Großer Ramassan mit der üblichen Gratulationscour. Zuerst kommen
die schwarzen Händler; sie werden von Tom zur Rede gestellt, weil
sie sich geweigert hatten, unsern Askaris den Mais für 5 Rupien zu
verkaufen; sie verbrauen den Mais nämlich lieber zu Pombe (_pombe_ =
eigentlich Bier aus Hirse) und verdienen am Sack dann 15 bis 20 Rupien.
Dann erscheinen die Araber und Beludschen, die ich mit Tee, Kaffee
und Schokoladenplätzchen bewirte. Wir waren in nichts weniger als
festlicher Stimmung -- sollte doch noch an demselben Tage das Urteil an
den vom Kriegsgericht zum Tod durch den Strang Verurteilten vollstreckt
werden! Von den zwölf Verurteilten waren drei begnadigt worden.
Nachmittags kamen sämtliche Sudanesenfrauen, 36 an der Zahl! alle
in ihrem schönsten Staat, mit silbernen Ketten und Armringen von
riesigem Umfang und großen Silberdosen als Anhängsel, in denen sie ihre
_dawa_ (Medizin, Zaubermittel) bewahren. Mit ihren faltigen, farbigen
Gewändern und weißen Tüchern über den schwarzen Gesichtern bilden sie
wirklich malerische Gruppen. Sie werden wie die Araber mit Tee, Kaffee
und allerlei Süßigkeiten bewirtet, ebenso wie diese ihre Sandalen
ablegen, ziehen auch sie vor dem Eintritt in mein Zimmer ihre Schuhe
aus.