 2000 Dollar Gehalt oder mehr,
aber seine einzige Thätigkeit besteht darin, Blumen zu Sträussen
zu ziehen. Der grössere Theil des Bodens ist mit Mais und Bananen
bestanden. Wieder ein Beweis für den Mangel an Kontrolle«.
Zu S. 59. »Die Strasse zwischen Majaijai und Lucban und zwischen
Lucban und Mauban ist jetzt in so schlechtem Zustande, dass ich sie
nur mit Lebensgefahr passirte, und dennoch herrscht zwischen Mauban
und St. Cruz sehr viel Handel und Verkehr«.
Zu S. 61. »Der Wasserfall ist zwischen Lucban und Majaijai, nicht
zwischen Mauban und Lucban. -- Ich machte eine grosse Anzahl von
Versuchen dort um durch Herabwerfen von Steinen die Höhe des Falles
zu messen und fand das Mittel von 5 Secunden. Darnach würde die Höhe
390'5 betragen«.
Zu S. 76. »Die Philippinen produziren jetzt mehr Cacao und genügend
für ihren eignen Gebrauch, so dass die Sendungen von Ternate sehr
schlechte Preise erzielen. Nur durch die Rückfracht von Zigarren können
die Kaufleute sich bezahlt machen. Der Cacao muss aber auf Celebes und
Batjan fast ebenso theuer eingekauft werden, wie er in Manila verkauft
wird. Von Ternate kommt er nur indirekt; Kaufleute von Ternate senden
Schiffe nach Batjan, nach der Bucht von Tomini (Celebes) und nach
den Togian oder Schildpattinseln in der Bucht von Tomini und tauschen
dort Cacao ein, den sie entweder direkt nach Manila schicken oder an
Manilahändler in Ternate oder Menado verkaufen. Die Anpflanzungen in
der Bucht von Tomini und auf den Togianinseln sah ich, sie sind in sehr
schlechtem Zustand und die Ausfuhr dürfte in kurzer Zeit ganz aufhören,
wenn die Verhältnisse sich nicht ändern. Der Celebes-Cacao ist von
besonderer Güte, leidet aber seit Jahren ebenfalls an einer Krankheit«.
Zu S. 123. Hammelfleisch ist in Manila nicht täglich zu haben,
sondern nur wenn jemand Hammel aus Shanghai kommen lässt.
Zu S. 251. Das Vorschuss-System schleicht sich wieder ein und wird
schwerlich dauernd zu beseitigen sein, so lange es an regelmäßiger,
stätiger Lohnarbeit mangelt. Daran wird es aber wohl immer fehlen so
lange jedermann Eigenthümer sein kann.