Bei ~Homer~ ("Il." 24, 25-30) findet sich auch die erste Hindeutung auf

*Das Urteil des Paris,*

das zu unzähligen Darstellungen verwertet ward und noch heut citiert

wird, wo es gilt, einen Streit um Frauenschönheit zu entscheiden.

Here und Athene zürnten Ilion wegen der frevelhaften Verblendung des

Alexandros (Paris),

"ὃς νείκεσσε θεὰς, ὅτε οἱ μέσσαυλον ἵκοντο,

τὺν δ' ᾔνησ' ἥ οἱ πόρε μαχλοσύνην ἀλεγεινήν",

"welcher die Göttinnen schmähte, als ihm ins Gehöfte sie kamen,

und die pries, die zum Lohn ihm verderbliche Üppigkeit anbot".

nämlich Aphrodite, der er als der Schönsten den Apfel gab (vrgl.

~Euripides~ "Hec." 633, "Troad." 930). Die Vorgeschichte hierzu liefert

~Lucian~ ("dial. marin." 5; vrgl. in des Proclus "Chrestomathie":

"Kyprien", wo der Apfel noch unerwähnt ist) also:

Die zur Hochzeit des Peleus und der Thetis nicht gebetene Eris

(Discordia, Göttin der Zwietracht) rollte einen goldenen Apfel mit der

Aufschrift "Die Schöne soll mich bekommen" dahin zwischen die Gäste,

wo Here, Athene und Aphrodite weilten, die alsbald in Zwist gerieten,

welcher von ihnen der Apfel gebühre. Für ein Streitobjekt entnehmen wir

daraus den bildlichen Ausdruck:

*Apfel der Zwietracht, Zankapfel, Erisapfel,*

der uns zuerst bei ~Justinus~ (XII, 15; XVI, 3) als "malum Discordiae"

und "Discordiae malum" begegnet.[14] Dieser Zwist der Göttinnen rief

dann eben das den trojanischen Krieg entfesselnde "Urteil des Paris"

hervor, das "iudicium Paridis" (s. Kap. XI: Vergil "Aen." 1, 27).--

[Fußnote 14: ~Justinus~ (2. Jahrh. n. Chr.) excerpierte den ~Pompeius

Trogus~ (um 20 v. Chr.), der also schon das Wort gebraucht haben mag.]

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Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 113 / 438 题