"Κέρβερον ὠμηστὴν, ἀίδεω κύνα χαλκεόφωνον,
πεντηκοντοκάρηνον, ἀναιδέα τε κρατερόν τε ..."
"Cerberus, der rohes Fleisch frisst, den Höllenhund mit der ehernen
Stimme, den fünfzigköpfigen, frechen und starken", dessen Wächteramt
vor den Thoren des Hades ~Vergil~ ("Aen." 6, 417ff.) u.a. schildern.
Wir nennen daher einen grimmigen Thürhüter einen
*Cerberus.--*
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Im ~Aeschylus~ (525-456 v. Chr.) finden wir zuerst den Argus
("Ἱκέτιδες" 805), welcher die von der eifersüchtigen Juno in eine Kuh
verwandelte Io zu hüten hatte, erwähnt als "den Alles sehenden Wächter"
-- "τὸν πάνθ' ὁρῶντα φύλακα". Daher nennen wir scharfe
aufmerksame Augen
*Argusaugen.--*
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*Die Gelegenheit beim Schopf* _oder_ *bei der Stirnlocke fassen*
citieren wir aus dem griechischen Mythus, nach welchem der durch ~Ion
von Chios~ († 422 v. Chr.) besungene, in Olympia als Gott verehrte
(~Pausanias~ V, 14) Kairos (Καιρός, Occasio, die günstige
Gelegenheit) mit lockigem Vorhaupt und kahlem Nacken im Davonfliegen
geschildert wurde, da man die gute Gelegenheit hintennach zu spät
ergreift. So beschreibt ihn uns (um 280 v. Chr.) im 13. Epigramm
~Posidipp~ ("Griech. Anthologie" IV) als vom ~Lysipp~ plastisch
dargestellt.
~Ausonius~ (Epigr. 12) nennt nur deshalb ~Phidias~ als den Meister,
weil ihm dessen Name besser in den Vers passt. Vrgl. auch ~Phaedrus~
("Fab." V, 8) und ~Kallistrat~ ("Stat." 6).--
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Aus ~Sophokles~ (496-406 v. Chr.) erfahren wir ("Trach." 549ff.),
dass der wegen seines Angriffs auf Deïanira von deren Gatten Herkules
durch einen Giftpfeil getötete Kentaur Nessus der Begehrten sterbend
riet, sein Blut als Liebesmittel aufzubewahren, damit sie den Herkules
dauernd an sich fesseln könne. Als dieser sich nun in Iole verliebte,
sandte ihm die Gattin ein mit dem giftigen Blute bestrichenes
Opferhemd. Herkules zog es an und verfiel in so rasenden Schmerz, dass
er den Flammentod wählte. Daher gilt uns als etwas die höchste Pein
Verursachendes das
*Nessushemd.--*
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