*in die Grube fahren,*
ein oft in der Bibel wiederkehrender Ausdruck.--
*Habeat sibi,*
meinetwegen,
oder, wie Luther übersetzt: "Sie hab's ihr", ist aus 1. Mos. 38, 23
entlehnt (vrgl. ~Sueton~: "Julius Cäsar", 1).--
*Keusch wie Joseph*
ist entwickelt aus 1. Mos. 39.--
Pharaos Traum, 1. Mos. 41, von "sieben schönen fetten Kühen", die von
"sieben hässlichen und mageren Kühen" gefressen und von "sieben dicken
und vollen Ähren", die von "sieben mageren Ähren" verschlungen werden,
wird von Joseph dahin gedeutet, dass in ganz Ägyptenland "sieben reiche
Jahre" und nach denselben "sieben Jahre teure Zeit" kommen würden.
Hiernach sprechen wir von
*Fetten Jahren* _und_ *mageren Jahren.--*
Aus 1. Mos. 41, 43, wo geschrieben steht, dass Pharao vor Joseph her
ausrufen liess: "Der ist des Landes Vater" stammt
*Landesvater,*
oder aus Cicero "pr. Sest." 57: "pater patriae", "Vater des
Vaterlands".--
*Benjamin*
als Bezeichnung des jüngsten Kindes und Lieblingssohnes beruht auf 1.
Mos. 42, 4 und 43, 6 und 14.--
Nach 1. Mos. 44, 4; 1. Sam. 24, 18; 25, 21 und Jerem. 18, 20 sagen wir:
*Gutes mit Bösem vergelten.*
"Arges um Gutes thun" steht Psalm 35, 12; 38, 21 und: "Vergeltet nicht
Böses mit Bösem" 1. Petri 3, 9; daher unser:
*Böses mit Bösem vergelten.--*
* * * * *
Nach *2. Mos.* 1, 14: "Und (die Ägypter) machten ihnen (den Kindern
Israel) ihr Leben sauer, mit schwerer Arbeit in Thon und Ziegeln und
mit allerlei Fröhnen auf dem Felde", sagen wir:
*Einem das Leben sauer machen.--*
Wir sprechen von einem gesegneten Lande,
*darinnen Milch und Honig fliesst*
nach 2. Mos. 3, 8. Der Ausdruck wiederholt sich häufig in der Bibel und
ist auch in den klassischen Sprachen bekannt.--[9]
[Fußnote 9: Vrgl. Gualterus ~Robert-tornow~: "De apium mellisque apud
veteres significatione et symbolica et mythologica" (Berolini apud
Weidmannos, 1893, p. 82-85).--]
*Zeichen und Wunder,*
2. Mos. 7, 3 wiederholt sich ebenfalls oft in der Bibel. Auch im Aelian
(2. Jahrh. n. Chr.; "Variae historiae" 12, 57) findet sich der Ausdruck
σημεῖα καὶ τέρατα, also in derselben Form, wie im Neuen
Testament an vielen Stellen, z.B. Matth. 24, 24.--
*Der Finger Gottes*
beruht zunächst auf 2. Mos. 8, 19, wo die Zauberer, weil Aaron Läuse
aus dem Staube entstehen lassen konnte, zu Pharao sprechen: "Das ist
Gottes Finger". Luk. 11, 20 spricht Jesus vom Austreiben der Teufel
"durch Gottes Finger".--