Sind auf oben angegebene Weise aus der Maschinenrichtung und
Querrichtung je 5 Streifen zerrissen worden, so wird deren Gewicht,
jede Richtung für sich, bestimmt, und es kann nunmehr an die
Auszeichnung und Ausmessung des Schaubildes gegangen werden.
Fig. 15 zeigt 10 Schaulinien, wie sie bei Prüfung eines Konzeptpapiers
erhalten wurden. Die Querrichtung konnte mit Hilfe der 4 kg Feder
zerrissen werden, während für die Maschinenrichtung die nächst stärkere
Feder angewendet werden mußte. Bei der Ausmessung ist zu empfehlen,
die Anfangs- und Endpunkte _a_ und _e_ durch feine Nadelstiche
hervorzuheben und dann erst die Anfangspunkte horizontal und die
Endpunkte vertikal zu projizieren. Die Entfernung vom Schnittpunkt
dieser beiden Linien bis zum Punkt _a_ gibt die Dehnung des Streifens
an, die Entfernung desselben Punktes vom Punkte _e_ die Ausdehnung der
Feder und somit das Maß für die zum Zerreißen des Streifens notwendig
gewesene Kraft. Beide Längen werden mit den für sie bestimmten
Maßstäben ausgemessen, wobei es genügt, wenn die Bruchdehnung auf eine
und die Bruchbelastung auf zwei Dezimalstellen bestimmt wird.
Die Ergebnisse, die der Apparat liefert, sind bei richtiger und
gewissenhafter Handhabung recht zuverlässig.
Von Wert ist, daß das Schaubild als Versuchsurkunde aufbewahrt und
jederzeit zur Kontrolle der Prüfung herangezogen werden kann.
Anders liegen die Verhältnisse, wenn man den Apparat vom Standpunkte
des Praktikers aus beurteilt; für diesen, dem es darauf ankommt,
möglichst schnell über die Festigkeit eines Papiers Aufschluß zu
erhalten, ist das Auszeichnen und Ausmessen der Schaulinie eine
zeitraubende Arbeit; deshalb ist der Apparat für die Praxis weniger
geeignet als die vorstehend beschriebenen, die direkte Ablesung von
Bruchbelastung und Bruchdehnung gestatten.
Leuners Festigkeitsprüfer.
Der +Hartig-Reusch+sche Apparat wird in der oben beschriebenen
Ausführung nicht mehr angefertigt.[14] Der Erbauer, Mechaniker
+Leuner+ in Dresden, hat ihm, unter Beibehaltung des Grundgedankens,
eine etwas andere Gestalt gegeben (Fig. 16). Der wesentlichste
Unterschied gegenüber dem alten Apparat liegt in der Änderung der
Schreibvorrichtung und in dem kräftigeren Ausbau der einzelnen Teile.
[Illustration: Fig. 16.