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Landesverein Sächsischer
Heimatschutz
Dresden
Mitteilungen
Heft
3 bis 4
Monatsschrift für Heimatschutz, Volkskunde und Denkmalpflege
Band XIV
_Inhalt_: Die »Alte Hoffnung Gottes« zu Kleinvoigtsberg und
neue Hoffnungen des Freiberger Bergbaues – Die Streitlinde bei
Königsfeld – Die »nackten Jungfern« – Botanisches vom Krokus,
insbesondere den Drebacher »nackten Jungfern« – Grenzland –
Sebnitzer Pestdenkmale – Die deutschen Jugendherbergen – Die
Reise nach Sylt – Wieder einmal: Reklameschilder
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Dresden 1925
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Schüler) kann der Betrag auf 1 Mark zurückgesetzt werden.
Wir danken für das uns von unseren Mitgliedern jederzeit
entgegengebrachte Wohlwollen und bitten, uns dieses zu erhalten.
Dresden, im Mai 1925.
=Landesverein Sächsischer Heimatschutz=
* * * * *
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uns, zu bitten, Wertsendungen aller Art nur »Eingeschrieben« oder als
»Wertsendung« an uns zu richten.
=Landesverein Sächsischer Heimatschutz=
Band XIV Heft 3/4 1925
[Illustration: Landesverein Sächsischer Heimatschutz Dresden]
Die Mitteilungen des Vereins werden in Bänden zu 12 Nummern
herausgegeben
Abgeschlossen am 30. April 1925
Die »Alte Hoffnung Gottes« zu Kleinvoigtsberg und neue Hoffnungen des
Freiberger Bergbaues
Von Stadtbaurat _Rieß_-Freiberg
Aufnahmen von _K. Reymann_, Freiberg
»Glückauf! ihr Bergleut, jung und alt,
Seid frisch und wohlgemut,
Erhebet eure Stimme bald,
Es wird noch werden gut!«
So klingt es in einem alten Freiberger Bergmannsliede, das in keiner
frohen Runde, in keiner feuchten Stunde der alten Bergstadt Freiberg
fehlen darf. Da leuchten die Augen der jungen Bergstudenten und mit
markigen Stimmen schmettert der ganze Hauf: Glückauf! Glückauf!
Glückauf!
Die alten Herren vom Bergleder – in Freiberg rechnet sich wohl ein
jeder ein bißchen zum Leder – sie singen nicht mehr so hell mit
ungebrochener Stimme! Ihnen liegt es noch im Ohr und im Herzen, wie
einst rings um Freiberg das Grubenglöcklein so traut vom Schachte
klang, wie das Glückauf! Glückauf! von dem anfahrenden Bergmann als
hoffnungsfroher Gruß, als echte selbstgeprägte Münze freudig ausgegeben
wurde. Ihnen wird das Herz schwer, die Wehmut greift an die Kehle und
sie denken der alten, der fernen, vergangenen Bergherrlichkeit! – Wo
sind die Zeiten hin, wo das Glückauf dem Steiger erklang:
»Glückauf! dem Steiger sei’s gebracht,
Sein Anbruch werde schön,
Daß es den Obern Freude macht,
Die es recht gerne sehn,
Wenn man ihn’n schöne Erze zeigt,
An Silber und an Bleien reich.
Dann ruft mit ihm der ganze Hauf:
Glückauf! Glückauf! Glückauf!«
Es ist ja noch gar nicht lange her, daß die staatlichen Erzbergwerke
ihren Betrieb einstellten, weil sie nur noch mit Zuschuß »Zubuße«
arbeiteten und glaubten, bei dem Niedergang des Silberpreises dem
Wettbewerb auf dem Weltmarkt nicht mehr gewachsen zu sein. Nur ein
Dutzend Jahre! In diesem Dutzend Jahre aber ein Erleben so groß und
wuchtend, so welterschütternd und schicksalsschwer, als wäre die
Lawine eines Jahrhunderts über die Herzen gegangen! – Ja, die alte
Bergherrlichkeit! Man denkt, sie ist gestorben, man meint, sie könnte
nicht mehr erwachen. Ach, man hat ja unter den Lawinenlasten der Zeit
das Glauben mehr und mehr verlernt, während doch nur der Glaube an
uns und unsere Zukunft uns helfen kann, während doch nur erst und
eigentlich der Glaube die Sehne strafft, den Willen zu Stahl härtet,
Berge versetzt und mit Glückauf! Glückauf! Glückauf! Felsen zerbricht,
schöne Erze »an Silber und an Bleien reich« aus schwarzen Abgründen
fördert.
»Wenn ihr glauben würdet, so wäre euch geholfen!« Auch dem Freiberger
Bergbau wäre geholfen, würdet ihr glauben, denn der Freiberger Bergbau
ist ja nicht tot. Nicht an Altersschwäche und Erschöpfung ist er
eingegangen wie ein lebenssatter verbrauchter Greis. Ruhe ist kein Tod,
sondern kann Leben voller Kraft und Zukunftshoffnung, voller Tätigkeit
und Schaffenslust werden, wenn eine starke Hand weckt. Es gilt noch das
Wort: »Silber hegen seine Berge noch in manchem tiefen Schacht!« In der
Tiefe schlummern die Gänge edler Erze und warten auf die glaubensstarke
Faust, welche an die Felsen schlägt, welche mit modernem Geiste sie
weckt und an das Licht bringt, mit moderner Technik sie aufbereitet und
ohne Verluste, nach bestem Verfahren, ihre reichen Werte der Tiefe und
dem toten Gestein entreißt.
Ein tragisches Geschick war es, daß außer am Sinken des Silberpreises,
der staatliche Freiberger Bergbau unter seinen Betriebseinrichtungen
litt, daß die Zubußgelder des Staates zum größten Teil zur Unterhaltung
des zu großen Betriebes benötigt und nur zum geringen Teile zu
Neuanlagen verbraucht wurden. Seine Gänge und Abbaumöglichkeiten
konnten aus Mangel an Mitteln nicht genügend erschlossen und das
geförderte edle Gut in nur unvollkommener Aufbereitung ausgenutzt
werden, unter großen Verlusten, bis zu 35 Prozent und darüber.
Erst _nach_ seinem Erliegen wurden neuere vollkommenere
Aufbereitungsverfahren, wie die Cyanlaugung der Silbererze und das
Schwimmverfahren, bekannt, durch welche z. B. in Mexiko trotz niedriger
Silberpreise der beste wirtschaftliche Erfolg auch für den Abbau der
ärmeren Erzmittel der edlen Quarzformation (bis zu 0,025 Prozent
Silbergehalt) verbürgt wird. (Vgl. Dipl.-Ing. Arnold Ziffzer in »Metall
und Erz« 1923 S. 42–47.)
Wären vielleicht seinerzeit manche Zubußgruben rechtzeitig und früh
genug aufgegeben und die dort ersparten staatlichen Mittel in vollem
Umfange z. B. auf das Himmelsfürster Gebiet mit dem Werke »Junge hohe
Birke« und seine moderne Ausgestaltung verwendet worden, vielleicht
wäre gute Ausbeute für lange Jahre und steigende Rentabilität gesichert
gewesen zum Segen des Freiberger Bezirkes und der ganzen Heimat,
nicht zum mindesten während des Krieges und der unheilvollen Zeit des
Währungsverfalles. Ein Ausgangspunkt wäre geblieben, um mit immer neuer
Kraft und Unternehmungsgeist die Möglichkeiten der Technik und die
Hoffnungen und Verheißungen der Tiefe auch in anderen hoffnungsreichen
Freiberger Revieren auszuschöpfen.
»Wer der Ausbeuth will genießen,
Laß sich Zubuß nicht verdrießen«
und
»Gib Zubuß, arbeit’, wart’ dein Zeit,
Es folgt Ausbeuth, die dich erfreut.«
Diese alten Bergmannssprüche waren nicht beachtet und ihre Weisheit
nicht zur Tat geworden, als der letzte Häuer der Freiberger staatlichen
Gruben seine letzte Schicht verfahren mußte.
Warum blickte er so trübe und so schmerzlich? Weil er weiß, daß unten
in der Tiefe noch reiche Erzadern bluten, daß in Gefels und Klüften
noch viele edle Gänge der Erforschung und des Abbaues nach der Tiefe
und nach der Breite harren, daß nur im engeren Gebiete des staatlichen
Erzbergbaues Untersuchungen zur Erschließung neuer Gangmittel in
horizontaler Richtung durch Querschläge, aber nur ungern und zögernd
nach der Tiefe stattfanden, daß aber die zahlreichen notleidenden
Privatbesitzer diese Forschungsarbeiten völlig vernachlässigten
und nur durch Raubbau sich hielten. Er trauert, daß die weiten und
reichen Reviere westlich und nördlich von Freiberg mit ihren viele
kilometerlangen Gangzügen, der edlen Silber- und Bleierze führenden
Quarzformation, der edlen Bleiformation mit dem reichen funkelnden
Bleiglanz und dem Vorkommen von gediegenem Silber, die Bergbaureviere
zwischen Hohentanne, Kleinvoigtsberg, Bräunsdorf, bei Kleinwaltersdorf,
Großschirma, Wegefahrt und den benachbarten Fluren noch unerforscht
sind, trotzdem Verbindungen stückweise erforschter reicher, edler,
abbauwürdiger Gangzüge sicher anzunehmen sind.
So ist den Zeitverhältnissen, dem Mangel an Mitteln, dem mangelnden
Glauben, dem Mangel an Technik und einer gewissen Rückständigkeit der
Einrichtungen, eine Grube nach der anderen zum Opfer gefallen und
hat eine Belegschaft nach der anderen Bergkittel und Leder an die
Wand hängen, Schlägel und Eisen bei Seite legen müssen, trotzdem
die Schätze der Tiefe noch unerschöpft der Faust und des Bohrers des
Bergmanns warten und geheimnisvoll leuchtend und funkelnd der aus ihrer
Gebundenheit erlösenden Tat und den wunderbaren Kräften und Mitteln
modernster Technik und Wissenschaft entgegenharren. –
»Nur eine hohe Säule zeugt von verschwundener Pracht!« Sie zeugt von
dem Geist und Leben, von der Art und Arbeit, von den Erfolgen und
Hoffnungen des Freiberger Bergbaues. Geborsten ist die Säule noch
nicht! Sie wird auch nicht stürzen über Nacht! Nein, sie soll die
Ecksäule eines Neubaues sein und werden, eines Neubaues Freiberger,
sächsischen Erzbergbaues! Diese Säule heißt: »Alte Hoffnung Gottes!«
Ist der Name nicht wie eine Prophezeiung? Aus ihm klingt das Vertrauen
und der Glaube heraus, der unserer Zeit fehlt und doch so bitter nötig
ist, der alte Glaube an die Zukunft. Die »Alte Hoffnung Gottes« ist
nicht zuschanden geworden, sie allein hat durchgehalten durch alle
bösen Tage von Silbersturz und Krieg, von Inflation und Geldknappheit,
und hat dadurch bewiesen, daß auch heute noch eine starke Faust
funkelndes Leben aus den Tiefen des Freiberger Bodens zu holen vermag,
daß der alte Hoffnungsvers des Bergmannsliedes doch noch Geltung hat:
»Glückauf! ihr Bergleut, jung und alt,
Seid frisch und wohlgemut,
Erhebet eure Stimme bald,
Es wird noch werden gut!«
Wir wollen einmal von Freiberg dieser letzten Stätte Freiberger
Bergbaues einen Besuch abstatten, und von der Alten Hoffnung Gottes
zu Kleinvoigtsberg uns neue Hoffnungen für die Zukunft ins Herz holen
und uns stärken an dem Gedanken, daß ein Stillstand wohl den Bergbau
treffen konnte, daß aber Erwachen und neue Kraft aus der Tiefe, durch
Glauben und Hoffnung zu neuem Leben emporhebt.
»Es wird noch werden gut!«
Unsere Fahrt geht vom Obermarkt der alten Bergstadt aus. Mitten
auf seinem Spiegel steht das Brunnendenkmal Ottos des Reichen, des
Stadtgründers, der seinen Reichtum den Silberfunden des Freiberger
Bodens verdankte. Unter seinem Helmsturz scheint er uns freundlich
zuzulächeln. Seine Hand mit der Gründungsurkunde will er wohl heben, um
uns ein Glückauf zur Fahrt zu winken? Zur Fahrt, die der alten Hoffnung
auf die geheimnisvollen verschwiegenen Tiefen, auf die noch nicht
erschlossenen, schlummernden Kraftquellen seines alten Vriberchbodens
gilt? –
Am Rathauseck sind zwei Kreuze seit Jahrhunderten als Wahrzeichen
angebracht, die aus eingelassenen Erzstücken bestehen. Jeder wandernde
Handwerksbursche mußte sie kennen und nennen als Ausweis seiner
Ortskenntnis in fernen fremden Zunftstuben und Herbergen. Unsere Fahrt
gilt heute dem Erz des Freiberger Bodens, das Alt-Freiberg untreu
geworden sein soll, wie man meint, dessen alte heimliche Treue uns
aber dennoch heute das Herz stärken soll. Wie bedeutungsvoll wollen
uns da die ehrwürdigen Erzkreuze, diese alten Zeichen dort oben als
Sinnbilder scheinen: Ohne Kreuz und Leid, ohne Treue, ohne Glauben und
ohne Opfer kann edles Erz nicht aus dunkler Tiefe ans Licht gebracht
werden! – Und dort drüben an der Hausecke steht seit Jahrhunderten
der altertümliche Bergmann mit dem großen Tellerkragen unterm Kinn,
mit der Erzmulde auf der Schulter und einem Wappen unter der Faust.
Die Inschrift lautet, daß hier Freibergs erste Zeche gewesen sei.
Alte Überlieferung ist es, die damit uns zugeraunt wird. Eine Fahrt
von Freibergs erster Zeche zu Freibergs letzter Zeche? Eine Fahrt von
der Wiege zum Grabe? Nein, »Alte Hoffnung Gottes« deutet auf Zukunft,
deutet auf neues Werden!
Auf neues Werden deutet der frühlingsmäßige Tag, ob auch Winter im
Kalender steht und noch die Knospen im kahlen Geäst zu schlummern oder
gar tot zu sein scheinen. Wir wissen, sie brechen auf, und das Leben
ist stärker als der Tod!
Durch die alte Leipziger Straße geht unsere Fahrt. Von drüben, von der
Höhe grüßt Herdersruhe herüber, wo inmitten eines kleinen Haines »der
Knappen bester Freund«, der Berghauptmann Freiherr v. Herder, der Sohn
des Dichters, in der Halde zu den drei Königen seinen letzten Schlummer
schläft. Als er hier Ende Januar 1838 seine letzte Schicht verfuhr,
schien es den Zeitgenossen, als wäre mit ihm die Blüte des Bergbaues zu
Grabe getragen.
»Doch schwieg rings auf den Bergen das Grubenglöckelein,
Und fuhr kein Knapp am Morgen zur Tagesschicht mehr ein.
Dann wirst du aus dem Schlaf dich wie Barbarossa ringen
Und deinem Freiberg wieder die alten Tage bringen!«
Dieser Barbarossatag ist noch nicht für Freiberg gekommen und die Raben
kreisen immer wieder um die mächtigen Halden auf den Höhen, während
unten die Zwerge neidisch die Schätze hüten. Doch der Tag wird kommen,
an dem der Bann gelöst wird und die Schätze frei werden. Der Glaube und
die Tatkraft einer neuen Zeit, eines neuen Wollens und Könnens, werden
die Mächte der Finsternis brechen. –
Durch Felder und Wälder braust unsere Fahrt dahin. Die hohen Fichten
des Fürstenwaldes senden herben Harzduft aus und wir atmen tief ihre
belebende Kraft in unsere Lungen. Kleinwaltersdorf, Großschirma bleibt
hinter uns zurück und von der Höhenstraße schweift weit unser Blick
in die Ferne, wo Dörfer sich in Bodenfalten ducken und drüben die
Halsbrücker Esse mit langer Rauchfahne qualmt, und wo links die dunklen
Wellen des Zellwaldes wie ein wogendes Meer von immergrünen Wipfeln
sich heben und senken. Ein alter Gasthof liegt am Wege, »Der schwarze
Bär« von Großvoigtsberg. Seine breite bogenüberspannte Hofeinfahrt
öffnet sich, als führte der Weg mitten in das Herz dieses gastlichen
Hauses, als müßte der Wagen gleich in die Wirtsstube hineinstürmen.
Eine plötzliche Biegung des Weges und schon lag »Der schwarze Bär«
hinter uns mit der gähnenden Rachenöffnung seiner Torfahrt.
Vielleicht ein andermal, du alter schwarzer Bursche, in dem schon
seit Jahrhunderten die Bergleute von Großvoigtsberg, Kleinvoigtsberg,
Obergruna so manchen festen Trunk getan, bis eine Grube nach der
anderen erlag. Ein andermal werden wir getrost uns deinem gastlichen
Rachen anvertrauen, heute wollen wir das letzte Bergwerk alter
Freiberger Art in seiner eigenwüchsigen Ausprägung sehen und uns seiner
Erhaltung freuen. –
Die Bergwerksgebäude der »Alten Hoffnung Gottes« zu Kleinvoigtsberg
liegen seitab etwa 1500 Meter östlich von der großen Heeresstraße
in naher Gemeinschaft mit den noch unverdorbenen schlichten
Fachwerkhäusern des kleinen Bergmannsdörfchens. Dieses Bergmannsdorf
ist eine echte Industriesiedlung alter Zeit. Nicht wie die Reihendörfer
des Erzgebirges liegt es an langer Straße, Hof bei Hof inmitten
der Gärten und an den anschließenden Feldern, sondern die Häuslein
liegen dicht beim Werke, das die Arbeit gibt. Sie sammeln sich wie
die Küchlein um die Henne, so daß man schon an der Hausanordnung das
gänzlich andere aus der Industrie herausgewachsene Wesen des Ortes
erkennen kann. Schon im Jahre 1224 taucht sein Name als »Vogilsberg
minor« in einer Urkunde auf. Siebenhundert Jahre Geschichte hat
dieses stille Dörfchen aus der ersten Zeit der Kolonisation
deutscher Ansiedler im dunklen Miriquidi, aus den ersten Jahren des
Bergbaues! Oberhalb des Ortes, auf der Höhe des Muldentales, das
die Ausläufer seiner Bewaldung fast in die Dorfstraßen schickt,
liegen die Baulichkeiten des Kunst- und Treibeschachts und geben, in
Verbindung mit den mächtigen dunklen Halden, der ganzen Landschaft das
unverkennbare charaktervolle bergmännische Gepräge.
Unterhalb des Dorfes dicht am Muldenufer, etwa 60 Meter tiefer als
das Treibehaus, liegen die Aufbereitungsanlagen, die Scheidebank, das
Pochwerk und die Stoßherdwäsche. Diese verschiedene Höhenlage der
Berggebäude ist eine Eigenart von besonderer Bedeutung für die Arbeit
der Grube. Es werden nämlich nur die tauben Gesteinsmassen aus der
Tiefe des Schachtes bis hoch zum oberen Treibehaus gefördert und dort
auf Halde gestürzt.
Die Erze werden nur bis an einen in der Höhe der unteren Aufbereitung
in den Berg führenden Stollen getrieben und in ihm auf Hunten der
Reinigung und weiteren Verarbeitung zugerollt. Unter freundlicher
Führung und Erläuterung besichtigen wir die Anlagen über Tage und
gewinnen den tiefen Eindruck, daß hier in diesem letzten Silberbergwerk
ein Kulturdenkmal, ein Industriedenkmal lebendig und in voller
Arbeitsfrische erhalten ist, das in seiner ganzen Anlage, der
Ausgestaltung seiner Bauten, der Ausprägung seines charakteristischen
bergmännischen Seins und Wesens so echt, so wahr, so bodenständig und
urwüchsig ist, daß es als ein Beispiel und Meisterwerk volkstümlicher
Kunst und Technik anerkannt, und seine dauernde Erhaltung schon aus
diesem Grunde für ferne Zeit sichergestellt werden muß.
Da steht auf der Höhe der Pulverturm. (Abb. 1.) Wie eine Landmarke
leuchtet er mit seinen weißen Mauern und dem lustigen Ziegeldach in die
Ferne. Er verwahrt sicher in seinen dicken Mauern die Sprengmittel für
die Arbeit des Bergmannes vor Ort in der Tiefe. Wie fest und sicher,
wie selbstbewußt und kraftvoll steht er da, mit seinen im Achteck
starkgefügten Mauern und seinem achteckigen spitzen Zeltdach und der
eisernen, von starken Riegeln verwahrten Tür. Kein Fenster, kein Zierat
am ganzen Bau, kein »Kunstwerk«, aber gerade durch seine Schlichtheit,
Tüchtigkeit und anspruchslose Zweckmäßigkeit ein herzerfreuendes Werk
bodenständiger Heimatkunst. –
[Illustration: Abb. 1. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Pulverhausturm=]
Nicht weit vom Turm liegt das Huthaus (Abb. 2) mit seinem kecken,
zierlichen, achteckigen Dachreiter in die Ferne bis zu den Türmen
Alt-Freibergs schauend. Das Glöcklein dort oben klingt noch immer
stimmungsvoll mit heller Stimme über die Dächer des tiefer liegenden
Dörfchens und ruft zur Schicht. Das Dörflein hat keine Kirche. Die
Glockenstimme des Huthauses, in dem sich die Belegschaft vor der
Schicht sammelt, ist, wie anderwärts die Kirchenglocke, hier die Stimme
der Heimat, die Stimme der Mutter, welche den Kindern des Dorfes in der
Fremde und daheim im Ohr und im Herzen liegt und Tiefstes wecken kann,
wenn lange entbehrt, sie plötzlich an die sonst vielleicht stumm und
stumpf gewordenen Saiten des Herzens klingt.
Das Dorf hat keine Kirche, aber im Huthaus befindet sich schon seit
dem Jahre 1770 heute noch im Erdgeschoß eine Betstube, in welcher
nach altem ehrwürdigen Freiberger Brauch vor der Schicht sich die
Belegschaft zu kurzer Andacht sammelt. (Abb. 3.) Die mit reizvoll
geschnitzten Akanthusranken verzierte kleine alte Orgel spielt einer
der Bergleute. Auf rauhen Bänken ohne Lehne sitzen die schlichten
Männer in ihrer Arbeitstracht und kräftig füllt ihr Lied den so
unendlich einfachen und doch so würdevollen Raum, ehe sie mit frohem
Glückauf an ihr Tagewerk in dunkler Tiefe gehen.
[Illustration: Abb. 2. =Huthaus von »Alte Hoffnung Gottes« zu
Kleinvoigtsberg=, links das Haus, im Hintergrund ist die »Bergschmiede«]
Im oberen Geschosse liegt die Wohnung des Hutmannes und, nicht zu
vergessen, ein kleiner Ausschank und Gaststube für den Bergmann. Ein
Freiberger Verslein sagt bezeichnend:
»Rostig wird die Grubenschiene,
Wenn der Hunt nicht drüber läuft,
Faltig wird des Bergmanns Miene,
Wenn er ab und zu nicht säuft.«
Im Kampf gegen Rost und Falten hat der Bergmann seinen Mann
gestellt! Der Bergmann ist ja allezeit eine fröhliche Haut gewesen!
Bergmusikanten zogen schon vor alters mit ihren eigenartigen
Instrumenten mit ihren Liedern und Bergmannsreyhen durch das Land, und
mit ihnen ging die Fröhlichkeit und lachte in den Stuben und unter der
Linde. Zwischen Betstube und Glockentürmlein, zwischen Orgeltönen und
Glockenklang die Gaststube, alles in einem Hause, gerade wie in einem
rechten Menschenherzen, im deutschen Herzen, im Bergmannsherzen Andacht
und Frohsinn, Sehnsucht und Lust, Weltflucht und Weltsucht wundersam
nebeneinander wohnen!
[Illustration: Abb. 3. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Betstube im Huthaus=]
Der Weinstock klettert am Spalier der Wand empor und belebt mit seinem
Grün das anmutige Bild des alten Huthauses.
Im Verwaltungshause der Grube wird eine Inschrifttafel vom Jahre 1861
aufbewahrt, welche früher im Huthause hing und auf einen Umbau hinweist.
»Von neüem haben sie mich hergestellt
Dieweil sie gehn ins frische Feld.
Mit dieser Hoffnung und mit der Zeit
Erwartet man die schöne Ausbeut.«
Hinter dem Huthause steht die urwüchsige Bergschmiede aus dem Jahre
1770 (Abb. 4), in welcher das Gezähe des Bergmannes geschmiedet,
geschärft und zugerichtet wird. Schlägel und Eisen, in der Felsarbeit
müde und stumpf geworden, gewinnen hier im Fauchen der Herdglut und im
Kling Klang des Hammerschlages auf dem Ambos neue Kraft und Schärfe,
und tausend mannigfache Dinge, welche der Bergbau verlangt, schafft
hier die Kunst des Schmiedes für den Gebrauch und rasche Verwendung.
[Illustration: Abb. 4. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Schmiede=]
Ein mächtiges steiles Dach, das mehr als doppelt so hoch ist als
die niedrigen Außenwände, schützt und deckt das Haus. Fenster und
Türen, Dachaufbauten und Schornsteine sind fast in völliger Symmetrie
angeordnet. Alles ist einfach und ungekünstelt, und so wirkt dieser
Zweckbau so sicher, so ruhig und festgewurzelt im heimischen Boden, als
wäre er aus ihm herausgewachsen.
Der Mittelpunkt der ganzen oberen Anlage ist aber das Treibehaus mit
hohem, steilem Schieferdach mit kurzer Abwalmung der Giebelspitzen.
Durch diese Linienführung der Giebel und des Daches fügt sich der
Bau in das Bild der mächtigen Halden hinein, als wäre er aus diesen
Steinmassen herausgewachsen und herrscht nun, auf hoher Terrasse
stehend, wie auf einem Thron, darüber in selbstverständlicher Schönheit
und Machtfülle. (Abb. 5.)
Der dem Tale abgekehrte, nach der Wetterseite zu liegende Giebel
ist mit Schiefer behangen und geschützt, während der nach dem Tale
blickende, mit vielen Sprossenfenstern Ausschau haltende Giebel in
ausgemauertem, sichtbarem Fachwerk mit Putzfeldern gebaut ist. Trotz
seiner Schlichtheit wirkt der Bau mit seinen vielen Fenstern, dem
schwarzen Holzwerk und seinen weißen Putzfeldern sehr schmuck und
macht einen außerordentlich freundlichen und reizvollen Eindruck,
der noch erhöht wird durch die engere Umgebung. (Abb. 6.) Dr.-Ing.
Bleyl schreibt darüber in seinem schönen Werke über »Baulich und
volkskundlich Beachtenswertes aus dem Kulturgebiete des Silberbergbaues
zu Freiberg usw.«: »Da das Haus um einige Meter von der Straße absteht,
so wird oben auf der Stützmauer eine durch steinerne Platten belegte
Terrasse gebildet. Von dieser führt eine Treppe tiefer herunter nach
einem kleinen Obstgärtchen, das vor dem Talgiebel des Hauses dadurch
zustande gekommen ist, daß man gegen die Halde im Bogen eine Stützmauer
gestellt hat. Dieser umschlossene, versteckte kleine Terrassengarten,
der mit seinen Obstbäumen gegen den Abfall nach der Straße zu durch
einen Holzzaun mit Buschwerk geschützt und von dem hohen nach dieser
Seite noch auf einem durch den tiefgelegten Garten entstandenen
Kellersockel stehenden Giebel überragt wird, birgt eine sehr anmutige
reizvolle Stimmung.
[Illustration: Abb. 5. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Treibehaus mit Halden=]
Die Abgeschlossenheit und Stimmung des Gärtchens wie des ganzen Hauses
wird noch gesteigert durch ein dickes Geranke von Efeu, das die
Treppenmauer überwuchert hat, und vor allem durch einen prächtigen
alten Kastanienbaum. Da nämlich die Treppe nach dem Gärtchen nicht
unmittelbar an das Haus gelegt ist, sondern mehr der Straße zu,
entsteht noch eine kleine Fortsetzung der Hausterrasse, die hier gegen
Treppe und Garten durch eine Steinbrüstung abgeschlossen ist, und auf
dieser kleinen Terrasse wächst der Kastanienbaum empor und seine Zweige
hängen über die Treppe hinab fast bis auf den Garten.
Der immer wiederkehrende feine Klang des Wächterglöckchens, das hier
nicht in einem eigentlichen Dachreiter, sondern nur unter einem
auf zwei Holzsäulen auf dem First stehenden, kleinen, nach oben
abgerundeten, mit Metallblech beschlagenen Dächlein hängt, erinnert
daran, daß dies bergmännische Gebäude noch in Betrieb ist.«
[Illustration: Abb. 6. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg. Kunat-
und Treibeschacht=
(Aus Bleyl, Baulich und volkskundlich Beachtenswertes aus dem
Kulturgebiete des Silberbergbaus usw.)]
Ja, ein Heimatbild voll poetischen Reizes ist dieses alte Treibehaus
mit seinem stillen heimlichen Gärtlein und den grünumwucherten
Terrassen, als könnte hier ein altes Volkslied oder ein liebes
Kindermärchen Gestalt und Wahrheit gewinnen, Erzählungen von den
Zwergen, den Bergleuten der Märchenzeit, die die Schätze der
Unterwelt gewinnen und hüten, dem Guten spenden, die Bösen aber
narren und necken. Das Wächterglöcklein oben im Dachreiterlein
klingt in regelmäßigen Zeitabständen anschlagend und meldet, daß
unten in der Tiefe das Gestänge und die Wasserhaltung in Ordnung
ist und der Bergmann ruhig und vertrauensvoll seine Schicht in der
dunklen Grubennacht verfahren darf. Die Esse ragt hoch über die
ganze Gebäudegruppe hinaus, ohne das Gesamtbild zu stören. Nein, im
Gegenteil scheint sie den Eindruck noch zu steigern und zu erhöhen wie
ein starkes Symbol. Sie ist der zum Himmel emporgereckte Zeigefinger
der harten Faust der Arbeit, welche hier als festgeschlossenes Bauwerk
über den Halden sich zusammenballt: ein Weiser aus dunkler Tiefe, durch
harte Arbeit empor zur Höhe.
Um das Treibehaus herum lagern sich noch mehrere niedrigere
Werkgebäude, welche einen Hof locker umschließen. Da ist das
Maschinenhaus, das Kesselhaus, die Schneidemühle und der
Zimmerschuppen. Mächtige Stämme von Buchen und Birken aus dem nahen
Zellwalde lagern am Kesselhause, um für die mannigfachen Zwecke des
Bergbaues verarbeitet zu werden. Eben kommt auf ächzenden Rädern mit
schweren dampfenden Pferden ein Wagen mit wahren Urwaldsstämmen langsam
daher und wohlgefällig prüft der Bergzimmerling ihr kerniges Holz.
Drinnen im Schuppen arbeiten sie an der Herstellung von Gestängeteilen
für die Wasserhaltung. Das ist Zimmermannsfeinarbeit, an der kein Tadel
sein darf, da jeder etwaige Mangel sich bald durch Bruch im Betriebe
rächt. Künstler der Axt gibt es dort, welche z. B. ungeheure Wellen mit
der Axt aus freier Hand aus Stämmen zurechthauen und glätten, als hätte
ein Drechsler auf überweltlicher Riesendrehbank sie feingedreht und
ohne Fehl gerichtet.
Wir werfen einen Blick in das Maschinenhaus und bewundern die
ungeheuren Seiltrommeln, auf denen die Seile zur Fahrt in die Tiefe
sich auf- und abwickeln. Auf einer Art Pegel, dem »Teufenzeiger« neben
der Maschine gehen Gewichte auf und nieder entsprechend der Auf- und
Abwicklung des Seiles und zeigen genau an, in welcher Tiefe sich das
Fahrgestell jeweilig befindet. Wir schauen auch in die schlichten Räume
der Betriebsleitung in dem oberen Stockwerk des alten Treibehauses.
Schöne Kristalle und Erzstufen, funkelnder Bleiglanz und Stufen mit
gediegenem Silber, die hier zu Tage gefördert wurden, erzählen uns
von dem, was unten in unerschlossenen Tiefen noch der Erlösung aus
dunklem, schwerem Banne harrt. Ja, da fühlten wir die innige Bedeutung
des Grußes Glückauf, des Glückaufs, das jubelnd einem guten Anbruch
entgegengebracht wird, denn neue Arbeit, neuer Verdienst und Gewinn
lacht mit dem blinkenden Erz der ganzen Belegschaft und auch »den
Obern, die es recht gerne sehen«.
Glückauf! dem Steiger sei’s gebracht,
Sein Anbruch werde schön,
Daß es den Obern Freude macht,
Die es recht gerne sehn,
Wenn man ihn’n schöne Erze zeigt,
An Silber und an Bleien reich.
Dann ruft mit ihm der ganze Hauf:
Glückauf! Glückauf! Glückauf!
Über einer Tür hängt die Inschrifttafel, welche früher im Huthause hing
und auch so ganz auf Hoffnung gestellt ist:
»Mit dieser Hoffnung und mit der Zeit,
Erwartet man die schöne Ausbeuth.«
[Illustration: Abb. 7. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg. Altes
Bildwerk von 1755=]
Über einer anderen Tür befindet sich ein sehr eigenartiges kleines
Bildwerk aus dem Jahre 1755, wie unter den Buchstaben: J. D. W. auf
einem Wappenschilde zur Linken des dargestellten Mannes angegeben
wird. (Abb. 7.) Es ist offenbar ein Bauer, der sich an einen
stilisierten Baum lehnt. Der mächtige Kopf mit langen Haaren und seinen
erschrockenen Augen, der starke Oberkörper, die kurzen Knickebeinchen,
die im gestreckten Winkel nach außen gesetzten Füße in derben Schuhen,
und die verkehrt mit den Ellbogen nach vorn eingesetzten Arme wirken
so komisch und doch so originell, daß wir es wohl als ein Werk eines
alten bergmännischen Künstlers ansehen dürfen, der damit vielleicht vor
180 Jahren eine originelle Type aus dem Dorfe humoristisch karikieren
wollte.
[Illustration: Abb. 8. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Auslaufhunt=]
Auch heute noch gibt es ja in der Freiberger Gegend volkstümliche
Künstler, schlichte Arbeiter, Männer der werktätigen Hand, welche die
Gestalten ihrer Umgebung, ihres Arbeitsgebietes und aus dem Volksleben
in lebenswahrer Charakteristik schnitzen und mit dieser edlen Kunst und
Handfertigkeit ihre Mußestunden sich zu Stunden der Schaffensfreude und
innerer Erhebung gestalten. –
[Illustration: Abb. 9. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Huntstößer=]
Vom Treibehaus führt eine Brücke für die Huntebahn über die tief
zwischen den mächtigen Mauern der Halden als Hohlweg dahinziehende
Straße. (Abb. 9.) Der alte Kastanienbaum am Hause schüttelt seine
knorrigen Zweige darüber, und der Blick schweift über das Dörfchen zu
den grünen Gründen des Muldentales.
[Illustration: Abb. 10. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Burkardt-Schacht, Kaue mit Blick auf die »Bergmanner Wäsche«=]
Die Hunte, von der kräftigen Bergmannsfaust des »Huntstößers«
geschoben, schaffen das taube Gestein der Tiefe des Schachtes auf
die mehr und mehr sich türmende und ausbreitende Halde. Dort drüben
am steilen Abfall der Halde ragt das Gleisende in die Luft und die
Gesteinsbrocken kollern aus dem weit vorgeschobenen und hochgekippten
Hunt am Abhang herunter. (Abb. 8.)
[Illustration: Abb. 11. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Aufbereitungsanlage=]
Hier oben steht man wie auf einer stolzen Kanzel und der Blick wandert
weit hinaus über die Dächer des Bergmannsdörfchens zu den Hängen des
Muldentales aufwärts und abwärts mit seinen Wäldern und zu den sanft
geschwungenen Höhenlinien des fernen Horizonts, oder zu dem buschigen
Wiesengrunde dort unten mit der alten Kaue (Abb. 10), und zu dem
dichten Waldesgrün dort drüben über den braunen Wellen der Äcker, an
deren Rande weiße Birkenstämme leuchten. Im Grunde dort strömt die
Mulde im raschen Laufe, die Poesie stiller landschaftlicher Schönheit
und idyllischer Abgeschlossenheit und Ruhe mit der Prosa werktätiger
Arbeit und schaffender rastloser Energie vereinend.
[Illustration: Abb. 12. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg. Oberes
und Niederes Pochhaus=]
Es zieht uns hinunter zum Muldenufer, um dort den unteren Teil
des Werkes, die Aufbereitungsanlagen in ihren Bauten und inneren
Einrichtungen kennenzulernen.
[Illustration: Abb. 13. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Scheidebank=]
Auch hier sind die Bauten alle wie aus einem Guß und tragen das
unverkennbare echt bergmännische Gepräge. Sie sind aus dem Boden
gewachsen, wie es der Betriebsvorgang erforderte, ihre Form und
Gestalt ist genau dem praktischen Zwecke angepaßt und doch oder
vielleicht gerade deshalb ist eine so natürliche, eindrucksvolle,
unbewußt malerische, für den sächsischen Erzbergbau bezeichnende
Tagegebäudegruppe entstanden. (Abb. 11.) Die Gebäude sind dem
Arbeitsgange folgend sozusagen stufenförmig angeordnet. Wie bereits
erwähnt, wird nur das taube Gestein bis zur Mündung des Treibeschachtes
oben im Treibehause geschafft. Das Erz wird bis zu einem wenig
über dem Muldenufer liegenden Stollen getrieben und von dort auf
einer Huntebahn im überdeckten Gang dem Lagerhaus, dem Steinbrecher
und der Scheidebank, und weiter den Pochwerken (Abb. 12) und der
Stoßherdwäsche zugeführt. In der Scheidebank wird mit dem Fäustel das
Erz von dem anhaftenden Gestein grob gereinigt, geschieden. Auf einer
Rutsche wandert das Erz zur Scheidebank, an der heute nur vier Männer
arbeiten. (Abb. 13.) Der blau und silbern flimmernde Bleiglanz, dessen
breite schwere Bänder aus dem toten grauen Gneis herausgeschlagen
und zerkleinert werden, wird in den eisernen, eimerartigen Gefäßen
zur weiteren Verarbeitung fortgeschafft. Das Erz funkelt dort
auf der Scheidebank im hereinflutenden Sonnenlicht, als wäre ein
Nibelungenhort dort ausgebreitet. Daß auch das Innere einer Werkstatt
und einer Fabrik, eines Arbeitssaales nicht öde und reizlos sein
muß, können wir hier erkennen. Kultur der Arbeitsstätte. Es ist ein
Bild von malerischem Reize, in dem die Schätze der Tiefe in besonders
eindrucksvollem Glanze sich zeigen, so »daß es nicht nur den Obern
Freude macht, die es recht gerne sehen, wenn man ihn’n schöne Erze
zeigt, an Silber und an Bleien reich!« sondern auch uns! Doch dieser
Glanz ist bald verschwunden und dahin, wenn das eitle prangende Erz
in das Pochwerk kommt. Unter den stampfenden Schlägen der Stempel des
Pochwerkes wird das, was eben wie blankes Silber oder in den Farben
des Regenbogens gleißte und schillerte, zu einem unansehnlichen grauen
Sand. – »Ach wie bald, ach wie bald, schwindet Schönheit und Gestalt!«
Auch das Pochwerk des Lebens zerhämmert ja mit seinen fallenden
Stempeln soviel trügerischen Glanz, soviel eitelen Schimmer, soviel
schillernde Hoffnungen, soviel blankes edles Wollen und läßt nur
grauen Sand oft übrig. Wenn dieser Sand nur recht kräftigen wertvollen
Erzgehalt hat, dann mag man auf den äußeren Glanz wohl verzichten.
[Illustration: Abb. 14. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Naßpochwerk im Niederen Pochhaus=]
Von weitem hören wir schon das rhythmische Pochen der fallenden
Stempel, unter deren Wucht das Erz zermalmt wird. (Abb. 14.) Dieses
Pochwerk ist eine sehr einfache urtümliche Maschine. Schon Georg
Agrikola schildert und zeichnet sie in seinem berühmten Werke
über den Bergbau im Jahre 1610 in genau derselben Weise (Abb.
15), wie sie uns heute hier in voller Tätigkeit vor Augen steht.
Wo findet man wohl noch eine Industrie auf deutschem Boden, deren
Maschinenkonstruktion weit über dreihundert Jahre in derselben Form in
Tätigkeit ist? Es ist dieselbe Anordnung wie bei den alten Hammerwerken
des Erzgebirges, wo die gewaltigen Schwanzhämmer durch eine vom
Wasserrade gedrehte ungefüge Daumenwelle gehoben werden und krachend
auf den Ambos niederfallen. Der Frohnauer Hammer bei Annaberg, in dem
1496 die Gründung und Stadtanlage Annabergs beraten wurde, und der
Freibergsdorfer Hammer bei Freiberg zeigen heute noch in der Zeit der
Dampfhämmer und elektrischen Hämmer diese Anordnung. Auch hier bei
unserem Pochwerk ist diese einfache wuchtige Maschine in voller Arbeit.
[Illustration: Abb. 15. =Trockenpochwerk nach Agrikola=]
Da ist draußen das große Wasserrad, vom strömenden Wasser in Bewegung
gesetzt. Da ist vor uns die riesenhafte, aus einem Urwaldsstamm mit
der Axt zurechtgehauene und geglättete Welle, welche langsam ächzend
und knarrend vom großen Wasserrad gedreht wird. Da sind die eisernen
Daumen an der Welle, welche die Stempel an eisernen Ansätzen fassen,
in die Höhe heben während der Drehung der Welle und abgleitend wieder
fallen lassen. Im Trockenpochwerk zermalmen sie die Erzbrocken zu
Sand und Staub, im Naßpochwerk zu Schlamm. Wir hören das Dröhnen
der Stempel und sehen die Arbeit der ungefügen und doch so wuchtig
eindrucksvollen, einfachen Maschinen, wie Agrikola sie schildert, und
wie vor mehr als dreihundert Jahren einst die schlichten Bergleute
lange vor dem Dreißigjährigen Kriege sie schon sahen. Die Zeit, die
Entwicklung hat hier scheinbar stille gestanden, die Stempel nicht. Sie
pochen und malmen heute wie einst! Ist nicht diese Welle die rollende
Zeit, der niemand Halt gebieten kann? Gleicht sie nicht dem Schicksal,
dem unerbittlichen, unentrinnbaren? Seine Daumen heben sich, seine
Stempel fallen, und auf und nieder gehen die Geschicke der Menschen
und Geschlechter und Völker, und zu Staub und Schlamm wird alles, was
einst glänzte und im blanken Schimmer prangte. Draußen rauschen die
Jahrhunderte vorüber, die Welle aber dreht sich und dreht sich und am
Heben und Senken ihrer Daumen hängt, ach, das Eintagsdasein des armen
Menschentums:
»Erde gleißt auf Erden
In Gold und Pracht;
Erde wird Erde
Bevor es gedacht;
Erde türmt auf Erden
Schloß, Burg, Stein;
Erde spricht zur Erde:
Alles wird mein!«
(Fontane.)
[Illustration: Abb. 16. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Aufbereitung, Stoßherde=]
Ja, auch solche einfache Maschine des Bergbaues mit ihrem uralten
Konstruktionsgedanken kann uns etwas sagen und ein Gleichnis sein
besonderer Art, ein Gleichnis, ein Bild, wie im Bergbau immer wieder
sich Gleichnisse und Bilder aufdrängen und uns Gedanken wecken, die in
die Tiefe und in die Höhe führen. Der Bergbau, der in die Tiefe führt,
lehrt die sinnende Seele verstehen und ahnungsvoll fühlen, daß alles
Irdische nur ein Gleichnis ist. –
[Illustration: Abb. 17. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Aufbereitung, Schlammhalde. Drahtseilbahn mit dressierten Hunten=]
Wir wenden uns weiter zur Stoßherdwäsche im nächsten Werkgebäude, wo
das vom Pochwerk zu Mehl oder Schlamm zermalmte Erz durch fließendes
Wasser weiter gereinigt wird. (Abb. 16.) Auch diese Einrichtung scheint
in ihrer urwüchsigen Einfachheit so recht ein Gedanke schlichten
Bergmannsgeistes alter Zeit zu sein, nicht viel komplizierter wohl
als wie die Vorrichtungen, die den ersten Silbergräbern von Freiberg
vielleicht schon zum Erzewaschen dienten. Das mit Wasser aufgeschlämmte
Pochmehl fließt als »Pochtrübe« zu und wird zunächst in nach unten
verjüngten Spitzkästen, dann auf den Stoßherden im fließenden Wasser
nach Korngröße und spezifischem Gewichte gesondert. An Ketten hängen
wie Schaukeln große, etwas geneigte Holzböden, die Stoßherde, über
welche aus Verteilungsrinnen die Pochtrübe hinwegrieselt. Das fließende
Wasser spült allmählich den leichteren tauben Gneis- oder Quarzsand im
trüben, schmutzigen Abfluß weg, während die schweren Erzkörnchen liegen
bleiben. Unterstützt wird diese Reinigung durch rüttelnde Stöße, welche
die Schaukel in eine kurzatmige, langsame Bewegung versetzen. Auch
hier ist es eine Daumenwelle, deren Daumen die Herde vordrücken und im
Abgleiten gegen ein Widerlager zurückfallen lassen. Es sind mehrere
solche Stoßherde hintereinander bzw. nebeneinander angeordnet, teils
um ausschalten und wechseln zu können, teils auch, um einen höheren
Reinigungsgrad zu erreichen. Ein eigenartiges Poltern und Stoßen,
Knarren und Ächzen erfüllt den Raum. Doch mag diese Maschine noch so
poltern und wichtig knarren, wir glauben doch auch hier die Stimmen
einer längst vergangenen, verklungenen Zeit zu hören, über deren
technische Errungenschaften die moderne Technik mit Riesenschritten
fortgeschritten ist. Wir glauben es nicht, daß dieser Stoßherd treu
seine Arbeit verrichten kann, sondern, so wenig im »tauben« Gestein
der Grube und der Scheidebank unbeachtete, verschmähte und verloren
gehende Erzadern fehlen, sondern auf die Halde wandern, so wenig das
altertümliche Pochwerk das letzte Körnchen Erz vom Steine zu lösen
vermag, so wenig wird der Stoßherd es vermögen, das Erz treu und rein
in ganzer Menge zu bewahren, den Weizen von der Spreu zu sondern, hie
reines Erz zu halten, dort reinen Schlamm wegzuspülen.
Drüben an der Halde, wo der ausgewaschene Wäschsand dicht am Waldrand
gestürzt wird und weiß und gelblich, rötlich und hellgrau zwischen
Wiesengrün und Waldesdunkel leuchtet, vermag man auch ohne Mikroskop
kleine silbergraue Schuppen und Spuren verlorenen Erzes zu finden.
Wie viele Tonnen wertvollen Erzes mögen so durch die unvollkommenen
Arbeitsvorgänge im Laufe der Jahre verloren gehen, Werte, die wir in
unserem armen Vaterlande nicht entbehren können, die unserer Wirtschaft
nicht verloren gehen dürfen. Wirtschaftlich arbeiten und mit der
geringsten Kraft die höchste Leistung, den höchsten Nutzen erzielen,
das ist die Aufgabe der modernen Zeit, das ist der Weg, um uns und
unsere Heimat und Vaterland wieder emporzuheben.
Unten im Schacht vor Ort arbeitet heute der Häuer noch wie vor
Jahrhunderten, indem er das lange Eisen des Bohrers ansetzt (Abb.
18) und mit geschwungenem Fäustel, langsam drehend, das Eisen tiefer
treibt, bis das mühsam gebohrte Loch für den Sprengstoff die gehörige
Tiefe hat. Wie bald wird da auch der geübte und fleißige Arm matt, wenn
im lang herausgeholten sicheren Pendelschlag mit dem »Baumelfäustel«
das Eisen im zähen Gneis nur langsam vorrückt. Wieviel Eisen werden
stumpf, von denen ein ganzes Bündel den Häuer auf die Strecke vor Ort
begleitet. – Kann es ein stärkeres Zeugnis für die Abbauwürdigkeit
und Ergiebigkeit der Grube geben, als daß, trotz aller Widrigkeiten
der Wirtschaftslage, der Silberentwertung, trotz Fehlens moderner
wirtschaftlicher Betriebseinrichtungen und maschineller sparsam
arbeitender und höchste Nutzwirkung sichernder Vorkehrungen, daß
trotz der unwirtschaftlichen Arbeit und Aufbereitungsverfahren nach
Urväterweise diese Grube sich noch halten konnte und Ausbeute gibt bis
auf den heutigen Tag? –
[Illustration: Abb. 18. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Streckenstoß in der vierzehnten Gezeugstraße an der Christlich Hilfe
Stehenden, sechshundertfünfunddreißig Meter unter Tag.=]
Im Werk ist ein alter Bergmann, der alte Pönisch (Abb. 19), der einen
besonderen sechsten Sinn hat, mit dem er einen guten Anbruch »an Silber
und an Bleien reich« anscheinend zu wittern vermag. Er riecht das
Erz! In der Unterwelt ist er zu Hause. In den Tiefen von 600 Meter
und mehr unter Tag ist sein nächtliches Reich, wo er beim schwachen
Lichtlein seiner Blende die Erzadern der Berge spürt und die Pulse
der Tiefe fühlt, in denen das Leben der Grube quillt. Mit seinem
faltenreichen grauen Pergamentgesicht voller Runen, den listigen Augen
mit »Silberblick« und der gedrungenen Gestalt mit hängenden Schultern
auf den kurzen Kurven der kräftigen Beine, gleicht er in seiner
verwitterten Bergmannstracht, mit der Blende am Strick, einem der
schlauen Zwerge der Unterwelt, welche die Schätze hüten, die Menschen
bald narren und necken, bald ihnen zu Reichtum verhelfen. –
»Faltig wird des Bergmanns Miene,
Wenn er ab und zu nicht säuft.«
Das faltenreiche zerknitterte Gesicht des alten Pönisch wäre somit
ein Zeugnis in Pergament für seine besondere Enthaltsamkeit und
Nüchternheit, die sogar das »Ab und Zu« verschmäht! (?) –
So wertvoll solch findiger faltiger Gnom mit seiner Erfahrung und
Witterung sein mag, so mancher schöne Anbruch, der »den Obern Freude
macht«, ihm auch zu verdanken ist, so kann er doch nicht auf die Dauer
die tatkräftige überlegte und nach wissenschaftlichen Grundsätzen
durchgeführte Forschung und auch zu Opfern bereite Aufschlußarbeiten
ersetzen.
»Gib Zubuß, arbeit’, wart’ dein Zeit,
Es kommt Ausbeut, die dich erfreut!«
Das ist der Hoffnungsspruch des echten Bergmannes.
Sollen die Tiefen ihren vollen Reichtum erschließen, dann muß die
modernste Wissenschaft und Technik unter Tage und über Tage ihre Kräfte
entfalten und mit Beharrlichkeit und Treue auf Hoffnung und Erfüllung
bauen, denn »Bergwerk will haben Verstand und eine getreue Hand!« –
Der Erzwagen, in dem das gewonnene Erz zur Verhüttung nach den
nahen staatlichen Hütten in Halsbrücke geschafft wird, mit
seinem geschlossenen Kasten auf den breiten Rädern, bespannt mit
zwei kräftigen Pferden, hält vor der Tür. (Abb. 20.) Es ist ein
charakteristisches Bild bergmännischer Art. Was dieser Wagen immer
wieder davonträgt, ist in schwerer Arbeit dem heimischen Boden
abgerungen und soll mit dazu dienen, unser Volk aus der Tiefe
heraufzuführen zu Licht und Freiheit. Gegenwärtig werden nach Angabe
der Betriebsleitung wöchentlich zweiundvierzig bis fünfundvierzig
Kilogramm Silber und etwa fünf Doppelzentner Blei geliefert, wofür ein
Gegenwert von 4200 bis 4600 Mark entsteht.
[Illustration: Abb. 19. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg. Der
Häuer Pönisch=]
Schmerzlich ist es uns, daß doch vielleicht der Tag nicht gar so fern
ist, daß auch diese Schätze der Tiefe, diese Quelle der Kraft nicht
mehr genutzt werden, wenn nicht aus Mangel an Mitteln der Betrieb
zu moderner Wirtschaftlichkeit umgestellt werden kann. Hier muß mit
starken Mitteln eingegriffen und geholfen werden! Betrachten wir die
Leistungen der Grube seit der Aufnahme des Betriebes im Jahre 1742,
so hat sie bis zum Jahresschluß 1920 folgende Ergebnisse gehabt:
177571,737 Kilogramm Silber
33364,697 Doppelzentner Blei
64168,329 Doppelzentner Schwefel seit 1843.
Leider sind in früheren langen Jahren Aufschlußarbeiten und planvolle
Forschungen durch Querschläge unterblieben. Auch in neuester Zeit wird
der wöchentliche Reingewinn von rund 1000 Mark nur erreicht, indem
Aufschlußarbeiten ganz eingestellt und die dadurch gewonnenen Leute zum
Abbau der anstehenden Erze in Doppelschicht herangezogen werden.
[Illustration: Abb. 20. =»Alte Hoffnung Gottes« Kleinvoigtsberg.
Erzwagen=]
Dieser Abbau ohne Vorsorge für weitere Zukunft, welcher schon in
früheren Jahrhunderten so manche wertvolle Grube viel zu früh zum
Erliegen brachte, droht auch hier der »Alten Hoffnung Gottes«,
der letzten Silbergrube Sachsens Verderben zu bringen, wenn nicht
rechtzeitig eingegriffen und mit starker Hand eine neue Entwicklung
nach oben geschaffen wird.
Die jetzigen sofort greifbaren und nachweisbaren Abbauvorräte reichen
nach der Schätzung der Betriebsleitung bei normalem Betriebe für
zwölf Jahre. Bei verstärktem Doppelschichtenbetrieb werden die
Bestände in sechs Jahren erschöpft sein, wenn nicht inzwischen durch
Aufschlußarbeiten die durch die Jahrhunderte treu gebliebene bewährte
»Alte Hoffnung« auf neue Anbrüche sich wieder bestätigt und neue
Erzmengen bringt.