Verbrecher festgehalten werden, bis ihre Untersuchung eingeleitet und ihre
Strafe bestimmt werden kann, und die Art, wie man sie dort unterbringt,
ist so eigenthümlich wie praktisch. Man sperrt sie nämlich keineswegs in
kleine, aus dicken Mauern bestehende Zellen, mit eisenbeschlagenen Thüren
und Schlössern und sorgfältig verwahrten Oefen, durch welche sie aber noch
trotzdem manchmal ihren Weg zur Flucht suchen, sondern in einem großen
Saal, am Tag durch Fenster, Nachts durch Gas erleuchtet, stehen vier
oder fünf große viereckige, eiserne Käfige, aus starken Eisenblechbändern
zusammengenietet und ebenfalls mit einem eisernen Boden versehen,
zerstreut, und in ihnen befinden sich die verschiedenen Gefangenen. Die
Zwischenräume zwischen den Eisenblechstreifen sind aber so weit, daß man
überall leicht einen Arm durchstrecken kann, und gewähren dadurch über
das Innere einen durch nichts gehemmten Blick. Polizeileute gehen außerdem
fortwährend zwischen den verschiedenen Käfigen hin und her, und keiner
der Insassen kann sich auch nur bewegen, ohne daß es bemerkt wird. An ein
Ausbrechen ist deßhalb nicht zu denken, und ebensowenig können sie durch
Feuer Unheil anrichten -- das Eisen brennt nicht.
Eines der Zimmer übrigens mit eben solchen, aber nicht verschlossenen
Käfigen ist für Obdachlose bestimmt, die selber bei der Polizei Schutz
gesucht haben, und gerade an dem Abend hatten sich zwei Frauen mit kleinen
Kindern da eingefunden, um hier die Nacht zuzubringen -- ja vielleicht auch
den andern Tag. Du lieber Gott, es war doch immer ein Schutz gegen Wind
und Wetter und wer weiß, welches unsagbare Leid die armen Frauen erst
durchgemacht, ehe sie diese letzte Hülfe in der Noth benützten.
Wir hielten uns übrigens nicht sehr lange bei der Besichtigung dieser
verschiedenen Gruppen auf, sondern traten unseren Marsch an, der uns in die
östlich gelegenen Distrikte der Stadt, oder in das sogenannte Negerviertel
führte.
Zuerst besuchten wir hier eine Negerkirche, die sich, wenn auch an einem
Wochentage, ziemlich stark besucht zeigte. Besonders ragten die »farbigen«
Ladies durch bunten Putz und Schmuck hervor, und es sollte mich gar nicht
wundern, wenn sie es schon den »weißen« Ladies abgesehen hätten, nur
deßhalb nämlich das Gotteshaus zu besuchen, um dort ihren bunten Plunder
zur Schau zu tragen.
Der Geistliche -- ein dunkler Mulatte, hielt eine schale, nichtssagende
Predigt voll lauter Phrasen und dabei ohne jede Begeisterung oder Wärme und
etwa mit einer Betonung auf jedem Wort, als ob er immer hätte sagen wollen:
»Nun, hab' ich nicht recht? -- ist die ganze Sache nicht sonnenklar,
und kann irgend ein vernünftiger Mensch irgend etwas dagegen einzuwenden
haben?« -- Er blieb dabei auf der sehr breiten Kanzel auch nicht etwa
stehen, sondern lief darauf hin und her, sich bald an diesen, bald an jenen
Theil seiner Zuhörer wendend. Große Ruhe schien aber nicht beobachtet zu
werden, denn fortwährend kamen und gingen Leute, und machten oft Lärmen
genug dabei.
Uebrigens stand diese Kirche genau an der Grenze des berüchtigten Viertels,
und von dort an begannen schon die einzelnen Buden und Trinklokale, aus
denen hie und da der Ton einer einsamen Violine heraustönte. Es herrschte
auch jetzt gerade kein rechtes Leben zwischen dieser Menschenklasse, denn
der Fluß war zu niedrig, die Dampfboote konnten nicht fahren, und gerade
die farbigen Dampfbootleute sind es, die hier ihre Orgien feiern und den
schmutzigen Strudel in Bewegung halten.
Wir betraten jetzt einige der Plätze, in denen unten, bei der Beleuchtung
eines einzelnen Talglichts, oder einer Petroleumlampe, schnöder Whisky
und grauenvolle Cigarren feil gehalten wurden, und nicht einmal mehr
geschminkte weiße und schwarze Dirnen, durcheinander gemischt, ihr Glas
tranken und ihre Cigarre rauchten. Die Herren von der Polizei hielten
sich aber nicht lange in diesen vorderen Räumen auf, denn was hier weilte,
brauchte das Licht -- wenigstens dieser Nachbarschaft -- nicht zu scheuen.
Sie wußten auch überall schon genau Bescheid, wohin sie sich zu wenden
hatten; bald krochen sie, unmittelbar hinter dem Schenkstand, eine steile
Treppe empor, die eher einer Leiter glich, bald wandten sie sich der
Hinterthür zu, schritten über einen engen, stockfinsteren Hofraum und
überraschten dadurch die Bewohner eines baufälligen, halbverfallenen
Hinterhauses.
Wir folgten ihnen natürlich auf dem Fuß und: »Jammer, von keiner
Menschenseele zu fassen!« hätte ich manchmal ausrufen mögen, wenn wir
einzelne dieser höhlenartigen Wohnungen betraten.
Dort, unter Lumpen, lag auf einer schmutzigen Strohmatratze eine
menschliche Gestalt zusammengekauert.
»Wer ist das?«
»Meine Schwester,« sagte eine alte, in der Ecke kauernde Frau, die man
natürlich keines Grußes gewürdigt hatte, »sie ist krank.«
Auf dem Tisch flackerte ein fast niedergebranntes Talglicht seinen
düsteren, unbestimmten Schein durch das Gemach, blies doch der kalte
Nachtwind durch drei oder vier losgefaulte Planken in der Wand, aber der
amerikanische Polizeilieutenant begnügte sich nicht mit der Antwort -- war
es doch ein zu gewöhnlicher Kniff dieser Art Leute, irgend Jemanden, den
sie verstecken wollten, für einen Kranken auszugeben. Er zog ziemlich
unsanft die Decke fort, und scheu und erschreckt schaute ein hohläugiges,
bleiches Antlitz zu ihm auf. Es war in der That die kranke Schwester.
»Holla, Betsy, seit wann seid Ihr wieder nach Cincinnati gekommen?«
Die Kranke konnte nicht antworten und zog die Glieder fröstelnd zusammen,
so daß der Lieutenant ihr die Decke wieder überwarf. Die Schwester
antwortete für sie.
»Ihr Mann hat sie so mißhandelt und die wenigen Cents, die sie verdient,
auch noch vertrunken, ohne ihr je nur einen Laib Brod in's Haus zu tragen.
Da hat sie sich hier herunter geschleppt, um hier zu sterben.«
Es war ein Bild des Jammers, nicht des Verbrechens und doch lehnte daneben
auf einer alten Schiffskiste ein halbtrunkenes schwarzes Mädchen, das
nur noch genug Besinnung hatte, um die zerfetzten Oberkleider ein wenig
zusammen zu raffen.
Wir gingen weiter. Aus diesem Hintergebäude gleich in ein anderes
hinübersteigend -- und der Weg war nicht angenehm, denn man sah gar nicht,
wohin man den Fuß setzte, -- erreichten wir ein niederes, schmales Haus,
in welchem oben, in zwei verschiedenen Fenstern Licht brannte. Ohne Zögern
stiegen wir die eine, durch die offenstehende, obere Thür matt beleuchtete
Treppe hinan und fanden oben in dem Gemach Gesellschaft. Zwei junge, weiße
Damen lebten hier in dem ärmlichen Raum, und auf einem dreibeinigen
Stuhl saß ein Neger-Elegant, seinen Filzhut etwas verlegen in der Hand
herumdrehend.
Der eine Polizeilieutenant trat, ohne die Gruppe mehr als eines flüchtigen
Blickes zu würdigen, in das nächste Zimmer und leuchtete hinein -- aber
es war leer. Eines der beiden Mädchen wohnte wahrscheinlich darin, und war
hier auch wohl weiter nichts Verdächtiges zu finden -- nichts wenigstens,
gegen was die Gesetze des Staates hätten einschreiten können.
Als wir die Straße wieder erreichten, hörten wir in einer der nächsten
Negerspelunken Musik und fanden den Raum gedrängt voll Menschen. Ein
paar von diesen drückten sich nun wohl ab, als sie die Polizeiuniformen
erkannten, denn es giebt Konstitutionen, denen dieselben antipathisch sind;
die meisten hielten aber wacker Stand, und wir fanden jetzt im Inneren
einen alten Neger, beide Hände auf das Widerlichste verkrüppelt, der mit
den Stumpfen eine Art von Banjo spielte und mit dicker, schwerer Stimme ein
paar amerikanische Gassenhauer in seinem Negerdialekt sang.
Der eine Polizeilieutenant wünschte mir gern den Genuß eines Negertanzes zu
machen, aber die Damen schienen sich zu geniren; es wollte keine den Anfang
machen, bis er sich eine aus dem Schwarm herausfing und ihr ein Stück
Papiergeld vorhielt, das sie haben sollte, wenn sie eine Jig tanzte. Sie
schien allerdings, trotz dem Geld, keine besondere Lust dazu zu haben, sah
aber auch, daß sie nicht wieder fortkonnte, denn er hielt sie fest, und
griff deßhalb nach dem Gelde. Es war eine kleine dicke, wie es schien,
unbehülfliche Gestalt, warf aber jetzt die Füße nach dem Takt der von dem
alten Neger gespielten Musik mit außerordentlicher Geschicklichkeit um
sich, daß sie mit Hacken und Zehen selbst die Zweiunddreißigstel zu den
Achtelnoten schlug. Wie wir aber nun glaubten, daß sie jetzt selber warm in
dem Tanz geworden wäre, machte sie plötzlich einen Seitensprung und tauchte
mitten zwischen die laut auflachende Zuschauermasse unter, aus der sie
natürlich nicht wieder herausgefischt werden konnte.
Das genügte übrigens auch vollständig für eine Probe, und wir schritten
über die Straße nach einem anderen Gebäude hinüber, dem die Polizisten
nicht recht zu trauen schienen. Dort fanden wir in einem Raum, den ein
einzelner Mann fast beanspruchen würde, wenn er bequem leben sollte,
eine ganze Kolonie von Familien, und zwar zwei Negerfamilien und --
eine deutsche in Schmutz und Unrath dabei, den es nicht möglich wäre zu
beschreiben. Ich konnte mir auch nicht helfen und frug den Deutschen,
wie er nur im Stande sei, es in einer solchen Pesthöhle mit den Seinen
auszuhalten, aber er zuckte die Achseln und meinte: »es wäre ihm hier in
Amerika nicht besonders gut gegangen, und die Neger seien nicht so schlimm,
als sie gemacht würden; es ließe sich recht gut mit ihnen leben.«
Der deutsche Polizeilieutenant sagte mir übrigens nachher, daß nicht etwa
die Noth deutsche Familien in einen solchen Zufluchtsort dränge, sondern
daß sich derartiges Volk wahrscheinlich schon daheim in ähnlicher Umgebung
herumgetrieben habe, oder hier durch lüderliches Leben dazu gebracht
sei. Uebrigens wären die Fälle gar nicht etwa so selten, und ich könnte
verschiedene »deutsche Familien« in »ähnlicher Art« gehaust finden.
Wieder in die Straße hinüberkreuzend, betraten wir ein anderes Schenklokal,
in welchem drei Neger Karten mitsammen spielten.
»Wo habt ihr denn den Einsatz?« frug sie der Polizeimann, und sie wußten
recht gut, daß sie nicht um Geld spielen durften.
»O, Mister,« sagte der eine Neger grinsend, »wissen wohl, wir sind viel zu
arm, als daß wir um Geld spielen könnten -- spielen nur darum, wer von uns
nächstes Jahr Präsident wird.«
Der Polizeilieutenant lachte und ging der Hinterthür zu.
»=For Gods sake Massa!=« sagte der eine Neger aufspringend, und mit
ziemlich lauter Stimme: »Nehmen Sie sich in Acht, ist ein großes Loch im
Hof.«
»Schon gut, mein Bursch,« rief aber der Polizeimann ärgerlich, »kümmere
Du Dich um Dich; ich kenne den Platz vielleicht so gut wie Du« -- und ohne
sich weiter irre machen zu lassen, stieg er im Hof rasch einige in den
Grund gestochene Stufen -- die bei Regenwetter völlig unpassirbar sein
mußten -- hinauf und verschwand dann in dem oberen Haus oder vielmehr
in der Dunkelheit. Ich muß jedoch gestehen, daß wir Anderen ihm viel
vorsichtiger folgten, denn die Warnung mit dem tiefen Loch war an uns
nicht so spurlos vorübergegangen. Wir erreichten jedoch glücklich das obere
Gebäude, ohne freilich etwas Verdächtiges dort zu finden. Hatte sich irgend
Jemand da versteckt gehabt, so war es ihm auch ein Leichtes gewesen, sich
aus dem Staub zu machen, denn er brauchte nur über eine der nächsten,
niederen Planken zu steigen, um damit schon vollständig aus Sicht und
Bereich zu kommen.
In der nächsten Bude fanden wir, neben anderen weiblichen Gästen, eine
junge, aber sehr leidend aussehende Frau, die nichtsdestoweniger ein Glas
mit Whisky vor sich stehen hatte.
»Und bist Du wirklich hier wieder zurück in das Viertel gekommen, Margot?«
sagte der Amerikaner, »hast Du nicht fest versprochen, daß wir Dich hier
nicht wieder finden sollten?«
»Ich halte auch mein Versprechen,« sagte die junge Frau finster und leerte
dabei das Glas auf einen Zug; »habt keine Furcht, daß Ihr mich hier
wieder trefft, denn zum zweiten Mal möchte ich das nicht durchmachen.
Nur hereingekommen bin ich, um meine Kiste abzuholen, aber vor einer
Viertelstunde kam der Mann erst mit seinem Pferd nach Haus, und jetzt muß
ich hier schon noch einmal die Nacht schlafen. Heute bringt er sie mir
nicht mehr fort, und wenn ich ihm einen Dollar dafür böte.«
Es war überall das Nämliche: Jammer und Elend, aber nirgends Rauferei
oder wüster Lärm, eine sichere Folge der schweren Zeiten. Bei nur geringem
Verdienst konnten die Leute die fabelhaft hohen Whiskypreise nicht mehr
erschwingen, denn wo sie sonst die Flasche um zehn Cents gehabt, sollten
sie jetzt einen Dollar dafür bezahlen -- deßhalb auch dieser anscheinend
moralische Frieden in dem »schlechten Viertel.«
Auf dem Rückweg nach dem bessern Theil der Stadt sprachen wir noch, der
Merkwürdigkeit wegen, in einem echten Negerbillardsaal vor, denn die
schwarzen, neugebackenen »Gentlemen« haben sich jetzt eifrig diesem Spiele
zugewendet. Der Besitzer desselben schien indessen ebenfalls unter den
»schlechten Zeiten« zu leiden, denn wir fanden keinen einzigen Gast mehr in
dem elegant genug ausgestatteten Raum, der, eine Treppe hoch gelegen, ein
großes, hübsches Billard und einen reich ausgestatteten Schenkstand zeigte.
Wir tranken auch dort einmal und ließen uns einige Cigarren geben und
fanden beides, Getränk und Tabak, gut und preiswürdig.
Am nächsten Morgen wohnte ich auch einer Gerichtssitzung bei, wo die über
Nacht aufgebrachten Vagabonden abgeurtheilt und verschiedene andere
Dinge verhandelt wurden. Es war aber die alte, sich ewig wiederholende
Geschichte: Trunkene, die in ihrem Rausch Prügeleien angefangen, Frauen,
die von ihren Männern mißhandelt worden, und in ihrer Verzweiflung bei den
Gerichten Schutz suchten, nichtsnutzige Dirnen, die einander in die Haare
gerathen, und würdige dicke Damen, die Hüte mit allen möglichen seidenen
Bändern und Blumen besteckt, die bezüchtigt waren, ein lüderliches Haus
zu halten, das durch seinen ewigen Lärm die Nachbarschaft ununterbrochen
störte. Es that Einem dann ordentlich in der Seele wohl, die gerechte
Entrüstung zu sehen, mit welcher sie eine solche Verdächtigung von sich
wiesen, und die Resignation zugleich, mit der sie sich zu fünfzig Dollars
Strafe oder auch sechs Monat Gefängniß verurtheilen ließen. Ueberhaupt fiel
mir auf, daß die Strafen von einem alten, sehr ruhigen Herrn, besonders für
Straßenunfug, außerordentlich streng und unerbittlich diktirt wurden. Sechs
bis zehn Monat Arbeitshaus kamen in den paar Stunden für gewöhnlichen Unfug
mehrere Male vor, aber es mag auch unumgänglich nöthig sein, denn wenn man
nur in die von Verbrechen und allen bösen Leidenschaften gefurchten Züge
dieser Menschenklasse schaut, so kann man sich nicht verhehlen, daß sie
eine leichte Strafe nur verspotten würden. Selbst diese kann sie nicht
heilen, sondern entzieht sie nur für kurze Zeit ihrem lüderlichen und
wüsten Leben, das sie, wenn wieder freigegeben, doch augenblicklich von
Neuem beginnen.
Ein höchst interessanter Fall kam an dem Morgen vor, leider aber nicht zur
Entscheidung, und zwar ein junges, der Brandstiftung beschuldigtes Mädchen.
In der Nachbarschaft waren, bald hintereinander in unerklärlicher Weise,
mehrere Brände ausgebrochen, und das halbe Kind, denn sie konnte kaum
dreizehn Jahre zählen, wurde beschuldigt, das Feuer an allen diesen Stellen
angelegt, ja es sogar gegen Einen der Zeugen gestanden zu haben. Aber
keiner von Allen klagte sie an, die That böswillig verübt zu haben, denn
dazu lag nicht der geringste Grund vor, der dagegen in einer Art von
Wahnsinn, in einer Krankheit, gesucht werden sollte, die sie zwang, überall
Feuer anzulegen, um sich nachher an der Gluth zu freuen.
Sie selber saß gebückt auf der Anklagebank, und das große Bonnet, das sie
trug, beschattete ihre, nur selten sichtbaren Züge. Ihr Advokat saß an
ihrer Seite, flüsterte nur manchmal mit ihr, und behauptete ihre Unschuld.
Sie selber sprach fast gar nicht, nur wenn er sich mit einer Frage leise
an sie wandte, schien sie mit ein paar ganz kurzen Worten zu erwiedern. Die
gegen sie vorgebrachten Verdachtgründe reichten indessen noch lange nicht
hin, sie zu verurtheilen -- wirkliche Beweise waren gar nicht vorhanden,
und der Fall mußte deshalb auf einige Zeit hinausgeschoben werden, um
beiden Theilen Gelegenheit zu geben, sich zu Anklage wie Vertheidigung zu
rüsten.
Leider verließ ich schon vor der Zeit Cincinnati.
Leipzig,
Druck von Giesecke & Devrient.
[ Hinweise zur Transkription
In "Den Teufel an die Wand malen" fehlen Kennzeichnung und Überschrift des
siebten Kapitels.
Das Originalbuch ist in Frakturschrift gedruckt. In dieser Transkription
werden _gesperrt_ gesetzte Schrift sowie Textanteile in =Antiqua-Schrift=
hervorgehoben.
Fehlende und falsch gesetzte Anführungszeichen wurden korrigiert, sowie
gegebenenfalls "«," geändert in ",«".
Der Text des Originalbuches wurde grundsätzlich beibehalten, einschließlich
uneinheitlicher Schreibweisen wie beispielsweise "Billette" -- "Billete",
"Cajüte" -- "Kajüte", "Compaß" -- "Kompaß", "erwiderte" -- "erwiederte",
"Hôtel" -- "Hotel", "müssig" -- "müßig", "Paar" -- "paar", "weshalb" --
"weßhalb",
mit folgenden Ausnahmen,
Seite 1:
"hiel" geändert in "hielt"
(in der Hand ein großes Herz hielt)
Seite 1:
"," entfernt hinter "sie"
(wie man sie wohl von Pfefferkuchen macht)
Seite 1:
"," eingefügt
(ohne vorheriges Anklopfen, die der Wand gegenüber)
Seite 5:
"." eingefügt
(einen guten und väterlichen Rath zu ertheilen.)
Seite 5:
"grünbebewachsenen" geändert in "grünbewachsenen"
(einem grünbewachsenen, ziemlich schräg abfallenden)
Seite 5:
"irgend wo" geändert in "irgendwo"
(noch irgendwo einen Räuberhauptmann anbringen)
Seite 13:
"." geändert in "?"
(»Und woher willst Du das wissen?«)
Seite 25:
"So bald" geändert in "Sobald"
(Sobald er aber hinter die Aehnlichkeit kommt)
Seite 28:
"meist" geändert in "meinst"
(daß Du es wirklich gut mit mir meinst)
Seite 30:
"," eingefügt
(und fürchte fast, daß ich morgen)
Seite 33:
"," eingefügt
(aber er fing an, die Sache in einem anderen Licht)
Seite 33:
"," eingefügt
(und beschloß deshalb, langsam und in aller Ruhe)
Seite 34:
"ab" geändert in "ob"
(sondern als ob sein eigenes Schicksal)
Seite 40:
"ein" geändert in "eine"
(Also eine Mademoiselle war die Dame)
Seite 42:
"," eingefügt
(Papa,« sagte Clemence)
Seite 42:
"," eingefügt
(Unsinn,« rief lachend der alte Herr)
Seite 42:
"." geändert in ","
(»Nichts daran auszusetzen,« wiederholte der Vater)
Seite 47:
"Wären" geändert in "Waren"
(Waren Sie jener junge Fremde?)
Seite 53:
"," eingefügt
(fand ihn entschlossen, heute sich durch Nichts)
Seite 62:
"Sie" geändert in "sie"
(»Nein,« sagte sie)
Seite 62:
"Sie" geändert in "sie"
(setzte sie freundlicher hinzu)
Seite 74:
"." geändert in "?"
(»Und wo hält er sich jetzt auf?«)
Seite 76:
"du" geändert in "Du"
(Bleibst Du hier in M--?)
Seite 118:
"Biberich" geändert in "Bieberich"
(»Und wohin wenden wir uns von Bieberich?«)
Seite 122:
"hatt" geändert in "hatte"
(und sie hatte nicht viel Zeit)
Seite 123:
"," eingefügt
(»Ich habe einen Begleiter gefunden,« sagte Clemence)
Seite 136:
"vorrigen" geändert in "vorigen"
(ganz das nämliche im vorigen Jahr)
Seite 140:
vertauschte "," und "." korrigiert
(setzte, denn von dem Augenblick an hielt sie sich für sicher.)
Seite 144:
"so bald" geändert in "sobald"
(denn sobald er die lieben)
Seite 159:
"Trautena" geändert in "Trautenau"
(Aber Trautenau war nicht in der Stimmung)
Seite 160:
"," eingefügt
(»Wir sind die Ersten,« begann der Officier)
Seite 165:
"Hauskecht" geändert in "Hausknecht"
(was ich eben von dem Hausknecht gehört)
Seite 182:
"den" geändert in "denn"
(denn auf den anderen Inseln waren die Früchte)
Seite 184:
"Kapitan" geändert in "Kapitän"
(Der Kapitän hoffte noch)
Seite 186:
"ihre" geändert in "Ihre"
(Rufen Sie Ihre Wacht an Deck.)
Seite 189:
"," hinter "dem" entfernt
(fühlten sie mit dem ausgeworfenen Loth)
Seite 201:
"?" geändert in "!"
(Die Schwarzen haben Booby-island besetzt!)
Seite 214:
"," eingefügt
(Steuermann -- Ihr, Bill)
Seite 222:
"Zimmermannn" geändert in "Zimmermann"
(Der Zimmermann that dies mit Vergnügen)
Seite 227:
"ihm" geändert in "im"
(Tabaksbeutel vorn im Knopfloch baumelnd)
Seite 238:
"mußte" geändert in "wußte"
(von dem lustigen Leben draußen wenig wußte)
Seite 252:
";" geändert in ":"
(seinen Hut schnell herunterreißend, erwiederte er höflich:)
Seite 263:
"keinen" geändert in "kleinen"
(dem Haus mit dem kleinen Thurm)
Seite 265:
"ihn" geändert in "ihm"
(Lange Zeit ließen ihm aber die Insassen nicht)
Seite 273:
"." eingefügt
(Und nun komm, Kamerad -- es ist Zeit.)
Seite 276:
"," eingefügt
(von Seeschlangen, Algen und Korallen keine Spur)
Seite 278:
"." geändert in "?"
(stammelte Hasenmeier, »hab' ich denn Alles bezahlt?«)
Seite 278:
"," eingefügt
(bist Du aber noch schuldig, mein Bursch)
Seite 300:
"Aufenthalsort" geändert in "Aufenthaltsort"
(in jenem entsetzlichen Aufenthaltsort liegen bleiben)]