Um ein Papier mit diesem Apparate zu prüfen, hebt man zunächst die
Sperrklinken auf, versetzt die Feder in Schwingungen und schiebt dann
den Schleppzeiger behutsam an den Hebel heran; man sieht nun zu, ob die
Nullmarke des Zeigers mit der des Maßstabes übereinstimmt; ist dies
nicht der Fall, so verschiebt man letzteren so lange, bis die Marken
sich decken. Man stellt jetzt die Feder vermittelst der Schraube _t_
fest und verschiebt den Schlitten _c_, bis die beiden Nullmarken des
Dehnungsmaßstabes und des Schlittens übereinstimmen. Jetzt nimmt man
einen Streifen von dem zu untersuchenden Papier in den früher für die
Normalstreifen angegebenen Größenverhältnissen, klemmt denselben ein,
löst die Schraube _t_, legt die Sperrklinken ein und kann jetzt mit der
Untersuchung beginnen, indem man das Rad in möglichst gleichmäßige und
langsame Umdrehungen versetzt.
Nach dem Zerreißen des Streifens liest man Belastung sowie Dehnung ab,
entlastet dann die Feder, indem man den Wagen mit der Hand festhält,
die Sperrklinken auslöst und nun den Wagen mit der Feder langsam
zurückgleiten läßt.
Um eine andere Feder einzusetzen, nimmt man den Wagen, drückt die Feder
etwas zusammen, dreht sie um 90° und zieht den Wagen mit der Zahnstange
heraus.
In der Versuchsanstalt werden vier dieser +Wendler+schen Apparate
elektrisch angetrieben; auf diese Weise wird ein sehr gleichmäßiger
Gang erzielt.
Die von +Martens+ entworfene Ausrückvorrichtung[13] setzt die Apparate
im Augenblick des Streifenbruches außer Tätigkeit.
Fig. 12 zeigt den Apparat nach dem Bruch eines Streifens.
[11] Bezugsquelle +H. Bollmann+, Berlin S, Hasenhaide 63.
[12] Bei den Apparaten der Versuchsanstalt sind die Schraubenklemmen
durch die besser wirkenden Exzenterklemmen mit ebenen Backen
ersetzt worden (vergl. Fig. 7). Die jetzt in den Handel
kommenden +Wendler+schen Prüfer werden auf Wunsch ebenfalls mit
diesen Klemmen versehen.
[13] Beschrieben und abgebildet im Sonderheft III der Mitt. a. d. t.
Versuchsanstalten 1887.
Festigkeitsprüfer nach Hartig-Reusch.
Unter Hinweis auf Fig. 13-14 sei hier das zum Verständnis des Apparates
Nötige gesagt.
Der zu untersuchende Streifen wird durch die Klemmen _a_ und _b_
festgelegt, deren wellenförmig eingeschnittene Backen das Herausziehen
des Streifens während des Versuchs verhindern sollen. Die eine der
Klemmen _b_ ist mit der Vorrichtung der Kraftübertragung verbunden,
während die andere sich an einem beweglichen Bock _A_ befindet, der
an jeder Stelle durch eine Schraube fest mit dem Grundbett verbunden
werden kann. Der Bock trägt ferner eine mit einer Marke versehene
Messingscheibe, welche auf einer im Bett eingelegten Meterteilung in
jeder Stellung die Entfernung der Vorderkanten der beiden Klemmen _a_
und _b_ voneinander angibt.
Die zweite Klemme _b_ ist durch den Wagen _B_ mit der Schraubenfeder
_F_, welche zum Zerreißen des Probestreifens dient, verbunden. _F_ muß
sich also beim Versuch soweit elastisch ausdehnen, als dem Widerstande,
welchen der Papierstreifen dem Zerreißen entgegensetzt, entspricht.
Gleichzeitig folgt jedoch der Wagen dem Zuge der Feder um soviel, als
das Papier sich bis zum Bruche dehnt. Diese beiden Bewegungen, die
Ausdehnung der Feder und die Verschiebung des Wagens, werden auf den
Zeichenstift _G_ übertragen, welcher die Versuchslinien auf dem hierfür
angebrachten Papier verzeichnet.
Die senkrechten Ordinaten entsprechen den Federausdehnungen und
somit den zum Zerreißen erforderlich gewesenen Zugkräften und die
wagerechten Ordinaten den diesen Zugkräften entsprechenden Dehnungen
der Probestreifen.
[Illustration: Fig. 13.