Nun gut, ich bin ewig begeistert, trotz meiner 53 Jahre und meiner
Krankheit, die doch schließlich unmerklich die Kräfte wegfrißt wie ein
irrsinniger Jaguar, der nie genug hat und im Blute wühlt und trinkt ganz
ohne Durst! Mir gegenüber, auf Zimmer 142, 143, wohnt seit gestern ein
kleines Mädchen, Ungarin, Bulgarin oder Serbin; im Nationalkostüm mit
ganz nackten, herrlichsten Beinen geht sie. Als ich sie heute auf der
Stiege traf, lächelte ihre Mama über mein begeistertes Gesicht. Ich
stand und schaute. Weshalb reisen, wenn die fremden Länder in ihrer
Märchenpracht sich zu uns bemühen?! Das Hotelstubenmädchen ließ mich in
das unaufgeräumte Zimmer. Ich kniete an dem Bett des Kindes nieder,
küßte das Linnen, auf dem ihr heiliger Leib geruht! Das Stubenmädchen
sagte: „Wann sollen denn die Menschen schön sein als so lang sie klein
sind?! Später „wachsen sie sich aus“, da wird eine wie die andere — —.“
Ich schenkte ihr zwei Kronen, denn sie war meine Mitarbeiterin geworden
an dieser Skizze, die zwar noch nicht angenommen und bezahlt ist. Aber
man muß etwas riskieren — — —.