Es sind das nämlich die Plätze, wo aufgegriffene Vagabonden oder auch

Verbrecher festgehalten werden, bis ihre Untersuchung eingeleitet und ihre

Strafe bestimmt werden kann, und die Art, wie man sie dort unterbringt,

ist so eigenthümlich wie praktisch. Man sperrt sie nämlich keineswegs in

kleine, aus dicken Mauern bestehende Zellen, mit eisenbeschlagenen Thüren

und Schlössern und sorgfältig verwahrten Oefen, durch welche sie aber noch

trotzdem manchmal ihren Weg zur Flucht suchen, sondern in einem großen

Saal, am Tag durch Fenster, Nachts durch Gas erleuchtet, stehen vier

oder fünf große viereckige, eiserne Käfige, aus starken Eisenblechbändern

zusammengenietet und ebenfalls mit einem eisernen Boden versehen,

zerstreut, und in ihnen befinden sich die verschiedenen Gefangenen. Die

Zwischenräume zwischen den Eisenblechstreifen sind aber so weit, daß man

überall leicht einen Arm durchstrecken kann, und gewähren dadurch über

das Innere einen durch nichts gehemmten Blick. Polizeileute gehen außerdem

fortwährend zwischen den verschiedenen Käfigen hin und her, und keiner

der Insassen kann sich auch nur bewegen, ohne daß es bemerkt wird. An ein

Ausbrechen ist deßhalb nicht zu denken, und ebensowenig können sie durch

Feuer Unheil anrichten -- das Eisen brennt nicht.

Eines der Zimmer übrigens mit eben solchen, aber nicht verschlossenen

Käfigen ist für Obdachlose bestimmt, die selber bei der Polizei Schutz

gesucht haben, und gerade an dem Abend hatten sich zwei Frauen mit kleinen

Kindern da eingefunden, um hier die Nacht zuzubringen -- ja vielleicht auch

den andern Tag. Du lieber Gott, es war doch immer ein Schutz gegen Wind

und Wetter und wer weiß, welches unsagbare Leid die armen Frauen erst

durchgemacht, ehe sie diese letzte Hülfe in der Noth benützten.

Wir hielten uns übrigens nicht sehr lange bei der Besichtigung dieser

verschiedenen Gruppen auf, sondern traten unseren Marsch an, der uns in die

östlich gelegenen Distrikte der Stadt, oder in das sogenannte Negerviertel

führte.

Zuerst besuchten wir hier eine Negerkirche, die sich, wenn auch an einem

Wochentage, ziemlich stark besucht zeigte. Besonders ragten die »farbigen«

Ladies durch bunten Putz und Schmuck hervor, und es sollte mich gar nicht

wundern, wenn sie es schon den »weißen« Ladies abgesehen hätten, nur

deßhalb nämlich das Gotteshaus zu besuchen, um dort ihren bunten Plunder

zur Schau zu tragen.

Der Geistliche -- ein dunkler Mulatte, hielt eine schale, nichtssagende

Predigt voll lauter Phrasen und dabei ohne jede Begeisterung oder Wärme und

etwa mit einer Betonung auf jedem Wort, als ob er immer hätte sagen wollen:

»Nun, hab' ich nicht recht? -- ist die ganze Sache nicht sonnenklar,

und kann irgend ein vernünftiger Mensch irgend etwas dagegen einzuwenden

haben?« -- Er blieb dabei auf der sehr breiten Kanzel auch nicht etwa

stehen, sondern lief darauf hin und her, sich bald an diesen, bald an jenen

Theil seiner Zuhörer wendend. Große Ruhe schien aber nicht beobachtet zu

werden, denn fortwährend kamen und gingen Leute, und machten oft Lärmen

genug dabei.

Uebrigens stand diese Kirche genau an der Grenze des berüchtigten Viertels,

und von dort an begannen schon die einzelnen Buden und Trinklokale, aus

denen hie und da der Ton einer einsamen Violine heraustönte. Es herrschte

auch jetzt gerade kein rechtes Leben zwischen dieser Menschenklasse, denn

der Fluß war zu niedrig, die Dampfboote konnten nicht fahren, und gerade

die farbigen Dampfbootleute sind es, die hier ihre Orgien feiern und den

schmutzigen Strudel in Bewegung halten.

Wir betraten jetzt einige der Plätze, in denen unten, bei der Beleuchtung

eines einzelnen Talglichts, oder einer Petroleumlampe, schnöder Whisky

und grauenvolle Cigarren feil gehalten wurden, und nicht einmal mehr

geschminkte weiße und schwarze Dirnen, durcheinander gemischt, ihr Glas

tranken und ihre Cigarre rauchten. Die Herren von der Polizei hielten

sich aber nicht lange in diesen vorderen Räumen auf, denn was hier weilte,

brauchte das Licht -- wenigstens dieser Nachbarschaft -- nicht zu scheuen.

Sie wußten auch überall schon genau Bescheid, wohin sie sich zu wenden

hatten; bald krochen sie, unmittelbar hinter dem Schenkstand, eine steile

Treppe empor, die eher einer Leiter glich, bald wandten sie sich der

Hinterthür zu, schritten über einen engen, stockfinsteren Hofraum und

überraschten dadurch die Bewohner eines baufälligen, halbverfallenen

Hinterhauses.

Wir folgten ihnen natürlich auf dem Fuß und: »Jammer, von keiner

Menschenseele zu fassen!« hätte ich manchmal ausrufen mögen, wenn wir

einzelne dieser höhlenartigen Wohnungen betraten.

Dort, unter Lumpen, lag auf einer schmutzigen Strohmatratze eine

menschliche Gestalt zusammengekauert.

»Wer ist das?«

»Meine Schwester,« sagte eine alte, in der Ecke kauernde Frau, die man

natürlich keines Grußes gewürdigt hatte, »sie ist krank.«

Auf dem Tisch flackerte ein fast niedergebranntes Talglicht seinen

düsteren, unbestimmten Schein durch das Gemach, blies doch der kalte

Nachtwind durch drei oder vier losgefaulte Planken in der Wand, aber der

amerikanische Polizeilieutenant begnügte sich nicht mit der Antwort -- war

es doch ein zu gewöhnlicher Kniff dieser Art Leute, irgend Jemanden, den

sie verstecken wollten, für einen Kranken auszugeben. Er zog ziemlich

unsanft die Decke fort, und scheu und erschreckt schaute ein hohläugiges,

bleiches Antlitz zu ihm auf. Es war in der That die kranke Schwester.

»Holla, Betsy, seit wann seid Ihr wieder nach Cincinnati gekommen?«

Die Kranke konnte nicht antworten und zog die Glieder fröstelnd zusammen,

so daß der Lieutenant ihr die Decke wieder überwarf. Die Schwester

antwortete für sie.

»Ihr Mann hat sie so mißhandelt und die wenigen Cents, die sie verdient,

auch noch vertrunken, ohne ihr je nur einen Laib Brod in's Haus zu tragen.

Da hat sie sich hier herunter geschleppt, um hier zu sterben.«

Es war ein Bild des Jammers, nicht des Verbrechens und doch lehnte daneben

auf einer alten Schiffskiste ein halbtrunkenes schwarzes Mädchen, das

nur noch genug Besinnung hatte, um die zerfetzten Oberkleider ein wenig

zusammen zu raffen.

Wir gingen weiter. Aus diesem Hintergebäude gleich in ein anderes

hinübersteigend -- und der Weg war nicht angenehm, denn man sah gar nicht,

wohin man den Fuß setzte, -- erreichten wir ein niederes, schmales Haus,

in welchem oben, in zwei verschiedenen Fenstern Licht brannte. Ohne Zögern

stiegen wir die eine, durch die offenstehende, obere Thür matt beleuchtete

Treppe hinan und fanden oben in dem Gemach Gesellschaft. Zwei junge, weiße

Damen lebten hier in dem ärmlichen Raum, und auf einem dreibeinigen

Stuhl saß ein Neger-Elegant, seinen Filzhut etwas verlegen in der Hand

herumdrehend.

Der eine Polizeilieutenant trat, ohne die Gruppe mehr als eines flüchtigen

Blickes zu würdigen, in das nächste Zimmer und leuchtete hinein -- aber

es war leer. Eines der beiden Mädchen wohnte wahrscheinlich darin, und war

hier auch wohl weiter nichts Verdächtiges zu finden -- nichts wenigstens,

gegen was die Gesetze des Staates hätten einschreiten können.

Als wir die Straße wieder erreichten, hörten wir in einer der nächsten

Negerspelunken Musik und fanden den Raum gedrängt voll Menschen. Ein

paar von diesen drückten sich nun wohl ab, als sie die Polizeiuniformen

erkannten, denn es giebt Konstitutionen, denen dieselben antipathisch sind;

die meisten hielten aber wacker Stand, und wir fanden jetzt im Inneren

einen alten Neger, beide Hände auf das Widerlichste verkrüppelt, der mit

den Stumpfen eine Art von Banjo spielte und mit dicker, schwerer Stimme ein

paar amerikanische Gassenhauer in seinem Negerdialekt sang.

Der eine Polizeilieutenant wünschte mir gern den Genuß eines Negertanzes zu

machen, aber die Damen schienen sich zu geniren; es wollte keine den Anfang

machen, bis er sich eine aus dem Schwarm herausfing und ihr ein Stück

Papiergeld vorhielt, das sie haben sollte, wenn sie eine Jig tanzte. Sie

schien allerdings, trotz dem Geld, keine besondere Lust dazu zu haben, sah

aber auch, daß sie nicht wieder fortkonnte, denn er hielt sie fest, und

griff deßhalb nach dem Gelde. Es war eine kleine dicke, wie es schien,

unbehülfliche Gestalt, warf aber jetzt die Füße nach dem Takt der von dem

alten Neger gespielten Musik mit außerordentlicher Geschicklichkeit um

sich, daß sie mit Hacken und Zehen selbst die Zweiunddreißigstel zu den

Achtelnoten schlug. Wie wir aber nun glaubten, daß sie jetzt selber warm in

dem Tanz geworden wäre, machte sie plötzlich einen Seitensprung und tauchte

mitten zwischen die laut auflachende Zuschauermasse unter, aus der sie

natürlich nicht wieder herausgefischt werden konnte.

Das genügte übrigens auch vollständig für eine Probe, und wir schritten

über die Straße nach einem anderen Gebäude hinüber, dem die Polizisten

nicht recht zu trauen schienen. Dort fanden wir in einem Raum, den ein

einzelner Mann fast beanspruchen würde, wenn er bequem leben sollte,

eine ganze Kolonie von Familien, und zwar zwei Negerfamilien und --

eine deutsche in Schmutz und Unrath dabei, den es nicht möglich wäre zu

beschreiben. Ich konnte mir auch nicht helfen und frug den Deutschen,

wie er nur im Stande sei, es in einer solchen Pesthöhle mit den Seinen

auszuhalten, aber er zuckte die Achseln und meinte: »es wäre ihm hier in

Amerika nicht besonders gut gegangen, und die Neger seien nicht so schlimm,

als sie gemacht würden; es ließe sich recht gut mit ihnen leben.«

Der deutsche Polizeilieutenant sagte mir übrigens nachher, daß nicht etwa

die Noth deutsche Familien in einen solchen Zufluchtsort dränge, sondern

daß sich derartiges Volk wahrscheinlich schon daheim in ähnlicher Umgebung

herumgetrieben habe, oder hier durch lüderliches Leben dazu gebracht

sei. Uebrigens wären die Fälle gar nicht etwa so selten, und ich könnte

verschiedene »deutsche Familien« in »ähnlicher Art« gehaust finden.

Wieder in die Straße hinüberkreuzend, betraten wir ein anderes Schenklokal,

in welchem drei Neger Karten mitsammen spielten.

»Wo habt ihr denn den Einsatz?« frug sie der Polizeimann, und sie wußten

recht gut, daß sie nicht um Geld spielen durften.

»O, Mister,« sagte der eine Neger grinsend, »wissen wohl, wir sind viel zu

arm, als daß wir um Geld spielen könnten -- spielen nur darum, wer von uns

nächstes Jahr Präsident wird.«

Der Polizeilieutenant lachte und ging der Hinterthür zu.

»=For Gods sake Massa!=« sagte der eine Neger aufspringend, und mit

ziemlich lauter Stimme: »Nehmen Sie sich in Acht, ist ein großes Loch im

Hof.«

»Schon gut, mein Bursch,« rief aber der Polizeimann ärgerlich, »kümmere

Du Dich um Dich; ich kenne den Platz vielleicht so gut wie Du« -- und ohne

sich weiter irre machen zu lassen, stieg er im Hof rasch einige in den

Grund gestochene Stufen -- die bei Regenwetter völlig unpassirbar sein

mußten -- hinauf und verschwand dann in dem oberen Haus oder vielmehr

in der Dunkelheit. Ich muß jedoch gestehen, daß wir Anderen ihm viel

vorsichtiger folgten, denn die Warnung mit dem tiefen Loch war an uns

nicht so spurlos vorübergegangen. Wir erreichten jedoch glücklich das obere

Gebäude, ohne freilich etwas Verdächtiges dort zu finden. Hatte sich irgend

Jemand da versteckt gehabt, so war es ihm auch ein Leichtes gewesen, sich

aus dem Staub zu machen, denn er brauchte nur über eine der nächsten,

niederen Planken zu steigen, um damit schon vollständig aus Sicht und

Bereich zu kommen.

In der nächsten Bude fanden wir, neben anderen weiblichen Gästen, eine

junge, aber sehr leidend aussehende Frau, die nichtsdestoweniger ein Glas

mit Whisky vor sich stehen hatte.

»Und bist Du wirklich hier wieder zurück in das Viertel gekommen, Margot?«

sagte der Amerikaner, »hast Du nicht fest versprochen, daß wir Dich hier

nicht wieder finden sollten?«

»Ich halte auch mein Versprechen,« sagte die junge Frau finster und leerte

dabei das Glas auf einen Zug; »habt keine Furcht, daß Ihr mich hier

wieder trefft, denn zum zweiten Mal möchte ich das nicht durchmachen.

Nur hereingekommen bin ich, um meine Kiste abzuholen, aber vor einer

Viertelstunde kam der Mann erst mit seinem Pferd nach Haus, und jetzt muß

ich hier schon noch einmal die Nacht schlafen. Heute bringt er sie mir

nicht mehr fort, und wenn ich ihm einen Dollar dafür böte.«

Es war überall das Nämliche: Jammer und Elend, aber nirgends Rauferei

oder wüster Lärm, eine sichere Folge der schweren Zeiten. Bei nur geringem

Verdienst konnten die Leute die fabelhaft hohen Whiskypreise nicht mehr

erschwingen, denn wo sie sonst die Flasche um zehn Cents gehabt, sollten

sie jetzt einen Dollar dafür bezahlen -- deßhalb auch dieser anscheinend

moralische Frieden in dem »schlechten Viertel.«

Auf dem Rückweg nach dem bessern Theil der Stadt sprachen wir noch, der

Merkwürdigkeit wegen, in einem echten Negerbillardsaal vor, denn die

schwarzen, neugebackenen »Gentlemen« haben sich jetzt eifrig diesem Spiele

zugewendet. Der Besitzer desselben schien indessen ebenfalls unter den

»schlechten Zeiten« zu leiden, denn wir fanden keinen einzigen Gast mehr in

dem elegant genug ausgestatteten Raum, der, eine Treppe hoch gelegen, ein

großes, hübsches Billard und einen reich ausgestatteten Schenkstand zeigte.

Wir tranken auch dort einmal und ließen uns einige Cigarren geben und

fanden beides, Getränk und Tabak, gut und preiswürdig.

Am nächsten Morgen wohnte ich auch einer Gerichtssitzung bei, wo die über

Nacht aufgebrachten Vagabonden abgeurtheilt und verschiedene andere

Dinge verhandelt wurden. Es war aber die alte, sich ewig wiederholende

Geschichte: Trunkene, die in ihrem Rausch Prügeleien angefangen, Frauen,

die von ihren Männern mißhandelt worden, und in ihrer Verzweiflung bei den

Gerichten Schutz suchten, nichtsnutzige Dirnen, die einander in die Haare

gerathen, und würdige dicke Damen, die Hüte mit allen möglichen seidenen

Bändern und Blumen besteckt, die bezüchtigt waren, ein lüderliches Haus

zu halten, das durch seinen ewigen Lärm die Nachbarschaft ununterbrochen

störte. Es that Einem dann ordentlich in der Seele wohl, die gerechte

Entrüstung zu sehen, mit welcher sie eine solche Verdächtigung von sich

wiesen, und die Resignation zugleich, mit der sie sich zu fünfzig Dollars

Strafe oder auch sechs Monat Gefängniß verurtheilen ließen. Ueberhaupt fiel

mir auf, daß die Strafen von einem alten, sehr ruhigen Herrn, besonders für

Straßenunfug, außerordentlich streng und unerbittlich diktirt wurden. Sechs

bis zehn Monat Arbeitshaus kamen in den paar Stunden für gewöhnlichen Unfug

mehrere Male vor, aber es mag auch unumgänglich nöthig sein, denn wenn man

nur in die von Verbrechen und allen bösen Leidenschaften gefurchten Züge

dieser Menschenklasse schaut, so kann man sich nicht verhehlen, daß sie

eine leichte Strafe nur verspotten würden. Selbst diese kann sie nicht

heilen, sondern entzieht sie nur für kurze Zeit ihrem lüderlichen und

wüsten Leben, das sie, wenn wieder freigegeben, doch augenblicklich von

Neuem beginnen.

Ein höchst interessanter Fall kam an dem Morgen vor, leider aber nicht zur

Entscheidung, und zwar ein junges, der Brandstiftung beschuldigtes Mädchen.

In der Nachbarschaft waren, bald hintereinander in unerklärlicher Weise,

mehrere Brände ausgebrochen, und das halbe Kind, denn sie konnte kaum

dreizehn Jahre zählen, wurde beschuldigt, das Feuer an allen diesen Stellen

angelegt, ja es sogar gegen Einen der Zeugen gestanden zu haben. Aber

keiner von Allen klagte sie an, die That böswillig verübt zu haben, denn

dazu lag nicht der geringste Grund vor, der dagegen in einer Art von

Wahnsinn, in einer Krankheit, gesucht werden sollte, die sie zwang, überall

Feuer anzulegen, um sich nachher an der Gluth zu freuen.

Sie selber saß gebückt auf der Anklagebank, und das große Bonnet, das sie

trug, beschattete ihre, nur selten sichtbaren Züge. Ihr Advokat saß an

ihrer Seite, flüsterte nur manchmal mit ihr, und behauptete ihre Unschuld.

Sie selber sprach fast gar nicht, nur wenn er sich mit einer Frage leise

an sie wandte, schien sie mit ein paar ganz kurzen Worten zu erwiedern. Die

gegen sie vorgebrachten Verdachtgründe reichten indessen noch lange nicht

hin, sie zu verurtheilen -- wirkliche Beweise waren gar nicht vorhanden,

und der Fall mußte deshalb auf einige Zeit hinausgeschoben werden, um

beiden Theilen Gelegenheit zu geben, sich zu Anklage wie Vertheidigung zu

rüsten.

Leider verließ ich schon vor der Zeit Cincinnati.

Leipzig,

Druck von Giesecke & Devrient.

[ Hinweise zur Transkription

In "Den Teufel an die Wand malen" fehlen Kennzeichnung und Überschrift des

siebten Kapitels.

Das Originalbuch ist in Frakturschrift gedruckt. In dieser Transkription

werden _gesperrt_ gesetzte Schrift sowie Textanteile in =Antiqua-Schrift=

hervorgehoben.

Fehlende und falsch gesetzte Anführungszeichen wurden korrigiert, sowie

gegebenenfalls "«," geändert in ",«".

Der Text des Originalbuches wurde grundsätzlich beibehalten, einschließlich

uneinheitlicher Schreibweisen wie beispielsweise "Billette" -- "Billete",

"Cajüte" -- "Kajüte", "Compaß" -- "Kompaß", "erwiderte" -- "erwiederte",

"Hôtel" -- "Hotel", "müssig" -- "müßig", "Paar" -- "paar", "weshalb" --

"weßhalb",

mit folgenden Ausnahmen,

Seite 1:

"hiel" geändert in "hielt"

(in der Hand ein großes Herz hielt)

Seite 1:

"," entfernt hinter "sie"

(wie man sie wohl von Pfefferkuchen macht)

Seite 1:

"," eingefügt

(ohne vorheriges Anklopfen, die der Wand gegenüber)

Seite 5:

"." eingefügt

(einen guten und väterlichen Rath zu ertheilen.)

Seite 5:

"grünbebewachsenen" geändert in "grünbewachsenen"

(einem grünbewachsenen, ziemlich schräg abfallenden)

Seite 5:

"irgend wo" geändert in "irgendwo"

(noch irgendwo einen Räuberhauptmann anbringen)

Seite 13:

"." geändert in "?"

(»Und woher willst Du das wissen?«)

Seite 25:

"So bald" geändert in "Sobald"

(Sobald er aber hinter die Aehnlichkeit kommt)

Seite 28:

"meist" geändert in "meinst"

(daß Du es wirklich gut mit mir meinst)

Seite 30:

"," eingefügt

(und fürchte fast, daß ich morgen)

Seite 33:

"," eingefügt

(aber er fing an, die Sache in einem anderen Licht)

Seite 33:

"," eingefügt

(und beschloß deshalb, langsam und in aller Ruhe)

Seite 34:

"ab" geändert in "ob"

(sondern als ob sein eigenes Schicksal)

Seite 40:

"ein" geändert in "eine"

(Also eine Mademoiselle war die Dame)

Seite 42:

"," eingefügt

(Papa,« sagte Clemence)

Seite 42:

"," eingefügt

(Unsinn,« rief lachend der alte Herr)

Seite 42:

"." geändert in ","

(»Nichts daran auszusetzen,« wiederholte der Vater)

Seite 47:

"Wären" geändert in "Waren"

(Waren Sie jener junge Fremde?)

Seite 53:

"," eingefügt

(fand ihn entschlossen, heute sich durch Nichts)

Seite 62:

"Sie" geändert in "sie"

(»Nein,« sagte sie)

Seite 62:

"Sie" geändert in "sie"

(setzte sie freundlicher hinzu)

Seite 74:

"." geändert in "?"

(»Und wo hält er sich jetzt auf?«)

Seite 76:

"du" geändert in "Du"

(Bleibst Du hier in M--?)

Seite 118:

"Biberich" geändert in "Bieberich"

(»Und wohin wenden wir uns von Bieberich?«)

Seite 122:

"hatt" geändert in "hatte"

(und sie hatte nicht viel Zeit)

Seite 123:

"," eingefügt

(»Ich habe einen Begleiter gefunden,« sagte Clemence)

Seite 136:

"vorrigen" geändert in "vorigen"

(ganz das nämliche im vorigen Jahr)

Seite 140:

vertauschte "," und "." korrigiert

(setzte, denn von dem Augenblick an hielt sie sich für sicher.)

Seite 144:

"so bald" geändert in "sobald"

(denn sobald er die lieben)

Seite 159:

"Trautena" geändert in "Trautenau"

(Aber Trautenau war nicht in der Stimmung)

Seite 160:

"," eingefügt

(»Wir sind die Ersten,« begann der Officier)

Seite 165:

"Hauskecht" geändert in "Hausknecht"

(was ich eben von dem Hausknecht gehört)

Seite 182:

"den" geändert in "denn"

(denn auf den anderen Inseln waren die Früchte)

Seite 184:

"Kapitan" geändert in "Kapitän"

(Der Kapitän hoffte noch)

Seite 186:

"ihre" geändert in "Ihre"

(Rufen Sie Ihre Wacht an Deck.)

Seite 189:

"," hinter "dem" entfernt

(fühlten sie mit dem ausgeworfenen Loth)

Seite 201:

"?" geändert in "!"

(Die Schwarzen haben Booby-island besetzt!)

Seite 214:

"," eingefügt

(Steuermann -- Ihr, Bill)

Seite 222:

"Zimmermannn" geändert in "Zimmermann"

(Der Zimmermann that dies mit Vergnügen)

Seite 227:

"ihm" geändert in "im"

(Tabaksbeutel vorn im Knopfloch baumelnd)

Seite 238:

"mußte" geändert in "wußte"

(von dem lustigen Leben draußen wenig wußte)

Seite 252:

";" geändert in ":"

(seinen Hut schnell herunterreißend, erwiederte er höflich:)

Seite 263:

"keinen" geändert in "kleinen"

(dem Haus mit dem kleinen Thurm)

Seite 265:

"ihn" geändert in "ihm"

(Lange Zeit ließen ihm aber die Insassen nicht)

Seite 273:

"." eingefügt

(Und nun komm, Kamerad -- es ist Zeit.)

Seite 276:

"," eingefügt

(von Seeschlangen, Algen und Korallen keine Spur)

Seite 278:

"." geändert in "?"

(stammelte Hasenmeier, »hab' ich denn Alles bezahlt?«)

Seite 278:

"," eingefügt

(bist Du aber noch schuldig, mein Bursch)

Seite 300:

"Aufenthalsort" geändert in "Aufenthaltsort"

(in jenem entsetzlichen Aufenthaltsort liegen bleiben)]

Kreuz und Quer, Erster Band Neue gesammelte Erzählungen · 第 16 / 16 段