Es klingt mir nicht hart. Ich muß dir so erscheinen. Du schaust vom Ende
eines Wegs auf mich zurück. Du weißt natürlich wie du gegangen bist,
aber wie ich gehen muß, das glaubst du nur zu wissen. Jedem ist sein
Schmerz notwendig, jedem seine Sehnsucht, sein Suchen, und wo ich nach
deiner Meinung verderbe, da ist vielleicht mein Heil. Wollte man doch
alles Kritisieren lassen, das sich nicht aufs Engste beschränkt, aufs
Greifbare, Haltbare! Ein menschliches Dasein ist kein Brettergerüst,
kann nicht mit dem Richtscheit ausgemessen werden, kann nicht mit Nägeln
und Klammern vor dem Geschick in Schutz genommen werden. Wenn es doch
keine Schulmeister mehr gäbe! In jedem Lehrer steckt so viel Härte und
Verhärtetsein, und was soll man erst zu jenen sagen, die aus bloßer
verwerflicher Lust an Überlegenheit einem Organismus, den die Natur
geschaffen hat, die Berechtigung zur Existenz absprechen.