Aus Vers 276: "Dicitur et plaustris vexisse poemata Thespis" (Man sagt,
dass Thespis seine Dramen auf Wagen umhergefahren habe) ist der
*Thespiskarren*
entlehnt. Doch irrt sich ~Horaz~ in seiner Angabe, da der Wagen der
ältesten griechischen Komödie angehört, während Thespis der älteste
attische Tragödiendichter war.--
Vers 333 steht:
*Aut prodesse volunt aut delectare poetae.*
Entweder wollen die Dichter uns nützlich sein oder ergötzen.
Vers 343 spricht ~Horaz~ vom Dichter:
(_Omne tulit punctum qui miscuit_) *utile dulci*
Jeglichen Beifall errang, wer Lust und Nutzen vereinte,
woraus die Redensart stammt:
*Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.*
Diese letzten Worte scheinen aus ~Polybius~ entlehnt zu sein, der (1,
4) sagt, man könne "aus der Geschichte ~zugleich Nutzen und Vergnügen~
schöpfen" ("ἅμα καὶ τὸ χρήσιμον καὶ τὸ τερπνὸν ἐκ τῆς ἱστορίας
λαβεῖν").
(S. auch ~Lucian~ "Wie man Geschichte schreiben muss" 9, "Über den
Tanz" 33, "Anacharsis" 6 u. 10.)--
Aus Vers 359:
Indignor, quandoque bonus dormitat Homerus.
Ich ärgere mich, wenn der vortreffliche Homer auch
einmal schläft (d.h. im Ausdruck nachlässig ist)
wird fälschlich als eine Entschuldigung für Schlummerköpfe citiert:
*Quandoque bonus dormitat Homerus.*