Die beiden letzten Nächte habe ich sehr unruhig geschlafen, denn der
Gedanke, einer von Quawas Anhängern könnte Feuer an unsere Hütte legen,
ist doch zu ungemütlich. Man könnte ja bei dem Stroh auch nichts retten.
Wenn ich Schritte in der Nacht dicht bei uns höre, überläuft’s mich
ganz kalt.
Gestern war der Pater da und hat von 5 bis 11 Uhr nachts uns von Quawa
erzählt und mich eingegruselt. Mein Mann hatte darüber schon von
anderer Seite gehört; also etwas Wahres muß daran sein. Er meinte,
angreifen werde Quawa uns nicht, ohne daß es lange vorher bekannt
würde. Aber Schabernack spielen, wie Feuer anlegen usw., das wäre schon
möglich. Mpangire ist auch nicht ganz zu trauen, er kann sein echtes
Waheheblut nicht verleugnen. Meinem Mann ist das gleichgültig, wenn
Mpangire nur sonst treu ist und hier tüchtig das Regiment führt. Über
Nacht sind jetzt viele Posten ausgestellt. Diese Nacht ging ich mit
meinem Mann Wachen revidieren. Es war herrlich, der Himmel strahlte in
seiner Sterne Pracht. Der südliche Himmel ist doch bei weitem schöner
wie der zu Hause, es tat uns beinahe leid, als unser Rundgang zu Ende
war; ich legte mich gleich nieder, aber mein Mann arbeitete die Nacht
durch, denn er wird jetzt sehr von seiner Schlaflosigkeit geplagt.
Als unsere Gäste uns gestern verließen (wir hatten den Grafen Fugger
angefeiert), machten wir noch einen Spaziergang. Plötzlich flammte
Feuerschein im Dorfe auf, und als wir zurückeilten, fanden wir die
Kompagnie bereits unterm Gewehr. Zum Glück brannte nur eine Tembe; Tom
lief voraus, und als ich zur Feuerstelle kam, stand er bereits auf dem
brennenden Dach und leitete mit Wort und Tat die Löscharbeit. So sehr
ich um das Leben meines Mannes bangte, so war ich doch auch stolz, zu
sehen, mit welcher Ruhe und Umsicht er und Graf Fugger immer da waren,
wo die Gefahr am größten.