übersetzt ~Freiligrath~ mit:
*Trotz alledem und alledem.*
~Schmidt-Weissenfels~ sagt in einem biographischen Bei- und Nachtrag:
"Lassalle und Freiligrath" ("Gegenwart" vom 26. Mai 1877):
"Wenn aus dem Briefwechsel in dieser Zeit noch etwas erwähnenswert
ist, so ist es die sichtliche Liebhaberei, mit welcher Lassalle
das Lieblingswort Freiligraths: 'Trotz alledem und alledem' darin
mehrfach citiert. Freiligrath führte es schon in der glücklichen
Poetenzeit, die er früher am Rhein verlebte, im Munde, hatte
es dann nach Burns zum Titel und Gedankengang eines seiner
leidenschaftlichsten revolutionären Gedichte[58] benutzt, und
seitdem war es zu einem geflügelten Wort geworden. Aber eifersüchtig
war der Dichter darauf, dass ihm das Urheberrecht daran gewahrt
bleibe; auch trug es sein Siegel als Wahlspruch".--
[Fußnote 58: "Neuere politische und sociale Gedichte" von F.
Freiligrath, Köln 1849. 1. Heft, S. 62. vrgl. auch Ferd. Freiligraths
"ges. Dicht". Stuttg. Göschen, 1870, S. 44 und 172.]
* * * * *
William *Wordsworth* (1770-1850) bietet aus "My heart leaps up" das von
~Lewes~ zum Motto des ersten Buches von "Goethes Leben" auserkorene:
*The child is* (_the_) *father of the man.*
*Das Kind ist des Mannes Vater.--*
* * * * *
Aus Thomas *Campbell*s (1777-1844) "Lochiel's Warning" ist das von
~Byron~ als Motto für "Dantes Prophezeiung" gewählte:
(_'T is the sunset of life gives me mystical lore
And_) *coming events cast their shadows before.*
(_Der Abend des Lebens giebt mir geheimnisvolle Weisheit,
Und_) *künftige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.--*
* * * * *
Thomas *Moore* (1779-1852) beginnt ein schwermütiges Lied seiner
"Irischen Melodieen" (1807-34):
"'tis the last rose of summer."
Danach nennen wir, ohne auf den Text weiter einzugehen, den holden
Gegenstand der Liebesneigung eines bejahrten Herrn seine
*letzte Rose.--*
* * * * *
Aus Lord George *Byron*s (1783-1824) Tagebuche sind bekannt die von ihm
mit Bezug auf den unerwarteten Erfolg der beiden ersten Gesänge seines
"Childe Harold" geschriebenen Worte:
*I awoke one morning and found myself famous,*
Ich erwachte eines Morgens und fand mich berühmt!
und aus "Childe Harold", 4, 79 citiert man die Bezeichnung als:
*Niobe of Nations.*
Niobe der Nationen.
In seinem "Don Juan" (11, 45 und 13, 49; ersch. 1823) giebt ~Byron~
als Zahl der Londoner höheren Schichte reicher hochnäsiger Nichtsthuer
"etwa Viertausend" ("about twice two thousand") an und so (11, 54),
auch nach Lanne, als die Zahl der "lebenden Schriftsteller": etwa
"Zehntausend" ("ten thousand"). Vor ihm bezeichnete man die obere
Schichte mit "the upper-crust", dann aber sagte man, wohl die erwähnten
beiden Stellen des elften "Don Juan"--Gesanges vermengend, meistens:
*The upper ten thousand,* oder *The upper ten,*
*Die oberen Zehntausend.*
Oder wäre schon Edmund ~Burke~ hier als Quelle anzusehen? Dieser
versteht nämlich (1793. "Remarks on the policy of the allies ...";
"Works", Lond. 1815 VII, p. 140-1) "ganz England" unter dessen 35000
Grundbesitzern und spricht von 10000 adligen Kavalleristen als von der
Kraft Preussens, die 1792 gegen Frankreich zog.--
* * * * *
Washington *Irving* (1783-1859) veröffentlichte 1837 eine Skizze "The
Creole Village", in der er den Wunsch ausspricht, es möge unter den
unschuldigen Bewohnern dieses Dorfes
"the almighty dollar"
*der allmächtige Dollar*
immer verachtet bleiben. In "Wolfert's Roost and other Papers" (1855)
brachte er dann die kleine Erzählung wieder und sagt in einer
Anmerkung (p. 48), jener Ausdruck sei zuerst von ihm damals gebraucht
und inzwischen landläufig geworden.--
* * * * *
Der Dichter und Komponist von (Tell me the tales that to me were so
dear)
*Long, long, ago*
*Lang', lang' ist's her*
ist T. H. *Bayly* (Cramers Vocal Gems, No. 1).--
* * * * *
"The last of the Mohicans"
*Der letzte Mohikaner*
(1826), und
"The Path-Finder"
*Der Pfadfinder*
(1840) sind Romantitel James Fenimore *Cooper*s (1789-1851).--
* * * * *
Aus James Robinson *Planché*s (1796-1880) englischem, von Th. ~Hell~
verdeutschten Texte zu Karl Maria ~von Webers~ am 12. April 1826 in
London zuerst aufgeführten "Oberon" stammt:
*Mein Hüon, mein Gatte!*
scherzhaft erweitert durch:
*Im Schlafrock von Watte!*
nach dem musikalischen Quodlibet "Fröhlich" (von L. ~Schneider~), das
in den 30er Jahren in Berlin gegeben wurde, und in dessen 1. Akte der
Oberon-Text also parodiert wird:
Alexander, mein Gatte,
Im Schlafrock von Watte!--
* * * * *
Edward George Lytton *Bulwer* (1803-73) nennt die Deutschen in der
Vorrede zu "Ernest Maltravers", London 1837, "das Volk der Dichter und
Kritiker". Wir citieren gewöhnlich:
*Volk der Dichter und Denker.*
Vielleicht weckte diesen Gedanken Frau von ~Staël~, die in der
Vorrede vom 1. Oktober 1813 zu ihrem Buche "De l'Allemagne" schreibt,
sie habe vor drei Jahren Preussen und die umliegenden nordischen
Länder "la patrie de la pensée" genannt.--
* * * * *
Aus dem Titel von Charles *Darwin*s (1809-82) Werk "On the origin of
species by means of natural selection or the preservation of favoured
races in the
*struggle for life"*
(1859) sind die letzten Worte:
*Kampf ums Dasein*
ins Leben übergegangen. Angeregt zu diesem Schlagworte wurde Darwin
durch ~Malthus~, der schon in seinem "Essay on the principles of
population" (London 1798) von "struggle for existence" gesprochen hatte.
In der alten fünfaktigen Einteilung von Schillers "Wallensteins
Tod" endete der dritte Akt mit einem, bei der neuen Einteilung
fortgebliebenen Monologe Buttlers, in dem die Worte vorkommen:
"Nicht Grossmut ist der Geist der Welt,
Krieg führt der Mensch, er liegt zu Feld,
Muss um des Daseins schmalen Boden fechten".--