Grossbritanien 198,954 226,258 96,000 125,540 131,180 143,498
N.-Amerik. Atlant.
Häfen 158,610 249,106 280,000 294,728 327,728 285,112
Californien 6600 9426 14,200 15,900 22,500
Europa Continent 901 1134 200 244 640
Australien 16 5194 21,144 11,434 6716
Singapore 2648 1932 3646 1202 2992
China 5531 302 882 2294
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Total 273,269 493,352 406,682 460,558 488,560 463,752
Balanza Preuss. Belg. Engl. Marktbericht
mercantil. Konsul- Konsul- Konsul- T. H. & Co.
Bericht. Bericht. Bericht.
Der Verbrauch im Lande ist in obigen Zahlen nicht enthalten und schwer
zu ermitteln, muss aber sehr bedeutend sein, da die Eingeborenen
ganzer Provinzen in Guinara gekleidet sind; die Gewebe für den Bedarf
der Familie werden aber gewöhnlich im Hause selbst angefertigt.
Als Surrogat für Abacá kommt seit einigen Jahren in zunehmender
Menge Sesal, auch Sesalhanf oder mexicanisches Gras genannt, in den
Handel. Es sieht ungefähr so aus wie Abacá, entbehrt aber den schönen
Seidenglanz, ist schwächer, kostet 5 bis 10 £ per Ton weniger, wird
nur zu Tauwerk verwendet; seine Abfälle sind zur Papierfabrikation
gesucht, als Zusatz zu besserem Papierzeug. Eine Notiz über den
Ursprung dieses Surrogates bringt The Technologist Juli 1865, einen
davon wesentlich abweichenden ausführlichen Aufsatz mit Abbildungen
der U. S. Agricultural Report Washington 1870. Bei der zunehmenden
Wichtigkeit des Stoffes und der Unbekanntschaft, die selbst in
London über seine Herkunft herrscht, dürfte ein kurzer Auszug daraus
willkommen sein. Der Bericht erwähnt die grössere Schönheit der
Abacáfaser, aber nicht ihre grössere Festigkeit. [259]
Der Sesalhanf, nach dem Ausfuhrhafen Sisal (im NW. der Halbinsel)
benannt, ist bei weitem das wichtigste Bodenerzeugniss Yucatan's
und scheint jenes felsige, von der Sonne verbrannte Land zur
Hervorbringung dieser Fasern besonders geeignet. In Yucatan
wird die Faser jenequem genannt, auch wohl die Pflanze, aus
der sie gewonnen wird. Von letzterer sind 7 Arten oder Abarten
Gegenstand des Anbaus, nur zwei derselben, die erste und siebente,
kommen auch wild vor. 1o Chelem, wahrscheinlich identisch mit
Agave angustifolia, sie nimmt den ersten Rang ein. 2o Yaxci
(spr. yachki, yax = grün, ki = agave), die zweite im Range, sie
wird nur für feine Gewebe verwendet. 3o sacci (spr. Sakki, sac =
weiss) die wichtigste, ergiebigste, liefert fast ausschliesslich
die Fasern für die Ausfuhr, jede Pflanze jährlich 25 Blätter =
25 Pfd., davon 1 Pfd. reine Faser. 4o Chucumci, ähnlich No. 3,
aber gröber. 5o babci, die Faser sehr gut, aber die Blätter klein,
daher nicht ausgiebig. 6o citamci (spr. kitamki, kitam = Schwein)
weder gut noch ausgiebig. 7o cajun oder cajum, wahrscheinlich
Fourcroya cubensis, Blätter schmal, 4 bis 5' lang.
Der Sesalbau wird erst in neuester Zeit schwunghaft betrieben, die
Gewinnung der Faser aus den Blättern und ihr Verspinnen zu Tauwerk
geschieht zum Theil schon durch grosse Dampfmaschinen. Vorzugsweise
aber wird das ganze Gewerbe von den Mayaindianern ausgeübt,
Abkömmlingen der Tolteken, die es bei ihrer Einwanderung aus Mexico
mitbrachten, wo es schon lange vor Ankunft der Spanier bestand.
Der Sesalbau soll jährlich 95% Nutzen abwerfen. Ein Mecate =
576 quadr. Varas enthält 64 Pflanzen, giebt 64 Pfd. reine Faser,
Werth 3 Doll. 84 C., nach Abzug der Kosten (1 Doll. 71) 2 Doll. 13
C. Gewinn. Die Ernten beginnen 4 bis 5 Jahre nach Anlage der
Pflanzung und halten 50 bis 60 Jahre an.
Da es in tropischen Ländern kaum eine Hütte ohne Bananen giebt, so sind
schon Viele auf den Gedanken gekommen, dass es sehr vortheilhaft sein
würde, die Fasern dieser Pflanzen zu verwerthen, die jetzt gänzlich
verloren gehn und für den blossen Arbeitslohn zu haben wären, denn die
geringe Mühe des Anbaus vergelten die Bananen schon auf's reichlichste
durch ihren Fruchtertrag. [260] Für die Philippinen würde diese
Voraussetzung unter den bestehenden Verhältnissen wohl nicht zutreffen,
da es nicht einmal lohnt den Bast der ächten Abacápflanzen zu gewinnen,
sobald diese Früchte getragen haben. Die Faser der essbaren Arten
wäre doch wohl nur als Papierstoff zu gebrauchen, ihre Gewinnung
würde mehr kosten als die der ächten Bandála (s. S. 248).
Im Sitzungsbericht der Society of Arts, London 11. Mai 1860 wird
eine von F. Burke in Montserrat erfundene Maschine zur Erzielung von
Bananen- und andern endogenen Pflanzenfasern besprochen. Während
frühere Maschinen der Faser parallel wirkten, arbeitet jene queer
gegen dieselben, wodurch sie vorzüglich rein erhalten werden; man
soll damit von der Banane 7 bis 9 % Faserstoff gewinnen. Die Tropical
Fibre Company hatte solche Maschinen nach Demarara, auch nach Java und
andern Orten gesandt in der Absicht, die Fasern der essbaren Bananen
zu Gespinnst und Papierstoff zu verwerthen. Auch lagen bereits Proben
also gewonnener Fasern aus Java vor, deren Werth für den Spinner auf 20
bis 25 £ geschätzt wurde.(?) Es scheinen aber diese vielversprechenden
Versuche noch nirgends zu nachdrücklichem Betriebe geführt zu haben,
wenigstens wird in den mir zu Händen gekommenen Konsularberichten
nichts davon erwähnt. Bei der Bandalagewinnung in den Philippinen
hat sich die Erfindung nicht Eingang verschafft; selbst noch in
seinem neuesten Bericht (Aug. 1869) klagt der englische Konsul, dass
alle bisher von den Ingeniören ersonnenen Maschinen sich als völlig
unbrauchbar erwiesen.
Der Nutzung des Bastes essbarer Bananen steht aber in den Philippinen
auch noch der Umstand entgegen, dass diese Pflanzen dort, nicht wie
an manchen Orten in Amerika, in grossen Gärten, sondern vereinzelt
um die Hütten gezogen werden; die Heranschaffung des Rohmaterials,
der Lokaltransport und die hohe Schiffsfracht würden den doch
immer nur mässig guten Stoff für Europa zu sehr vertheuern,
wenigstens wohl auf 10 £ per Tonne, während Spartogras (Lygaeum
spartum Loeffl.), das seit einigen Jahren in steigender Menge als
Papierstoff eingeführt wird, in London nur 5 £ die Tonne kostet. [261]
Einen andern billigen Papierstoff liefern die Kaffeesäcke aus Jute
(Corchorus capsularis). Sie dienen namentlich zur Darstellung festen
braunen Packpapiers, da es noch nicht gelingen will, die Faser zu
bleichen. Nach P. Symmonds verwenden die Vereinigten Staaten in
neuester Zeit viel Bambus. Ein sehr gutes Zeug soll die Rinde der
Adansonia digitata geben; besondere Beachtung aber verdiene der
Neu-Seeland-Flachs, da sich daraus gefertigtes Papier wegen seiner
grossen Zähigkeit vorzüglich für Werthpapiere eigne.
Es darf indessen nicht übersehen werden, dass die zur Papierbereitung
verwendeten Lumpen von Leinen- und Baumwollenstoffen, die das
vorzüglichste Papier geben, ebenfalls für die blosse Mühe des
Einsammelns zu haben sind, dass sie die Kosten ihrer Herstellung schon
in der Form von Kleiderstoffen gedeckt, und sogar durch die Abnutzung
und durch vieles Waschen eine weitere Zubereitung erhalten haben,
die sie zur Papierbereitung geeigneter macht.
Je mehr übrigens die Papierfabrikation fortschreitet, um so mehr
verdrängen einheimische Holzfasern, namentlich Holz und Stroh,
die schon gegenwärtig recht gute Pasten geben, jeden aus der Ferne
eingeführten Rohstoff. Dass England so viel Sparto bezieht, hat
wohl mit darin seinen Grund, dass es nur sehr wenig Stroh erzeugt,
weil es einen grossen Theil seines Getreidebedarfs in Körnern vom
Auslande empfängt.