Schoppers Festigkeitsprüfer für Papier.]

Die Messung der Dehnung erfolgt durch die Feststellung der

gegenseitigen Verschiebung der beiden Einspannklemmen _E__{1} und

_E__{2}. Um diese Verschiebung zu bestimmen, wird die Bewegung der

unteren Klemme mittels der Zahnstange _G_ auf den Dehnungshebel _H_

übertragen, der statt des oberen Armes ein Zahnsegment trägt. An

diesem Hebel _H_, welcher sich um den Zapfen des Gewichtshebels _A_

drehen kann, ist ein Zeiger _J_ angebracht, welcher sich über zwei am

Krafthebel befindliche Bogenteilungen bewegt. Die eine dieser Teilungen

gibt die Verlängerung des Streifens, welche mit der Verschiebung der

Klemmen gegeneinander gleichbedeutend ist, in mm, die andere, bei einer

Streifenlänge von 180 mm, direkt in Prozenten an.

Das untere Ende der Zahnstange _G_ ist an einer Hülse befestigt,

welche sich auf einer mit der Antriebspindel parallelen Gleitstange

bewegen kann und während des Versuches von einem an der Antriebspindel

befestigten Mitnehmer bewegt wird.

Diese Zahnstange, welche sich in einer festen Führung bewegt,

wird durch eine Bremsfeder fest gegen das gezahnte Segment des

Dehnungshebels gedrückt, so daß toter Gang ausgeschlossen ist. Die

hierdurch entstehende Zahnreibung wird vom Antrieb aufgenommen, ist

daher auf die Kraftmessung ohne Einfluß.

An den Einspannklemmen sind Exzenterhebel zum Zusammendrücken der

Backen angebracht, wodurch eine einfache, bequeme und sichere

Einspannung des Streifens ermöglicht wird.

An der Antriebsvorrichtung befindet sich eine Sperrvorrichtung, welche

für eine bestimmte Streifenlänge das richtige Einstellen der unteren

Klemme in der Nulllage sichert.

Die Versuchsausführung geht nun in folgender Weise vor sich.

Nachdem man den Belastungshebel mit Hilfe des hierfür bestimmten

Stiftes in der Nulllage festgestellt hat, legt man die obere

Einspannklemme mit Hilfe des hierzu angebrachten Hakens fest; dann

wird die Antriebspindel durch Drehen des Handrades in die Höchstlage

gebracht, die untere Klemme angehoben und mit der unter dem Nasenhebel

befindlichen Schraube festgestellt. Durch völliges Hochschieben der

Zugstangenhülse bringt man den Dehnungshebel in seine Nullstellung.

Nunmehr wird der Streifen eingespannt.

Nach erfolgter Einspannung befreit man die obere Klemme aus dem Haken,

löst den Gewichtshebel durch Entfernung des Haltestiftes aus, legt die

Sperrklinken ein und setzt den Apparat durch Drehen des Handrades in

Tätigkeit.

Sobald der Streifen mit etwa ½ kg belastet ist, löst man, ohne mit

dem Drehen aufzuhören, die Schraube, welche die untere Klemme hochhält,

damit letztere beim Reißen des Streifens herunterfallen und den

Dehnungshebel auslösen kann.

Nach dem Reißen des Streifens stehen, auch bei fortgesetztem Drehen des

Handrades, die Hebel für Belastung und Dehnung still und gestatten so

eine ruhige und sichere Ablesung.

Fig. 8 zeigt den Apparat nach der Beendigung des Zerreißversuches.

Je nach dem Verwendungszweck werden die +Schopper+schen Prüfer

mehr oder weniger stark gebaut und mit einem mehr oder minder schweren

Belastungsgewicht versehen. Der für Papierprüfungen meist verwendete

Apparat ist für 30 kg höchste Kraftleistung bestimmt (Fig. 8). Für

schwache Papiere bedient man sich zweckmäßiger eines Apparates von

10 kg Höchstleistung, weil in diesen Fällen der Ausschlag bei dem

30 kg Apparat zu klein sein würde. Handelt es sich um die Prüfung

von Papieren mit sehr geringer Festigkeit, wie Seiden-, Kopier-,

Zigarettenpapier u. s. w., so entfernt man das Belastungsgewicht vom

Krafthebel; hierdurch wird die Empfindlichkeit des Prüfers erhöht und

der Ausschlag des Hebels größer. Natürlich muß man für solche Fälle den

Wert der Teilung des Kraftmaßstabes besonders feststellen.

[Illustration: Fig. 8.

Papierprüfung: Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier · 第 10 / 90 题