shairi la bwana Prinzi.
1. _sasa ntawakhubiri 1. Ihr, die ihr noch nicht wißt,
khabari zilizojiri Was hier sich zugetragen,
toka mwanzo na akheri So wie’s die Wahrheit ist,
zote pia ntawambia._ Will ich euch alles sagen.
2. _moyo umetanaffasi 2. Zwar ist mir herzlich bang,
wala sina wasiwasi Ob mir dies wird gelingen.
sifu za bwana Prinzi Auf Prince einen Lobgesang
sasa ntawahadithia._ Will ich euch allen singen.
3. _ntamsifu kwelikweli 3. Zu euch, die fern von hier,
hatta na walio mbali Sein Lob auch Weg soll finden.
wayasikie makali Drum lauschet alle mir,
yote nitayowambia._ Ich will sein Lob verkünden.
4. _Prinzi ni mtu mwema 4. Prince ist ein guter Mann,
ana wingi wa heshima Dem viele Ehr’ gebühret.
wala sipati kusema Doch ich nicht sagen kann,
nanyi mnajionea._ Ob ihr davon erführet.
5. _Prinzi mtu mkali 5. Prince ist ein tapf’rer Mann;
anayo nyingi akili Verstand und Mut nicht fehlen.
tazameni na dalili Seht als Beweis euch an
mamboye yatawelea._ Seine Taten, die alles erzählen.
6. _Prinzi mtu thabiti 6. Prince ist der richt’ge Mann,
aogopwa barra Afriti Ohn’ ihn es schlimm aussähe.
Wahehe na Wamafiti Zur Ordnung hält er an
adabu zimewengia._ Mafiti und Wahehe.
7. _aingiapo vitani 7. Er ist ganz umgetauscht,
hana akili kitwani Wenn in den Kampf er zieht.
umthanni +sakrani+ Er scheint von Wein berauscht,
jinsi anavoghasia._ Und alles vor ihm flieht.
8. _Mzungu huyu thabiti 8. Er ist Europas Zier.
wala hahofu mauti Sein Mut läßt sich nicht beugen.
twamjua watu woti Wir kennen ihn alle dafür
kweli nnayowambia._ Und können es allen bezeugen.
9. _wala sineni uwongo 9. Die Wahrheit ich euch bring’,
thabiti wangu utungo Nichts ist daran verkehret.
sifa za huyu Mzungu Und Princes Lob ich sing’,
ote tumezisikia._ Wie wir es alle gehöret.
10. _Mzungu huyu shujaa 10. Die Wahehe, Prince sei dafür Lob,
Wahehe walitaa Sich ihm unterwerfen kamen.
imeondoka khadaa Der Wahn ist geschwunden drob
kwa Wahehe ote pia._ Den Wahehe allen zusammen.
11. _Prinzi ana bahati 11. Viel Geschick hat Prince, unser Herr,
wala kunena sipati Euch brauch’ ich es kaum noch singen,
nawambiani kwa oti Doch möcht’ ich es übers Meer
Ulaya jermania._ Nach Europa den Deutschen bringen.
12. _maneno yangu ni kweli 12. Exzellenz v. Schele nur fragt
mwuzeni von Scheli Wollt unwahr mein Wort ihr finden
atawapani dalili Denselben Bericht er euch sagt;
na khabari yote pia._ Die Beweise wird er euch verkünden.
13. _yafaa kuheshimiwa 13. Prince neue Würden erlang.
na daraja kuzitiwa Er verdienet gar viele Ehren.
kupawa na umayoa Er erhalte den höchsten Rang,
zama ataporejea._ Wenn nach Haus er zurück wird kehren.
14. _ni hayo yangu maneno 14. Er hatte hier schwere Zeit,
eme toa bika kwa mno Wie keiner in der Runde.
wala hapana mfano Drum erklinget weit und breit
nami najimsifia._ Sein Lob aus jedem Munde.
15. _tafathali bana Scheli 15. Mit ihm zum Herrscher zu geh’n,
sultani mkabili Bitt’ ich dich, _bana_ Schele;
mwenende wote wawili Und alles, was wir geseh’n,
umweleze yote pia._ Du ihm getreulich erzähle.
16. _umwambie mtu mwema 16. Sag’ ihm, wie tüchtig er sei,
amwongezee heshima Daß neue Ehr’ er ihm baue.
ampe na nyumba njema Er gab ihm ein Haus, schön und neu,
apate kufurahia._ Damit er sich daran erfreue.
17. _mwambie bana Kaisa 17. Sag’ es dem Kaiser an,
kalla neno aliweza Der geben kann nach Gefallen.
naye ni mtu aziza Er ist ja ein mächtiger Mann,
sultani wetu pia._ Der Herrscher von uns allen.
18. _tamati ntawakifu 18. Doch gekommen bin ich zum End’,
ya Prinzi kumsifu Daß Princes Lob ich euch singe.
ni huo wake wasifu Sein Verdienst, das jeder hier kennt,
ote nimesha wambia._ Ist wahr, so wie ich’s euch bringe.
19. _nnakuaga kwa heri 19. Und nun sei der Abschied gemacht;
nasikia wasafiri Ich höre, du willst verreisen.
nimetunga ushairi Ich habe in Verse gebracht,
sifa zako zote pia._ Was wir alle hier an dir preisen.
20. _wakatabahu hakiri 20. Der Dichter des Lied’s ist gering,
Baraka bin Shomari Mbaraka, Sohn des Shamari.
ndio mtunga shairi Ich euch allen das Lied hier sing’,
mwanzo hatta akhiria._ Von Anfang bis zu Ende.
[Illustration]
E. S. Mittler & Sohn, Berlin _SW._, Kochstr. 68-71.
[Illustration: Skizze der Reiseroute der Frau v. Prince in
Deutsch-Ostafrika.
Lageplan von Sakkarani, des jetzigen Besitztums.
Verlag der Königl. Hofbuchhandlung E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW.,
Kochstr. 68-71.]
Fußnoten:
[1] Vom 18. September 1895 bis zum 3. Juni 1900 (seinem Todestage)
Oberführer und charakterisierter Major der Kaiserlichen Schutztruppe in
Ostafrika.
[2] Der graue Papagei heißt im Kiswahili „Kassuku“.
[3] Der Dorfschulze trägt nämlich eine großartige, englische
Husarenuniform.
[4] Das ganz lange Gras, 3 evtl. 4 _m_, kenne ich nur an der
Ulanga-Niederung in +größeren+ Partien.
[5] Einige Monate später wurde er mit Speerstich verwundet und erlag
bald darauf dem Würgengel Afrikas, der Malaria.
[6] Auch dieser tapfere Offizier und liebenswürdige Kamerad nahm im
Kolonialdienst ein tragisches Ende: am 5. Februar 1903 wurde er bei
Marrua in Kamerun als Oberleutnant der Kaiserlichen Schutztruppe
während einer Expedition ins Innere des Schutzgebietes, vor seinem
Zelte sitzend, von einem Neger überfallen, der zwei vergiftete Pfeile
auf ihn abschoß; der zweite Schuß traf in den rechten Oberschenkel; der
Pfeil wurde zwar sofort entfernt, aber schon binnen fünfzehn Minuten
erlag Graf Fugger der tödlichen Wirkung des Pfeilgiftes. Bis zu seinem
letzten Atemzug bei vollem Bewußtsein, hat er noch an seine Braut
geschrieben. Seine letzten Worte sind würdig, der Erinnerung erhalten
zu werden: „Nehmt nicht Rache an diesen Schwarzen, sie wissen nicht,
was sie taten. -- --“ Man hat so vieles Schlechte von Afrika in die
Welt posaunt, aber von solchem Adel der Gesinnung erfährt man nichts.
[7] Kanzu = langes weißes Negerhemd.
[8] Seitdem an Malaria gestorben.
[9] Wenige Jahre später war dieser kleine Kreis stark gelichtet.
Präfekt Maurus erlag in Medibira dem Fieber, was er sich wohl von der
Küste mitgebracht hatte, zwei Schwestern fielen der Pest zum Opfer bei
Ausübung ihrer barmherzigen Krankenpflege, und Schwester Gabriele, die
mich mit großer Aufopferung gepflegt hatte, starb an Lungenentzündung.
[10] Wurde, weil er treu zu uns hielt, bei dem Aufstand 1906 ermordet.
[11] Ein halbes Jahr später raffte diesen hoffnungsvollen Offizier das
perniziöse Fieber auf seinem Heimatsurlaub dahin.
[12] Wurde bei Lupembe verwundet und verunglückte vor einem Jahre auf
einer Elefantenjagd.
[13] Durch die Freundlichkeit des Herrn Professor Dr. Velten, der sich
um die Erforschung der Eigenart unserer Neger so hoch verdient gemacht
hat, erhielt ich dies Gedicht. Es wurde wohl 1894 nach dem Wahehezug
des Gouverneurs Exz. v. Schele gedichtet, als mein Mann seinen ersten
Urlaub nach 5jährigem Aufenthalt in Afrika antrat.