Du hast Recht. Aber der Verdruß gegen die Schwätzer und Windbeutel
enthält oft das wünschenswerte Entgegenkommen den noch unerschlossenen
und ringenden Kräften vor. Bei uns in Deutschland ist es besonders
traurig. Unter hundert Betrachtern und Beurteilern eines Kunstwerks ist
kaum einer, der imstande ist nur gerade, sagen wir: das Postament zu
begreifen, auf dem es ruht. Eitelkeit und Nüchternheit diktieren ihnen
ihr begeistertes oder verwerfendes Urteil. Überall guckt der
Schulmeister heraus, und wenn sie wohlwollend sind, dann glauben sie
schon weit zu gehen. Verzeih, daß ich jäh und bitter werde, aber sogar
du ziehst es vor Diktator zu sein, anstatt Freund, Versteher, Billiger,
Mitdeuter. Warum willst du nicht die Notwendigkeit hinnehmen, die mich
erfüllt? Vielleicht ist das, was ich unter unbesieglichem Zwang schaffe,
gar nicht so verschieden wie du meinst von dem, was die Formeln wollen.
Und wer nie eine der anscheinend ehernen Regeln verletzt und selbst das
erlauchteste Kritikerhaupt zum Schütteln zu bringen vermag, der ist kein
Schöpfer, der bleibt stets ein Beckmesser.