So viel von Briefen.
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Ich ließ es aber bei brieflichen Anfragen nicht bewenden und bemühte
mich auch in Familien Zutritt zu gewinnen, in denen Rösel seinerzeit
verkehrt hatte. Dort hoffte ich nicht nur von ihm zu hören, sondern
auch das eine oder das andere von ihm zu _sehen_. Ein glücklicher
Zufall führte mich, gleich zuerst, in das Haus der seitdem verstorbenen
Frau Geheimrätin _Zimmermann_, geb. Palis, wo ich, zu meiner
freudigsten Überraschung, ein ganzes Museum von Röselianas vorfand:
Bilder, pompejanische Scherben und Briefe.
Die Ausbeute war so reich, daß ich, aus Furcht vor einem ~embarras
de richesse~, meine Bemühungen nicht weiter fortsetzte. Denn ähnlich
intime Beziehungen, wie zum Hause Zimmermann,[30] unterhielt Rösel zu
vielleicht zwanzig andern Häusern, unter denen hier nur die Häuser
Mendelssohn, Brose, Feilner, Hotho, Decker und Hofzimmermeister Glatz
genannt werden mögen.
Auf diese Röseliana des Hauses Zimmermann geh ich nunmehr näher ein.
[29] Generalleutnant von Röder kommandierte im dänischen Kriege 1864 die
„Düppel-Brigade“, Regimenter 24 und 64, und war unter den ersten, die
auf Alsen landeten. Auf dem bekannten Bleibtreuschen Bilde „Übergang
nach Alsen“ (National-Galerie) steht er, ein großer schöner Mann,
in einem der vordersten Boote. Während meines Militärjahres war er
Offizier in der Kompagnie des Kaiser Franz-Regiments, in dem ich
diente, und bewahrte mir seitdem sein Wohlwollen.
[30] Rösels Beziehungen zum Hause Zimmermann waren schon Erbstück,
zweite Generation. Eigentlich befreundet war er mit den Pflege-Eltern
der Geheimrätin Zimmermann, der Familie Jordan, die das große, schöne
Haus am Gendarmenmarkt, Ecke der Französischen- und Markgrafenstraße
bewohnte. Die weiterhin mitzuteilenden Röselschen Briefe sind denn
auch fast alle an Fräulein Fanny _Jordan_ gerichtet, die später den
Steuerrat Hedemann heiratete. Frau Geheimrätin Zimmermann, geb. Palis,
war eine Pflegeschwester der letztgenannten Dame.