3175 „ 2,5 % sehr gering

+Pergamynpapiere+:

5925 „ 2,1 % gering

6175 „ 2,1 „ gering

6200 „ 2,0 „ gering

Dies sind Beispiele dafür, daß es bei der Beurteilung der

Verwendungsfähigkeit eines Papiers unumgänglich notwendig ist, den

Widerstand gegen Zerknittern und Reiben mit heranzuziehen.

Es erscheint im Interesse der Fachkreise angebracht, hierauf immer

wieder hinzuweisen, da die Ansicht, daß bei genügender Reißlänge und

Dehnung auch der Widerstand gegen Zerknittern genügend sein müsse,

immer wieder zum Ausdruck gebracht wird.

Es bleibt nun noch die Frage zu erörtern, in welcher Weise man sich

mit dem Maßstab vertraut macht, der in der Versuchsanstalt bei der

Beurteilung der Papiere im Knitterwiderstand zur Anwendung gelangt.

Da ist zunächst zu bemerken, daß man sich, wenn irgend möglich,

persönlich über die Ausführung der Prüfung unterrichte, da auch die

weitgehendste Schilderung des Versuches die praktische Vorführung und

Erklärung nicht ersetzen kann. Die Unterweisung kann gelegentlich eines

Besuches in der Versuchsanstalt zu jeder Zeit erfolgen und jedem wird

Gelegenheit gegeben, sich eingehend über die Ausführung des Versuches

zu unterrichten.

Als Material zur Aneignung des Maßstabes können für diejenigen, die

häufiger Papiere in der Versuchsanstalt prüfen lassen, diese Papiere

selbst dienen; es empfiehlt sich, einen genügenden Vorrat von der zur

Prüfung eingeschickten Sorte zurückzulegen und nach Empfang des Urteils

eine Reihe von Reibversuchen auszuführen. Durch die zurückgelegten

Muster, die sich natürlich auf die verschiedenen Widerstandsstufen

verteilen müssen, ist man dann auch in der Lage, seinen Maßstab von

Zeit zu Zeit zu prüfen.

Wer nicht auf die geschilderte Weise in den Besitz des erforderlichen

Prüfungsmaterials gelangt, beschaffe sich Muster verschiedener

Festigkeit und lasse diese einmal in der Versuchsanstalt auf Widerstand

gegen Zerknittern prüfen. Ferner sei noch darauf hingewiesen,

daß die Firma +L. Schopper+-Leipzig Papiere der verschiedenen

Widerstandsstufen, welche in der Versuchsanstalt geprüft worden sind,

zum Verkauf hält.

Daß auch der Praktiker bei einiger Übung und einigem Interesse

für die Sache sehr wohl in der Lage ist, ein Urteil über die

Widerstandsfähigkeit gegen Reiben und Knittern abzugeben und sich

wenigstens bis zu einem gewissen Grade versichern kann, ob sein Papier

Aussicht hat, bei der amtlichen Prüfung durchzukommen, zeigen die

Erfahrungen der Versuchsanstalt mit den Volontären; letztere kommen

zumeist in die Anstalt, ohne mit dem erwähnten Prüfungsverfahren

vertraut zu sein, und doch erlangen sie bald eine ziemliche Sicherheit

in der Bestimmung des Widerstandsgrades.

Jeder Papiererzeuger und Verbraucher sollte sich auf alle Fälle,

selbst wenn ein mechanisches Verfahren als Ersatz für die

Handknitterung gefunden worden ist, mit letzterer vertraut machen

und vertraut erhalten, da sie ihm ein Mittel an die Hand gibt, an

jeder Stelle und ohne besondere Hilfsmittel sich ein Bild über die

Festigkeitseigenschaften eines Papiers zu verschaffen. Daß sich eine

solche Möglichkeit in vielen Fällen als wertvoll erweisen wird, bedarf

nicht erst weiterer Begründung.

Wie schon erwähnt, sind alle bisher gemachten Versuche, die

Beanspruchung, die das Papier bei der Handknitterung erfährt,

auf mechanischem Wege zu erzielen, gescheitert. Bei der Eigenart

des Versuches, bei dem subjektives Empfinden eine gewisse Rolle

spielt, konnte man den Bestrebungen genannter Art einen Erfolg auch

kaum in Aussicht stellen. Aussichtsvoller erschien der Weg, neue

Prüfungsverfahren zu suchen, deren Ergebnisse eine ähnliche Abstufung

der Papiere gestatteten wie die verschiedenen Widerstandsstufen.

In dieser Hinsicht sind drei Vorschläge zu erwähnen, nämlich die von

+Kirchner+, +Pfuhl+ und +Schopper+.

Kirchners Kniffrolle.

+Winkler+ hat in seinem 1887 herausgegebenen „Papierkenner“ zuerst

den Vorschlag gemacht, gefalzte Papierstreifen zu prüfen und den

Unterschied festzustellen, den sie in der Festigkeit und Dehnbarkeit

gegenüber den ungefalzten Streifen zeigen. Dieser Unterschied,

von +Winkler+ „Falzverlust“ genannt, sollte zur Beurteilung der

„Biegsamkeit“ des Papiers dienen.

Das Falzen wird von +Winkler+ durch eine besondere Vorrichtung

bewirkt, indem er die Streifen zwischen zwei aufeinander geschliffene

Stahlplatten, welche durch ein Scharnier verbunden sind, legt und mit

einem durch Hebeldruck bewegbaren 100 kg schweren Gewicht belastet.

+Kirchner+ schlug vor,[18] statt des Gewichtes eine Rolle zur Erzeugung

des Falzes zu benutzen, weil hierdurch nach seiner Ansicht eine

größere Gleichmäßigkeit bei der Erzeugung der Falze gesichert sei;

er schlug dann weiter vor, +die Beurteilung des Papiers durch die

Handknitterung fallen zu lassen und an Stelle dessen die Beurteilung

auf Grund des Falzverlustes zu setzen+, von der Annahme ausgehend, daß

bei spröden und brüchigen Papieren der Falzverlust groß, bei festen und

widerstandsfähigen indessen klein sei; er hat eine Reihe von Papieren

im gefalzten und ungefalzten Zustande geprüft und den Falzverlust

ermittelt.

Der +Kirchner+sche Kniffapparat besteht aus einer eisernen Rolle,

welche auf ihrem äußersten 19 mm breiten Umfange zylindrisch abgedreht

ist, und aus einer ebenen, wagerecht ausgerichteten, mit erhabenen

Rändern versehenen eisernen Bahn, in welcher die Rolle hin und her

bewegt werden kann (Fig. 19).

[Illustration: Fig. 19.

Papierprüfung: Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier · 第 22 / 90 题