11. Februar 1897.

Gestern abend, als wir vom Reiten kamen, schlichen sich dunkle

Gestalten an meinen Mann heran. Es waren unsere Vertrauensmänner

Farhenga, Lupambila (Sadalla fehlte), und um diese Zeit bedeutet das

immer etwas Wichtiges. So war es denn auch: wieder Unruhen! Quawa

hat einen Msagira, den mein Mann in Ubena eingesetzt hatte, getötet.

Die Mageleute hielten zu Quawa und schickten ihm große Vorräte, die

Ruahaleute seien alle weggelaufen.

Mein Mann wollte gleich nach Mage aufbrechen, doch da es schon zu spät

war, um noch vor Sonnenaufgang dort anzukommen und sie zu überraschen,

unterblieb es. Ich war sehr froh darüber, denn meinen Mann auf einem

nächtlichen, zwölf Stunden langen strammen Marsch zu wissen, gehört

nicht zu meinen Freuden. Morgen wird der Tschausch mit Askaris und

Lupambila dahin gehen, das fällt weniger auf, als wenn ein Weißer kommt.

Unser zweiter Elefant ist gleichfalls trotz aller Mühe gestorben;

wahrscheinlich verhungert, trotzdem er riesige Mengen Milch

bekam. Die Kuhmilch mag wohl nicht genügend Nährkraft für einen

Dickhäuterorganismus enthalten. Im „Brehm“ steht nichts über Aufzucht

der Elefanten!

Eine deutsche Frau im Innern Deutsch-Ostafrikas Elf Jahre nach Tagebuchblättern erzählt · 第 38 / 132 题