*Erdenkloss.--*
Nach 1. Mos. 2, 9 u. 17, wo von dem "Baum des Erkenntnisses Gutes und
Böses" die Rede ist, dessen Früchte der Herr dem ersten Menschenpaar zu
geniessen verbietet (s. 3, 2-6), wurden die Worte üblich:
*Vom Baum der Erkenntniss essen*
und:
*Die verbotene Frucht.--*
Nach 1. Mos. 2, 18 citieren wir:
*Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei,*
und:
*Mann und Frau sind Eins*
nach 1. Mos. 2, 24: "Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter
verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein Ein Fleisch"
(vrgl. Matth. 19, 5).--
Aus 1. Mos. 2, 23, wo Adam von Eva sagt: "Das ist doch Bein von meinen
Beinen, und Fleisch von meinem Fleisch", entnehmen wir:
*Fleisch von meinem Fleisch und Bein von meinem Bein.--*
1. Mos. 3, 5 lesen wir das Schlangenwort: "Und werdet sein wie Gott und
wissen, was gut und böse ist". Die Vulgata giebt: "Eritis sicut Dii".
"Und werdet sein wie die Götter". Wir aber citieren die Stelle so, wie
sie ~Goethe~ in der Schülerscene des "Faust" anwendet:
*Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum.*
Und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
Die Verwendung bei Goethe dürfte durch ~Agrippa von Nettesheim~
vermittelt sein, der im Anfange seines Werkes "de incertitudine
et vanitate omnium scientiarum", Köln 1527, sich dahin äussert,
die Wissenschaft erhebe zu Gott nur im Sinne dieses Spruches der
Schlange. "Eritis sicut Deus" wurde zum Titel eines die Philosophen,
besonders Fr. Th. Vischer, verspottenden Romans erkoren, der 1855
anonym zu Hamburg erschien und dessen fromme Verfasserin Wilhelmine
Canz hiess.--
Nach dem Sündenfall heisst es 1. Mos. 3, 7 von Adam und Eva, sie
"wurden gewahr, dass sie nackend waren; und flochten Feigenblätter
zusammen, und machten ihnen Schürzen". Hiernach ward uns das
*Feigenblatt*
ein bildlicher Ausdruck für "schamhafte Verhüllung".--
1. Mos. 3, 16 spricht Gott zu Eva: "dein Wille soll deinem Manne
unterworfen sein, und
*#Er# soll dein Herr sein".--*