»Ja, Hochwürden.«
»Wo ist der Hund?«
»Unten, ... vor dem Hause.«
»Lassen Sie ihn herauf zu mir, ... ich möchte ihn um mich haben.«
Das Tier fühlte wie er, und darum sehnte er sich nach seinem treuherzigen
Anblick.
* * * * *
Am nächsten Morgen, eine Viertelstunde vor acht Uhr, waren die Wohnstube
und das Totenzimmer von Leuten überfüllt. Alle hielten einen brennenden
Wachsstock in der Hand, wie es bei Begräbnissen der Brauch ist in Tirol.
Anna brachte ihr Tuch nicht von den Augen, und als das Zimmer, wo der Tote
lag, am vollsten war, beugte sie sich auf die Leiche herab und küßte
den Bruder auf die Wange. Juchei stand im Nebenzimmer, abseits von den
übrigen, starrte vor sich hin und fuhr manchmal mit der Hand nach dem
Herzen. Einer der fremden Geistlichen näherte sich ihm.
»Jetzt wird der Sarg geschlossen,« flüsterte er dem jungen Amtsbruder
zu. »Wollen Sie den Toten noch einmal ansehen?«
»O nein,« antwortete Juchei. »Ich habe schon Abschied von ihm genommen,
heute nacht, als wir allein waren ... Lassen Sie den Sarg schließen.«
Das war bald geschehen. Vier Männer luden die Bahre auf die Schultern; die
Anwesenden ordneten sich und folgten dem vorangetragenen Sarge. Die Glocken
begannen zu läuten. So hatten sie auch geläutet, als Georg einzog in das
Dorf; damals hatten sie ihn willkommen geheißen und heute riefen sie ihm
die letzten Grüße zu.
Nach einer Stunde war alles vorüber. Georg ruhte im Grabe, unter derselben
Scholle, auf der Paula gekniet hatte, als sie das Grab seines Vorgängers
betrachtete. Die Wohnung war jetzt nicht mehr leer.