12. April 1897.

Großes Schlachtfest! Unser Hofschlächter, Unteroffizier Hammermeister,

besorgte die Sache nach allen Regeln der Kunst. Unsere Schwarzen

staunten nicht wenig, daß unter seinen Händen ein schwarzes Schwein

so weiß werden konnte! Aber von dem Fleische zu essen, weigerten sie

sich voll Abscheu. Nur unser Juma, der in Deutschland Schweinefleisch

essen lernte, aß auch hier davon, dafür wurde er aber auch von

den anderen Boys verächtlich „Sklave“ geschimpft. Das Wellfleisch

schmeckte prächtig. Da Pater Alfons die neu angekommenen Brüder bei

uns vorzustellen kam, konnten sie an unserem Schlachtfest teilnehmen.

Bis auf das bißchen Unterschied in der geographischen Länge und Breite

ging’s bei uns ganz so zu wie beim Schweineschlachten in Weißenrode --

mir war ganz heimatlich zu Mute, und wenn sich so etwas wie Heimweh

zeigen wollte, dann wurde es flugs mit ins Wurstfleisch verhackt. Es

war aber auch ein Staatstier, eigentlich viel zu schade, um seine

Laufbahn in den nunmehr historischen Pökelfässern der Familie Prince

zu beschließen. Unser Sachverständiger Hammermeister taxierte es nach

deutschen Viehverhältnissen auf 180 Mark „unter Brüdern“.

Eine deutsche Frau im Innern Deutsch-Ostafrikas Elf Jahre nach Tagebuchblättern erzählt · 第 70 / 132 题