Am 17. war Tom mit Leutnant Kuhlmann nach Dabagga marschiert, um dort
nach dem Rechten zu sehen -- heute kamen sie schon zurück, also viel
früher, als ich erwartete. Solche friedlichen Expeditionen lasse ich
mir gefallen, die Zeit vergeht viel schneller, wenn mich die Angst
um meinen Mann nicht aufreibt. Morgens besorge ich die Hausarbeit,
während der tollsten Mittagshitze ruhe ich oder lese, dann holen mich
die Herren ab zum Krocket oder Spaziergang, wir besuchen unseren
kranken Leutnant Orthmann und machen Einkäufe bei unserem „Hoflieferant
Borchardt“, dem Griechen. So vergehen mir die Tage, die Tom abwesend
ist, im Fluge. -- Mit meiner Hühnerzucht habe ich viel Verdruß:
die eben ausgekrochenen jungen Perlhühner sind nach wenigen Tagen
eingegangen. Gestern abend in der blumengeschmückten Messe großes
Festmahl, gegeben von _Dr._ Drewes und Bauleiter Hentrich; die Sache
verlief sehr hübsch. Wir waren alle sehr vergnügt und kehrten erst
gegen Mitternacht zu den häuslichen Penaten zurück.
Schnapsels Nachkommenschaft ist erloschen, er überlebt sein Geschlecht.
Seinen Sohn und präsumtiven Nachfolger hat ein Leopard direkt von
unserm Hofe weggeholt; der Posten schoß auf den frechen Räuber, so
daß er seine Beute fallen ließ; so konnten wir den treuen Wächter
des Hauses andern Tags im Garten begraben. Schnapsel trug bei der
Bestattung eine dem tragischen Ende seines Sprößlings angemessene
Trauer zur Schau; er scheint ihn noch lange vermißt zu haben. Einige
Abende darauf holte der Leopard sich auch noch den andern Hund, und
zwar diesmal von der Veranda!
Unter unserem Dach hat sich ein Bienenschwarm eingenistet, alles
Ausräuchern ist vergeblich, wir müssen uns die Mitbewohner also
gefallen lassen.