Einen verführerischen Wüstling nennen wir einen

*Don Juan*

nach dem Helden einer spanischen Sage des 14. Jahrhunderts, die sich

an eine historische Person knüpft, den Don Juan Tenorio, einen Freund

Peters des Grausamen. Der Sage nach hatte er die Tochter eines Komturs

entführen wollen, den er im Zweikampf erstach. Die dem Gefallenen

errichtete Bildsäule ladet er höhnend zum Abendessen, und jener

*Steinerne Gast*

findet sich wirklich ein und überliefert den Sünder der Hölle. Dies

Wort citieren wir im Sinne ~Schillers~, der ("Piccolomini" IV, 6 a. E.)

den vor sich hinbrütenden Max einen "steinernen Gast" schelten lässt,

"der uns den ganzen Abend nichts getaugt". Die Don-Juan-Sage ging in

mannigfacher Gestaltung über die Bühnen Spaniens (zuerst 1634 durch

Tirso de Molina), Italiens, Frankreichs und Englands, bis die Musik

unseres ~Mozart~ (1787) dem Libretto Lorenzo ~Dapontes~ (s. Kap. VII)

zum Siege über alle Vorgänger verhalf.--

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Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 131 / 438 题