Am 13. rückte Leutnant Kuhlmann ab. Ich beschäftigte mich viel mit
Mpangires Kindern, sie tun mir sehr leid. Es macht mir viel Spaß,
unsere Sudanesenweiber zu beobachten, mit welcher Energie trotz ihrer
Häßlichkeit sie die Männer unterm Pantoffel haben. Auch der Juma
kauft sich beim Griechen, dem „Rudolph Hertzog“ im Lande Uhehe, stets
die teuersten Hemden von leichtem Mullstoff, die natürlich schnell
zerreißen; auf meine Frage sagte er: „Ja, sonst hat mich meine Frau
nicht lieb.“
Mit den Händlern habe ich viel Ärger. Dieser Tage boten sie mir meine
eigenen beiden Strauße, die mir abhanden gekommen waren, zum Kauf an,
das Stück zu 12 Rupien! Obwohl es weit und breit in der Gegend nur mein
Straußenpaar gibt, behaupteten sie ganz frech, sie seien ihr Eigentum.
Am 14. Post aus Europa mit Geburtstagsbriefen, Büchern und Wein!
Ich lege alles beiseite, um Tom am Weihnachtsabend zu überraschen.
Meine Küche ist nun auch fertig. Der Gouverneur hat mir eine eiserne
Herdplatte geschickt, nun hat die Negerwirtschaft mit den Steinen ein
Ende. Eine Küche mit eiserner Herdplatte und einem wirklichen, echten
Rauchfang -- so etwas hat die afrikanische Sonne in diesen Breiten
sicher noch nicht beschienen. Nun macht das Kochen noch einmal so viel
Freude.
Heute stellte sich ein angesehener Häuptling mit 30 Kriegern; einige
davon waren aus Quawas Lager. Dieser habe, wie sie berichten, einen
Aufruf an alle Wahehe erlassen, „Wer ihn liebe, solle sich ihm
anschließen,“ jetzt sei er mit seinem Anhange in Viransi. Auf dem
Marsche dahin ist der Zusammenstoß mit unserem Sergeanten Richter
erfolgt. Die Vernehmung der neu angekommenen Quawaleute hatte ein
interessantes Ergebnis: Der Sultan hat seine Leute ganz militärisch
organisiert, in Kompagnien mit eigenen Hauptleuten und Unterführern,
sein Nachrichtenwesen ist sehr gut eingerichtet; es stellt sich immer
mehr heraus, was für ein gefährlicher Gegner er ist.