Ohne Zweifel. Die Kraft der Vision im Dichter bestimmt die Kraft des
Werkes, ihre Dauer und Unvergeßlichkeit aber seine Harmonie. Alles
andere hat mit inspiratorischen Dingen nichts mehr zu tun, sondern
unterliegt den Gesetzen der Entwicklung. Wo die Vision aufhört, beginnt
die geistige Arbeit, das Reich des Geschmackes, des Urteiles, der Wahl.
Hier ist auch die Grenze zwischen dem Dichter und dem Schriftsteller.
Der Dichter und seine Stoffe verhalten sich zu einander wie der Baum zu
seinen Blättern, die Stoffe des Schriftstellers aber gleichen den
beliebig ausgewählten, ärmlichen oder luxuriösen Möbeln eines Zimmers.
Dort wird jeder Mangel die Kehrseite eines Vorzuges sein, hier wird
selbst jeder Vorzug auf einen einzigen Mangel zurückdeuten. Dort ein
lebendiger Organismus, gleichviel ob kränklich oder stark, hier eine
Maschinerie, stümperhaft oder in ihrer Art vollkommen.