27. Januar 1897. Kaisers Geburtstag.

Frühmorgens kam ein Bote aus Iringa mit einer Alarmnachricht von den

Patres: „Quawa sei in der Nähe!“ Tom schickte ihnen sofort Askaris zur

Verstärkung des Postens, der unter diesen Umständen bedroht erschien.

-- Dann feierten wir den Geburtstag Sr. Majestät mit Parade, Salut von

Kanonenschüssen und Ansprache meines Mannes an die Askaris, die ihrem

obersten Kriegsherrn drei kräftige Hurras ausbrachten.

Nach der Parade tranken die Herren bei uns Wein, und abends waren wir

im Kasino. --

Ich vergaß zu erwähnen, daß auch an unserem Hochzeitstage, am 4. Januar

1897, ein Alarmbrief kam. Leutnant Fonck hatte wieder ein Gefecht in

Ubena gehabt! Überall gärt es noch, das Land ist eben noch lange nicht

in Ruhe. Die meisten Frauen und Kinder Quawas sind in der Gewalt der

Station.

Trotzdem von allen Seiten schlimme Nachrichten kommen, welche die

gefährliche Nähe von Quawa und seinem Anhange melden, bewahrt mein

Mann, auf dem die ganze Verantwortlichkeit ruht, eine beneidenswerte

Ruhe.

Eine deutsche Frau im Innern Deutsch-Ostafrikas Elf Jahre nach Tagebuchblättern erzählt · 第 35 / 132 题