In den ersten Jahren des Pontifikates des Papstes Clemens VIII. traf ein
Irländer namens George Piknon während der Oktave der Auferstehung den
Erzpriester von San Celso und San Giuliano in Banchi auf seinem Wege in
die Kirche, um den Kranken die Kommunion zu spenden. Beim Anblick des
Prälaten packte den Irländer sinnlose Wut; er ohrfeigte ihn so heftig, daß
der Erzpriester das Ziborium fallen ließ. Piknon hätte den Leib Christi
mit Füßen getreten ohne die Dazwischenkunft der wütenden Menge.
Soldaten entrissen ihn dem Volke und er wurde eingesperrt und verhört.
Aber auf alle Fragen antwortete er nur, daß er nichts als seine Pflicht
getan habe und bedaure, sie nicht voll erfüllt zu haben. Vergeblich
versuchten einige Mönche seiner Nationalität, ihn zu bekehren und zum
katholischen Glauben zu bringen: es war verlorene Mühe.
Indem der Papst hoffte, ihn solcherweise zu besseren Gefühlen zu bringen,
befahl er, daß man Piknon im Gefängnis behalte, aber mit Nachsicht und
Güte behandle. Aber es war unnütz. Piknon wollte sich auf nichts
einlassen.
Schließlich kündigte man ihm an, daß er gehenkt würde; er antwortete mit
Hohnlachen; man gab ihm darauf noch die weitere Strafe, das Zwicken mit
glühenden Zangen auf dem Wege zum Richtplatz.
Als am Abend vor der Hinrichtung der Kerkermeister ihm nach Brauch das
Urteil verlas, lachte Piknon auf und spie, von plötzlicher Wut gepackt,
dem Mann ins Gesicht und versuchte ihm Fußtritte zu geben. Keinem der
Geistlichen, die um ihn waren, gelang es, von ihm andres zu erreichen als
eine abweisende Geste.
Inmitten einer ungeheuren Menge wurde er zu Tode geführt und mit den
Zangen gezwickt, was ihn brüllen machte wie ein Stier, und wovon ein
solcher schlechter Geruch entstand, daß einer der ihn begleitenden
Geistlichen ohnmächtig wurde. Er übergab sich selbst dem Henker. Sein
Leichnam wurde verbrannt und seine Asche in alle Winde verstreut.