Schematische Darstellung des Hartig-Reuschschen Prüfers.]

Die Tafel (Fig. 14), welche das Papier für die Schaulinien trägt, läßt

sich wagerecht verschieben, so daß es auf diese Weise möglich ist,

mehrere Kurven nebeneinander zu zeichnen.

Zu jedem Apparat gehören 3 verschiedene Federn, je eine von 4, 9 und 18

kg Zugkraft; zu jeder derselben gehört ein Maßstab, welcher bei jeder

Ausdehnung der Feder die hierfür aufzuwendende Kraft in kg angibt. Man

halte bei allen Versuchen den Grundsatz fest, die schwächste Feder

anzuwenden und nicht etwa ein Papier mit der 18 kg Feder zu prüfen,

welches schon bei einer Belastung von 7 kg zerreißt, denn je stärker

die Feder ist, um so größer sind die Ablesungsfehler am Maßstab. Es

kann sogar vorkommen, daß man bei Prüfung +einer+ Papiersorte

mit Vorteil zwei verschiedene Federn anwendet, wenn zum Zerreißen der

Querrichtung eine schwächere Feder genügt als für die Maschinenrichtung.

Nachdem so kurz das Wichtigste über den Bau des Apparates

auseinandergesetzt ist, mag zur Beschreibung der Ausführung des

Versuchs selbst übergegangen werden.

Der Bock _A_ wird so festgelegt, daß die vorhin erwähnte Marke mit

dem Teilstrich 0,18 m der Meterteilung zusammenfällt; der Wagen _B_

wird durch einen Stift _O_ festgehalten. Der Streifen wird so zwischen

die Klemmen _a_ und _b_ gelegt, daß er keine Durchbiegung zeigt, und

nun werden die Schrauben mit Hilfe des hierfür gefertigten Schlüssels

schwach angezogen. Man löst alsdann den Bock _A_ wieder, verschiebt

ihn ein wenig in der Richtung nach _B_ zu und zieht die Klemmschrauben

fest an; würde man das stärkere Anziehen bei straff gespanntem Streifen

vornehmen, so liefe man Gefahr, ihn einzureißen.

Man bringt nunmehr den Zeichenstift _G_ aus seiner Ruhelage, so daß

er sich gegen das auf der Schreibtafel aufgespannte Papier legt,

und zieht die Feder an; dadurch wird auf dem Papier die senkrechte

Nulllinie aufgezeichnet, die für die spätere Auszeichnung der einzelnen

Schaulinien von Wichtigkeit ist. Eine wagerechte Nulllinie zu zeichnen,

ist nicht ratsam, da der Stift nicht in allen Stellungen des Wagens

_B_ sich in gleicher Höhe befindet. Aus diesem Grunde muß man darauf

achten, daß sich der Streifen bei Beginn eines jeden Versuchs nicht in

gespanntem Zustand befindet, damit der Zeichenstift erst eine kurze

Strecke horizontal vorgehen kann, ehe er durch die Spannung der Feder

nach unten getrieben wird. So befindet sich an jedem einzelnen Diagramm

die für die Bestimmung nötige horizontale Nulllinie.

Nachdem man den Bock _A_ nun ungefähr auf eine Entfernung von 0,17 m

festgeschraubt hat, so daß der Streifen schlaff zwischen den Klemmen

hängt, entfernt man den Stift _O_, legt die Sperrhaken ein, welche

beim Bruch des Streifens das Zusammenschnellen der Feder verhindern,

und schließt die Schraubenmutter _E_, welche mit dem Handrad _D_

verbunden ist. Durch langsames und gleichmäßiges Drehen des Rades, bei

welchem man jede Unterbrechung und jedes stoßweise Vorgehen sorgfältig

zu vermeiden hat, wird nunmehr der Apparat in Tätigkeit gesetzt. Je

langsamer und gleichmäßiger die Versuche ausgeführt werden, um so

besser werden die einzelnen Resultate untereinander übereinstimmen.

Ist die Spannung der Feder so groß geworden, daß sie gleich dem

Widerstand ist, welchen der Papierstreifen leistet, so zerreißt der

letztere, und der Versuch ist als beendigt anzusehen; der Stift wird

vom Diagramm abgehoben, die Schraubenmutter _E_ geöffnet, der Wagen

verschoben, bis der Stift _O_ eingesetzt werden kann und dann die Feder

ausgelöst.

Der Streifen wird darauf unmittelbar an den Klemmen abgerissen und

der Apparat kann nun zum Zerreißen des zweiten Streifens benutzt

werden. Erfolgt der Bruch des Streifens nicht mindestens 1 cm von

der Einspannvorrichtung entfernt, so ist es geraten, den Versuch als

ungiltig zu betrachten, weil die Vermutung nahe liegt, daß der Streifen

schief eingespannt war.

[Illustration: Fig. 15.

Papierprüfung: Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier · 第 16 / 90 题