Sobald das Eisengerippe fertig gestellt war, wurde mit der Ausführung der

äusseren Form in Kupferblech von 2 bis 3 mm Stärke begonnen. Je nach der

einfacheren oder bewegteren Gestaltung der einzelnen Teile wurden

grössere oder kleinere Tafeln für sich bearbeitet (Abb. 144). Das Treiben

der in ihrer Umrissform und Grösse zugeschnittenen Stücke geschah in

erster Linie neben dem Modell nach Augenmass; durch Auflegen auf das

Eisengerippe konnte durch Messung die Richtigkeit aller Verhältnisse

leicht geprüft werden. Die Durchführung in den Einzelheiten geschah auch

bei Howaldt in der früher angegebenen Weise. Kleine freistehende Teile

pflegte der Braunschweiger Meister durch Guss herzustellen. Die fertig

bearbeiteten Teile wurden schliesslich über dem Eisengerippe vereinigt,

daran befestigt und untereinander möglichst dicht und fest verbunden.

Neben einer blühenden Giesskunst sind im 19. Jahrhundert der Treibtechnik

in Kupfer zahlreiche Aufgaben zugefallen; nur materielle Rücksichten

können dieses Mal ihre Anwendung gefördert haben. Die Zeiten haben sich

ein wenig geändert; verlangte man früher für das zur Verfügung stehende

Geld das Solideste und zweifellos Beste, so begnügt man sich heute damit,

den Schein des Besten zu erwecken. Künstlerisch steht zweifellos die

Treibtechnik, auch wenn sie von der Hand eines Meisters, wie Howaldt,

geübt wird -- was nur selten der Fall ist -- noch hinter der Teilformerei

zurück, von der weit höheren Dauerhaftigkeit des Gusses gar nicht zu

reden. Eine Feinheit der Durcharbeitung, wie sie beim

Wachsausschmelzverfahren ohne besondere Mühewaltung erzielt wird, kann im

starken Kupferblech nicht erreicht werden. Und selbst wenn man gröbere

Abweichungen vom Originalmodell nicht annehmen will -- obschon sie um so

stärker sein werden, je kleiner das vom Bildhauer geschaffene Modell ist

-- über die Stufe einer leidlichen Kopie kann sich eine grosse

Treibarbeit nie erheben.

Für Bildhauerwerke, die bestimmt sind, in mässiger Entfernung vom Auge

auf öffentlichen Plätzen aufgestellt zu werden, sollte schon aus diesem

Grunde stets der Guss vorgezogen werden. Künstlerisch einwandfrei und des

wesentlich geringeren Gewichtes wegen vorzuziehen wird die Treibtechnik

stets bei solchen Werken sein, die auf Umrisswirkung bestimmt sind, d. h.

also bei Bekrönungsfiguren oder Gruppen auf Gebäuden oder in ähnlicher

Aufstellung.

Technische Bedenken bleiben jedoch bei allen, den Witterungsunbilden

ausgesetzten Treibwerken bestehen wegen der grossen Schwierigkeit, die

zahlreichen Teilstücke völlig dicht zu vereinigen. Schlechte Erfahrungen

in diesem Sinne sollen auch bei der von Howaldt gearbeiteten

Braunschweiger Quadriga, bei der doch gewiss alle Sorgfalt angewendet

wurde, gemacht worden sein.[43] In jüngster Zeit unterzieht man sich der

grossen Mühe, alle Fugen im Feuer hart zu verlöten, und es ist zu

wünschen, dass die verschiedenen, in jüngster Zeit entstandenen,

Brunnengruppen, bei denen die Gefahr, dass eindringendes Wasser die

inneren Eisenteile zerstört, besonders gross ist, durch diese Behandlung

dauernd geschützt sind.

[43] Vgl. Maertens, Deutsche Bildsäulen, Stuttgart 1892, S. 42.

VIII. Die Galvanoplastik.

Das jüngste Reproduktions-Verfahren, das auch für die monumentale

Metallplastik in Anwendung gekommen ist, ist das galvanische. Das

Metallbild entsteht dabei im grossen und ganzen auf die Art, dass man

zunächst von einem vorhandenen Modell in der Ausführungsgrösse eine

Teilform z. B. in Gips herstellt. Die Gipshohlform wird aufs

sorgfältigste zusammengesetzt und nachgebessert, darauf ihre Innenfläche

mit einer leitenden Schicht z. B. Graphit gleichmässig in äusserster

Feinheit überzogen. Wird dann die so vorbereitete Form in ein aus einer

Kupferlösung gebildetes Bad gebracht und die Graphitschicht leitend mit

einem Pole der Dynamo-Maschine oder elektrischen Batterie verbunden und

wird deren anderer Pol mit ebenfalls in jenem Bade aufgehängten

Kupferplatten verbunden, dann schlägt, sobald der Strom hindurchgeführt

wird, das reine metallische Kupfer auf der Graphitschicht nieder. Je

länger der Strom hindurchgeführt wird, um so stärker wird der

Niederschlag. Da die Wandstärke mit der Grösse des Modelles zunehmen

muss, wird darnach die Dauer des Herstellungsvorganges zu bemessen sein.

Wenn die Metallschicht die notwendige Dicke erreicht hat, ist es nur

notwendig, die umgebende Form zu zerschlagen, deren absolut getreuer

Abdruck dann zu Tage tritt.

Die ersten grösseren galvanoplastischen Werke dürften auf den

Ausstellungen der vierziger Jahre des verflossenen Jahrhunderts zu sehen

gewesen sein.

Im Bericht der Berliner Gewerbe-Ausstellung des Jahres 1844 heisst es:

»Eigentlich erst im Jahre 1840, was die praktisch-technische Anwendung

der Galvanoplastik anbelangt, durch Jacoby und Spencer (in Petersburg)

ins Leben getreten, sind in dem kurzen Zeitraum von wenigen Jahren schon

so grossartige Resultate durch die noch so neue und junge Kunst erlangt

worden...« Eugen von Hackwitz in Berlin hatte damals eine Büste des

Königs auf vier Fuss hoher Säule und Sockel ausgestellt »das

Grossartigste, was bisher von galvanoplastischen Arbeiten gesehen worden

ist«.

Friedrich Wilhelm IV. soll mit lebhaftem Interesse die neue Erfindung

aufgenommen haben.[44] Rauch musste zum Haupte der Juno Ludovisi eine

Büste mit Gewand zur galvanoplastischen Vervielfältigung modellieren, und

als darauf die Nachricht aus Petersburg kam, dass von Hackwitz

galvanoplastische Apostel von 12 Fuss Höhe anfertige, schrieb Rauch an

Rietschel: »Ein wahres Glück, dass unsere neue Giesserei unter Dach ist,

sonst würde sie jetzt nicht mehr gebaut werden, wie der König mir neulich

selbst sagte, dass sie nun überflüssig werde.«

[44] Eggers, Rauch, Bd. III, S. 285.

In Paris stand man schon damals dem neuen Verfahren weniger bereitwillig

gegenüber, obschon auch die Pariser Giesser, z. B. Soyer erfolgreiche

Versuche aufzuweisen hatten. Der erste Einwand, der gewiss als berechtigt

anerkannt werden muss, war der, dass die Bronze wesentlich dauerhafter

sei, als reines Kupfer.

Auf der Münchener Ausstellung des Jahres 1854 hatte von Kress in

Offenbach 3 Fuss hohe Statuetten ausgestellt, von seinen 11 Fuss hohen

Statuen zum Guttenberg-Denkmal hatte der Fabrikant keine senden können.

Im Bericht dieser Ausstellung heisst es weiter: »Zweifellos ist die

Galvanoplastik der einzige Weg, auf welchem ein künstlerisches Produkt

unmittelbar und vollständig plastisch wiederzugeben sein möchte, und wenn

nun zu diesen höchsten Vorzügen noch grosse Kostenersparnis kommt, so

muss sich dieselbe Bahn brechen.«

Am Guttenbergdenkmal in Frankfurt a. M. wurden die drei Hauptfiguren

galvanisch hergestellt (die acht Nebenfiguren wurden zuerst in Zinkguss

ausgeführt), es war wohl das erste grosse Monument für einen öffentlichen

Platz, bei dem das elektrolytische Verfahren angewandt wurde; das Denkmal

wurde im Jahre 1858 enthüllt.

Diese Figuren wurden im Jahre 1892 genau untersucht und der Befund war in

jeder Hinsicht befriedigend, so dass man sich entschloss, auch die

Nebenfiguren galvanisch zu erneuern.

Trotz der zweifellosen Erfolge haben sich die Erwartungen, die man dem

Verfahren bei uns anfänglich entgegenbrachte, nicht erfüllt; man giesst

heute mehr denn je vorher.

Das reine, auch nicht durch Hämmern verdichtete Kupfer ist für

öffentliche Denkmäler gar zu weich, das wird der Haupteinwand bleiben,

den man gegen das galvanische Verfahren erheben muss.

Wenn auch ein abgeschlossenes Urteil über die Monumental-Galvanoplastik

durchaus noch nicht gewonnen werden kann, auf jeden Fall dürfte

feststehen, dass der Bronzeguss das Höhere und Bessere ist; zu wünschen

wäre, dass man ihm hinfort stets den Vorzug geben möchte.

Die noch heute bedeutendste Firma für die Anwendung des neuen

galvanoplastischen Verfahrens im Grossen ist die Geislinger

Metallwarenfabrik, deren Hauptwerk, das Guttenberg-Denkmal, eine ganze

Reihe weiterer grosser Aufträge nach sich gezogen hat.

* * * * *

Die jüngsten grossen erzplastischen Schöpfungen bieten uns die Gewähr,

dass in den kommenden Jahrzehnten am Mangel technischer Erfahrung die

Ausführung auch der schwierigst zu formenden Monumente nicht nur nicht

scheitern kann, sondern dass technisch auch wieder den früheren

Jahrhunderten wirklich Gleichwertiges zu liefern möglich ist.

Unsere Kunstgiesser sind jeder Aufgabe gewachsen, man gebe ihnen

Gelegenheit, ihr Können zu bethätigen. Vor allem mögen unsere Bildner

dafür sorgen, dass ihre Werke würdig seien, im edlen Erz Jahrhunderte zu

überdauern.

* * * * *

Inhalt.

Seite

Einführung 1-4

I. Die Giesserwerkstatt 4-18

II. Das Wachsausschmelzverfahren im Altertum und Mittelalter

bis zum 14. Jahrhundert 19-29

III. Das Wachsausschmelzverfahren vom 14. bis zum

19. Jahrhundert 30-85

IV. Die Teilformverfahren des 19. Jahrhunderts 86-114

V. Das Wachsausschmelzverfahren im 19. Jahrhundert 115-120

VI. Der Zinkguss 121

VII. Die Treibarbeit 122-129

VIII. Die Galvanoplastik 130-131

* * * * *

Meister-, Länder- und Ortsnamen-Verzeichnis.

(Die Namen der als Giesser, Ciseleure, Treibkünstler etc. thätigen

Meister sind =gesperrt= gedruckt.)

Aachen 24.

Aegypten 20. 122.

=Alain le Grant= 28.

=Algardi=, Alex. 83.

Altona 113.

Ammanati 48.

Antwerpen 81.

Aranjuez 82.

Assyrer 122.

Augsburg 50. 56.

Babylonier 122.

Bacon 84.

Bamberg 58. 111.

=Barbedienne= 114.

=Barbezat= 114.

Barye 115.

=Baroncelli= 47.

=Beauchesne= 69.

Beauvais 71.

Beckere, P. de 81.

Berlin 60. 97ff. 121. 128.

Bernardino von Lugano 48.

Biard 70.

Bird 83.

Bläser 108. 113.

Bologna 48.

=Bologna, Giovanni da= 48. 70. 82.

Bonn 112.

=Bontemps= 69.

Bordeaux 73.

Bouchardon 74.

=Boucher= 69.

=Bouchet=, B. le 69.

Boufflers 71.

Braunschweig 29. 113. 128.

Breslau 99. 107.

Bristol 84.

Brügge 81.

Brüssel 82.

Buon Retiro 82.

=Burgschmiet= 111ff.

Byzanz 24.

Candid 56. 57.

=Carbonneaux= 101. 114.

=Caradosso= 125.

Cassel 127.

Castro, M. de 83.

=Cellini= 8. 9. 10. 14. 32ff. 53. 68. 75. 78ff. 125ff.

=Cesare=, Carlo da 55.

Chantilly 127.

Charlottenburg 103.

Charlottenhof 103.

=Chaumont= 70.

Colin 52ff.

Cöln 107ff.

Costa, B. de 83.

=Coué= 99ff.

Coysevox 71.

=Cristoforo=, A. di 47.

=Crozatier= 101. 112. 114.

Danti 48.

Dänemark 85.

Darmstadt 110.

=Desjardins= 71.

Deutschland 24.

=Devaranne= 121.

Dijon 71.

Dinant 29.

=Dinger= 103.

Donatello 46.

Donner 61.

Drake 102. 108.

Dresden 61. 102. 107. 113. 127.

Dublin 84.

=Duca=, L. de 52.

=Dupré= 70.

Duret 115.

Durlach 56.

Duquesnoys 82.

Düsseldorf 61.

=Duval= 71.

=Eck & Durand= 114.

Eichstaedt 58.

Eisler 56.

=Ekimoff= 85.

England 81. 83.

Erfurt 29.

Etrusker 24.

=Falcone= 127.

=Falconet= 73. 84.

=Feierabend= 103.

Ferrara 47.

=Fischer= 101ff.

Florenz 30. 32. 46ff.

=Fontaine= 114.

Fontainebleau 69.

Forchheim in Franken 58.

Frankfurt a. M. 110. 131.

Frankreich 68. 114.

Freiberg i. S. 55.

=Frey= 57. 58.

=Friebel= 105ff.

Friedrichshagen bei Berlin 118.

=Gauthier= 114.

Geislingen 131.

=Gerhard= 56. 57.

=Gerike= 128.

Ghiberti 30. 46.

=Giovanni da Bologna= 48.

Girardon 71. 74.

=Gladenbeck= 107.

Gladenbeck u. Sohn, Aktiengesellschaft vorm. 108. 118.

=Godl= 52.

=Gonon= 101. 115ff.

=Gor= 74. 79. 85.

Gras 58. 82.

Griechenland 22.

Grinling Gibbons 83.

=Grupello= 61.

Guibal 74.

Guillain 70.

Gumbinnen 101.

=Güthling= 86.

Halle 101.

Hähnel 112.

Hannover 128.

=Herold= 56.

-- (Lenz-Herold) 112.

Hildesheim 25.

=Hopfgarten= 99ff.

=Howaldt= 113. 128ff.

=Jacobi= 12. 60.

=Jacoby= 130.

Innsbruck 50. 58. 82.

=Jollage= 101.

Jongelinck, J. 81.

Italien 24. 83. 99.

=Jury= 128.

=Kampmann= 105.

Karlsruhe 112.

=Keller= 71ff.

Keyzer, P. de 81.

Kietz 113.

Kiss 102ff.

Klagenfurt 62.

=Klausch= 86.

Klussenbach 29.

Kopenhagen 98.

=Kopp= 58.

Königsberg 107ff.

Koslowsky 84.

Kronborg bei Kopenhagen 55.

=Krumper= 57. 58.

=Labenwolf= 55.

Lamoureux 85.

Landini 49.

Larchevèque 85.

Lauchhammer 86ff. 105ff.

Lehongre 71.

Lemoyne 73ff.

=Lendenstreich= 52.

Leonardo da Vinci 8.

=Leoni= 82.

=Lequine= 99ff.

=Lenz= (Lenz-Herold) 112.

Le Sueur 83.

Livorno 49.

London 70. 83.

=Löffler= 52. 58.

=Ludwig de Duca= 52.

Luneville 74.

Lüttich 29.

Lyon 70ff.

Madrid 82.

Magdeburg 113.

=Marcello= 49.

Marzeline 72.

=Mättensberger= 86.

=Meier= 85.

Michelangelo 47.

Michelozzo 46.

=Miller=, Ferd. v. 109ff. 112.

Mocchi 49.

Moitte 114.

Montpellier 71.

Moskau 100.

Möhra 112.

Mühlau bei Innsbruck 58.

München 56. 57. 108ff.

Nancy 74.

Neapel 100.

=Neidhardt= 57.

Niederlande 81.

Nürnberg 50. 55ff. 113.

Osnabrück 102.

Padua 46. 47.

Paris 68ff. 98. 100. 109. 112. 114. 126. 130.

Patina 16ff.

Perugia 30. 48.

Peterhof 56.

Petersburg 73. 98. 100. 104. 130.

Phidias 122.

Phönizier 21.

Piacenza 49.

Pigalle 74.

Pilon 69.

Pisano, Andr. 30.

Poitiers 24.

=Pollajuolo= 47.

Portugal 83.

Potsdam 127ff.

Prag 29. 56. 58. 112.

Pressburg 61.

Prieur 69.

Primaticcio 69.

=Rastrelli= 84.

Rauch 98ff. 130.

Reich 112.

=Reichel= 57.

=Reinhardt= 58. 82.

=Reisinger=, Hans 57.

-- (Giessereidirektor Berlin) 100.

Rennes 71. 74.

Rheims 74.

Rietschel 102. 104ff.

=Righetti= 100.

Ritter 56.

Rohampton 83.

Rom 24. 47. 49. 122.

Rostock 99.

Rotterdam 82.

=Rousseau= 87.

Ruppin 101.

=Rupprecht= 111.

Russland 84. 99.

Rustici 48.

Rybon 69.

Rysbrack 84.

Saly 85.

Salzburg 110.

Schadow 98. 128.

Schiller 113.

Schinkel 103. 121.

Schlüter 60.

Schwanthaler 110.

Schweden 85.

Schweiger 56.

Schwerin 107.

Sergel 85.

Sevilla 82.

=Soyer= 114. 131.

Spanien 82ff.

=Spencer= 130.

Sueur, H. le 70.

Susse 114.

St. Denis 69.

=Stiglmaier= 109ff.

Stockholm 85. 98.

=Tacca= 49. 70. 82.

=Theophilus= 6. 7. 9. 13. 25ff. 53. 123ff.

=Thiébaut= 114.

Thorn 103.

Thorwaldsen 110.

Tieck 103. 128.

Troja 22.

Utrels 72.

=Varin= 73.

Venedig 47.

Verrocchio 47.

=Vischer= 50.

=Volterra=, D. da 70.

=Vries=, A. de 56.

=Vuarin= 109.

Weimar 111.

=Wiedemann= 61. 127.

Wien 61. 62.

=Wiskotschil=, Th. J. 86.

Wittenberg 99.

Wolff 107.

=Wolrab= 56.

Worms 107.

=Wurzelbauer= 56.

Würzburg 58.

=Zanello= 127.

=Zauner= 62.

* * * * *

Monographien des Kunstgewerbes.

Herausgeber: Prof. Dr. Jean Louis Sponsel.

Verlag: Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig.

Das Kunstgewerbe steht unter den Kulturgütern, die in den letzten

Jahrzehnten eine so unvergleichliche Blüte erfahren haben, in der

vordersten Reihe. Der mächtige Aufschwung des Kunstgewerbes hat jetzt

ebensowohl in Amerika wie in England, in Skandinavien wie in Belgien, in

Frankreich wie in Deutschland eine neue Epoche der künstlerischen

Entwickelung eingeleitet. Den gewerblichen und angewandten Künsten wird

wieder allgemeines Interesse gewidmet.

Dieser grossen Kulturströmung will die Sammlung »MONOGRAPHIEN DES

KUNSTGEWERBES« dienen, herausgegeben von Prof. Dr. JEAN LOUIS SPONSEL,

dem in der Fachwelt wie in den Kreisen der Kunstfreunde und Sammler in

gleicher Weise bekannten Dresdner Forscher. Die Bücher unserer Sammlung

sollen sowohl das moderne als auch das historische Kunstgewerbe

darstellen und sein Verständnis fördern. Ausser den einzelnen

kunstgewerblichen Gebieten sollen auch die grossen Blütezeiten des

Kunsthandwerks und seine wichtigsten Pflegestätten behandelt werden.

Die »MEISTER DES KUNSTGEWERBES«, eine Sondergruppe der grösseren

Abteilung, sollen endlich die bahnbrechenden Schöpfer, die Pioniere und

Genies des Kunsthandwerks wie in einer Galerie vereinigen.

Die Mitarbeiter der Sammlung haben sich sämtlich durch eigene Forschung

auf dem von ihnen behandelten Gebiete heimisch gemacht und beherrschen

ihren Stoffkreis so, dass sie die leitenden Züge der Entwickelung, die

durch das Material bedingte technische Behandlung und die Stellung

unserer Zeit zu den Werken der Vergangenheit und der Gegenwart durchaus

exakt und erschöpfend darzustellen vermögen. Ebenso haben sie sich in der

gerade für das Kunstgewerbe so wichtigen Frage der Kennerschaft durch

langjährige Erfahrung erprobt und bewährt. Jedes Heft wird so reich als

nur möglich und so eingehend, als es der Stoff verlangt, durch

Abbildungen illustriert. Auch werden da, wo grösstmögliche Treue der

Wiedergabe geboten ist, Lichtdrucke -- und da, wo die farbige Wiedergabe

der Originale für deren Wirkung in erster Linie steht, Farbentafeln

beigefügt.

Bis jetzt sind folgende Bände erschienen:

$Dr. Wilhelm Bode,$ Berlin, Geheimer Regierungsrat, Direktor an den

Berliner Museen.

»=Vorderasiatische Knüpfteppiche aus älterer Zeit.=« Preis in Leinw.

geb. 8 M., in Leder geb. 9 M.

$Dr. Gustav E. Pazaurek,$ Kustos des Nordböhm. Gewerbemuseums in

Reichenberg.

»=Moderne Gläser.=« Preis in Leinw. geb. 6 M., in Leder geb. 7 M.

$Dr. Adolf Brüning,$ Direktorialassistent am kgl. Kunstgewerbemuseum zu

Berlin.

»=Die Schmiedekunst seit dem Ende der Renaissance.=« Preis in Leinw.

geb. 6 M., in Leder geb. 7 M.

$Prof. Richard Borrmann,$ Direktorialassistent am kgl.

Kunstgewerbemuseum Berlin.

»=Moderne Keramik.=« Preis in Leinw. geb. 5 M., in Leder geb. 6 M.

In Vorbereitung:

$Dr. Wilhelm Bode,$ Berlin, Geheimer Regierungsrat, Direktor an den

Berliner Museen.

»=Die italienischen Hausmöbel der Renaissance.=« Preis in Leinw. geb. 5

M., in Leder geb. 6 M.

»=Bilderrahmen in alter und neuer Zeit.=«

»=Florentiner Majoliken des 15. Jahrhunderts.=«

$Prof. Richard Borrmann,$ Direktorialassistent am kgl. Kunstgewerbemuseum

Berlin.

»=Antike Möbel und Hauseinrichtungen.=«

$Dr. Friedrich Dörnhöffer,$ Kustos des Kupferstichkabinetts der k. k.

Hofbibliothek in Wien.

»=Das Buch als Kunstwerk. Druck und Schmuck.=«

$Professor Otto Eckmann,$ Berlin, Lehrer an der k. Kunstgewerbeschule.

»=Flachornamente und Innendekoration.=«

$Cornelio von Fabriczy,$ Stuttgart.

»=Medaillen der italienischen Renaissance.=«

$Dr. Otto von Falke,$ Direktor des Kunstgewerbemuseums Köln.

»=Deutsches Steinzeug.=«

$Dr. Adolf Goldschmidt,$ Privatdocent an der Universität Berlin.

»=Frühmittelalterliche Elfenbeinskulpturen.=«

$Dr. Richard Graul,$ Direktor des kgl. Kunstgewerbe-Museums zu Leipzig.

»=Bronze-Klein-Plastik seit der Renaissance.=«

$Dr. Peter Jessen,$ Direktor der Bibliothek des Kunstgewerbemuseums zu

Berlin.

»=Wohnungskunst seit der Renaissance.=«

$Professor Ferdinand Luthmer,$ Direktor der Kunstgewerbeschule in

Frankfurt a/M.

»=Deutsche Möbel der Vergangenheit.=«

$Dr. Jean Loubier,$ Direktorial-Assistent an der Bibliothek des kgl.

Kunstgewerbemuseums Berlin.

»=Das Buch als Kunstwerk. Bucheinband in alter und neuer Zeit.=«

$Wirkl. Geh. Ober-Reg.-Rat K. Lüders,$ Grunewald-Berlin.

»=Berliner Porzellan.=«

$Professor Dr. Alfred G. Meyer,$ Dozent an der Technischen Hochschule

Charlottenburg.

»=Stil, Stilgeschichte und Stillehre.=«

$Professor Dr. Erich Pernice,$ Direktorialassistent an der

Antikenabteilung der kgl. Museen Berlin.

»=Antike Gold- und Silber-Arbeiten.=«

$Dr. Friedrich Sarre,$ Berlin.

»=Persische Keramik.=«

$Professor Dr. Christian Scherer,$ Direktorial-Assistent am

herzoglichen Museum in Braunschweig.

»=Elfenbeinplastik seit der Renaissance.=«

$Dr. Julius von Schlosser,$ Direktor an den kunsthistorischen

Sammlungen des allerhöchsten Kaiserhauses in Wien.

1. »=Höfische Wohnungskunst im Mittelalter.=«

2. »=Kunst- und Kuriositäten-Kammern seit der Renaissance.=«

$Professor Dr. Paul Seidel,$ Dirigent der Kunstsammlungen des kgl.

Hauses und Direktor des Hohenzollern-Museums Berlin.

»=Die dekorative Kunst unter Friedrich I. von Preussen.=«

$Professor Dr. Jean Louis Sponsel,$ Dresden, Dozent an der technischen

Hochschule Dresden.

1. »=August der Starke und das Kunstgewerbe.=«

2. »=Deutsches Rokoko.=«

$Dr. Richard Stettiner,$ Assistent am Kunstgewerbemuseum Hamburg.

»=Sèvresporzellan.=«

$Professor Henri van de Velde,$ Weimar.

»=Philosophie und Aesthetik des Kunstgewerbes.=«

$Professor Dr. Franz Wickhoff,$ Wien, K. K. Universität.

1. »=Der italienische Garten.=«

2. »=Die Wohnung in den Niederlanden und in Frankreich im

15. Jahrhundert.=«

$Julius Zöllner$ in Leipzig.

»=Das Zinn in alter und neuer Zeit.=«

An Mitarbeitern sind ferner gewonnen worden: Direktor =Angst=, Zürich,

Professor Dr. =Justus Brinkmann=, Hamburg, Direktor Dr. =Deneken=,

Krefeld, Professor Dr. =Alfred Lichtwark=, Hamburg u. a.

Interessenten, welche eingehendere Prospekte zugeschickt haben wollen,

werden gebeten, ihre Adresse dem Verlag =Hermann Seemann Nachfolger=,

Leipzig, Goeschenstrasse 1 bekannt zu geben.

* * * * *

Im Verlag von HERMANN SEEMANN NACHFOLGER in =Leipzig= ist erschienen:

MAX KLINGERS BEETHOVEN

Eine kunsttechnische Studie // Prachtwerk in Grossquart //

von mit 8 Heliogravüren

ELSA ASENIJEFF und 23 Beilagen und Textbildern

Preis in vornehmem Liebhaberband geb. M. 20,--

Die Vollendung des »Beethoven« durch Meister Klinger wird als ein

künstlerisches Ereignis allerersten Ranges empfunden. Fünfzehn Jahre lang

trug der Leipziger Künstler den grossen Gedanken seines Werkes mit sich

herum, und staunender Bewunderung voll blickt jetzt die Welt auf das

erhabene Monument Beethovens. Keiner war mehr berufen, dem Heros der

Musik ein Denkmal aufzurichten, als Klinger; nackt, mit

ineinandergekrampften Händen, in den Schauern der Inspiration, den

grüblerischen Blick in dämmernde Fernen bohrend, sitzt Beethoven auf dem

mit kunstvollen Reliefs, Edelsteinen und Elfenbein reich verzierten

Thron, ein Mantel von herrlichem Onyx schlingt sich über sein Knie, und

zu seinen Füssen sträubt der zu ihm aufblickende Adler des Zeus seine

mächtigen Flügel.

Das Werk, das im gesamten Schaffen Klingers einen Gipfel bedeutet, wird

von Frau Elsa Asenijeff in einem trefflichen Text erklärt, der die

zahlreichen Illustrationen -- 8 Heliogravüren, 23 Beilagen und

Abbildungen im Text -- wirksam unterstützt, zumal Frau Asenijeff in der

Lage ist, auch zu der Entstehungsgeschichte des Werkes die

interessantesten Ausführungen beizubringen, insonderheit über die grosse

Schwierigkeit, den Thronsessel in Bronze zu giessen, was erst in Pierre

Bingens Werkstatt in Paris gelungen ist, und von Frau Asenijeff in den

einzelnen Stadien ausserordentlich dramatisch erzählt wird.

Die interessanten technischen Aufschlüsse über die Schwierigkeiten in der

Beschaffung der Marmorsorten, über die Behandlung des Elfenbeins, des

tirolischen Onyx, der venezianischen Glasflüsse werden mit besonderer

Freude begrüsst werden.

Vor allem ist die Schilderung des Bronzegusses eine Meisterleistung, der

in der modernen kunstgewerblichen Litteratur kaum etwas Gleiches an die

Seite gestellt werden kann, und zu deren tiefster Würdigung man schon bis

auf Cellini zurückgehen muss.

Dass das Werk in seinen verschiedenen Stadien vorgeführt wird, sowohl

illustrativ als auch textlich, vom Gipsmodell bis zur vollendeten Bronze

und bis zum ausgeführten Marmorbilde, das verleiht dem auch äusserlich

überaus vornehm ausgestatteten Werke seine überragende Bedeutung, an der

kein Kunstfreund, kein Aesthetiker, kein Sammler, überhaupt kein

Kulturmensch unserer Zeit vorübergehen darf.

* * * * *

Verlag von Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig

ITALIENISCHE KUNST

Studien und Betrachtungen von

BERNHARD BERENSON

Einzig autorisierte Ausgabe

Aus dem Englischen übertragen von

D^R JULIUS ZEITLER

Preis broschiert M. 6,--, geb. M. 8,--

Berenson, ein bedeutender englischer Kunstforscher, der auch in den

kunsthistorischen und ästhetischen Kreisen Deutschlands wohl bekannt ist,

bietet in diesem Band über die »Italienische Kunst« eine Anzahl

trefflicher Essays, in denen Gründlichkeit der Forschung mit feinem

Urteil und hoher Kennerschaft gepaart ist. Die Essays behandeln Vasari,

die Dante-Illustrationen, Correggio, Giorgione, Tizian, Amico di Sandro,

dessen Persönlichkeit Berenson überhaupt erst festgestellt hat, und

endlich eine reiche Fülle von venezianischen Gemälden, die sich in

Londoner Privatbesitz befinden. Die Abbildungen derselben, die zum Teil

in nur schwer zugänglichen Privatgalerien stecken, verleihen dem Buch

noch einen ganz besonderen Wert.

BILDNISKUNST

UND

FLORENTINISCHES BÜRGERTUM

Bd. I: Domenico Ghirlandajo in Santa Trinitá: Die Bildnisse des Lorenzo

de' Medici und seiner Angehörigen

von

D^R A. WARBURG

Grossquart mit 5 Lichtdruckbeilagen und 6 Textillustrationen

Preis geb. M. 6,--

Technik der Bronzeplastik · 第 11 / 12 段